{"id":1048273,"date":"2026-05-26T21:20:16","date_gmt":"2026-05-26T21:20:16","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1048273\/"},"modified":"2026-05-26T21:20:16","modified_gmt":"2026-05-26T21:20:16","slug":"olaf-scholz-in-hamburg-hat-er-damit-jetzt-merz-gemeint","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1048273\/","title":{"rendered":"Olaf Scholz in Hamburg: Hat er damit jetzt Merz gemeint?"},"content":{"rendered":"<p class=\"is-first-paragraph\" data-external=\"Article.FirstParagraph\">Der fr\u00fchere Bundeskanzler Olaf Scholz hat bei einem Auftritt in Hamburg beschrieben, wie Deutschland aus seiner Sicht mit den aktuellen Krisen umgehen sollte \u2013 von einer unberechenbaren US-Politik bis zum inneren Druck auf die Demokratie. Ohne den amtierenden Kanzler Friedrich Merz (CDU) direkt zu erw\u00e4hnen, lieferten Scholz\u2019 Hinweise eine Art Handlungsanleitung f\u00fcr die neue Regierung: fest im B\u00fcndnis bleiben, aber Abh\u00e4ngigkeiten reduzieren; klare Grenzen gegen\u00fcber politischen R\u00e4ndern ziehen; und den Menschen wieder mehr Zuversicht vermitteln. Dass ihm einiges davon in seiner Regierungszeit eher weniger gegl\u00fcckt war, war jedenfalls kein offensiver Part seiner Ausf\u00fchrungen.<\/p>\n<p>Scholz trat am Dienstagabend im Haus der Patriotischen Gesellschaft auf, die daf\u00fcr bekannt ist, tiefgr\u00fcndig die Wirrnisse des modernen Lebens zu erkunden. Die Diskussion war Teil der Europa-Woche und wurde in Kooperation mit der Europa-Union Hamburg organisiert. Auf dem Podium sprach Scholz mit der  Politikwissenschaftlerin Julia Reuschenbach, zum Beispiel \u00fcber den Kurs<a class=\"is-link c-block-items__link is-external c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.patriotische-gesellschaft.de\/veranstaltungen\/demokratien-unter-druck-olaf-scholz-im-gespraech-ueber-sicherheit-handel-und-das\" rel=\"nofollow noopener\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.patriotische-gesellschaft.de\/veranstaltungen\/demokratien-unter-druck-olaf-scholz-im-gespraech-ueber-sicherheit-handel-und-das&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" target=\"_blank\"> <\/a>gegen\u00fcber Washington. Auf die Frage, wie er heute mit einer Donald Trump-Administration umgehen w\u00fcrde, setzte Scholz auf Pragmatismus und Durchhaltef\u00e4higkeit. Sein Satz \u201eGetanzt wird mit denen, die im Saal sind\u201c zielte darauf, dass Deutschland Partner nicht ausw\u00e4hlen k\u00f6nne \u2013 sondern mit der gegebenen Lage zurechtkommen m\u00fcsse. Zugleich empfahl er, an der N\u00e4he zu den USA festzuhalten, w\u00e4hrend Europa parallel st\u00e4rker in die eigene Handlungsf\u00e4higkeit investieren solle \u2013 etwa bei Verteidigung und strategischer Souver\u00e4nit\u00e4t.<\/p>\n<p>Wer es wollte, konnte darin einen Hinweis an die aktuelle Bundesregierung sehen. Zwar schw\u00f6rt jeder abgew\u00e4hlte Kanzler \u2013 oder auch eine nicht erneut angetretene Kanzlerin, \u2013 von Bewertungen der Nachfolger abzusehen; aber da Merz selbst mit seiner k\u00fcrzlich get\u00e4tigten Aussage, kein Kanzler habe es vor ihm habe \u201eso etwas ertragen m\u00fcssen\u201c in das Feld der Zeitachsen-Vergleiche gewechselt war, gab es zumindest jetzt so etwas wie eine offene T\u00fcr f\u00fcr eigene Kommentare. Und so stellte sich an dem Abend wiederholt die Frage: \u201eHat er damit jetzt Merz gemeint?\u201c Also: Der transatlantische Draht bleibt wichtig, aber politische Planbarkeit d\u00fcrfe nicht vorausgesetzt werden. In einer Welt multipler Konflikte sei, so Scholz, \u201eabsoluter Realismus\u201c geboten \u2013 als Leitlinie f\u00fcr Entscheidungen, die nicht auf Wunschbildern, sondern auf Machtverh\u00e4ltnissen und Risiken aufbauen.<\/p>\n<p>Rohstoffe, Lieferketten, Abh\u00e4ngigkeiten: Nicht nur nach dem billigsten Preis <\/p>\n<p>Scholz ging \u00fcber die Tagespolitik hinaus und pl\u00e4dierte daf\u00fcr, Europas Verwundbarkeit bei Rohstoffen und Importen zu verringern. Der Einkauf kritischer G\u00fcter d\u00fcrfe nicht ausschlie\u00dflich nach dem billigsten Angebot organisiert werden. Damit stellte er die Frage nach politischen Kriterien in Lieferketten in den Vordergrund \u2013 und nach der Verantwortung des Staates bei strategischen Entscheidungen, die bislang oft allein Unternehmen \u00fcberlassen werden.<\/p>\n<p>Deutlich wurde Scholz auch in der Innenpolitik. Er warnte vor einer Normalisierung der AfD und argumentierte, man k\u00f6nne sich nicht darauf verlassen, dass eine Partei, die einmal an die Macht gelange, diese sp\u00e4ter \u201eohne Weiteres \u201ewieder abgebe. Seine Erwartung an die Union formulierte er \u00fcber einen Vergleich: So wie die SPD trotz rechnerischer Mehrheiten nicht mit der Linken paktiert habe, d\u00fcrfe auch die CDU keine Zusammenarbeit oder Duldungskonstruktionen mit der AfD anstreben. <\/p>\n<p>Die Veranstalter hatten den Abend als R\u00fcckblick und Debatte \u00fcber Europas Handlungsf\u00e4higkeit in Krisenzeiten angek\u00fcndigt: Pandemie, Spannungen in der EU und der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine h\u00e4tten politische Gewissheiten ersch\u00fcttert; die Herausforderungen blieben gro\u00df. Scholz nahm diesen Rahmen dankbar auf \u2013 und setzte Akzente, die sich zumindest als Orientierung f\u00fcr die Berliner Politik in einer neuen Lage lesen lassen. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Der fr\u00fchere Bundeskanzler Olaf Scholz hat bei einem Auftritt in Hamburg beschrieben, wie Deutschland aus seiner Sicht mit&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":1048274,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[1826],"tags":[1157,185,31,29,183,30,692,182,1294,49,45],"class_list":["post-1048273","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-hamburg","tag-aussenpolitik","tag-bundestagswahl-2025","tag-cdu","tag-deutschland","tag-friedrich-cdu","tag-germany","tag-hamburg","tag-merz","tag-olaf","tag-scholz","tag-texttospeech"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/116642973518092026","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1048273","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1048273"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1048273\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1048274"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1048273"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1048273"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1048273"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}