{"id":1048115,"date":"2026-05-26T19:31:18","date_gmt":"2026-05-26T19:31:18","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1048115\/"},"modified":"2026-05-26T19:31:18","modified_gmt":"2026-05-26T19:31:18","slug":"jeder-sollte-nach-phantasien-reisen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1048115\/","title":{"rendered":"\u201eJeder sollte nach \u201ePhant\u00e1sien\u201c reisen\u201c"},"content":{"rendered":"<p class=\"text_ohne_einzug richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">. Zu \u201ePhant\u00e1sien\u201c hin, so lautet der Sinn. In das Land der unbegrenzten M\u00f6glichkeiten, dorthin schickt Herr Koreander das M\u00e4dchen Baya, die von ihren Mitsch\u00fclern ge\u00e4rgert wird. Und so verkriecht sich die Hauptfigur in Michael Endes Kultroman \u201eDie unendliche Geschichte\u201c in das Reich der Tr\u00e4ume.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Zun\u00e4chst flieht Baya mit einem Buch hinter den schweren roten Vorhang auf der gro\u00dfen B\u00fchne im D\u00fcsseldorfer Schauspielhaus. F\u00fcr sie beginnt hier ihre abenteuerliche Reise. Voller Poesie und minimalistischer, aber wundersch\u00f6ner Bilder (B\u00fchne: Ansgar Pr\u00fcwer) \u2013 in Szene gesetzt von Roger Vontobel. Der Theatermacher, der, als Hausregisseur, vor zehn Jahren die Intendanz von Wilfried Schulz mit dem Mythos \u201eGilgamesch\u201c im Zelt auf der K\u00f6 er\u00f6ffnet hatte, kehrt zum Abschluss zur\u00fcck.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Und setzt mit der \u201eUnendlichen Geschichte\u201c einen letzten glanzvollen Punkt unter die \u00c4ra Schulz. Mit einem Klassiker, der nach seinem Erscheinen 1979 zig Millionen Mal verkauft, in mehr als 40 Sprachen \u00fcbersetzt wurde und weltweit begeistert. Und bis heute beinah als Pflichtlekt\u00fcre gilt, nicht nur f\u00fcr Kinder und Jugendliche, die so gerne in ihre Fantasy-Welt abheben.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">In einem Zwei-Teiler entfacht Vontobel tr\u00e4umerisch schwerelose Tableaus mit Baya (Caroline Cousin) und ihrem Begleiter Atreju (Moritz Klaus), zun\u00e4chst im Theater, dann schickt er sie und das Publikum, nach der Pause, an die frische Luft &#8211; auf den Gustaf-Gr\u00fcndgens-Platz. Auf die Betonb\u00fchne die Mimen, in die Opern-Air-Mini-Arena die Zuschauer, die am nach dreieinviertel Stunden noch in lauer Sommerluft verharren und die K\u00fcnstler herzlich feiern. Ebenso die r\u00f6hrende Live Band drau\u00dfen und das Duo innen (Matthias Herrmann, Tobias Sykroa). F\u00fcr die meisten K\u00fcnstler war es die letzte Premiere.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Karl Konrad Koreander (mit unverkennbar wiegender Stimme: Sebastian Tessenow) ist zun\u00e4chst B\u00fchneninspizient. Sein Regiebuch nimmt Baya vom Regiepult weg, liest im Buch, entdeckt T\u00fcrme von Kost\u00fcmen und alten Gegenst\u00e4nden und taucht in \u201ePhant\u00e1sien\u201c ein. Schnell erscheinen die drei Boten &#8211; das Irrlicht Blubb, die Rennschnecke \u00dcck\u00fcck und der Felsenbei\u00dfer Pj\u00f6rnrachzarck. In knallbunten Kost\u00fcmen erscheinen die Fabelwesen, die die j\u00fcngsten Zuschauer in lautstarke Begeisterung versetzen. Ganz still wird es indes, wenn die Gestalten pl\u00f6tzlich ins Nichts springen \u2013 in ein gro\u00dfes schwarzes Loch und die \u201akindliche Kaiserin\u2018 sich f\u00fcr immer verabschiedet.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Sp\u00e4ter \u201edrau\u00dfen\u201c, in der rohen Beton-Welt, \u00fcbernimmt Koreander die Rolle des Erz\u00e4hlers, die im ersten Teil die junge Baya Balthasar Bux spielt. Sie begleitet ihren Helden Atreju und sein Pferd Atrax (wiehernd, trappelnd und steppend: Jonas Friedrich Leonhardi) auf die Suche nach der kindlichen Kaiserin (Claudia H\u00fcbbecker).<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">H\u00e4ufig als Retter an des Helden Seite: der Gl\u00fccksdrache Fuchur (Alexander Wanat). Der Drache, dragon, kommt hier als aufgetakelte Drag-Queen in wei\u00dfem Glitzerfummel \u00fcber die Rampe. Atreju und Fuchur h\u00e4ngen an Seilen, gleiten wie Geister durch die L\u00fcfte \u2013 Wanat und Moritz Klaus demonstrieren, in einigen Szenen, an einem Trapezseil wahrlich artistische Begabung. Dem Regisseur gelingt damit eine spielerische Leichtigkeit, die die Zuschauer verzaubert und Teil werden l\u00e4sst von Bayas und Atrejus Flucht aus dem Alltag, hin in die Welt von \u201ePhant\u00e1sien\u201c.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Nach der Pause wird es laut mit Rock und Pop. Aufwendiger Video-Eineinsatz, schwarze Roboter-K\u00e4mpfer (wie aus einem Videospiel) und ein rollender, pechschwarzer Kleinbus als Symbol f\u00fcr gnadenlose Herrschaft \u00fcber die einstigen Fabeltiere. Hier zieht die Zauberin Xayide mit allen m\u00e4rchenhaften Gesten (Friederike Wagner) die Strippen.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Sie verwandelt Baya in eine K\u00e4mpferin und Amazone mit Schwert, die kurze Zeit ihren Allmachts-Fantasie erliegt und Atreju verr\u00e4t. Am Ende pl\u00f6tzlich alles bereut und ihren Helden will. Ein Happy End, wenn auch mit leichter Einschr\u00e4nkung, geh\u00f6rt zu Vontobels Mischung aus M\u00e4rchen, Hightech und Fantasy. In den letzten 20 Minuten zieht sich die Handlung \u2013 unendlich wird es, das St\u00fcck verliert an Spannung und Drive.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Doch, wie Erz\u00e4hler Tessenow\/Koreander zum Schluss r\u00e4t: Jeder sollte nach \u201ePhant\u00e1sien\u201c reisen. Genauso wichtig sei es, wieder zur\u00fcckzukommen. Klar, dass am Ende Bayas Papa mit der Vespa auf dem Gr\u00fcndgens-Platz anrollt und seine Tochter mit nach Hause nimmt. Und eine neue Geschichte, ein neuer Lebensabschnitt beginnt \u2013 auch f\u00fcr zahlreiche Darsteller und den Intendanten. Einen Gru\u00df von oben erhielten alle am Premierenabend \u2013 erstmals seit dem Jahr 2020, als Schulz und sein Team das Sommer-Open-Air wegen Corona-Bestimmungen einf\u00fchrten: Oh Wunder, es war sommerlich. Erstmals gab es keinen Nieselregen, keine pl\u00f6tzlich auftretende \u201eSchafsk\u00e4lte\u201c mit Zwang zum Wintermantel. <\/p>\n<p class=\"italic richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">\u201eDie Unendliche Geschichte\u201c. Im D\u00fcsseldorfer Schauspielhaus und auf dem Gustaf-Gr\u00fcndgens-Platz. Bis Juli. Tickets unter Telefon: 0211\/ 369911.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":". Zu \u201ePhant\u00e1sien\u201c hin, so lautet der Sinn. In das Land der unbegrenzten M\u00f6glichkeiten, dorthin schickt Herr Koreander&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":1048116,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[1831],"tags":[224278,224274,3364,29,3405,30,2989,224277,10892,1209,224275,5711,224276,31199],"class_list":["post-1048115","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-duesseldorf","tag-atreju","tag-baya","tag-de","tag-deutschland","tag-duesseldorf","tag-germany","tag-geschichte","tag-koreander","tag-michael-ende","tag-nordrhein-westfalen","tag-phantasien","tag-schauspielhaus","tag-unendlich","tag-wilfried-schulz"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/116642544855028081","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1048115","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1048115"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1048115\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1048116"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1048115"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1048115"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1048115"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}