{"id":1049800,"date":"2026-05-27T12:07:23","date_gmt":"2026-05-27T12:07:23","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1049800\/"},"modified":"2026-05-27T12:07:23","modified_gmt":"2026-05-27T12:07:23","slug":"schweiz-das-erbe-benedikts-als-kompass-fuer-das-moderne-europa","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1049800\/","title":{"rendered":"Schweiz: Das Erbe Benedikts als Kompass f\u00fcr das moderne Europa"},"content":{"rendered":"<p>F\u00fcr Kardinal Kurt Koch, den Protektor der beiden Ratzinger-Sch\u00fclerkreise, j\u00e4hrt sich 2026 seine Weihe zum Bischof durch den heiligen Papst Johannes Paul II. zum 30. Mal. Aus diesem Anlass versammelten sich die Mitglieder des Neuen Sch\u00fclerkreises Joseph Ratzinger\/Papst Benedikt XVI. e.V. im Benediktinerkloster Einsiedeln in der sShweiz. Bei den Vortr\u00e4gen ging es um das Erbe von Joseph Ratzinger\/Papst Benedikt XVI.<\/p>\n<p>     <a href=\"https:\/\/www.vaticannews.va\/de\/vatikan\/news\/2025-09\/ratzinger-schuelerkreis-menschenwuerde-und-ki.html\" title=\"Ratzinger-Sch\u00fclerkreis: Menschenw\u00fcrde, Liturgie und KI\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><\/p>\n<p>        <img decoding=\"async\" src=\"data:image\/gif;base64,R0lGODlhAQABAIAAAAAAAP\/\/\/yH5BAEAAAAALAAAAAABAAEAAAIBRAA7\" data-original=\"https:\/\/www.vaticannews.va\/content\/dam\/vaticannews\/multimedia\/2025\/settembre\/29\/Rev-prof-Christoph-Ohly.jpg\/_jcr_content\/renditions\/cq5dam.thumbnail.cropped.500.281.jpeg\" alt=\"Ratzinger-Sch\u00fclerkreis: Menschenw\u00fcrde, Liturgie und KI\"\/><\/p>\n<p>      <\/a><\/p>\n<p>\n      Der Neue Sch\u00fclerkreis Joseph Ratzinger\/Papst Benedikt XVI. e.V., benannt nach dem verstorbenen Papst Benedikt XVI.\/Joseph Ratzinger, hat dieses Wochenende in Rom einen Studientag &#8230;\n     <\/p>\n<p><b>Mario Galgano &#8211; Vatikanstadt<\/b><\/p>\n<p>1995 wurde Koch vom Basler Domkapitel als Nachfolger von Hansj\u00f6rg Vogel zum Bischof von Basel gew\u00e4hlt. Die Bischofsweihe spendete ihm am 6. Januar 1996 Papst Johannes Paul II. Sein bisch\u00f6flicher Wahlspruch lautet: \u201eChristus hat in allem den Vorrang\u201c und stammt aus Kol 1,18. Im Schweizerischen Kloster Einsiedeln wurde Koch zu Ehren eine Tagung veranstaltet.\u00a0Nach internen Fachvortr\u00e4gen und dem Chorgebet der Vesper m\u00fcndete die Tagung in einen \u00f6ffentlichen Festakt. Ein zentraler H\u00f6hepunkt des Programms, das zudem W\u00fcrdigungen durch Professor Christoph Ohly und ein Interview durch Professor Stefanos Athanasiou umfasste, war der Festvortrag von Abt Maximilian Heim OCist.<\/p>\n<p>Der seit 2011 an der Spitze der Zisterzienserabtei Heiligenkreuz stehende Ordensmann \u2013 an deren Hochschule der Name des verstorbenen Papstes lebendig gehalten wird \u2013 referierte \u00fcber das Thema \u201eVon Benedikt zu Benedikt\u201c. Dabei zeichnete er den Theologen Joseph Ratzinger als profunden Interpreten <a href=\"https:\/\/www.vaticannews.va\/de\/welt\/news\/2025-11\/italien-benedikt-basilika-norcia-feier-wiedereroeffnung-erdbeben.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">des geistigen Erbes des heiligen Benedikt von Nursia.<\/a> Dieses Erbe, so der Referent, sei kein historisches Relikt, sondern biete eine zeitlose Orientierung f\u00fcr Kirche und Gesellschaft.<\/p>\n<p>Ein Name als v\u00f6lkerverbindendes Programm <\/p>\n<p>Bereits die Wahl des Papstnamens Benedikt XVI. am 19. April 2005 sei keine \u00c4u\u00dferlichkeit gewesen, sondern eine bewusste programmatische Selbstverortung. In seiner ersten Generalaudienz bezog sich der damalige Papst sowohl auf den \u201eFriedenspapst\u201c Benedikt XV. inmitten des Ersten Weltkriegs als auch auf den Patron Europas, Benedikt von Nursia. Damit seien die beiden Leitlinien seines Pontifikats vorgegeben gewesen: die Suche nach Vers\u00f6hnung und die geistliche Erneuerung Europas aus der Tiefe der Gottsuche heraus. Friede im biblischen Sinne, so die Argumentation, sei weit mehr als die blo\u00dfe Abwesenheit von Krieg; er bedeute die Ausrichtung des Menschen auf Gott. Aus diesem Geist heraus trugen und tragen benediktinische Kl\u00f6ster das Wort Pax \u00fcber ihren Portalen als Einladung zu einer geistlichen Grammatik.<\/p>\n<p>Das h\u00f6rende Herz und das Abwenden von Pathologien <\/p>\n<p>Als Grundgestalt des kirchlichen Lebens identifizierte der Abt das H\u00f6ren, angelehnt an das erste Wort der benediktinischen Regel: Obsculta. Schon bei seiner Amtseinf\u00fchrung betonte das sp\u00e4tere Kirchenoberhaupt, kein eigenes Regierungsprogramm durchsetzen, sondern gemeinsam auf den Willen des Herrn lauschen zu wollen. Dieses \u201eh\u00f6rende Herz\u201c, das auf den biblischen K\u00f6nig Salomo zur\u00fcckgeht, bilde die Mitte der Person und bef\u00e4hige zur rechten Unterscheidungskraft, der Diskretion.<\/p>\n<p>In der anschreffenden theologischen Diskussion wurde deutlich, wie eng dieser Ansatz mit dem Verh\u00e4ltnis von Glaube und Vernunft verkn\u00fcpft ist. Unter Verweis auf das historische Gespr\u00e4ch Ratzingers mit dem Philosophen J\u00fcrgen Habermas wurde dargelegt, dass beide Dimensionen vor Fehlformen gesch\u00fctzt werden m\u00fcssen. Ein Glaube ohne Vernunft drohe blind und fundamentalistisch zu werden, w\u00e4hrend eine Vernunft ohne Offenheit f\u00fcr das Transzendente kalt, rein instrumentalisiert und letztlich zerst\u00f6rerisch wirke. Die Spiritualit\u00e4t von Subiaco biete hier ein wirksames Kontrollorgan gegen die Hybris der Moderne.<\/p>\n<p>Gottsuche als Ursprung wahrer Kultur <\/p>\n<p>In Rekurs auf Benedikts ber\u00fchmte Pariser Rede im Coll\u00e8ge des Bernardins aus dem Jahr 2008 wurde die historische Rolle des M\u00f6nchtums beleuchtet. Die M\u00f6nche der V\u00f6lkerwanderungszeit hatten nicht prim\u00e4r die Absicht, Bibliotheken zu gr\u00fcnden oder Europa zu retten; ihr elementares Ziel war schlicht die Gottsuche inmitten der Tr\u00fcmmer der zusammenbrechenden antiken Welt. Durch diesen Fokus entstand Kultur quasi als Nebenprodukt des Kultus, der Gottesverehrung.<\/p>\n<p>Als symbolisches Schl\u00fcsseljahr gilt das Jahr 529, in dem die Platonische Akademie in Athen schloss und gleichzeitig das Kloster Monte Cassino entstand. Die antike Kultur ging dadurch nicht verloren, sondern wurde in der Gottsuche gereinigt und transformiert. Das im Wappen von Monte Cassino verankerte Leitmotiv Succisa virescit \u2013 das zur\u00fcckgeschnittene Gr\u00fcn, das neu ausschl\u00e4gt \u2013 zeige, dass Krisen und Z\u00e4suren stets die Keimzelle f\u00fcr einen lebendigen Neuanfang in Glaube und Hoffnung in sich tragen.<\/p>\n<p>Unter der F\u00fchrung des Evangeliums gegen den Aktivismus <\/p>\n<p>Gegen den modernen Aktivismus setzten sowohl die benediktinische als auch die zisterziensische Tradition auf die innere Formation durch die Lectio Divina, das betende Lesen der Schrift. Eine von Subjektivismus oder Fundamentalismus freie Schriftauslegung verlangt nach dem befreienden Geist Christi innerhalb der lebendigen \u00dcberlieferung. Hier zeige sich das Ideal einer \u201eknieenden Theologie\u201c, in der wissenschaftliche Intellektualit\u00e4t und gelebte Fr\u00f6mmigkeit komplement\u00e4r aufeinander angewiesen sind. Ohne diese spirituelle Dimension verfalle das Denken in einen d\u00fcnnen Rationalismus.<\/p>\n<p>Der Vorrang des Gottesdienstes und die Heiligung der Arbeit <\/p>\n<p>Ein zentraler Punkt der monastischen Existenz bleibt das Postulat, dem Gottesdienst nichts vorzuziehen. Kl\u00f6ster fungieren als Orte der Pr\u00e4ferenz f\u00fcr Gott und zeigen einer postmodernen Gesellschaft, die von Sinnangeboten \u00fcberflutet und zugleich von Orientierungslosigkeit bedroht ist, einen bleibenden Urgrund auf.<\/p>\n<p>Eng damit verkn\u00fcpft ist das Prinzip Ora et labora. Im Gegensatz zur Antike, welche k\u00f6rperliche Arbeit den Sklaven \u00fcberlie\u00df, heiligt die christliche Tradition das Handwerk, da Gott sich selbst als wirkend und arbeitend offenbart hat. Die Erneuerung und Bewahrung der Sch\u00f6pfung erw\u00e4chst somit nicht aus einem romantischen Naturverst\u00e4ndnis, sondern aus der Verantwortung vor dem Sch\u00f6pfer. Wo sich der Mensch hingegen selbst zum Ma\u00df aller Dinge erhebt, kippt die Weltgestaltung in kriegerische Allmachtsfantasien und \u00f6kologische Krisen um.<\/p>\n<p>Der Festakt schloss mit dem Verweis auf die kosmische Vision des heiligen Benedikt, wie sie Gregor der Gro\u00dfe beschrieb: Am Fenster stehend sah der alternde M\u00f6nch die ganze Welt in einem einzigen Sonnenstrahl gesammelt. Nicht die Welt wurde dabei eng, sondern die Seele des Schauenden weit. Diese Weite des Herzens und die unerm\u00fcdliche Suche nach Gott bleiben, so das Fazit des Festvortrags, das bleibende Fundament f\u00fcr eine Erneuerung von Kirche und Gesellschaft.<\/p>\n<p>(vatican news)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"F\u00fcr Kardinal Kurt Koch, den Protektor der beiden Ratzinger-Sch\u00fclerkreise, j\u00e4hrt sich 2026 seine Weihe zum Bischof durch den&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":1049801,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[3933],"tags":[224557,331,332,224559,548,663,158,3934,3935,6544,224563,13,224558,224560,224562,14,224561,15,151562,12],"class_list":["post-1049800","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-eu","tag-abt-maximilian-heim","tag-aktuelle-nachrichten","tag-aktuelle-news","tag-benedikt-von-nursia","tag-eu","tag-europa","tag-europaeische-union","tag-europe","tag-european-union","tag-festakt","tag-gottsuche","tag-headlines","tag-kardinal-kurt-koch","tag-kloster-einsiedeln","tag-monastische-theologie","tag-nachrichten","tag-neuer-schuelerkreis","tag-news","tag-papst-benedikt-xvi","tag-schlagzeilen"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/116646461365997648","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1049800","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1049800"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1049800\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1049801"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1049800"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1049800"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1049800"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}