{"id":1056403,"date":"2026-05-30T05:05:24","date_gmt":"2026-05-30T05:05:24","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1056403\/"},"modified":"2026-05-30T05:05:24","modified_gmt":"2026-05-30T05:05:24","slug":"standort-deutschland-mercedes-will-kosten-senken-und-fuehrt-intensive-gespraeche-mit-sozialpartner","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1056403\/","title":{"rendered":"Standort Deutschland: Mercedes will Kosten senken \u2013 und f\u00fchrt \u201eintensive Gespr\u00e4che\u201c mit Sozialpartner"},"content":{"rendered":"<p>Der Stuttgarter Autobauer h\u00e4lt die Arbeitskosten in Deutschland f\u00fcr nicht wettbewerbsf\u00e4hig und sucht nach \u201etragf\u00e4higen L\u00f6sungen\u201c. Gleichzeitig bekennt er sich zum hiesigen Standort.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-nachrichten.de\/thema\/Deutschland\" title=\"Deutschland\" class=\"art_thema\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Deutschland<\/a> gilt seit Jahren als Hochkostenstandort \u2013 besonders in der Automobilindustrie. Der Wandel zur <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-nachrichten.de\/thema\/Elektromobilit%C3%A4t\" title=\"Elektromobilit\u00e4t\" class=\"art_thema\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Elektromobilit\u00e4t<\/a>, schwankende Absatzm\u00e4rkte und eine <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-nachrichten.de\/inhalt.vorbild-fuer-kuenftige-prozesse-mercedes-chef-kaellenius-will-china-tempo-nach-deutschland-bringen.f492ad59-a0e0-45bd-9be8-4e395b9ec102.html\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">wachsende Konkurrenz aus China<\/a> erh\u00f6hen den Kostendruck auf die Hersteller sp\u00fcrbar. Gleichzeitig betonen Konzerne wie <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-nachrichten.de\/thema\/Mercedes-Benz\" title=\"Mercedes-Benz\" class=\"art_thema\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Mercedes-Benz<\/a> immer wieder ihre Verbundenheit zu den heimischen Werken.<\/p>\n<p>\u201eDie aktuelle Wirtschaftslage bleibt weltweit extrem volatil. Nur durch nachhaltiges Steigern unserer Effizienz bleiben wir finanziell stark und handlungsf\u00e4hig\u201c, erkl\u00e4rt Mercedes-Benz. Anfang 2025 stellte der Autobauer das Spar- und Effizienzprogramm \u201eNext Level Performance\u201c vor. Ziel ist es, bis 2027 j\u00e4hrlich f\u00fcnf Milliarden Euro einzusparen. Dazu geh\u00f6rte auch ein <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-nachrichten.de\/inhalt.stuttgarter-autobauer-so-viele-beschaeftigte-sollen-mercedes-mit-abfindung-verlassen-haben.313b4b25-e31d-48e3-b7d3-94193d47ece8.html\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">Abfindungsprogramm, das Ende M\u00e4rz 2026<\/a> ausgelaufen ist.<\/p>\n<p>Mercedes: \u201ePr\u00fcfen verschiedene M\u00f6glichkeiten, um effizienter zu werden\u201c <\/p>\n<p>Zugleich bekennt sich das Unternehmen mit Sitz in <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-nachrichten.de\/thema\/Stuttgart\" title=\"Stuttgart\" class=\"art_thema\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Stuttgart<\/a> zum Standort Deutschland. Allerdings seien die hohen Arbeitskosten in Deutschland nicht wettbewerbsf\u00e4hig. \u201eDaher pr\u00fcfen wir verschiedene M\u00f6glichkeiten, um effizienter zu werden, und f\u00fchren intensive Gespr\u00e4che mit unserem Sozialpartner \u2013 mit dem Ziel, gemeinsam tragf\u00e4hige L\u00f6sungen zu entwickeln\u201c, so der Konzern.<\/p>\n<p>Welche Ma\u00dfnahmen dabei konkret zur Debatte stehen, bleibt unklar. Nach einem Bericht der \u201eWirtschaftswoche\u201c soll die Konzernf\u00fchrung eine Erh\u00f6hung der Wochenarbeitszeit von 35 auf 40 Stunden ohne Lohnausgleich erw\u00e4gen. Dazu \u00e4u\u00dfert sich Mercedes-Benz nicht. Auch die <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-nachrichten.de\/thema\/IG_Metall\" title=\"IG Metall\" class=\"art_thema\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">IG Metall<\/a> <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-nachrichten.de\/thema\/Baden-W%C3%BCrttemberg\" title=\"Baden-W\u00fcrttemberg\" class=\"art_thema\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Baden-W\u00fcrttemberg<\/a> wollte sich auf Anfrage unserer Zeitung nicht \u00e4u\u00dfern.<\/p>\n<p>F\u00fcr Besch\u00e4ftigte von Mercedes-Benz, die nach dem Tarif der <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-nachrichten.de\/thema\/Metall\" title=\"Metall\" class=\"art_thema\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Metall<\/a>&#8211; und Elektroindustrie bezahlt werden, gilt der Tarifvertrag der IG Metall. Er regelt zentrale Rahmenbedingungen wie Arbeitszeit, Urlaub, Sonderzahlungen und K\u00fcndigungsfristen.<\/p>\n<p>Tarifbesch\u00e4ftigte bei Mercedes arbeiten regul\u00e4r 35 Stunden pro Woche <\/p>\n<p>Im Manteltarifvertrag ist in Paragraf 6 eine regul\u00e4re Wochenarbeitszeit von 35 Stunden festgelegt. Gleichzeitig sind individuelle Abweichungen m\u00f6glich: Im gegenseitigen Einvernehmen kann die Arbeitszeit auf bis zu 40 Stunden pro Woche erh\u00f6ht werden.<\/p>\n<p>Eine 40-Stunden-Woche ohne entsprechende Verg\u00fctung w\u00fcrde somit eine Abweichung vom geltenden Tarifvertrag darstellen. Das ist im Einzelfall m\u00f6glich. Grundlage daf\u00fcr ist das sogenannte Pforzheimer Abkommen. Dieses wurde 2004 zwischen der IG Metall und dem Arbeitgeberverband S\u00fcdwestmetall geschlossen. Hintergrund war, dass sich die einzelnen Unternehmen schon damals \u00f6konomisch zunehmend unterschiedlich entwickelt hatten.<\/p>\n<p>   <img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/media.media.edd051b0-6ad7-47ee-afcb-2c07301ee57c.original1024.media.jpeg\"\/>     Die IG Metall Baden-W\u00fcrttemberg vertritt die Interessen von mehr als 420.000 Besch\u00e4ftigten.    Foto: Marijan Murat\/dpa    <\/p>\n<p>Das Abkommen erm\u00f6glicht es Betrieben, in wirtschaftlich schwierigen Situationen vor\u00fcbergehend vom Fl\u00e4chentarifvertrag abzuweichen, um Arbeitspl\u00e4tze zu sichern. Voraussetzung sind klar definierte Bedingungen sowie die Zustimmung von Betriebsrat und Tarifpartnern.<\/p>\n<p>Nach Angaben von S\u00fcdwestmetall kommen solche Vereinbarungen etwa bei \u201eInvestitionen in die Wettbewerbsf\u00e4higkeit\u201c oder in einem \u201eSanierungsfall bei schlechter wirtschaftlicher Lage\u201c in Betracht. Eine m\u00f6gliche Ma\u00dfnahme kann nach Angaben der IG Metall auch sein, die Arbeitszeit ohne Entgeltausgleich anzupassen.<\/p>\n<p> Abweichungen des Tarifvertrags nur in Ausnahmesituationen <\/p>\n<p>Allerdings sind die Tarifparteien nicht verpflichtet, solchen Abweichungen zuzustimmen. Die IG Metall hat daf\u00fcr klare Kriterien formuliert: Abweichende Vereinbarungen m\u00fcssen \u201eeindeutig definierte Gegenleistungen enthalten, die die Besch\u00e4ftigten einklagen k\u00f6nnen\u201c, etwa verbindliche Standortgarantien oder Investitionszusagen.<\/p>\n<p>Auch die Wettbewerbssituation, Innovationen oder Investitionen allein rechtfertigen laut IG Metall keine Abweichung vom Fl\u00e4chentarifvertrag. Jeder Fall m\u00fcsse einzeln gepr\u00fcft werden. Voraussetzung sei zudem, dass Arbeitnehmervertreter umfassend \u00fcber die wirtschaftliche Lage des Unternehmens informiert werden.<\/p>\n<p>Ob und in welcher Form Mercedes-Benz k\u00fcnftig von tariflichen Regelungen abweichen m\u00f6chte, bleibt offen. Klar ist jedoch: Schon heute gibt es im Unternehmen Modelle mit l\u00e4ngerer Arbeitszeit \u2013 allerdings mit entsprechendem Lohnausgleich. Diese Vertr\u00e4ge sind nach Konzernangaben in der Regel befristet und meist auf ein Jahr angelegt. Im Zuge des Programms \u201eNext Level Performance\u201c werde die Neuvergabe solcher Vertr\u00e4ge besonders sorgf\u00e4ltig gepr\u00fcft, teilte das Unternehmen mit.<\/p>\n<p>Davon ausgenommen sind die meisten F\u00fchrungskr\u00e4fte des Stuttgarter Autobauers. Sie sind in der Regel nicht tarifgebunden, sodass der Manteltarifvertrag f\u00fcr sie nicht gilt. Entsprechend ist dort eine 40-Stunden-Woche vertraglicher Standard.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Der Stuttgarter Autobauer h\u00e4lt die Arbeitskosten in Deutschland f\u00fcr nicht wettbewerbsf\u00e4hig und sucht nach \u201etragf\u00e4higen L\u00f6sungen\u201c. Gleichzeitig bekennt&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":1056404,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[1830],"tags":[64136,1634,225639,227,3364,29,1519,30,744,377,745,1441,225638],"class_list":["post-1056403","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-stuttgart","tag-arbeitskosten","tag-baden-wuerttemberg","tag-bernd-weissbrod","tag-china","tag-de","tag-deutschland","tag-elektromobilitaet","tag-germany","tag-ig-metall","tag-mercedes-benz","tag-metall","tag-stuttgart","tag-veronika-kanzler"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/116661789816463904","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1056403","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1056403"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1056403\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1056404"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1056403"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1056403"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1056403"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}