{"id":1051992,"date":"2026-05-28T09:33:17","date_gmt":"2026-05-28T09:33:17","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1051992\/"},"modified":"2026-05-28T09:33:17","modified_gmt":"2026-05-28T09:33:17","slug":"was-frankreich-und-polen-von-einem-massiv-aufgeruesteten-deutschland-halten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1051992\/","title":{"rendered":"Was Frankreich und Polen von einem massiv aufger\u00fcsteten Deutschland halten"},"content":{"rendered":"<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Wer einmal die Skelette in Verdun gesehen hat, das Beinhaus von Douaumont, wei\u00df zwar nicht, wie es in den ukrainisch-russischen Todeszonen zugeht, er versteht aber sofort, was f\u00fcr ein tiefes Unbehagen dieser Ort ausl\u00f6st. Weit \u00fcber ein Jahrhundert hinaus. Verdun ist der Symbolort f\u00fcr das sinnlose T\u00f6ten im Ersten Weltkrieg. F\u00fcr eine Zeit, als Deutsche und Franzosen Todfeinde waren, f\u00fcr den zerm\u00fcrbenden Stellungskrieg. Verdun steht f\u00fcr etwas, was nach Jahrzehnten der deutsch-franz\u00f6sischen Freundschaft \u00fcberwunden ist und bleiben soll. Und doch, noch immer, Beklemmung ausl\u00f6st.\n  <\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Die an Verdun erinnernden Schlachten, die Russland der <a href=\"https:\/\/www.augsburger-allgemeine.de\/kultur\/gesellschaft\/die-usa-unter-trump-zerbricht-108191012\" target=\"_self\" class=\"underline \" rel=\"nofollow noopener\">Ukraine heute aufzwingt und der drohende Nato-Austritt der USA<\/a>, f\u00fchren dazu, dass Europa aufr\u00fcstet. Massiv. Und obwohl es ein gemeinsames Verteidigungsziel gibt, n\u00e4mlich das freiheitliche Europa, sch\u00e4rfen sich gerade jetzt deshalb alte Konfliktlinien: <a href=\"https:\/\/www.augsburger-allgemeine.de\/politik\/aufruesten-fuer-einen-moeglichen-krieg-wie-pistorius-die-bundeswehr-auf-einen-angriff-russlands-vorbereitet-114041268\" target=\"_self\" class=\"underline \" rel=\"nofollow noopener\">Vor wenigen Wochen hat Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius Deutschlands erste Milit\u00e4rstrategie vorgestellt. Das erkl\u00e4rte Ziel ist, die Bundeswehr \u201ezur konventionell st\u00e4rksten Armee Europas\u201c zu entwickeln.<\/a> Solche T\u00f6ne hat man sehr lange Zeit in Deutschland nicht geh\u00f6rt. In Frankreich auch nicht.\n  <\/p>\n<p>            Emmanuel Macron zur deutschen Aufr\u00fcstung: Das ist eine gute Sache. Aber&#8230;<\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Zwar wurde von Deutschland in den vergangenen Jahrzehnten immer st\u00e4rker gefordert, mehr Verantwortung f\u00fcr Europa zu \u00fcbernehmen. Dennoch gibt es diese viel beachtete Szene mit dem franz\u00f6sischen Pr\u00e4sidenten Emmanuel Macron in einem Interview des Senders arte. Auf die Frage, was er davon halte, dass Deutschland die st\u00e4rkste Armee Europas wolle, antwortet er: \u201eDas ist eine gute Sache\u201c, wenn es im Dienst der gemeinsamen St\u00e4rke geschehe.  Dann folgt eine betonte Pause. Dann sagt er: \u201eWenn nicht, steht da ein bisschen ein Fragezeichen.\u201c  Es muss nicht das Unbehagen von Verdun sein, das hier anklingt.  <a href=\"https:\/\/www.augsburger-allgemeine.de\/kultur\/gesellschaft\/europaeische-union-es-war-einmal-europa-id64115861.html\" target=\"_self\" class=\"underline \" rel=\"nofollow noopener\">Dennoch, schiebt Macron hinterher, wolle man nicht in die Zeit der sinnlosen, europ\u00e4ischen B\u00fcrgerkriege zur\u00fcckfallen, m\u00fcsse man etwas Neues ausprobieren. Also nicht: Nationale Wege.<\/a>\n  <\/p>\n<p>      <a href=\"https:\/\/www.augsburger-allgemeine.de\/politik\/was-der-philosoph-peter-sloterdijk-ueber-trump-europa-und-friedrich-merz-denkt-105846375\" class=\"hidden  &#010;                md:block md:mr-5 md:min-w-[140px]  aspect-photo md:aspect-tv lg:aspect-tv w-fullXXX relative self-start inline overflow-hidden\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><\/p>\n<p>    <img decoding=\"async\" src=\"\" alt=\"Der Philosoph Peter Sloterdijk hat die Lage Europas analysiert.\" title=\"Der Philosoph Peter Sloterdijk hat die Lage Europas analysiert.\" loading=\"lazy\" class=\"h-full w-full object-cover\"\/><br \/>\n   <\/a><\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    \u00dcber Jahrzehnte war klar, dass Deutschland keine Milit\u00e4rmacht in Europa ist. Das war so lange gewollt, bis es nach dem 24. Februar 2022 zum unaufschiebbaren Problem wurde. Ex-Kanzler Olaf Scholz (SPD) rief die Zeitenwende aus und das Aufr\u00fcsten begann. Zwar steht Deutschlands erste Milit\u00e4rstrategie unter dem Titel \u201eVerantwortung f\u00fcr Europa\u201c, aber nicht nur die Deutsche Gesellschaft f\u00fcr Ausw\u00e4rtige Politik kritisierte danach, dass darin von der Zusammenarbeit mit europ\u00e4ischen Partnern keine Rede sei. \u201eEs soll Sicherheit ,f\u00fcr Europa\u00b4 entstehen. Allerdings nicht unbedingt mit Europa. Gleiches gilt f\u00fcr die Zusammenarbeit mit der Industrie.\u201c Das geht in die Richtung dessen, was Macron meint.\n  <\/p>\n<p>            Franz\u00f6sische Bedenken: Baut Deutschland eine gemeinsame Souver\u00e4nit\u00e4t auf? Oder nationale Macht?<\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Paul Maurice ist Generalsekret\u00e4r des Studienkomitees f\u00fcr deutsch-franz\u00f6sische Beziehungen in Paris, er beschreibt die Lage im Gespr\u00e4ch mit unserer Redaktion so: \u201eIn Frankreich wird die deutsche Aufr\u00fcstung mit einer Mischung aus strategischer Erleichterung und politischer Besorgnis aufgenommen. Paris forderte Berlin seit Jahren auf, mehr milit\u00e4rische Verantwortung zu \u00fcbernehmen; doch der derzeitige Machtzuwachs, verbunden mit den Spannungen rund um das FCAS und den j\u00fcngsten industriellen Entscheidungen Deutschlands, l\u00e4sst Zweifel aufkommen: Baut Deutschland eine gemeinsame europ\u00e4ische Souver\u00e4nit\u00e4t auf oder eine zunehmend eigenst\u00e4ndige nationale Macht?\u201c Das ist also die Melange, mit der man diesseits des Rheines umgehen muss, <a href=\"https:\/\/www.augsburger-allgemeine.de\/politik\/deutsch-franzoesische-freundschaft-die-grosse-malaise-id70136476.html\" target=\"_self\" class=\"underline \" rel=\"nofollow noopener\">wenn die deutsch-franz\u00f6sischen Beziehungen keine weiteren Unwuchten bekommen sollen<\/a>.  Maurice sagt auch: \u201eDie franz\u00f6sische Strategie in der R\u00fcstungsindustrie bestand lange Zeit in Unternehmenszusammenschl\u00fcssen. Die neue Strategie, die von deutschen Industrieunternehmen wie Rheinmetall vorangetrieben wird, besteht darin, ausschlie\u00dflich das deutsche Unternehmen in den Vordergrund zu stellen und Produktionsvereinbarungen mit verschiedenen L\u00e4ndern abzuschlie\u00dfen. In einem solchen System, das durch enorme Investitionen beg\u00fcnstigt wird, bef\u00fcrchtet Frankreich, in die ,zweite Liga\u00b4 verbannt zu werden.\u201c\n  <\/p>\n<p>      <a href=\"https:\/\/www.augsburger-allgemeine.de\/politik\/artikel-fuenf-nato-unscharf-wie-sich-europa-gemeinsam-wehren-koennte-114184008\" class=\"hidden  &#010;                md:block md:mr-5 md:min-w-[140px]  aspect-photo md:aspect-tv lg:aspect-tv w-fullXXX relative self-start inline overflow-hidden\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><\/p>\n<p>    <img decoding=\"async\" src=\"\" alt=\"Putins R\u00fcstungsausgaben bereiten der Nato Sorgen. (Archivbild)\" title=\"Putins R\u00fcstungsausgaben bereiten der Nato Sorgen. (Archivbild)\" loading=\"lazy\" class=\"h-full w-full object-cover\"\/><br \/>\n   <\/a><\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Toni Hofreiter (Gr\u00fcne), Vorsitzender des Europa-Ausschusses im Bundestag, kennt diese Bedenken. Er h\u00f6rt sie in Frankreich und in Polen, wo die \u201eSorgen mindestens genauso gro\u00df sind, wenn nicht gr\u00f6\u00dfer\u201c.  Das hat auch mit den hohen Umfragewerten der AfD zu tun. Die Situation sei ein bisschen paradox, sagt der Europa-Experte: \u201eZu mir wird gesagt: Wir sind froh, dass ihr mehr macht, aber uns besorgt, <a href=\"https:\/\/www.augsburger-allgemeine.de\/politik\/warum-tomahawks-fuer-deutschland-und-europa-wichtig-sind-114139168\" target=\"_self\" class=\"underline \" rel=\"nofollow noopener\">dass eines Tages ein hochger\u00fcstetes Deutschland<\/a> von der extremen Rechten regiert wird.\u201c Hofreiter kommt viel auf dem Kontinent herum. \u00dcberall werde erwartet, \u201edass Deutschland sich \u00fcberlegt, wie die Aufr\u00fcstungsbem\u00fchungen besser europ\u00e4isch strukturiert werden k\u00f6nnen.\u201c Das k\u00f6nnten Eurobonds f\u00fcr Verteidigung sein. Oder gemeinsame R\u00fcstungsprojekte. \u201eZugleich m\u00fcssen wir die Partner rhetorisch viel besser einbinden.\u201c\n  <\/p>\n<p>            Frankreich-Experte Jacob Ross: Europa kommt nur durch den n\u00e4chsten Schock voran<\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Jacob Ross, Frankreich-Experte der Deutschen Gesellschaft f\u00fcr Ausw\u00e4rtige Politik, kennt die Bedenken von Deutschlands westlichen und \u00f6stlichen Nachbarn aus vielen Gespr\u00e4chen. Da spiele ein gewisser Neid eine Rolle, weil man so viel Geld selbst nicht aufwenden k\u00f6nne. Es geht aber auch um eine etwaige Macht\u00fcbername der AfD. Ross sieht, dass Europa noch immer nicht vorankommt, weil weil es in Sachen Verteidigung offenbar noch immer an gegenseitigem Vertrauen fehlt: \u201eWenn man mit Diplomaten hinter verschlossenen T\u00fcren spricht, sind viele v\u00f6llig konsterniert.\u201c <a href=\"https:\/\/www.augsburger-allgemeine.de\/politik\/eu-verteidigungskommissar-kubilius-ich-sorge-mich-um-europas-luftverteidigung-113794762\" target=\"_self\" class=\"underline \" rel=\"nofollow noopener\">Es br\u00e4uchte dringend einen n\u00e4chsten Integrationsschritt in der EU.<\/a> Nur, fragt Ross, was bek\u00e4me Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) daf\u00fcr, w\u00fcrde er gemeinsamen Schulden f\u00fcr die europ\u00e4ische Verteidigung zustimmen? \u201eDeutsche Fiskal-Spielr\u00e4ume gegen franz\u00f6sische nukleare Abschreckung?\u201c Ross sieht das nicht. Noch nicht. Er sagt: \u201eDas mag sehr zynisch klingen, aber den n\u00e4chsten Schritt wird Europa erst mit dem n\u00e4chsten exogenen Schock gehen. <a href=\"https:\/\/www.augsburger-allgemeine.de\/politik\/was-wen-krieg-ist-aber-die-bunker-fehlen-114256170\" target=\"_self\" class=\"underline \" rel=\"nofollow noopener\">Wenn Russland einen baltischen Staat angreifen w\u00fcrde oder \u00fcber Belarus etwas gegen Polen probierte<\/a>. Das w\u00e4re das politische Kapital mit dem Merz den n\u00e4chsten Schritt durchsetzen k\u00f6nnte.\u201c\n  <\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    \u00a0\n  <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Wer einmal die Skelette in Verdun gesehen hat, das Beinhaus von Douaumont, wei\u00df zwar nicht, wie es in&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":1051993,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[3974],"tags":[331,332,685,29,1356,548,663,3934,3980,156,13,224909,14,15,319,224908,307,12,212362],"class_list":["post-1051992","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-frankreich","tag-aktuelle-nachrichten","tag-aktuelle-news","tag-bundeswehr","tag-deutschland","tag-emmanuel-macron","tag-eu","tag-europa","tag-europe","tag-france","tag-frankreich","tag-headlines","tag-jacob-ross","tag-nachrichten","tag-news","tag-paris","tag-paul-maurice","tag-russland","tag-schlagzeilen","tag-verdun"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/116651518342149549","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1051992","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1051992"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1051992\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1051993"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1051992"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1051992"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1051992"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}