{"id":105221,"date":"2025-05-12T17:11:11","date_gmt":"2025-05-12T17:11:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/105221\/"},"modified":"2025-05-12T17:11:11","modified_gmt":"2025-05-12T17:11:11","slug":"guenstig-wars-nicht-pinakotheken-erwerben-renaissance-gemaelde","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/105221\/","title":{"rendered":"&#8222;G\u00fcnstig war&#8217;s nicht&#8220;: Pinakotheken erwerben Renaissance-Gem\u00e4lde"},"content":{"rendered":"<p>Was die Neuerwerbung gekostet hat, bleibt geheim. &#8222;\u00dcber den Kaufpreis, wie das \u00fcblich ist, schweigen wir uns aus&#8220;, sagt der bayerische Kunstminister Markus Blume (CSU) in der Alten Pinakothek in M\u00fcnchen und f\u00fcgt mit einem Augenzwinkern hinzu: &#8222;Aber g\u00fcnstig war&#8217;s nicht.&#8220; Der Generalsekret\u00e4r der Ernst von Siemens Kunststiftung, Martin Hoernes, schildert, vor zwei, drei Jahren sei der Ankauf des Bildes noch v\u00f6llig unm\u00f6glich erschienen: &#8222;Damals waren noch ein paar mehr Zahlen vor den vielen Nullen. Wir wussten, das ist nicht zu schaffen.&#8220; <\/p>\n<p>Nun hat es doch geklappt: Dank der Unterst\u00fctzung gleich mehrerer Geldgeber haben die Bayerischen Staatsgem\u00e4ldesammlungen eines der letzten noch in Privatbesitz befindlichen Gem\u00e4lde des Renaissance-Malers Hans Baldung, genannt Grien (1484\/85-1544), gekauft: &#8222;Maria als Himmelsk\u00f6nigin&#8220;, entstanden wohl um 1516\/1518. <\/p>\n<p>&#8222;Einer der begabtesten Sch\u00fcler von D\u00fcrer&#8220;<\/p>\n<p>Kunstminister Blume spricht bei der Vorstellung der Neuerwerbung von einem &#8222;uneingeschr\u00e4nkten Freudentag&#8220;, in M\u00fcnchen ziehe mit &#8222;Maria als Himmelsk\u00f6nigin&#8220; in gewisser Weise &#8222;himmlischer Beistand&#8220; ein. &#8222;Ich freue mich sehr, dass wir heute das Werk eines der begabtesten Sch\u00fcler von Albrecht D\u00fcrer, namentlich Hans Baldung Grien, selbst ja ein herausragender Maler der Renaissance, hier in seiner neuen Heimat willkommen hei\u00dfen d\u00fcrfen&#8220;, sagt Blume.<\/p>\n<p>Mit Blick auf die <a href=\"https:\/\/www.br.de\/nachrichten\/kultur\/umgang-mit-ns-raubkunst-neue-aera-oder-beruhigungspille,UhDX5Ab\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Raubkunst-Debatten der vergangenen Monate<\/a> stellt der Kunstminister klar, dass die Provenienz des Werks abschlie\u00dfend gekl\u00e4rt sei: &#8222;Alles auf Gr\u00fcn.&#8220; Nach Angaben der Staatsgem\u00e4ldesammlungen hatte das Bild einem j\u00fcdischen Sammler geh\u00f6rt, der nach der Macht\u00fcbernahme der Nationalsozialisten 1933 samt seiner Sammlung in die Schweiz zog. Nach seinem Tod 1977 wurde das Werk versteigert. Zun\u00e4chst befand es sich in einer deutschen Privatsammlung, anschlie\u00dfend in amerikanischem Besitz.<\/p>\n<p>&#8222;Unglaublich hohe malerische Qualit\u00e4t&#8220;<\/p>\n<p>Grien sei mit Sicherheit &#8222;einer der bedeutendsten, zugleich auch originellsten und stilistisch eigenwilligsten K\u00fcnstler der Renaissance n\u00f6rdlich der Alpen&#8220;, erl\u00e4utert Gabriel Dette, Sammlungsleiter f\u00fcr Altdeutsche und Altniederl\u00e4ndische Malerei an der Alten Pinakothek. &#8222;Maria als Himmelsk\u00f6nigin&#8220; sei ein kleinformatiges Andachtsbild von unglaublich hoher malerischer Qualit\u00e4t und leuchtenden, &#8222;wunderbar aufeinander abgestimmte Farben&#8220;. <\/p>\n<p>Maria sei als himmlische K\u00f6nigin in ihrer ganzen Majest\u00e4t dargestellt, gleichzeitig aber auch als demutsvolle und liebevoller Mutter, schildert Dette. Typisch f\u00fcr Werke Baldungs sei ein &#8222;doppelter Boden&#8220;, viele Nuancen k\u00f6nne man erst auf den zweiten, dritten oder vierten Blick erkennen. Der helle Bereich hinter der Krone beispielsweise wirke auf den ersten Blick wie ein Heiligenschein. Bei genauerer Betrachtung erkenne man aber eine kosmische Himmelserscheinung. <\/p>\n<p>Die Holztafel ist 35 mal 25,5 Zentimeter gro\u00df und wird vom 5. Juni an im Rahmen der Sammlungspr\u00e4sentation &#8222;Wie Bilder erz\u00e4hlen. Storytelling von Albrecht Altdorfer bis Peter Paul Rubens&#8220; im Erdgeschoss der Alten Pinakothek zu sehen sein. <\/p>\n<p>Neuer Partner f\u00fcr die Pinakotheken <\/p>\n<p>Ein Ankauf &#8222;dieser Qualit\u00e4t und G\u00fcte&#8220; f\u00fcr die Alte Pinakothek sei ein &#8222;Wunder&#8220;, schw\u00e4rmt Sammlungsleiter Dette. Ein solches Werk \u00fcberhaupt auf dem Kunstmarkt zu finden und dann auch noch finanzieren zu k\u00f6nnen, sei &#8222;eigentlich ausgeschlossen&#8220;.<\/p>\n<p>M\u00f6glich wurde der Ankauf durch einen neuen Unterst\u00fctzer: Erstmals f\u00f6rderte die Pesl-Stiftung Bayern eine Neuerwerbung der Staatsgem\u00e4ldesammlungen. Zweck der Stiftung ist, den Ankauf von Kunstwerken aus der Zeit bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts zu f\u00f6rdern. <\/p>\n<p>Der Interimsleiter der Staatsgem\u00e4ldesammlungen, Anton Biebl, k\u00fcndigt eine dauerhafte Zusammenarbeit mit der Pesl-Stiftung an. &#8222;Ich sehe sie an der Seite der Bayerischen Staatsgem\u00e4ldesammlungen.&#8220; Die Partnerschaft werde es erm\u00f6glichen, eine Werbungsstrategie zu entwickeln &#8222;und die weltber\u00fchmte Sammlung auf ein noch h\u00f6heres Niveau zu verdichten&#8220;. Unterst\u00fctzt haben den Ankauf dar\u00fcber hinaus auch die Ernst von Siemens Kunststiftung und der Pinakotheks-Verein. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Was die Neuerwerbung gekostet hat, bleibt geheim. &#8222;\u00dcber den Kaufpreis, wie das \u00fcblich ist, schweigen wir uns aus&#8220;,&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":105222,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1775],"tags":[41603,41602,1793,4964,29,214,30,1794,3761,4967,41601,215],"class_list":{"0":"post-105221","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-kunst-und-design","8":"tag-alte-pinakothek","9":"tag-anton-biebl","10":"tag-art-and-design","11":"tag-bayerische-staatsgemaeldesammlungen","12":"tag-deutschland","13":"tag-entertainment","14":"tag-germany","15":"tag-kunst-und-design","16":"tag-landespolitik","17":"tag-markus-blume","18":"tag-pesl-stiftung","19":"tag-unterhaltung"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114495978419530919","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/105221","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=105221"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/105221\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/105222"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=105221"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=105221"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=105221"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}