{"id":1054972,"date":"2026-05-29T15:00:17","date_gmt":"2026-05-29T15:00:17","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1054972\/"},"modified":"2026-05-29T15:00:17","modified_gmt":"2026-05-29T15:00:17","slug":"gunnar-schupelius-in-eigener-sache-ich-verabschiede-mich-regional","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1054972\/","title":{"rendered":"Gunnar Schupelius: In eigener Sache: Ich verabschiede mich | Regional"},"content":{"rendered":"<p><a class=\"skip-content skip-content--link\" href=\"#in-content-skip-link-target-v-0-0\">TTS-Player \u00fcberspringen\u21b5<\/a><a id=\"in-content-skip-link-target-v-0-0\" class=\"skip-content--target-link-hidden skip-content skip-content--target-link\" href=\"#in-content-skip-link-target-v-0-0\">Artikel weiterlesen<\/a><\/p>\n<p>Berlin \u2013<b> Ich verneige mich vor der gro\u00dfen alten B.Z., die vor 149 Jahren von der deutsch-j\u00fcdischen Familie Ullstein gegr\u00fcndet und sp\u00e4ter von Axel Springer weitergef\u00fchrt wurde und die mir 21 Jahre lang Raum gab, meine Meinung frei zu verbreiten.<\/b><\/p>\n<p>Liebe Leserinnen und Leser, heute verabschiede ich mich von Ihnen. Nach 21 Jahren verlasse ich die B.Z. In dieser Zeit habe ich an jedem Werktag meinem \u00c4rger Luft gemacht, in der Kolumne \u201eMein gerechter Zorn\u201c. <\/p>\n<p>Insgesamt 4563 Kolumnen habe ich geschrieben. 4563 Mal habe ich heftige Kritik an den Verh\u00e4ltnissen in dieser Stadt ge\u00fcbt, in der ich vor 63 Jahren geboren wurde und in der ich mit meiner Frau, f\u00fcnf Kindern, zwei Enkeln und unserem Hund lebe. Warum diese heftige Kritik? Nicht aus Abneigung, sondern aus Verbundenheit, aus Liebe.<\/p>\n<p>Weil ich es nicht ertrage, wie diese Stadt verwahrlost und unsicher wird, wie sich alteingesessene Nachbarn nicht mehr wohlf\u00fchlen, weil so viele politische Fehlentscheidungen getroffen wurden und werden. Und weil ich denjenigen, die die Entscheidungen treffen, vorwerfe, mutlos, teilnahmslos, egoistisch oder ideologisch verbohrt zu sein.\u00a0<\/p>\n<p>Dabei habe ich nie behauptet, im Recht zu sein und einzig die richtige Meinung zu vertreten. Ich wollte immer einen Beitrag zur Debatte leisten, Gedanken ansto\u00dfen, Kontroversen ausl\u00f6sen. Opposition ist nicht sch\u00e4dlich, sondern notwendig, meine ich, oder um es mit Thomas Mann zu sagen: \u201eKritik ist der Motor des Fortschritts\u201c (Zauberberg).<\/p>\n<p>Es gibt keine richtige und keine falsche Meinung \u2013 nur gut und schlecht begr\u00fcndete<\/p>\n<p>Meiner \u00dcberzeugung nach gibt es keine richtige und keine falsche Meinung, sondern lediglich eine gut begr\u00fcndete und eine schlecht begr\u00fcndete. Ich habe deshalb immer auf die Meinungen der Leser reagiert, und mich auch eines Besseren belehren lassen.\u00a0<\/p>\n<p>Umgekehrt war das nicht immer der Fall. Ich wurde jahrelang massiv bedroht, haupts\u00e4chlich vonseiten der Linksextremisten. Sie haben zweimal meinen Privatwagen angez\u00fcndet, um ihrer Drohung Nachdruck zu verleihen, sie haben mich in ihren Bekennerschreiben in der \u00fcbelsten Art beschimpft, sie haben L\u00fcgen verbreitet und Rufmord begangen, sie haben mich ultimativ aufgefordert, meine T\u00e4tigkeit einzustellen.<\/p>\n<p>Au\u00dferdem war ich heftigen Anw\u00fcrfen vonseiten der Gr\u00fcnen, Linken und Teilen der SPD ausgesetzt. Immer wurde mir etwas unterstellt, immer stellte man mich in die rechte Ecke, ausgerechnet mich, der ich bekennender FDP-W\u00e4hler bin.<\/p>\n<p>\u00a0In den ersten Jahren galt meine Kolumne allgemein als \u201elaut\u201c, \u201esehr zugespitzt\u201c \u00a0und \u201eaggressiv\u201c. Das war noch vor der Zeit der sozialen Medien. Heute sagt man mir, ich sei die \u201eStimme der Vernunft\u201c und w\u00fcrde mich wohltuend abheben vom Geschrei auf Instagram und TikTok.<\/p>\n<p>So \u00e4ndern sich die Zeiten. Ich habe meine Kolumne allerdings von vornherein als \u201evern\u00fcnftig\u201c und dem gesunden Menschenverstand verpflichtet betrachtet. Mein Vorbild ist Hans Christian Andersen, der in seinem ber\u00fchmten M\u00e4rchen von \u201eDes Kaisers neuen Kleidern\u201c beschreibt, wie lohnend und erhellend es ist, nicht mit dem Strom zu schwimmen.\u00a0<\/p>\n<p>Ich verneige mich vor der gro\u00dfen alten B.Z., die vor 149 Jahren von der deutsch-j\u00fcdischen Familie Ullstein gegr\u00fcndet und sp\u00e4ter von Axel Springer weitergef\u00fchrt wurde und die mir 21 Jahre lang Raum gab, meine Meinung frei zu verbreiten.<\/p>\n<p>Ich danke Ihnen, den Lesern, die mir durch den t\u00e4glichen Kauf der Zeitung diese Arbeit erm\u00f6glicht haben. Auf Wiedersehen! Sie werden mich an anderer Stelle bald wiedersehen, auf jeden Fall in <a href=\"https:\/\/www.bild.de\/regional\/berlin\/berlin-regional\/home-15823246.bild.html\" class=\"text-link\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Berlin<\/a>.<\/p>\n<p><b>Hat Gunnar Schupelius recht? Schreiben Sie an: <\/b><a href=\"https:\/\/www.bild.de\/regional\/berlin\/mailto:gunnar.schupelius@axelspringer.de\" rel=\"noopener nofollow\" class=\"text-link\" target=\"_blank\"><b>gunnar.schupelius@axelspringer.de<\/b><\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"TTS-Player \u00fcberspringen\u21b5Artikel weiterlesen Berlin \u2013 Ich verneige mich vor der gro\u00dfen alten B.Z., die vor 149 Jahren von&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":1054973,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[1825],"tags":[61916,296,29,30,61915],"class_list":["post-1054972","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-berlin","tag-axel-springer-se","tag-berlin","tag-deutschland","tag-germany","tag-springer-axel-caesar"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/116658466396857263","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1054972","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1054972"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1054972\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1054973"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1054972"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1054972"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1054972"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}