{"id":1052723,"date":"2026-05-28T16:49:28","date_gmt":"2026-05-28T16:49:28","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1052723\/"},"modified":"2026-05-28T16:49:28","modified_gmt":"2026-05-28T16:49:28","slug":"transporter-milliardenstrafen-wegen-verfehlter-eu-co2-ziele-drohen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1052723\/","title":{"rendered":"Transporter: Milliardenstrafen wegen verfehlter EU-CO2-Ziele drohen"},"content":{"rendered":"<p>Die Elektrifizierung im Bereich der Nutzfahrzeuge verl\u00e4uft deutlich langsamer als bei Personenkraftwagen. W\u00e4hrend Elektroautos im ersten Quartal laut der Automobilwoche bereits ein F\u00fcnftel der Neuzulassungen in Europa ausmachten, liegt der Elektro-Anteil bei Transportern derzeit bei elf Prozent.<\/p>\n<p>F\u00fcr leichte Nutzfahrzeuge bis 3,5 Tonnen gelten in der EU ab 2025 neue, strengere CO2-Flottenziele. Im Durchschnitt der Jahre 2025 bis 2027 darf der Aussto\u00df maximal 154 Gramm CO2 pro Kilometer betragen. Die individuellen Ziele der Hersteller bemessen sich dabei am Durchschnittsgewicht ihrer Flotte.<\/p>\n<p>Nach aktuellen Berechnungen des Marktdatenspezialisten Dataforce liegt der Branchendurchschnitt f\u00fcr den Zeitraum von 2025 bis Ende des ersten Quartals 2026 bei 169 Gramm CO2\/km. Damit wird das Ziel um 15 Gramm \u00fcberschritten. \u201eEs wird f\u00fcr die meisten Hersteller sehr schwierig, die CO2-Flottenziele im Transporter-Bereich zu erreichen. In der Breite besteht wenig Chance, Strafzahlungen zu vermeiden\u201c, sagte Benjamin Kibies von Dataforce der Automobilwoche.<\/p>\n<p>Auch die Automobilverb\u00e4nde warnen vor den Grenzwerten f\u00fcr 2027. Imelda Labb\u00e9, Pr\u00e4sidentin des Verbands der Internationalen Kraftfahrzeughersteller VDIK, erkl\u00e4rte, dass die Ziele nicht erreichbar seien. F\u00fcr das Jahr 2030 ist ein Reduktionsziel von 35 Prozent und f\u00fcr 2035 von 80 Prozent f\u00fcr leichte Nutzfahrzeuge vorgesehen. Die Rahmenbedingungen k\u00f6nnten Hersteller jedoch kaum selbst beeinflussen, so Labb\u00e9.<\/p>\n<p>Stellantis droht die h\u00f6chste Strafe<\/p>\n<p>Besonders betroffen d\u00fcrfte dem Bericht zufolge der Marktf\u00fchrer Stellantis sein, der derzeit 20 Gramm \u00fcber seinem Zielwert von 139 Gramm CO2\/km liegt. Eine Strafzahlung von 959 Millionen Euro droht der Opel-Mutter nach aktuellem Stand. Grund daf\u00fcr ist ein Elektro-Anteil von nur acht Prozent sowie eine Flotte mit vielen kleinen Transportern, was zu einem niedrigeren Zielwert f\u00fchrt.<\/p>\n<p>Weitere Hersteller stehen vor hohen Kosten: Ford droht eine Strafe von 196 Millionen Euro bei einer Abweichung von sieben Gramm, w\u00e4hrend VW wegen etwa f\u00fcnf Gramm zu viel mit etwa 100 Millionen Euro rechnen muss. Mercedes hat mit 183 Gramm den h\u00f6chsten Zielwert und verfehlt diesen um rund sechs Gramm, was eine Strafe von 91 Millionen Euro zur Folge h\u00e4tte.<\/p>\n<p>Um die Vorgaben zu erf\u00fcllen, w\u00e4re laut Experte Kabis ein Anteil rein batterieelektrischer Fahrzeuge von rund 20 Prozent n\u00f6tig. \u201eIch kann mir nicht vorstellen, dass es gelingt, den BEV-Anteil in wenigen Monaten auf zwanzig Prozent hochzujagen\u201c, erkl\u00e4rte er. VW hat nach Einsch\u00e4tzung des Experten die besten Chancen, da hier ein Anteil von 12 bis 15 Prozent ausreichen k\u00f6nnte. <\/p>\n<p>E-Transporter noch zu teuer<\/p>\n<p>Die noch geringe Nachfrage nach elektrischen Transportern wird unter anderem durch begrenzte Reichweite, geringere Zuladung und h\u00f6here Anschaffungskosten im Vergleich zu Diesel-Fahrzeugen begr\u00fcndet. \u201eDie Total Cost of Ownership (Gesamtbetriebskosten, d. Red.) sind das Haupthindernis f\u00fcr die Verbreitung von E-Transportern\u201c, so Kibies. \u201eInsbesondere wenn die Fahrzeuge auf \u00f6ffentliches Laden angewiesen sind, ist eine Amortisation des h\u00f6heren Anschaffungspreises \u00fcber niedrigere Kraftstoffpreise kaum m\u00f6glich.\u201c<\/p>\n<p>Es gibt Forderungen nach einer \u00dcberpr\u00fcfung der Regulierung sowie dem Ausbau der Ladeinfrastruktur und verl\u00e4sslichen Energiepreisen. Eine Sprecherin des deutschen Autoherstellerverbands VDA spricht sich gegen\u00fcber der Automobilwoche zudem f\u00fcr eine Anpassung von Strafzahlungen bei der Verfehlung von gesetzten CO2-Reduktionsvorgaben aus. VDIK-Chefin Imelda Labb\u00e9: \u201eDie aktuellen Ziele sind \u00e4u\u00dferst ehrgeizig. Wir brauchen daher eine \u00dcberarbeitung und praxisgerechte Flexibilisierung der Ziele.\u201c<\/p>\n<p>Sollten die Hersteller die Strafen nicht vermeiden k\u00f6nnen, k\u00f6nnten diese auf die Fahrzeugpreise umgelegt werden. Eine \u00dcberschreitung des CO2-Ziels um zehn Gramm w\u00fcrde laut Dataforce einen Aufschlag von 950 Euro pro Fahrzeug bedeuten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Die Elektrifizierung im Bereich der Nutzfahrzeuge verl\u00e4uft deutlich langsamer als bei Personenkraftwagen. 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