{"id":105084,"date":"2025-05-12T15:59:08","date_gmt":"2025-05-12T15:59:08","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/105084\/"},"modified":"2025-05-12T15:59:08","modified_gmt":"2025-05-12T15:59:08","slug":"china-will-proben-in-der-venusatmosphaere-sammeln-und-zur-erde-bringen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/105084\/","title":{"rendered":"China will Proben in der Venusatmosph\u00e4re sammeln und zur Erde bringen"},"content":{"rendered":"<p>Die Venus ist unser n\u00e4chster Nachbar im Sonnensystem. Doch wegen der extremen Bedingungen erscheint es wenig attraktiv, dorthin zu fliegen: Auf der Oberfl\u00e4che herrschen Temperaturen von \u00fcber 460 Grad Celsius und ein Druck von 92 bar \u2013 das entspricht dem Druck in einer Wassertiefe von rund 900 Metern. Nun plant China eine Mission zu dem Planeten, inklusive R\u00fcckkehr zur Erde.<\/p>\n<p>Im Herbst vergangenen Jahres haben die Chinesische Akademie der Wissenschaften, die Raumfahrtbeh\u00f6rde und die f\u00fcr das bemannte Raumfahrtprogramm zust\u00e4ndige Beh\u00f6rde das Raumfahrtprogramm bis Mitte des Jahrhunderts vorgestellt. Zu den Zielen, die angeflogen werden sollen, geh\u00f6rt die Venus: Demnach plant China zwischen 2028 und 2035 eine Mission in die Atmosph\u00e4re des Planeten. Dort sollen Proben genommen werden, die anschlie\u00dfend zur Erde zur\u00fcckgebracht werden.<\/p>\n<p>Details wurden seinerzeit jedoch keine genannt. K\u00fcrzlich kursierte in sozialen Medien <a href=\"https:\/\/x.com\/AJ_FI\/status\/1905542234897776775\" rel=\"external noopener nofollow\" target=\"_blank\">eine Folie<\/a>, die weitergehende Informationen zeigt. Demnach soll mit der Mission die Atmosph\u00e4re des Planeten direkt vor Ort untersucht werden. Zudem sollen Proben in der Atmosph\u00e4re genommen und zur Erde zur\u00fcckgebracht werden. Gekl\u00e4rt werden soll so, ob in der f\u00fcr Menschen extrem giftigen Atmosph\u00e4re aus Kohlendioxid und Schwefels\u00e4ure Leben existiert. 2020 wurde <a href=\"https:\/\/www.nature.com\/articles\/s41550-020-1174-4\" rel=\"external noopener nofollow\" target=\"_blank\">in der Fachzeitschrift Nature Astronomy<\/a> eine Studie ver\u00f6ffentlicht, nach der <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/news\/Hinweis-auf-Leben-Phosphin-in-Atmosphaere-der-Venus-entdeckt-4893704.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">in der Venusatmosph\u00e4re Phosphin vorkommt<\/a>, was als m\u00f6glicher Hinweis auf Leben dort gewertet wurde. Die Studie <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/news\/Suche-von-Leben-SOFIA-Sternwarte-findet-kein-Phosphin-auf-Venus-oder-doch-7361645.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">ist allerdings umstritten<\/a>.<\/p>\n<p>Ein weiteres Forschungsziel soll die Frage sein, weshalb die Wolken in der Venusatmosph\u00e4re in der Lage sind, ultraviolette Strahlung zu absorbieren. Das sollten sie eigentlich nicht k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Die Mission ben\u00f6tigt zwei Raumfahrzeuge<\/p>\n<p>Dass neben einer Untersuchung vor Ort auch Proben in der Atmosph\u00e4re gesammelt werden sollen, l\u00e4sst den Schluss zu, dass die Mission aus voraussichtlich zwei Raumfahrzeugen bestehen wird: einer Sonde, die in die Atmosph\u00e4re absteigt und Proben sammelt, sowie einem Orbiter, an den erstere andockt, und der dann die Proben zur Erde bringt.<\/p>\n<p>China ist l\u00e4ngst zu einer der f\u00fchrenden Weltraumnationen aufgestiegen, die mit den Mondlandern <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/news\/Mondsonde-Chang-e-5-mit-Mondgestein-zurueck-auf-der-Erde-4992352.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Chang&#8217;e 5<\/a> und <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/news\/Chang-e-6-Chinesische-Raumkapsel-mit-Mondgestein-zurueck-auf-der-Erde-9776975.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Chang&#8217;e 5<\/a> bereits erfolgreich Probenr\u00fcckholmissionen durchgef\u00fchrt hat. Eine zum Mars ist <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/news\/Tianwen-3-China-will-2028-zum-Mars-fliegen-und-Proben-zur-Erde-zurueckbringen-9859278.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">in Planung<\/a>.<\/p>\n<p>Eine solche Mission zur Venus stehe jedoch vor einigen Schwierigkeiten, sagte Rachana Agrawal <a href=\"https:\/\/spectrum.ieee.org\/china-venus-mission\" rel=\"external noopener nofollow\" target=\"_blank\">dem US-Wissenschaftsmagazin IEEE Spectrum<\/a>: Vor allem die Navigation des Probensammlers zum Orbiter sei problematisch, da durch die Wolken kein sichtbares Licht dringt. Das bedeutet, dass eine Orientierung an den Sternen nicht m\u00f6glich ist.<\/p>\n<p>Da die Venus kein Magnetfeld habe, falle auch dieses als Navigationshilfe weg. Schlie\u00dflich sei wenig \u00fcber die Bedingungen in der Atmosph\u00e4re bekannt. Es k\u00f6nnte sein, dass das Raumfahrzeug in einer sehr dynamischen Umgebung starten m\u00fcsse, sagte die Wissenschaftlerin. Auf der Erde w\u00fcrden Raketenstarts jedoch h\u00e4ufig wegen starker Winde abgebrochen. Agrawal geh\u00f6rt zu einem Team des Massachusetts Institute of Technology (MIT), das vor einigen Jahren eine Venusmission entworfen hat, die aber von der US-Raumfahrtbeh\u00f6rde NASA abgelehnt wurde.<\/p>\n<p>(<a class=\"redakteurskuerzel__link\" href=\"https:\/\/www.heise.de\/news\/mailto:wpl@heise.de\" title=\"Werner Pluta\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">wpl<\/a>)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Die Venus ist unser n\u00e4chster Nachbar im Sonnensystem. 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