{"id":1055628,"date":"2026-05-29T21:34:16","date_gmt":"2026-05-29T21:34:16","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1055628\/"},"modified":"2026-05-29T21:34:16","modified_gmt":"2026-05-29T21:34:16","slug":"vereinigtes-koenigreich-labour-krise-bringt-brexit-debatte-zurueck","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1055628\/","title":{"rendered":"Vereinigtes K\u00f6nigreich: Labour-Krise bringt Brexit-Debatte zur\u00fcck"},"content":{"rendered":"<p>            <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"ts-image\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/wes-streeting-106.jpg\" alt=\"Wes Streeting.\" title=\"Wes Streeting. | Jeff Moore\/PA via AP\"\/><\/p>\n<p class=\"metatextline\">Stand: 18.05.2026 \u2022 21:06 Uhr<\/p>\n<p class=\"article-head__shorttext\">\n        <strong>Die britische Labour-Partei steckt in einer F\u00fchrungskrise. Zwar hat noch kein parteiinterner Konkurrent Premier Starmer offiziell herausgefordert. Doch einer hat nun ein altes Thema neu auf die Agenda gehoben: die EU-Mitgliedschaft. <\/strong>\n    <\/p>\n<p>                                    <a class=\"authorline__link\" href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/korrespondenten\/franziska-hoppen-106.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><br \/>\n                                        <img decoding=\"async\" class=\"authorline__img\" alt=\"Franziska Hoppen\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/franziska-hoppen-103.jpg\"\/><br \/>\n                                    <\/a><\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Es war ein Paukenschlag, als der Labour-Abgeordnete und frisch <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/ausland\/europa\/grossbritannien-streeting-100.html\" title=\"Britischer Gesundheitsminister Streeting tritt zur\u00fcck\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">von seinem Ministerposten zur\u00fcckgetretene<\/a> Wes Streeting am Wochenende vor laufenden Kameras folgende Aussage traf: &#8222;Die EU zu verlassen, war ein katastrophaler Fehler. Die gr\u00f6\u00dfte wirtschaftliche Chance, die wir haben, liegt vor unserer Haust\u00fcr.&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Gro\u00dfbritannien brauche eine neue &#8222;special relationship&#8220; mit der EU, eine neue besondere Beziehung, sagte Streeting &#8211; und: &#8222;Die Zukunft Gro\u00dfbritanniens liegt in Europa, und eines Tages werden wir wieder Teil der EU sein.&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Auch, wenn seine Fans jubelten &#8211; die Labour-Partei hatte eigentlich zum Amtsantritt klare rote Linien gezogen: keine R\u00fcckkehr in den EU-Binnenmarkt, in die Zollunion oder zur Freiz\u00fcgigkeit. Auch, um nicht all jene W\u00e4hler zu verprellen, die 2016 f\u00fcr den Brexit gestimmt hatten und dann 2024 f\u00fcr Labour.<\/p>\n<p>    Konkurrenz um Starmer-Nachfolge<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Doch \u00fcber diese Linien setzte Streeting sich nun hinweg. Und er verk\u00fcndete im selben Atemzug, es brauche einen Wettbewerb zwischen den besten Kandidaten, die Premierminister Keir Starmer herausfordern wollten. Auch er werde gegen Starmer antreten.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Gut denkbar, dass Streetings Brexit-Man\u00f6ver ein Versuch war, in diesem Wettbewerb die progressive Linke hinter sich zu vereinen, die den Brexit schon lange ablehnt. Zudem sagen laut Meinungsforschungsinstitut Yougov heute immerhin 55 Prozent der Briten, sie w\u00fcrden der EU lieber wieder beitreten.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Doch m\u00f6glich ist auch, dass Streeting damit seinem gef\u00e4hrlichsten innerparteilichen Kontrahenten um eine m\u00f6gliche Starmer-Nachfolge einen Strich durch die Rechnung gemacht hat: Andy Burnham.<\/p>\n<p>    Burnham gegen schnelle EU-Mitgliedschaft<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Burnham ist derzeit noch B\u00fcrgermeister von Greater Manchester, k\u00f6nnte jedoch durch eine Nachwahl im Wahlkreis Makerfield ins Parlament gelangen. Um ihm diesen Weg zu ebnen, hatte Makerfields Labour-Abgeordneter extra sein Mandat niedergelegt.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Auf die Brexit-Frage angesprochen, \u00e4u\u00dferte sich Burnham im ITV-Fernsehen nur verhalten: Langfristig gebe es f\u00fcr einen Wiedereintritt in die EU Argumente. &#8222;Aber daf\u00fcr setze ich mich bei dieser Nachwahl nicht ein. Vielmehr will ich, dass wir uns jetzt auf die Innenpolitik konzentrieren. Gro\u00dfbritannien muss sich sehr auf das Hier und Jetzt konzentrieren.&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Burnhams Zur\u00fcckhaltung d\u00fcrfte auch der Zusammensetzung des Wahlkreises Makerfield geschuldet sein. 2016 hatten dort 65 Prozent der W\u00e4hler f\u00fcr den Austritt aus der EU gestimmt. Und bei den Regional- und Kommunalwahlen Anfang Mai w\u00e4hlten mehr als 50 Prozent f\u00fcr die Rechtspopulisten von Reform UK.<\/p>\n<p>    Profitieren die Rechtspopulisten vom Machtkampf?<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Kein leichtes Pflaster also f\u00fcr einen Labour-Kandidaten. Erst recht nicht, wenn die W\u00e4hler f\u00fcrchten, Burnham k\u00f6nnte als k\u00fcnftiger Parteichef und Premier den Brexit zur\u00fcckdrehen. Und so entsteht bereits das n\u00e4chste Hin und Her in der Labour-Partei.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Vize-Premier und Justizminister David Lammy f\u00fchlte sich gen\u00f6tigt, ein Machtwort an seine Kollegen auszusprechen, einmal innezuhalten: Zehn Tage dieses Verhaltens w\u00fcrde das britische Volk der Labour-Partei wohl noch verzeihen. &#8222;Zehn Wochen davon, und wir stecken in extremen Schwierigkeiten, wir werden abgew\u00e4hlt, und was dann kommt, ist Farage&#8220; &#8211; der Chef der Rechtspopulisten.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Wer tats\u00e4chlich von der neu entfachten Brexit-Debatte profitiert, wird sich im Juni zeigen, wenn Makerfield \u00fcber seinen neuen Abgeordneten entscheidet &#8211; und, sollte die Wahl auf Burnham fallen, damit wom\u00f6glich auch \u00fcber den neuen britischen Premier.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Sollte Burnham nicht ins Parlament gew\u00e4hlt werden, k\u00f6nnte dies wiederum Starmer in die Karten spielen. Denn bislang schneidet er in Umfragen unter Parteimitgliedern um einiges besser ab als Wes Streeting. Oder es k\u00f6nnte andere Gegenkandidaten auf den Plan rufen. Der Kampf um die Labour-Spitze d\u00fcrfte sich noch eine Weile ziehen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Stand: 18.05.2026 \u2022 21:06 Uhr Die britische Labour-Partei steckt in einer F\u00fchrungskrise. 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