{"id":1048201,"date":"2026-05-26T20:35:26","date_gmt":"2026-05-26T20:35:26","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1048201\/"},"modified":"2026-05-26T20:35:26","modified_gmt":"2026-05-26T20:35:26","slug":"handel-mit-schusswaffen-aus-der-tuerkei-bande-verurteilt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1048201\/","title":{"rendered":"Handel mit Schusswaffen aus der T\u00fcrkei: Bande verurteilt"},"content":{"rendered":"<p>        <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/glock-waffen-100.webp\" alt=\"Zwei schwarze Pistolen liegen auf einer Waschmaschine.\" title=\"Zwei schwarze Pistolen liegen auf einer Waschmaschine. | Bundespolizeidirektion Hannover\" class=\"responsive\"\/><\/p>\n<p>\n                Stand: 26.05.2026 20:34 Uhr<\/p>\n<p class=\"preface\">Einen Prozess um knapp 100 gef\u00e4lschte Glock-Schusswaffen hat es in dieser Gr\u00f6\u00dfenordnung am Landgericht Osnabr\u00fcck bislang nicht gegeben. F\u00fcnf M\u00e4nner wurden am Dienstag verurteilt, zwei von ihnen m\u00fcssen ins Gef\u00e4ngnis.<\/p>\n<p class=\"textauthor\">von Anita Westrup<\/p>\n<p class=\"\">Eine Kontrolle im emsl\u00e4ndischen Twist brachte den Stein ins Rollen: Im Mai vergangenen Jahres wurde einer der nun verurteilten Hauptt\u00e4ter von der Bundespolizei an der Grenze aufgegriffen. Er hatte gef\u00e4lschte Ausweispapiere bei sich. Auf seinem Handy entdeckten die Einsatzkr\u00e4fte zudem ein Video, in dem der t\u00fcrkischst\u00e4mmige Mann mit einer gef\u00e4lschten Schusswaffe hantierte. Das berichtete Helgo Martens von der Bundespolizei. Daraufhin geriet der damals 35-J\u00e4hrige ins Visier der Ermittler. Die Spur f\u00fchrte nach Wuppertal. Dort dienten ein Caf\u00e9 und eine Wohnung offenbar als Dreh- und Angelpunkt der illegalen Waffengesch\u00e4fte. Insgesamt waren f\u00fcnf M\u00e4nner mit t\u00fcrkischen Wurzeln im Alter von 25 bis 43 Jahren daran beteiligt.<\/p>\n<p>    Illegale Schusswaffen europaweit verkauft<\/p>\n<p class=\"\">Der Ursprung der illegalen Waffengesch\u00e4fte liegt nach \u00dcberzeugung des Gerichts in der T\u00fcrkei. Dort lie\u00df ein Hintermann demnach Schusswaffen produzieren. Zwar handelte es sich um F\u00e4lschungen halbautomatischer Pistolen des \u00f6sterreichischen Waffenherstellers Glock, sie waren jedoch voll funktionsf\u00e4hig. Per Lastwagen gelangten die Waffen nach Europa zu der kriminellen Gruppe rund um Wuppertal. Die Bande habe wie eine &#8222;Filiale&#8220; agiert, erkl\u00e4rte Staatsanwalt Lennart Dornieden. Sie bestellte 100 dieser Waffen und organisierte die Logistik sowie die Auslieferung. Laut Gericht wurden 94 Waffen tats\u00e4chlich verkauft &#8211; europaweit, insbesondere in Frankreich, den Niederlanden und Deutschland.<\/p>\n<p>    Bande kassierte rund 1.400 Euro pro Schusswaffe<\/p>\n<p class=\"\">F\u00fcr den Verkauf wurden unter anderem Dokumente gef\u00e4lscht und Fahrzeuge angemietet. Pro Waffe soll die Gruppe etwa 1.400 Euro eingenommen haben. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft ergibt sich daraus ein gesch\u00e4tzter Gesamtumsatz von rund 132.000 Euro. Das illegale Waffengesch\u00e4ft sollte zudem fortgesetzt werden: Weitere 70 Waffen waren bereits bestellt. &#8222;Ausma\u00df und Dauer des Waffengesch\u00e4fts sind auch f\u00fcr mich pers\u00f6nlich schockierend&#8220;, sagte Staatsanwalt Dornieden in seiner Anmerkung vor seinem Pl\u00e4doyer. Verhandelt werde nicht \u00fcber &#8222;Dekowaffen&#8220;, sondern \u00fcber t\u00f6dliche Schusswaffen, die f\u00fcr &#8222;horrende Summen an Schwerkriminelle verteilt&#8220; worden seien. Wer mit Waffen handele, handele auch mit Leben. Das sei &#8222;mindestens moralisch verabscheuungsw\u00fcrdig&#8220;, so Dornieden.<\/p>\n<p>    Richter \u00fcber Angeklagte: &#8222;Hohe kriminelle Energie&#8220;<\/p>\n<p class=\"\">Die Angeklagten zeigten sich im Laufe des Prozesses teilweise gest\u00e4ndig. Zugleich wiesen sie nach Darstellung der Staatsanwaltschaft immer wieder Verantwortung von sich und spielten ihre jeweilige Rolle herunter. Im Verfahren war von &#8222;Helfershelfern&#8220; und &#8222;Auslieferern&#8220; die Rede. Der Vorsitzende Richter Matthias Kemme sprach in seiner Urteilsbegr\u00fcndung von einer &#8222;hohen kriminellen Energie&#8220;.<\/p>\n<p>    Drei Angeklagte kommen mit Bew\u00e4hrungsstrafen davon<\/p>\n<p class=\"\">Wegen Verst\u00f6\u00dfen gegen das Waffengesetz in jeweils zwei F\u00e4llen verurteilte das Gericht zwei der f\u00fcnf Angeklagten zu Freiheitsstrafen von jeweils vier Jahren und drei Monaten. Zwei weitere Angeklagte wurden wegen Beihilfe verurteilt. Sie erhielten Bew\u00e4hrungsstrafen von jeweils einem Jahr und sechs Monaten. Ein weiterer Angeklagter, der in einer Wohnung mit gelagerten Waffen \u00fcbernachtete, wurde wegen Mitbesitzes illegaler Waffen zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und drei Monaten auf Bew\u00e4hrung verurteilt. Drei der teilweise vorbestraften M\u00e4nner befinden sich seit vergangenem Jahr in Untersuchungshaft. Im Juli entdeckten Einsatzkr\u00e4fte bei Durchsuchungen in Wuppertal sechs gef\u00e4lschte Glock-Schusswaffen, Macheten, Eisenstangen und &#8222;jede Menge Munition&#8220;, so Helgo Martens, der damalige Einsatzleiter der Bundespolizei.<\/p>\n<p>    Schusswaffendelikte mit Glock-Waffen nehmen zu &#8211; Beispiel Berlin<\/p>\n<p class=\"\">&#8222;Es ist eines der ersten Verfahren, in dem die transnationale Einfuhr von gef\u00e4lschten Glocks bestraft wird&#8220;, erkl\u00e4rt Martens. Durch die Ermittlungen sei es gelungen, das internationale Netzwerk zu st\u00f6ren und zu treffen, so der Experte weiter. Staatsanwalt Lennart Dornieden verwies in seinen Ausf\u00fchrungen zum Pl\u00e4doyer auf die zunehmende Verbreitung des illegalen Waffenhandels, insbesondere mit Glock-Pistolen im Raum Berlin. Dort sei die Zahl der Schusswaffendelikte deutlich gestiegen. Nach Angaben Dorniedens wurden im Jahr 2024 mehr als 660 F\u00e4lle registriert, 2025 seien es bereits 1.119 gewesen. &#8222;Wir haben in Deutschland offensichtlich ein neues gro\u00dfes Problem&#8220;, sagte Dornieden.<\/p>\n<p class=\"\">Das Urteil ist noch nicht rechtskr\u00e4ftig. Die Verurteilten k\u00f6nnen noch Rechtsmittel dagegen einlegen.<\/p>\n<p>        <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/polizei6412.webp\" alt=\"Ein Polizist sichert Hand eines Mannes mit Handschellen.\" title=\"Anwohner wurden auf den mutma\u00dflichen T\u00e4ter aufmerksam. Er konnte geschnappt werden. | NDR, Pavel Stoyan\" class=\"responsive\" loading=\"lazy\"\/><\/p>\n<p>Die Polizei fand in den Wohnungen der zwei Verd\u00e4chtigen neben Waffen auch Munition und Drogen. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Stand: 26.05.2026 20:34 Uhr Einen Prozess um knapp 100 gef\u00e4lschte Glock-Schusswaffen hat es in dieser Gr\u00f6\u00dfenordnung am Landgericht&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":1048202,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[1840],"tags":[590,3364,29,30,85472,14,15,1411,1209,741,1269,143,4743,10178,4418],"class_list":["post-1048201","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-wuppertal","tag-aktuell","tag-de","tag-deutschland","tag-germany","tag-landgericht-osnabrueck","tag-nachrichten","tag-news","tag-niedersachsen","tag-nordrhein-westfalen","tag-osnabrueck","tag-prozess","tag-tuerkei","tag-waffen","tag-waffenhandel","tag-wuppertal"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/116642797779137847","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1048201","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1048201"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1048201\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1048202"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1048201"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1048201"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1048201"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}