{"id":1051846,"date":"2026-05-28T08:05:22","date_gmt":"2026-05-28T08:05:22","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1051846\/"},"modified":"2026-05-28T08:05:22","modified_gmt":"2026-05-28T08:05:22","slug":"strategische-bevorratung-resilienzkonzept-des-uk-halle-kma-online","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1051846\/","title":{"rendered":"Strategische Bevorratung: Resilienzkonzept des UK Halle \u2013 kma Online"},"content":{"rendered":"<p>Kliniken sind im Krisen- und Verteidigungsfall Teil der gesamtstaatlichen Durchhaltef\u00e4higkeit. Die Materialversorgung der H\u00e4user ist entsprechend eine F\u00fchrungsaufgabe, denn: Ohne definierte Notfallartikel, transparente Reichweiten und verl\u00e4ssliche Substitutionsregeln entscheidet nicht die medizinische Priorit\u00e4t \u2013 sondern der Zufall der Lieferkette \u00fcber die Behandlung.\u00a0<\/p>\n<p>Das Universit\u00e4tsklinikum Halle (Saale) hat daher im Austausch mit anderen Kliniken, Einkaufsgemeinschaften, der Bundeswehr und anderen Beteiligten ein Resilienzkonzept entwickelt, welches politische Zielsetzungen in konkret betreibbare Strukturen \u00fcbersetzt.<\/p>\n<p>Warum jetzt?<\/p>\n<p>Die Sicherheitslage in Europa hat sich grundlegend ver\u00e4ndert. Der \u201eOperationsplan Deutschland\u201c bindet die zivile Gesundheitsversorgung erstmals systematisch in Krisen- und Verteidigungsf\u00e4lle ein. Kliniken m\u00fcssen mit einer sehr hohen Zahl an Verletzten rechnen \u2013 ihre Behandlungsf\u00e4higkeit h\u00e4ngt direkt an der gesicherten Versorgung mit Arzneimitteln und Medizinprodukten. Im Spannungs- und Verteidigungsfall kommen zus\u00e4tzliche Aufgaben hinzu, insbesondere die Amtshilfe f\u00fcr milit\u00e4rische und weitere zivile Organisationen. Ein ziviles \u00c4quivalent zum milit\u00e4rischen Operationsplan Deutschland fehlt noch. Entscheidend ist, dass Versorgungssicherheit kein Projekt ist, das man irgendwann startet. Die Strukturen m\u00fcssen stehen, bevor die Krise eintritt.\u00a0<\/p>\n<p>Sp\u00e4testens COVID-19 hat uns die Verwundbarkeit heutiger Lieferketten offengelegt. Ohne Transparenz \u00fcber Best\u00e4nde und Lieferf\u00e4higkeiten kam es zu Fehlallokationen, Preisspekulationen und regionalen Versorgungsl\u00fccken. Was damals eine Pandemie ausl\u00f6ste, k\u00f6nnen heute geopolitische Konflikte, Naturkatastrophen oder hybride Bedrohungen bewirken.\u00a0<\/p>\n<p>Die Antwort darauf ist weniger eine Frage der Quadratmeter Lagerfl\u00e4che als eine Frage von Daten, Standards und Governance. In der \u00f6ffentlichen Debatte um Krisenvorsorge dominiert ein Reflex: mehr lagern. Doch bevor \u00fcber Lagerfl\u00e4chen und Mindestreichweiten gesprochen wird, muss die grundlegende Frage beantwortet werden: Was genau soll bevorratet werden?<\/p>\n<p>\t\t\t\tMehr zum Thema:<br \/>\n\t\t\t<a href=\"https:\/\/www.kma-online.de\/aktuelles\/politik\/detail\/krisenfall-entwurf-fuer-gesundheitssicherstellungsgesetz-im-sommer-55239\" title=\"Lese mehr \u00fcber: \u201eDarauf sind wir bislang zu wenig vorbereitet\u201c\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><img class=\"image\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/csm_Warken_Nina_hoch_fq_Jan_Pauls_BMG_5c67dd042a.webp\" width=\"480\" height=\"270\" alt=\"Nina Warken\" title=\"Nina Warken\"\/><\/a><a href=\"https:\/\/www.kma-online.de\/aktuelles\/klinik-news\/detail\/neues-zentrum-fuer-fuer-krisenresilienz-und-katastrophenmedizin-mzkr-in-halle-55602\" title=\"Lese mehr \u00fcber: Ein Zentrum gegen Krisen \u2013 Schutz vor dem Unvorhersehbaren\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><img class=\"image\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/csm_Katastrophenschutz_fq_EKH-Pictures_stock.adobe.com_ce98ba2670.webp\" width=\"480\" height=\"270\" alt=\"Einsatzfahrzeug mit der Aufschrift Katastrophenschutz\" title=\"Katastrophenschutz\"\/><\/a><\/p>\n<p>EKH-Pictures\/stock.adobe.com<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.kma-online.de\/aktuelles\/politik\/detail\/kritis-tagung-gesundheitswesen-ruestet-sich-fuer-den-ernstfall-55345\" title=\"Lese mehr \u00fcber: Konsens beim Kritis-Gipfel \u2013 \u201eEs bleibt keine Zeit mehr\u201c\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><img class=\"image\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/csm_Nolte_Almut_fq_Fachtagung_KRITIS_2026Dorothea_Scheurlen_7e8a321761.webp\" width=\"480\" height=\"270\" alt=\"Fachtagung Kritis 2026\" title=\"Fachtagung Kritis 2026\"\/><\/a><\/p>\n<p>Dorothea Scheurlen\/Fachtagung Kritis 2026<\/p>\n<p>Die Substitutionsl\u00fccke<\/p>\n<p>F\u00fcr Arzneimittel existiert eine etablierte Logik. Artikel sind hier eindeutig beschrieben und \u00fcber die Pharmazentralnummer (PZN) identifizierbar und substituierbar. F\u00fcr medizinische Verbrauchsmaterialien fehlt eine vergleichbare, fl\u00e4chendeckende Stammdatenbasis \u2013 obwohl deren Volumen das der Apothekenartikel um Faktor 10 bis 20 im kritischen Artikelbereich \u00fcbersteigt. Die Folgen sind uneinheitliche und nicht vergleichbare Artikelinformationen, manuelle Substitutionssuche unter Zeitdruck und unscharfe Bevorratung.<\/p>\n<p>Geht man die Praxis am Beispiel von Perfusorspritzen durch, ergeben sich bei einem kurzfristigen Ausfall eines Lieferanten folgende Fragen:<\/p>\n<ul>\n<li data-list-item-id=\"e0309fc7b0ae7425788e27601bf7784ae\">Welche Alternativen sind verf\u00fcgbar und zugelassen?\u00a0<\/li>\n<li data-list-item-id=\"e833e53e62d739b339456926752f4aec4\">Sind diese mit dem vorhandenen Ger\u00e4tepark kompatibel?<\/li>\n<li data-list-item-id=\"eaa6540c820d761a62dd5fbd093054ad7\">Passen diese in etablierte Behandlungsstandards und Verbrauchslogiken?<\/li>\n<li data-list-item-id=\"e08aebb1d1332bfd746511b13bf4a96df\">Wie werden diese vergaberechtlich und vertraglich abgedeckt?<\/li>\n<\/ul>\n<p>Ohne standardisierte Stammdaten und hinterlegte Substitutionspfade wird daraus ein manueller Pr\u00fcfprozess \u2013 fehleranf\u00e4llig, nicht skalierbar und zwischen Einrichtungen kaum bis gar nicht \u00fcbertragbar. So wird die gleiche Arbeit bisher dutzendfach in verschiedenen H\u00e4usern immer wieder aufs Neue verrichtet.<\/p>\n<p>\n\t\t\t\tNutzen f\u00fcr alle Beteiligten\n\t\t\t<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"img\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/csm_Daten-Steuerungsplattform_fq_Beye_Oliver_dd0c0de54b.webp\" width=\"480\" height=\"552\" alt=\"Daten-Steuerungsplattform\" title=\"Daten-Steuerungsplattform\"\/><\/p>\n<ul>\n<li data-list-item-id=\"e184463073ed6423aa7f39dc30e6e739e\"><strong>F\u00fcr Kliniken:<\/strong> Gesicherte Behandlungsf\u00e4higkeit durch definierte Sortimente, Mindestreichweiten und Rotationsmodelle. Reduzierte F\u00fchrungs-, Haftungs- und Reputationsrisiken durch klare Rollen und Entscheidungslogiken.<\/li>\n<li data-list-item-id=\"e7dfe7e471973ba2ee4d26dd3d390bc41\"><strong>F\u00fcr Einkaufsleitungen:<\/strong> Standards und hinterlegte Substitutionspfade ersetzen die manuelle Suche unter Zeitdruck. Koordinierte Rotation senkt Verfall und Kosten. Die Einkaufsfunktion wird zur steuernden Governance-Rolle aufgewertet.<\/li>\n<li data-list-item-id=\"eb55d69c91ebc76eaca69ae8db518ce22\"><strong>F\u00fcr Einkaufsgemeinschaften: <\/strong>B\u00fcndelung von Nachfrage und Reduktion von Marktfragmentierung erm\u00f6glichen schnellere, koordinierte Marktreaktionen. Aufwertung der steuernden Rolle.<\/li>\n<li data-list-item-id=\"e94a18fd3943118fe4eba373f73a8ef73\"><strong>F\u00fcr Lieferanten:<\/strong> Abgestimmte Bedarfsmengen und ein gemeinsames Lagebild erh\u00f6hen Planungs- und Investitionssicherheit.<\/li>\n<li data-list-item-id=\"ead51c74573e22e65b70b23830fd879d1\"><strong>F\u00fcr die Bundeswehr: <\/strong>Planbare Ankn\u00fcpfungspunkte zur zivilen Versorgung, einheitliche Standards und reduzierte Reibungsverluste sowie eine transparente medizinischlogistische Lagebilddarstellung.<\/li>\n<li data-list-item-id=\"ee41a5207134627342e312f026aa8ecde\"><strong>F\u00fcr die Politik: <\/strong>Eine entscheidungsreife Blaupause f\u00fcr rechtliche, finanzielle und organisatorische Ma\u00dfnahmen.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Wie gegensteuern?<\/p>\n<p>Alles beginnt mit einer strukturierten Definition des Basissortiments. In der Praxis hat sich ein dreistufiges Vorgehen bew\u00e4hrt: Erstens eine Kernliste (150 bis 200 Positionen) mit 80\/20-basiertem Einstieg f\u00fcr Notfallartikel der Akutversorgung. Zweitens gepr\u00fcfte Alternativen je Kernartikel, validiert durch medizinische Fachkr\u00e4fte. Drittens Fachmodule f\u00fcr spezialisierte Bereiche (z. B. Unfallchirurgie, Intensivmedizin, P\u00e4diatrie). Vorhandene Listen und Erfahrungen sind wertvoll und sollten in jedem Fall ber\u00fccksichtigt werden.<\/p>\n<p>Die Stammdatenbasis liefert das Health Care Data Portal (HCDP), eine herstellerunabh\u00e4ngige Datenbank f\u00fcr medizinische Verbrauchsmaterialien. Als verbindendes Element dient die NATO Stock Number (NSN) f\u00fcr den zivil-milit\u00e4rischen und internationalen Artikelabgleich. Das erweiterte HCDP stellt das funktionale \u00c4quivalent zu diversen Arzneimitteldatenbanken dar \u2013 NATO-anschlussf\u00e4hig und potenziell f\u00fcr Verb\u00fcndete nutzbar.<\/p>\n<p>Die zentrale These: Ohne systematische Artikelbestimmung ist Bevorratung teures Horten mit unklarem Nutzen. Die Artikelbestimmung ist die intellektuelle Vorleistung, ohne die Bevorratung, Rotation und Steuerung ins Leere laufen.<\/p>\n<p>Zentrale Daten- und Steuerungsplattform<\/p>\n<p>Das Resilienzkonzept beschreibt keine Parallell\u00f6sung zu bestehenden Systemen. Im Kern steht eine Plattform, die vorhandene Warenwirtschaftssysteme, Einkaufsplattformen und Branchenportale integriert und um drei Funktionsebenen erweitert: Stammdaten, Bestandsmonitoring und Steuerungslogik. Entscheidend ist: Es geht um eine technische und methodische L\u00f6sung, die sukzessive ausgerollt wird \u2013 keine Vielzahl isolierter regionaler Einzell\u00f6sungen.<\/p>\n<p>Ebene 1: Stammdatenbasis<\/p>\n<p>Das HCDP als herstellerunabh\u00e4ngige Stammdatenquelle, diverse Datenbanken f\u00fcr Arzneimittel als etablierte Referenz, die NATO Stock Number als Br\u00fccke f\u00fcr den zivil-milit\u00e4rischen Abgleich sowie zentral hinterlegte Substitutionspfade mit Anwendungsrestriktionen und Freigabestatus bilden das gemeinsame Vokabular.<\/p>\n<p>Perspektivisch sollte auch die europ\u00e4ische Datenbank f\u00fcr Medizinprodukte (EUDAMED) an die Plattform angebunden werden. EUDAMED enth\u00e4lt k\u00fcnftig EU-weit harmonisierte Registrierungsdaten, UDI-Nummern (Unique Device Identification) und Sicherheitsinformationen zu Medizinprodukten. Eine Anbindung w\u00fcrde die Stammdatenqualit\u00e4t erh\u00f6hen, die Identifikation zugelassener Substitute beschleunigen und die regulatorische Konformit\u00e4t sicherstellen \u2013 insbesondere bei grenz\u00fcberschreitender Beschaffung im B\u00fcndnisfall. Dar\u00fcber hinaus w\u00fcrde die Stammdatenqualit\u00e4t im Klinikalltag deutlich gesteigert werden.<\/p>\n<p>Ebene 2: Bestandsmonitoring und Lage\u00fcbersicht<\/p>\n<p>Auf der Betriebsebene werden Bewegungsdaten zusammengef\u00fchrt: Angebot (Lieferf\u00e4higkeit, Produktionsprognosen) und Nachfrage (Best\u00e4nde, Bedarfe). Entscheidend ist nicht \u201eBest\u00e4nde in St\u00fcck\u201c, sondern Reichweite in Tagen \u2013 bezogen auf definierte Szenarien und prognostizierten Bedarfe. Kernfunktionen umfassen die elektronische Erfassung von Best\u00e4nden und Haltbarkeiten, risikobasierte Reichweitenberechnung, sichtbare Substitutionspfade am Artikel sowie sp\u00e4tere Schnittstellenf\u00e4higkeit zu bestehenden Warenwirtschafts- und ERP-Systemen.<\/p>\n<p>F\u00fcr den standardisierten Austausch von Bewegungsdaten zwischen Kliniken, Einkaufsgemeinschaften und Lieferanten bietet sich der EPCIS-Standard (Electronic Product Code Information Services) der GS1 an. EPCIS beschreibt ereignisbasiert, was, wann, wo und warum mit einem Produkt geschehen ist \u2013 von der Waren\u00adeingangserfassung \u00fcber Lagerbewegungen bis zur Ausgabe an die Station. Da viele Kliniken und Lieferanten bereits GS1-Barcodes nutzen, kann EPCIS auf vorhandenen Identifikationsstrukturen aufsetzen und den Datenaustausch ohne propriet\u00e4re Schnittstellen erm\u00f6glichen.<\/p>\n<p>Ebene 3: Auswertung und Lagebild<\/p>\n<p>Die Plattform stellt aufwachsend aus den regionalen Clustern, der Bundeslandebene und der Kleeblattregion die medizinisch-logistische Lage dar. Steuerungsmechanismen umfassen maschinell generierte Vorschl\u00e4ge f\u00fcr Tausch, Rotation oder Beschaffung (menschlich freigegeben), koordinierte Rotation vor Verfall sowie eine Eskalationslogik mit definierten Ausl\u00f6sern f\u00fcr den \u00dcbergang in den Krisenmodus. Gesteuert wird nach dem \u201eHuman-in-the-Loop\u201c-Ansatz \u2013 die Technik empfiehlt, der Mensch entscheidet. Im Falle von Arzneimitteln bedarf es hierf\u00fcr einer gesonderten rechtlichen Regelung im Rahmen der Krisenvorsorge.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"image\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/csm_Krisensichere_Materialversorgung_fq_Beye_Oliver_7ec257202b.webp\" width=\"900\" height=\"862\" alt=\"Krisensichere Materialversorgung\" title=\"Krisensichere Materialversorgung\"\/><\/p>\n<p>Versorgung mit Arzneimitteln und medizinischen Verbrauchsmaterialien in Krisen- und Konfliktlagen.<\/p>\n<p>So regional wie m\u00f6glich, so zentral wie n\u00f6tig<\/p>\n<p>Es wird nicht eine Vielzahl regionaler technischer Einzell\u00f6sungen geschaffen, sondern eine einheitliche L\u00f6sung, die sukzessive ausgerollt und gemeinsam weiterentwickelt wird.\u00a0<\/p>\n<ul>\n<li data-list-item-id=\"efcfaf1457fcb39f9196d3b5952f3d2a4\"><strong>Regionale Cluster:<\/strong> Kliniken einer Region arbeiten verbindlich zusammen. Gro\u00dfkliniken \u00fcbernehmen eine Koordinationsfunktion und entwickeln Methoden und Werkzeuge, die auch kleineren H\u00e4usern zur Verf\u00fcgung stehen. Die regionalen Partner sollen sich kennen und vertrauen.<\/li>\n<li data-list-item-id=\"edf20334cd3a9559d2abd0e21ff7bd785\"><strong>Kernteam statt Wasserkopf:<\/strong> Ein schlagkr\u00e4ftiges Team aus Vertretern interessierter Kliniken oder Klinikverb\u00fcnde treibt die Umsetzung voran. Dieses Team erweitert das Resilienzkonzept zu einem Materialsteuerungskonzept und steht der Politik als fachkundiger Ansprechpartner zur Verf\u00fcgung, um gesetzliche Vorgaben so mitzugestalten, dass sie der Resilienz wirklich helfen.<\/li>\n<li data-list-item-id=\"eca249a3f235e30f5443bacefc04a80fd\"><strong>Einkaufsgemeinschaften als Partner:<\/strong> Deren Know-how bei vergabe- und vertragsrechtlichen Themen sowie bei der Bewertung der Lieferkette ist von Vorteil. Sie unterst\u00fctzen bei Artikeldefinition, Mehrlieferantenstrategien, Stammdatenpflege und Ausschreibungen.<\/li>\n<li data-list-item-id=\"ec543ed7cecb52985c6b55e10707eb7aa\"><strong>Zivil-milit\u00e4rische Schnittstelle:<\/strong> Der Sanit\u00e4tsdienst der Bundeswehr ist strategischer Mitgestalter. Die Zusammenarbeit zielt auf fortlaufenden Austausch, ein gemeinsames Lagebild, strukturierte Amtshilfe und Materialrotation in Bundeswehrlagern.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Eine \u00fcberregionale Abstimmung mit dem Bundesgesundheitsministerium, dem Bundesinnenministerium, dem Bundesamt f\u00fcr Bev\u00f6lkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) und den verantwortlichen Landesministerien stellt sicher, dass die Klinikcluster bundesweit anschlussf\u00e4hig bleiben.<\/p>\n<p>Erste Schritte und Ausblick<\/p>\n<p>Der Einstieg ist pragmatisch: Kernteam mandatieren, Startumfang der Kernliste nach der 80\/20-Regel beschlie\u00dfen, einfache Meldestrecke \u00fcber Web freigeben. Innerhalb von 18 Monaten sind belastbare Ergebnisse in Form von einge\u00fcbten regionalen Netzwerken, freigegebenen Notfallartikellisten mit gepr\u00fcften Alternativen und schnellem Artikelabgleich \u00fcber NATO-anschlussf\u00e4hige Artikelnummern erreichbar. Das Konzept ist modular und skalierbar angelegt. Es beginnt mit einem Kernteam aus Kliniken und ist bundesweit anschlussf\u00e4hig. Die erarbeiteten Werkzeuge, Prozesse und Ergebnisse sind auf weitere Kliniken \u00fcbertragbar.<\/p>\n<p>Analog zu privatwirtschaftlichen Best Practices \u2013 etwa Supply-Chain-Control-Towers und digitalen Zwillingen \u2013 kann die Plattform perspektivisch um Simulationsf\u00e4higkeiten erweitert werden: \u201eWas-w\u00e4re-wenn\u201c-Analysen f\u00fcr den Ausfall einzelner Lieferanten oder Transportwege erm\u00f6glichen es, Engp\u00e4sse vorab zu identifizieren und vorbereitete Alternativoptionen zu aktivieren.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"img\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/csm_Beye_Oliver_fq_Moses-Mosesart_Tobias_a7bdab7c07.webp\" width=\"795\" height=\"447\" alt=\"Oliver Beye\" title=\"Oliver Beye\"\/><\/p>\n<p>Oliver Beye ist am Universit\u00e4tsklinikum Halle (Saale) als Abteilungsleiter Einkauf auch f\u00fcr die Weiterentwicklung der krisensicheren Materialversorgung verantwortlich und bringt dabei seine Erfahrungen aus der milit\u00e4rischen Logistik mit ein.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"img\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/csm_Siebenh\u00fchner_Raik_fq_Siebenh\u00fchner_Raik_8ed0c6f791.webp\" width=\"464\" height=\"260\" alt=\"Raik Siebenh\u00fchner\" title=\"Raik Siebenh\u00fchner\"\/><\/p>\n<p>Raik Siebenh\u00fchner ist Professor f\u00fcr Angewandte Gesundheits- und Pflegewissenschaften mit Schwerpunkt Digital Health an der DHBW Stuttgart.<\/p>\n<p>\n                    Oliver Beye und Raik Siebenh\u00fchner<\/p>\n<p>                    2026. 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