{"id":1045803,"date":"2026-05-25T19:36:21","date_gmt":"2026-05-25T19:36:21","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1045803\/"},"modified":"2026-05-25T19:36:21","modified_gmt":"2026-05-25T19:36:21","slug":"kommt-2026-ein-super-el-nino-und-was-bedeutet-das-fuer-deutschland","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1045803\/","title":{"rendered":"Kommt 2026 ein Super-El Ni\u00f1o und was bedeutet das f\u00fcr Deutschland?"},"content":{"rendered":"<p class=\"text\">\nDie <a href=\"https:\/\/oceanservice.noaa.gov\/news\/may26\/el-nino-flooding.html\" title=\"El Ni\u00f1o und Hochwasser \u2013 eine m\u00f6gliche doppelte Belastung f\u00fcr einige K\u00fcstengemeinden im Jahr 2026\" data-ctrl-link=\"{&#039;id&#039;: &#039;aed042d6-4800-4236-ba49-6922a1939f1a&#039;,&#039;type&#039;:&#039;external&#039;,&#039;window&#039;:{&#039;type&#039;:&#039;empty&#039;,&#039;config&#039;:{&#039;title&#039;:&#039;El Ni\u00f1o und Hochwasser \u2013 eine m\u00f6gliche doppelte Belastung f\u00fcr einige K\u00fcstengemeinden im Jahr 2026&#039;,&#039;top&#039;:&#039;0&#039;,&#039;left&#039;:&#039;0&#039;,&#039;width&#039;:&#039;0&#039;,&#039;height&#039;:&#039;0&#039;,&#039;status&#039;:&#039;0&#039;,&#039;menubar&#039;:&#039;0&#039;,&#039;location&#039;:&#039;0&#039;,&#039;scroll&#039;:&#039;0&#039;,&#039;toolbar&#039;:&#039;0&#039;,&#039;resizable&#039;:&#039;0&#039;}}}\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">US-Wetterbeh\u00f6rde<\/a> rechnet mit \u00fcber 80-prozentiger Wahrscheinlichkeit damit, dass sich bis Juli ein El Ni\u00f1o bilden k\u00f6nnte. Der \u00f6stliche Pazifik erw\u00e4rmt sich in \u00c4quatorn\u00e4he rapide. Es ist eigentlich keine Frage mehr, ob der El Ni\u00f1o in diesem Jahr kommt, sondern eher, wie stark er ausf\u00e4llt, sagt Klimaforscher Karsten Haustein von der Universit\u00e4t Leipzig. F\u00fcr einen Super-El Ni\u00f1o m\u00fcsste die Temperatur des Pazifiks mindestens zwei Grad \u00fcber dem Durchschnitt liegen, erkl\u00e4rt er. &#8222;Wir wissen, dass es einen starken oder auf jeden Fall einen El Ni\u00f1o geben wird, weil sich in den oberen 300 Metern vom tropischen pazifischen Ozean ein extremes W\u00e4rmepotential, ein W\u00e4rmereservoir, aufgebaut hat.&#8220;\n<\/p>\n<p><a name=\"sprung0\" class=\"jumpLabel\">St\u00e4rke von mehreren Faktoren abh\u00e4ngig<\/a><\/p>\n<p class=\"text\">\nDie St\u00e4rke zu bestimmen, bleibe aber ein Problem. &#8222;Weil die Atmosph\u00e4re mitspielen muss&#8220;, so Haustein. &#8222;Es ist nicht nur ein Ozeanph\u00e4nomen, sondern die Atmosph\u00e4re spielt auch immer eine Rolle wegen der sogenannten Passatwinde.&#8220; Die sind entscheidend f\u00fcr das Wetterph\u00e4nomen, das im Schnitt alle drei bis f\u00fcnf Jahre auftritt: Wenn sich die Oberfl\u00e4chentemperatur des Ozeans durch die Sonneneinstrahlung im \u00f6stlichen Pazifik \u00fcberdurchschnittlich stark erw\u00e4rmt, dann werden die Passatwinde in der Region schw\u00e4cher. Die transportieren aber normalerweise die aufgew\u00e4rmten Wassermassen von der s\u00fcdamerikanischen K\u00fcste nach Westen in Richtung Asien. Werden die Passatwinde schw\u00e4cher oder \u00e4ndern sie sogar ihre Richtung, dann schafft es das kalte Wasser aus der Tiefe nicht mehr nach oben.\n<\/p>\n<p class=\"text\">\nDie W\u00e4rme wird in die Atmosph\u00e4re abgegeben und dadurch ver\u00e4ndert sich das Klima \u00fcber dem \u00c4quatorialpazifik. &#8222;Und ein ganz gro\u00dfer Faktor in dem Spiel ist, wie die Atmosph\u00e4re auf so einer schwer vorhersagbaren, relativ kleinr\u00e4umigen Ebene funktioniert&#8220;, erl\u00e4utert Forscher Haustein. &#8222;Die Frage ist n\u00e4mlich, ob sich durch dieses warme Wasser im Ostpazifik sogenannte tropische Zyklone entwickeln k\u00f6nnen. Die drehen sich in eine bestimmte Richtung. In diesem Fall auf der Nordhemisph\u00e4re drehen sie sich so herum wie ein Tiefdruckgebiet. Und damit hat man an der S\u00fcdseite von diesen tropischen Zyklonen ganz starke Winde, die gegen die eigentlichen Passatwinde wehen.&#8220;\n<\/p>\n<p><a name=\"sprung1\" class=\"jumpLabel\">Vielerorts drohen D\u00fcrren oder Hochwasser<\/a><\/p>\n<p class=\"text\">\nDas f\u00fchrt wiederum dazu, erkl\u00e4rt Haustein, dass die Grenze zwischen warmem und kaltem Wasser noch weiter nach unten gedr\u00fcckt werde. Die Folgen eines starken El Ni\u00f1o sind aufgrund von Fernwirkungen der atmosph\u00e4rischen Luftzirkulation fast auf dem ganzen Planeten zu sp\u00fcren, sagt der Forscher: &#8222;Die haben definitiv Folgen f\u00fcr S\u00fcdamerika, die haben Folgen f\u00fcr Australien, die haben Folgen f\u00fcr Amerika, die haben Folgen f\u00fcr Asien.&#8220;\n<\/p>\n<blockquote>\n<p class=\"text\">Was passieren kann, ist, dass es in bestimmten Regionen extrem feucht wird und gleichzeitig in anderen Ecken eine ganz ganz starke D\u00fcrre auftritt.<\/p>\n<p>Dr. Karsten Haustein, Universit\u00e4t Leipzig<\/p>\n<\/blockquote>\n<p class=\"text\">\nBesonders trocken werde es unter anderem in der Sahel-Zone, in Australien, im Amazonas-Gebiet und auf dem Indischen Subkontinent. Andernorts drohen starke Regenf\u00e4lle. Und auch Naturkatastrophen werden w\u00e4hrend eines El-Ni\u00f1o-Zyklus h\u00e4ufiger. &#8222;Auch die Vereinigten Staaten sind betroffen. Dazu z\u00e4hlt Washington State, dann runter Seattle, Portland und bis runter nach Kalifornien und Mexiko. Da ist im Moment absolute D\u00fcrre. Wir sehen, dass der Colorado River in so einer kritischen Situation ist, dass er tats\u00e4chlich Gefahr l\u00e4uft, wirklich auf absolut rekordniedrige St\u00e4nde zuzulaufen.&#8220;\n<\/p>\n<p><a name=\"sprung2\" class=\"jumpLabel\">Wie hei\u00df wird 2027?<\/a><\/p>\n<p class=\"text\">\nAuf den ausged\u00f6rrten Boden droht mit El Ni\u00f1o heftiger Regen zu treffen. Infolge des Klimawandels sei in den Wolken rund 20 Prozent mehr Feuchte verf\u00fcgbar, sagt Haustein. Im S\u00fcden der USA und in Mexiko drohten \u00dcberschwemmungen und Hurrikans. Europa dagegen ist kaum direkt von El Ni\u00f1o betroffen. Erst nachdem er Ende dieses Jahres sein ganze Kraft entfaltet hat, verteilt die Zirkulation die W\u00e4rme \u00fcber den ganzen Globus. Deshalb bringt uns El Ni\u00f1o etwas w\u00e4rmere Winter.\n<\/p>\n<p class=\"text\">\nAber: Direkt betroffen sind wir durch die Folgen auf die globale Durchschnittstemperatur, erl\u00e4utert der Leipziger Klimaforscher Haustein: &#8222;Was die globale Temperatur als Ganzes angeht, da kann man sich absolut sicher sein, dass 2027 einen neuen substanziellen Rekord bringen wird.&#8220; Er gehe von mindestens 1,6 Grad Temperatursteigerung im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter aus. &#8222;Das ist dann nur f\u00fcr ein Jahr, aber damit ist dann mehr oder weniger die 1,5 Grad-Grenze gerissen&#8220;, so Haustein. &#8222;Und die Konsequenzen sind dann \u00fcber so ein El-Ni\u00f1o-Jahr hinaus sp\u00fcrbar, denn das Potenzial f\u00fcr Extremwetter ist mit jedem Zehntelgrad deutlich gr\u00f6\u00dfer und das gilt logischerweise dann auch f\u00fcr uns.&#8220;\n<\/p>\n<p class=\"text\">\nUnd dann sind wir auch in Mitteldeutschland Teil eines global vernetzten Wirtschaftssystems: F\u00e4llt etwa die Soja-Ernte im Norden Brasiliens aus, dann fehlt uns hierzulande das Tierfutter in der Landwirtschaft. &#8222;Wir haben schon diese globalen Nahrungsketten und die sind ziemlich eng miteinander verbunden&#8220;, erl\u00e4utert Haustein das Problem. &#8222;Wir sind global miteinander vernetzt und Warenstr\u00f6me bzw. Mangel machen sich bei uns bemerkbar.&#8220; Und das gilt eben f\u00fcr alle Waren, die wir aus den betroffenen Weltregionen importieren. Deshalb d\u00fcrfte sich ein Super- El Ni\u00f1o nicht zuletzt auch bei uns in der Geldb\u00f6rse bemerkbar machen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Die US-Wetterbeh\u00f6rde rechnet mit \u00fcber 80-prozentiger Wahrscheinlichkeit damit, dass sich bis Juli ein El Ni\u00f1o bilden k\u00f6nnte. 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