{"id":1048705,"date":"2026-05-27T01:31:21","date_gmt":"2026-05-27T01:31:21","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1048705\/"},"modified":"2026-05-27T01:31:21","modified_gmt":"2026-05-27T01:31:21","slug":"anne-lenk-entstaubt-gerne-theater-klassiker","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1048705\/","title":{"rendered":"Anne Lenk &#8222;entstaubt&#8220; gerne Theater-Klassiker"},"content":{"rendered":"<p>        <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/annelenk-100.webp\" alt=\"Die Theaterregisseurin Anne Lenk im Portrait\" title=\"Die Theaterregisseurin Anne Lenk im Portrait | Kerstin Schomburg\" class=\"responsive\"\/><\/p>\n<p>AUDIO: Anne Lenk und ihre Stoffe f\u00fcr die B\u00fchne (54 Min)<\/p>\n<p>\n                Stand: 26.05.2026 11:21 Uhr<\/p>\n<p class=\"preface\">Anne Lenk entstaubt Klassiker und wagt jetzt Gegenwartstheater. Im Interview spricht die Regisseurin \u00fcber Sprache, Humor und den Moment, wenn Texte auf der B\u00fchne lebendig werden.<\/p>\n<p class=\"textauthor\">von <a href=\"https:\/\/www.ndr.de\/kultur\/katja-weise,weise130.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Katja Weise<\/a><\/p>\n<p class=\"\">Anne Lenk kennt Hamburg, hat viele Male schon am Thalia Theater inszeniert, auch schon, als Joachim Lux dort noch Intendant war, zuletzt Lessings &#8222;<a href=\"https:\/\/www.ndr.de\/kultur\/buehne\/theaterberichte\/Emilia-Galotti-am-Thalia,emiliagalotti100.html\" title=\"&quot;Emilia Galotti&quot; am Thalia Theater - eine k\u00fchle Machtanalyse\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Emilia Galotti<\/a>&#8222;. Seit der Spielzeit 2025\/26 ist sie nun leitende Regisseurin am Thalia Theater. Die erste Saison von Sonja Anders hat sie ganz klassisch mit Shakespeares &#8222;Was ihr wollt&#8220; er\u00f6ffnet. Klassiker &#8222;entstauben&#8220; geh\u00f6rt zu den Spezialit\u00e4ten von Anne Lenk.<\/p>\n<p class=\"\">Jetzt steckt sie gerade mitten in den Proben f\u00fcr ein zeitgen\u00f6ssisches St\u00fcck: &#8222;The Boys Are Kissing&#8220; von Zak Zarafshan. Anfang Juni ist Premiere und deutsche Erstauff\u00fchrung. Das St\u00fcck ist eine scharfsinnige, bissige Kom\u00f6die und wurde bereits mit gro\u00dfem Erfolg in London gefeiert. \u00dcber die gro\u00dfen Klassiker der B\u00fchne, \u00fcber Sprache und Gattungen spricht Anne Lenk in <a href=\"https:\/\/www.ndr.de\/kultur\/sendungen\/ndr_kultur_a_la_carte\" title=\"NDR Kultur \u00e0 la carte\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">NDR Kultur \u00e0 la carte<\/a> mit Katja Weise.<\/p>\n<p class=\"\"><strong>Zuletzt haben Sie vor allem Klassiker inszeniert. Ist es schwieriger f\u00fcr Sie, sich mit einem aktuellen Stoff zu befassen?<\/strong><\/p>\n<p class=\"\"><strong>Anne Lenk: <\/strong>Ja. Ich h\u00e4tte das nicht erwartet, aber ich bin \u00fcberrascht, wie aufwendig das inhaltlich ist. Vielleicht ist das ein Komplex, den wir K\u00fcnstlerinnen und K\u00fcnstler haben, dass man dann immer denkt, man m\u00fcsse es anf\u00fcttern und sich gedanklich ganz viel bereichern und unterf\u00fcttern.<\/p>\n<p class=\"\">Ich habe mich viel mit Sprache besch\u00e4ftigt, zum Beispiel mit Kleist und Schiller, da habe ich, glaube ich, viel gelernt, was Rhythmus betrifft. Das suche ich wahrscheinlich jetzt und arbeite so lange, bis Inhalt und Rhythmus etwas miteinander zu tun haben, so lange bis es B\u00f6gen und Strukturen gibt. Das ist auch in einer Kom\u00f6die sinnvoll.<\/p>\n<p>        <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/wasihrwollt-100.webp\" alt=\"Frau legt ihren Kopf auf einen riesigen Pfirsich\" title=\"Frau legt ihren Kopf auf einen riesigen Pfirsich | Katrin Ribbe\/Thalia Theater\" class=\"responsive\" loading=\"lazy\"\/><\/p>\n<p>Die Inszenierung ist gut und zeitgem\u00e4\u00df. Dennoch, der gut zweieinhalbst\u00fcndige Abend findet schwer zu einem Rhythmus.<\/p>\n<p class=\"\"><strong>In dem St\u00fcck &#8222;The Boys Are Kissing&#8220;, das Sie gerade am Thalia Theater proben, geht es um eine ganz bestimmte Szene, die f\u00fcr wahnsinnig viel Aufsehen sorgt. Es sind zwei neunj\u00e4hrige Jungen, die sich auf dem Schulhof k\u00fcssen. Es geht um Vorurteile und Erwartungen. Es ist lange her, dass Sie einen aktuellen Stoff inszeniert haben. Was hat Sie zu diesem St\u00fcck bewegt?<\/strong><\/p>\n<p class=\"\"><strong>Lenk:<\/strong> Meistens spielt in St\u00fcckentscheidungen ganz vieles mit rein. In dem Fall hat das damit zu tun, dass ich das Gef\u00fchl habe, dass es f\u00fcr unser Publikum sch\u00f6n ist, wenn Themen vorkommen, die uns besch\u00e4ftigen und die wichtig sind. Man sollte ihnen mit Humor begegnen. Ich habe Lust auf direkte Sprache gehabt. Manchmal wollen die Theater auch unbedingt Klassiker, da gibt es einen Markt. Insofern ist es total sch\u00f6n. Es ist wie eine Kur.<\/p>\n<p class=\"\"><strong>Was passiert bei Ihnen, wenn Texte anfangen, K\u00f6rper zu bekommen?<\/strong><\/p>\n<p class=\"\"><strong>Lenk: <\/strong>Ich habe schon viel dar\u00fcber nachgedacht. Ich kenne das vom Lesen und vom Auf-die-B\u00fchne-Gehen. Mittlerweile lese ich Stoffe anders, weil ich wei\u00df, die werden sp\u00e4ter im Raum stattfinden: Sprache im Raum. Das ist das, was mich an diesem Gesamtkunstwerk interessiert, das ist wie Architektur. Ein B\u00fchnenbild ist auch immer ein Rahmen f\u00fcr eine Zeitlichkeit.<\/p>\n<p class=\"\">Am extremsten ging es mir so bei Jelinek. Da habe ich am Thalia Theater vor einigen Jahren die &#8222;Winterreise&#8220; gemacht. Ich finde, die Theaterst\u00fccke von Elfriede Jelinek zu lesen, ist sehr schwer. Man muss irgendwann laut lesen. Es ist trotzdem eine Qual. Man findet es klug und toll und trotzdem ist es anstrengend. Wenn so ein Text pl\u00f6tzlich im Raum stattfindet, fand ich es wahnsinnig faszinierend, dass man merkt: Daf\u00fcr ist der Text gemacht.<\/p>\n<p class=\"\">Der muss klingen. Dann wird dieses Netz, das sie aus Sprache spinnt, erst plastisch greifbar. Das zu proben war wahnsinnig aufregend. Ich wei\u00df, dass ich da fast schlaflos durch die Wochen gegangen bin und dachte, was erlebe ich hier gerade?<\/p>\n<p class=\"\">Wenn zwei Leute miteinander sprechen, ist es etwas anderes, als wenn das nur niedergeschrieben ist. Das w\u00fcrde ich immer mit reindenken. Trotzdem gibt es die \u00dcberraschung, wenn man probt. Man kann sich nicht alles vorstellen. Es gibt oft einen Aha-Moment und dann wei\u00df man pl\u00f6tzlich, worum es geht.<\/p>\n<p class=\"\">Das Gespr\u00e4ch f\u00fchrte <a href=\"https:\/\/www.ndr.de\/kultur\/katja-weise,weise130.html\" title=\"Katja Weise\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Katja Weise<\/a>. <\/p>\n<p>        <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/nobody-102.webp\" alt=\"Drei junge Frauen, davon zwei Schwarze, sitzen auf einer Theaterb\u00fchne an einem Tisch. Toini Ruhnke Jedidah-Isabel Annor\" title=\"Die Schauspielerinnen Toini Ruhnke, Gloria Odosi und Jedidah-Isabel Annor im St\u00fcck &quot;No Body&quot; | Isabel Machado Rios\/Thalia Theater\" class=\"responsive\" loading=\"lazy\"\/><\/p>\n<p>Mit Popkultur und Comic-Referenzen zeigt Mable Preach ein sinnlich komponiertes St\u00fcck \u00fcber Alltagsrassismus in Hamburg in der Gau\u00dfstra\u00dfe.<\/p>\n<p>        <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/heimsuchungfoto-104.webp\" alt=\"Susanne Wolff, Jenny Erpenbeck, Volker Schloendorff, Martina Gedeck and Ulrich Matthes in Cannes beim Photocall\" title=\"Susanne Wolff, Jenny Erpenbeck, Volker Schloendorff, Martina Gedeck and Ulrich Matthes in Cannes beim Photocall | picture alliance \/ dpa\" class=\"responsive\" loading=\"lazy\"\/><\/p>\n<p>60 Jahre nach seinem Deb\u00fct in Cannes liefert der Regisseur mit der Verfilmung von Jenny Erpenbecks &#8222;Heimsuchung&#8220; eine Sternstunde des deutschen Kinos.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"AUDIO: Anne Lenk und ihre Stoffe f\u00fcr die B\u00fchne (54 Min) Stand: 26.05.2026 11:21 Uhr Anne Lenk entstaubt&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":1048706,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[1826],"tags":[224391,96,29,30,692,100197,75600,6903,71046,16120,94],"class_list":["post-1048705","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-hamburg","tag-anne-lenk","tag-buehne","tag-deutschland","tag-germany","tag-hamburg","tag-ndr-kultur","tag-regisseurin","tag-schauspiel","tag-sonja-anders","tag-thalia-theater","tag-theater"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/116643961799430335","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1048705","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1048705"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1048705\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1048706"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1048705"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1048705"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1048705"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}