{"id":1048587,"date":"2026-05-27T00:25:20","date_gmt":"2026-05-27T00:25:20","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1048587\/"},"modified":"2026-05-27T00:25:20","modified_gmt":"2026-05-27T00:25:20","slug":"25-000-dollar-fuer-ein-paar-minuten-neuer-starlink-tarif-fuer-us-kamikazedrohnen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1048587\/","title":{"rendered":"25.000 Dollar f\u00fcr ein paar Minuten: Neuer Starlink-Tarif f\u00fcr US-Kamikazedrohnen"},"content":{"rendered":"<ol class=\"a-toc__list\">\n<li class=\"a-toc__item&#10;          &#10;            a-toc__item--counter&#10;          &#10;            a-toc__item--current\">\n<p>              25.000 Dollar f\u00fcr ein paar Minuten: Neuer Starlink-Tarif f\u00fcr US-Kamikazedrohnen<\/p>\n<\/li>\n<\/ol>\n<p>Kamikazedrohnen des US-Milit\u00e4rs fliegen f\u00fcr ein paar Minuten oder h\u00f6chstens Stunden, bevor sie mit einer t\u00f6dlichen Explosion in ihr Ziel auf dem Boden krachen. F\u00fcr die zur Steuerung notwendige Starlink-Anbindung hat das US-Milit\u00e4r bislang 5.000 US-Dollar bezahlt, pro Flugdrohne. W\u00e4hrend des Angriffs auf den Iran konnte Starlink-Betreiber SpaceX (Space Exploration Technologies) seine Marktmacht ausspielen und den Preis auf fast 25.000 US-Dollar verf\u00fcnffachen.<\/p>\n<p>        Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p>Dies berichtet Reuters unter Berufung auf Dokumente des US-Verteidigungsministeriums und zwei namentlich nicht genannte Eingeweihte. Der Preis von knapp 25.000 Dollar ist demnach der monatliche Tarif f\u00fcr Starlink-Terminals in Flugzeugen. SpaceX setzt ihn jetzt auch f\u00fcr Kamikazedrohnen durch, die nur kurze Zeit im Einsatz sind, bevor sie, samt Starlink-Terminal, explodieren. Das Unternehmen vertrete den Standpunkt, dass die Milit\u00e4rs den Monatstarif von 5.000 US-Dollar f\u00fcr Land- oder Wasserdrohnen missbr\u00e4uchlich f\u00fcr ihre kurzlebigen Flugdrohnen genutzt h\u00e4tten. Mangels Alternative m\u00fcssen die USA den h\u00f6heren Preis bezahlen. Nicht zuletzt hilft das <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/news\/SpaceX-beantragt-Boersengang-unter-Verschluss-11243974.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">SpaceX beim geplanten B\u00f6rsengang<\/a>.<\/p>\n<p>Iranische Drohnen des US-Milit\u00e4rs<\/p>\n<p>Es geht um das Low-cost Uncrewed (Unmanned) Combat Attack System FLM-136 (LUCAS). Die Starrfl\u00fcglerdrohne wurde von Spektreworks f\u00fcr das US-Milit\u00e4r entwickelt und erstmals Anfang des Jahres gegen den Iran eingesetzt. Ironischerweise ist LUCAS eine leicht verkleinerte Variante des vom Iran entwickelten Modells HESA Shahed 136. Spektreworks hat Shahed reverse engineered.<\/p>\n<p>Low Cost bedeutet laut Reuters 30.000 US-Dollar pro St\u00fcck, wohl inklusive der urspr\u00fcnglichen Zahlung von 5.000 US-Dollar f\u00fcr die Starlink-Anbindung. Seit dem erzwungenen Tarifwechsel muss das US-Milit\u00e4r also rund 50.000 US-Dollar pro St\u00fcck budgetieren.<\/p>\n<p>Musk verweist auf Starshield<\/p>\n<p>Elon Musk sei bereits am 1. M\u00e4rz, einen Tag nach dem Beginn des Angriffs der USA und Israels auf den Iran, auf die Sache aufmerksam geworden. Der SpaceX-Chef antworte auf ein Online-Posting, das eine LUCAS-Flugdrohne mit eingebautem Starlink-Terminal zeigte: \u201eEs ist eine Verletzung der Starlink-AGB, das Terminal f\u00fcr Waffensysteme einzusetzen. Das betrifft alle Nutzer und wird bei Erkennung deaktiviert.\u201d<\/p>\n<p>        Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p>Tats\u00e4chlich ist das <a href=\"https:\/\/starlink.com\/legal\/documents\/DOC-1020-91087-64?\" rel=\"external noopener nofollow\" target=\"_blank\">Starlinks AGB<\/a> (Allgemeine Gesch\u00e4ftsbedingungen) so nicht zu entnehmen. Sie weisen lediglich darauf hin, dass Starlink nicht f\u00fcr den Einsatz mit Waffen konzipiert sei. Werden Starlink-Terminals modifiziert, beh\u00e4lt SpaceX sich vor, \u201enach freiem Ermessen\u201d technische Unterst\u00fctzung zu verweigern und den Vertrag zu k\u00fcndigen. Da LUCAS-Drohnen nur sehr kurz eingesetzt werden, ficht eine etwaige Vertragsk\u00fcndigung Krieger nicht an.<\/p>\n<p>Musk verwies damals auch auf das <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/news\/Starshield-SpaceX-soll-milliardenschweres-Spionagenetz-aufbauen-9657265.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">f\u00fcr das US-Milit\u00e4r entwickelte Angebot Starshield<\/a>. Dessen Satelliten bieten zus\u00e4tzliche Funktionen, insbesondere zur l\u00fcckenlosen Dauer\u00fcberwachung unseres gesamten Planeten. Die Funkverbindungen d\u00fcrften besser verschl\u00fcsselt aber leichter zu st\u00f6ren sein, weil das Signal breiter ist. Daher setzen Milit\u00e4rs im Kampfeinsatz regelm\u00e4\u00dfig auf das herk\u00f6mmliche Starlink.<\/p>\n<p>    Update<\/p>\n<p>    26.05.2026,<\/p>\n<p>  23:49<\/p>\n<p>      Uhr<\/p>\n<p>In aktuellen Reaktionen stellen sowohl Musk als auch das US-Verteidigungsministerium den Reuters-Bericht in Abrede. Der Mann wiederholt jedoch seine durch den AGB-Text widerlegte Behauptung, dass die Nutzung Starlinks f\u00fcr milit\u00e4rische Zweck eine \u201eunmittelbare Verletzung der AGB\u201c darstelle. Diesem Vorwurf widerspricht das Ministerium.<\/p>\n<p>Enorme Geldforderungen f\u00fcr Handy-Dienst<\/p>\n<p>Mit dem Angriff der USA und Israels auf den Iran am 28. Februar hat das <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/news\/Netzsperre-und-Cyberangriffe-im-Iran-11194007.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">iranische Regime das Internet im Land abschalten<\/a> lassen. Zwar wurden Starlink-Terminals ins Land geschmuggelt; deren Einsatz ist allerdings verboten und lebensgef\u00e4hrlich. In St\u00e4dten betreibt das iranische Regime Berichten zufolge St\u00f6rsender gegen die Starlink-Verbindungen. Erst am Montag wurden <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/news\/Iraner-sollen-wieder-das-Internet-nutzen-duerfen-11305756.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Internetzug\u00e4nge im Iran reaktiviert<\/a>, jedoch mit verst\u00e4rkter Zensur. Beispielsweise wird Whatsapp blockiert.<\/p>\n<p>Die digitale Totalzensur schnitt nicht nur Iraner von unabh\u00e4ngigen Nachrichten ab, sie verhinderte auch, dass sie Informationen \u00fcber die Zust\u00e4nde im Land \u00fcbermitteln. Solche Informationen w\u00e4ren f\u00fcr angreifende Milit\u00e4rs wertvoll.<\/p>\n<p>Die US-Regierung, aber auch Vertreter der Zivilgesellschaft, <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/news\/Iran-Internetsperre-Zivilgesellschaft-fordert-Satellitenfunk-direkt-aufs-Handy-11152861.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">wollten, dass SpaceX seine Starlink-Satelliten f\u00fcr direkte Funkverbindungen zu Mobiltelefonen im Iran \u00f6ffne<\/a>. SpaceX war <a href=\"https:\/\/www.reuters.com\/business\/aerospace-defense\/pentagon-spars-with-spacex-over-starlink-price-hike-during-iran-war-2026-05-26\/\" rel=\"external noopener nofollow\" target=\"_blank\">laut Reuters<\/a> bereit dazu, verlangte aber eine halbe Milliarde US-Dollar f\u00fcr die Inbetriebnahme der neuen Funktion und dann monatlich 100 Millionen US-Dollar. Diese Monopolrendite habe dann sogar das Pentagon verschreckt.<\/p>\n<p>(<a class=\"redakteurskuerzel__link\" href=\"https:\/\/www.heise.de\/news\/mailto:ds@ct.de\" title=\"Daniel AJ Sokolov\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">ds<\/a>)<\/p>\n<p>\n      Dieser Link ist leider nicht mehr g\u00fcltig.\n    <\/p>\n<p>Links zu verschenkten Artikeln werden ung\u00fcltig,<br \/>\n      wenn diese \u00e4lter als 7\u00a0Tage sind oder zu oft aufgerufen wurden.\n    <\/p>\n<p><strong>Sie ben\u00f6tigen ein heise+ Paket, um diesen Artikel zu lesen. 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