{"id":1046920,"date":"2026-05-26T07:16:37","date_gmt":"2026-05-26T07:16:37","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1046920\/"},"modified":"2026-05-26T07:16:37","modified_gmt":"2026-05-26T07:16:37","slug":"uk-medizinalcannabis-importe-2025-30-tonnen-und-kanada-bypasst-europa","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1046920\/","title":{"rendered":"UK-Medizinalcannabis-Importe 2025: 30 Tonnen, und Kanada bypasst Europa"},"content":{"rendered":"<p>\u23f1 6 Min. Lesezeit\u00b71.139 W\u00f6rter<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Gro\u00dfbritannien hat 2025 zum ersten Mal die Marke von 30 Tonnen j\u00e4hrlich importierter Cannabis-Bl\u00fcten \u00fcberschritten. Die neuen FOI-Daten aus dem britischen Innenministerium zeigen einen tieferen Wandel als die reine Mengensteigerung. Kanadische Produzenten schicken ihre Ware seit Anfang des Jahres direkt nach Gro\u00dfbritannien, statt sie wie fr\u00fcher zur Verarbeitung \u00fcber Spanien oder Portugal zu leiten. Die alten europ\u00e4ischen Verarbeitungs-Hubs verlieren Anteile, das gesamte Lieferketten-Modell f\u00fcr medizinisches Cannabis in Europa kippt.<\/p>\n<p> 30.062 Kilogramm: ein Rekordjahr in den UK-Importen<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die offiziellen Daten des Home Office wurden \u00fcber ein Auskunftsersuchen vom 10. April 2026 von Business of Cannabis und Prohibition Partners gesichert. Sie umfassen ausschlie\u00dflich getrocknete Cannabis-Bl\u00fcten in Form sogenannter \u201eUnlicensed Specials\u201c, also der nicht zentralisierten medizinischen Verschreibung in Gro\u00dfbritannien. Extrakte, pharmazeutische Wirkstoffe und Importe aus den Crown Dependencies flie\u00dfen nicht ein.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Gesamtmenge stieg 2025 auf 30.062 Kilogramm, mehr als doppelt so viel wie im Vorjahr mit 14.992 Kilogramm. Das Jahr 2023 erscheint in der Statistik zun\u00e4chst mit hohen 26.973 Kilogramm, ist aber durch zwei einmalige Finnland-Lieferungen \u00fcber je rund 10.000 Kilogramm verzerrt. Werden diese ausgeklammert, ergibt sich ein bereinigter Wert von rund 6.860 Kilogramm. Damit hat sich der britische Medizinalcannabis-Markt zwei Jahre in Folge ungef\u00e4hr verdoppelt.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/ganjafarmer.de?utm_source=hanfm&amp;utm_medium=baner&amp;utm_campaign=code-hanf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener sponsored nofollow\" data-ad-id=\"75262\" data-ad-position=\"in-content\" data-ad-name=\"GanjaFarmer\" class=\"hanf-ad-link\" data-wpel-link=\"external\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/hanf-magazine-anim_baner-620x150-1.gif\" alt=\"GanjaFarmer\" style=\"width:100%;max-width:1240px;height:auto;display:block;margin:0 auto;object-fit:contain;\" class=\"hanf-ad-img-desktop\" loading=\"lazy\"\/><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/hanf-magazine-anim_baner-600x600-1.gif\" alt=\"GanjaFarmer\" style=\"width:300px;height:250px;object-fit:contain;\" class=\"hanf-ad-img-mobile\" loading=\"lazy\"\/><\/a><\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auf Quartalsbasis ist die Beschleunigung noch deutlicher. Die Importe stiegen von 5.285 Kilogramm im ersten Quartal auf 11.810 Kilogramm im vierten Quartal 2025, eine Steigerung um 123 Prozent innerhalb eines Jahres. Wenn dieser Trend anh\u00e4lt, l\u00e4ge die Jahresimportmenge 2026 bei rund 47.000 Kilogramm.<\/p>\n<p>Kanada bypasses Europa: Direktlieferung statt Spanien-Umweg<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"572\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/hm-ai-78425-inline_0-weltkarte-mit-cannabis-handelsrouten-von-1024x572.jpg\" alt=\"Weltkarte mit Cannabis-Handelsrouten von Kanada nach Gro\u00dfbritannien\" class=\"wp-image-78428\"  \/><\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die wirklich bemerkenswerte Ver\u00e4nderung verbirgt sich in der Herkunft der Ware. Kanadische Produzenten lieferten 2025 erstmals 17.067 Kilogramm direkt nach Gro\u00dfbritannien, mehr als das Sechsfache der 2.578 Kilogramm aus dem Vorjahr. Allein im vierten Quartal kamen 7.839 Kilogramm aus Kanada direkt auf die Insel.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Spanien war bisher das wichtigste Verarbeitungsland f\u00fcr kanadisches Cannabis in Europa. Die Datenreihe zeigt jetzt einen scharfen Bruch. Spanien lieferte im ersten Quartal 2025 noch 1.591 Kilogramm, im vierten Quartal nur noch 161 Kilogramm. Auf das Gesamtjahr 2025 entfielen 3.417 Kilogramm aus Spanien, das sind 11,4 Prozent der UK-Importe. Auch Deutschland verlor Anteile: 2024 waren 1.963 Kilogramm aus deutscher Verarbeitung verschickt worden, 2025 sank dieser Wert auf 1.404 Kilogramm. Portugal hingegen baute aus und lieferte 3.971 Kilogramm. Die Hanf-Magazin-Redaktion hat bereits analysiert, <a href=\"https:\/\/www.hanf-magazin.com\/warum-verliert-portugal-seinen-status-als-europas-cannabis-verarbeitungshub\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">warum Portugal seinen Status als europ\u00e4ischer Cannabis-Verarbeitungshub strukturell verliert<\/a>.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Alex Khourdaji, leitender Analyst bei Prohibition Partners, bringt den Trend auf den Punkt: \u201eDas Wachstum unterstreicht die Dominanz der kanadischen Medizinalcannabis-Versorgung, getrieben von \u00dcberproduktion, engen Margen im Heimatmarkt und der internationalen Expansionsstrategie kanadischer Lizenznehmer.\u201c Die Daten deuteten zudem darauf hin, dass sich der Markt von kleinteiliger, Klinik-getriebener Versorgung hin zu gr\u00f6\u00dferen Gro\u00dfhandels-Beschaffungszyklen verschiebe.<\/p>\n<p>Neue Herkunftsl\u00e4nder: Schweiz, Tschechien, Griechenland<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"572\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/hm-ai-78425-inline_1-laenderflaggen-symbolisieren-neue-cannabi-1024x572.jpg\" alt=\"L\u00e4nderflaggen symbolisieren neue Cannabis-Exportnationen nach UK\" class=\"wp-image-78429\"  \/><\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Insgesamt 14 Herkunftsl\u00e4nder waren 2025 in der britischen Import-Statistik vertreten, drei mehr als im Vorjahr. Die Schweiz schickte erstmals 354 Kilogramm, Tschechien 142 Kilogramm und Griechenland 105 Kilogramm. Israel, bisher mit Spuren-Volumen vertreten, steigerte sich auf 186 Kilogramm. S\u00fcdafrika, im Vorjahr noch ein kleiner Lieferant mit 421 Kilogramm, schickte 2025 bereits 1.345 Kilogramm und ist damit der konstanteste Wachstums-Lieferant au\u00dferhalb Kanadas und Portugals.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Diese Diversifizierung passt zu einer These, die sich in der europ\u00e4ischen Branche festsetzt: Der Cannabis-Welthandel wird breiter, gleichzeitig konsolidiert sich auf der Anbieterseite. Wer im EU-GMP-Standard produzieren kann und Bulk-Mengen liefert, gewinnt. Wer als reines Verarbeitungsland zwischen Erzeuger und Endkunde stand, verliert. Das gilt auch f\u00fcr die deutsche Lieferkette, wie unsere Analyse zur <a href=\"https:\/\/www.hanf-magazin.com\/kanada-exportiert-62-prozent-seiner-cannabis-blueten-nach-deutschland\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">62-Prozent-Dominanz Kanadas im deutschen Importmarkt<\/a> zeigt.<\/p>\n<p>Was das f\u00fcr Deutschland bedeutet<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"572\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/hm-ai-78425-inline_2-labor-mit-eu-gmp-zertifizierten-cannabis-1024x572.jpg\" alt=\"Labor mit EU-GMP-zertifizierten Cannabis-Proben und Dokumentation\" class=\"wp-image-78431\"  \/><\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die britische Strukturverschiebung ist f\u00fcr den deutschen Markt aus mehreren Gr\u00fcnden interessant. Erstens fragmentiert sich das Lieferketten-Modell, das in der Phase 2018 bis 2024 funktioniert hatte. Damals dominierten kanadische Erzeuger plus europ\u00e4ische Verarbeiter, oft in Portugal oder Spanien. Heute \u00fcbernehmen kanadische Lizenznehmer das EU-GMP-Compliance-Profil zunehmend selbst. Das ver\u00e4ndert die Margenverteilung zugunsten der Erzeuger und dr\u00fcckt auf die europ\u00e4ischen Mittler.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zweitens deutet die UK-Dynamik auf eine Lehre f\u00fcr Deutschland hin. Auch hier sind im ersten Quartal 2026 die <a href=\"https:\/\/www.hanf-magazin.com\/cannabis-importe-sinken-erstmals-seit-zwei-jahren-50-5-tonnen-im-q1-2026\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Cannabis-Importe erstmals seit zwei Jahren leicht gesunken<\/a>, gleichzeitig steigt der Wettbewerbsdruck durch Direktlieferungen. Ein neuer Marktbericht des \u00d6konomen Beau Whitney identifiziert die Preis-Kompression als typischen Reifeindikator und nennt Deutschland als Beispiel mit \u201ebeschleunigtem Preisdruck durch Importwachstum und regulatorische Verschiebungen\u201c.<\/p>\n<p>\ud83c\udf3f Fragen zu diesem Thema? Schreib einfach los \u2014 ich helfe dir!<\/p>\n<p>  Senden<\/p>\n<p>Danke f\u00fcr den Chat! \ud83d\ude0a Abonniere unseren Newsletter f\u00fcr mehr:<\/p>\n<p> <a href=\"#hanf-newsletter-cta\" class=\"hanf-buddy-btn\" onclick=\"document.getElementById('hanf-newsletter-cta')?.scrollIntoView({behavior:'smooth'})\">Zum Newsletter<\/a><\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Drittens ist die Diversifizierung der Herkunftsl\u00e4nder auch politisch lesbar. Wenn Schweiz, Tschechien und Griechenland erstmals als Lieferanten auftauchen, ist das ein Hinweis darauf, dass die EU-interne Cannabis-Produktion an Bedeutung gewinnt. Die <a href=\"https:\/\/www.hanf-magazin.com\/jersey-ueberholt-kolumbien-wie-eine-kanalinsel-zum-cannabis-lieferanten-deutschlands-aufsteigt\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Rolle einzelner Kanalinseln wie Jersey im deutschen Importmix<\/a> illustriert dieselbe Dynamik aus anderer Perspektive. F\u00fcr Patientinnen und Patienten k\u00f6nnte das mittelfristig eine breitere Sortenauswahl und stabilere Preise bedeuten.<\/p>\n<p>Ein Fr\u00fchindikator f\u00fcr Cannabis Europa 2026<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die FOI-Daten erscheinen wenige Tage vor der Branchenkonferenz Cannabis Europa London am 26. und 27. Mai 2026. Prohibition Partners wird seine vollst\u00e4ndige Auswertung dort pr\u00e4sentieren und einen detaillierten Bericht zur britischen Marktdynamik vorlegen. Das Home Office weist darauf hin, dass die 2025er-Werte provisorisch bleiben, bis der j\u00e4hrliche INCB-Returns-Prozess am 30. Juni 2026 abgeschlossen ist. Eine substanzielle Korrektur ist nach derzeitigem Stand nicht zu erwarten, kleinere Anpassungen sind aber m\u00f6glich.<\/p>\n<p>H\u00e4ufige FragenWarum liefert Kanada pl\u00f6tzlich direkt nach Gro\u00dfbritannien?<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Kanadische Produzenten haben in den letzten Jahren erheblich in eigene EU-GMP-zertifizierte Anlagen investiert. Damit k\u00f6nnen sie die regulatorische H\u00fcrde f\u00fcr den britischen und europ\u00e4ischen Markt selbst nehmen, statt die Ware \u00fcber Drittl\u00e4nder wie Spanien oder Portugal verarbeiten zu lassen. Hinzu kommen \u00dcberproduktion und enge Margen im kanadischen Heimatmarkt, die den Export-Druck verst\u00e4rken.<\/p>\n<p>Hat Gro\u00dfbritannien ein Medizinalcannabis-Programm wie Deutschland?<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Gro\u00dfbritannien legalisierte den verschreibungspflichtigen Medizinaleinsatz von Cannabis 2018, behielt aber ein hochrestriktives Verschreibungsregime im staatlichen Gesundheitsdienst NHS. Die meisten Patientinnen und Patienten beziehen Medizinalcannabis privat \u00fcber sogenannte Specials-Verschreibungen, die in der FOI-Datenreihe als \u201eUnlicensed Specials\u201c auftauchen. Deutschland hat seit dem Cannabisgesetz 2024 ein deutlich breiteres und st\u00e4rker in der gesetzlichen Krankenversicherung verankertes Verschreibungsregime.<\/p>\n<p>Welche Rolle spielt Portugal im neuen Lieferketten-Modell?<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Portugal w\u00e4chst weiter, wenn auch langsamer als Kanadas Direktlieferungen. Die portugiesische Cannabis-Industrie hat Investitionen in EU-GMP-Anlagen vorgenommen und positioniert sich als europ\u00e4ischer Erzeuger eigener Marken, nicht nur als Verarbeiter kanadischer Ware. Mittel- bis langfristig k\u00f6nnte Portugal damit weniger anf\u00e4llig f\u00fcr den Bypass-Trend sein als Spanien.<\/p>\n<p>Beeinflusst der UK-Trend die deutschen Importpreise?<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ja, indirekt. Wenn Kanada zunehmend Direktversand betreibt und seine Produktionskapazit\u00e4t auf den europ\u00e4ischen Markt dr\u00fcckt, sinkt der Marktpreis f\u00fcr Bulk-Bl\u00fcten EU-GMP-Standard. Deutschland ist \u00fcber die gleichen Liefernetzwerke angeschlossen, sodass die Preisbewegungen in Gro\u00dfbritannien einen Fr\u00fchindikator f\u00fcr die deutsche Importentwicklung darstellen.<\/p>\n<p>Wo gibt es belastbare Zahlen zur kanadischen Cannabis-Marktdominanz?<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die j\u00fcngste Auswertung von Prohibition Partners liefert quartalsweise Daten zum britischen Markt. F\u00fcr Deutschland ver\u00f6ffentlicht das Bundesinstitut f\u00fcr Arzneimittel und Medizinprodukte BfArM eigene Importstatistiken. Erg\u00e4nzend dokumentieren die kanadischen Beh\u00f6rden die Exportvolumina ihrer Lizenznehmer. Die Kombination dieser Quellen erlaubt eine relativ pr\u00e4zise Einsch\u00e4tzung der internationalen Marktlage.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Quellen: Home Office UK (FOI-Daten 10.04.2026 zu Medizinalcannabis-Importen), Business of Cannabis (Berichterstattung 20. Mai 2026), Prohibition Partners (Analyse UK Medical Cannabis Market Update 2026), Global Cannabis Network Collective (Marktbericht Beau Whitney, 19. Mai 2026), eigene Recherchen Hanf-Magazin.<\/p>\n<p style=\"margin:0 0 5px;font-size:18px;font-weight:700;color:#1a4b22;\">Branchen-Update<\/p>\n<p style=\"margin:0 0 12px;font-size:13px;color:#666;\">News, Analysen und Reportagen \u2014 mehrmals im Monat direkt in dein Postfach.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"\u23f1 6 Min. 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