{"id":1056708,"date":"2026-05-30T08:04:34","date_gmt":"2026-05-30T08:04:34","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1056708\/"},"modified":"2026-05-30T08:04:34","modified_gmt":"2026-05-30T08:04:34","slug":"vogelplage-graugaense-erobern-die-stadt-ein-schwer-kalkulierbares-risiko","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1056708\/","title":{"rendered":"Vogelplage: Graug\u00e4nse erobern die Stadt \u2013 \u201eEin schwer kalkulierbares Risiko\u201c"},"content":{"rendered":"<p class=\"is-first-paragraph\" data-external=\"Article.FirstParagraph\">Ob an der Alster, am Kaiser-Friedrich-Ufer in Eimsb\u00fcttel oder im Stadtpark: Hamburgs Gr\u00fcnfl\u00e4chen und Parks gefallen nicht nur den St\u00e4dtern, sondern zunehmend auch den Graug\u00e4nsen. Doch die werden dabei zur Plage. Mancherorts tummeln sich derzeit so viele von ihnen, dass die Wiese vor G\u00e4nsekot kaum mehr zu sehen ist. Es gebe eine \u201egef\u00fchlte Zunahme der G\u00e4nsepopulation\u201c, hie\u00df es dazu aus dem Bezirksamt Hamburg-Nord, bei dem auch die Dienststelle Schwanenwesen und Wildtierrettung angegliedert ist.<\/p>\n<p>F\u00fcr viele Erholungssuchende ist das ein \u00c4rgernis. Immer wieder werde die \u201eeingeschr\u00e4nkte Nutzbarkeit zahlreicher Liegewiesen\u201c beklagt, sagte eine Sprecherin der Beh\u00f6rde. Betroffen seien nicht nur Wiesen, sondern auch Gew\u00e4sser, Sportanlagen und Stege. \u201eViele der Grundst\u00fccksanlieger der Alster und Kan\u00e4le haben sich durch private Ma\u00dfnahmen vor den G\u00e4nsen gesch\u00fctzt\u201c, so die Sprecherin.<\/p>\n<p>Hamburg wird zur G\u00e4nsehochburg<\/p>\n<p>Aber warum sind in der Hansestadt derzeit so viele Graug\u00e4nse unterwegs? Laut Marco Sommerfeld, Leiter der Vogelstation Wedeler Marsch des Naturschutzbundes Nabu Hamburg, liegt das an den \u201eMauserg\u00e4sten\u201c, die sich ab Mai zu den Brutpaaren gesellen, die sich bis Juni \u00fcber das gesamte Stadtgebiet verteilen.<\/p>\n<p>In der Mauser erneuern die Tiere ihr Gefieder: \u201eDie sehen immer so ein bisschen aus, als h\u00e4tten sie hinten so eine kleine Sprungschanze \u2013 so kann man die G\u00e4nse in der Mauser erkennen\u201c, sagt Sommerfeld. Weil sie in dieser rund vierw\u00f6chigen Phase nicht fliegen k\u00f6nnen, w\u00fcrden sie sich verst\u00e4rkt in Gruppen bewegen und die N\u00e4he zum Wasser suchen, um vor potenziellen Gefahren wegschwimmen zu k\u00f6nnen. <\/p>\n<p>Zur Nahrungssuche seien die Tiere von April bis Juni in den Parks auf bestimmten Wiesen unterwegs. \u201eG\u00e4nse lieben Gesellschaft. Und sie hinterlassen Kot. Da sie auf den Wiesen grasen, verbleibt der auch dort\u201c, so Sommerfeld. Weil G\u00e4nse reine Pflanzenfresser sind, w\u00fcrden die Ausscheidungen zwar recht schnell abgebaut, bei gr\u00f6\u00dferen Ansammlungen falle jedoch entsprechend mehr davon an. \u201eDas wird von Menschen als unhygienisch wahrgenommen\u201c, sagt der Nabu-Vogelexperte.<\/p>\n<p>Erh\u00f6htes Risiko f\u00fcr Vogelseuchen <\/p>\n<p>Daneben besteht auch ein erh\u00f6htes Risiko f\u00fcr Krankheiten wie die Vogelgrippe: \u201eDie gro\u00dfe Zahl an G\u00e4nsen an einem Ort bereitet uns Sorgen, insbesondere wegen der in letzter Zeit vermehrt aufgetretenen Tierseuchen\u201c, sagte die Sprecherin des Bezirksamts. Die wachsende G\u00e4nsepopulation sei \u201eein schwer kalkulierbares Risiko f\u00fcr die Ausbreitung solcher Erreger\u201c, hie\u00df es. <\/p>\n<p>Auch deshalb werde Hundehaltern dringend dazu geraten, ihre Tiere anzuleinen. F\u00fcr Menschen bestehe keine direkte Ansteckungsgefahr. Sollte der Bestand reduziert werden m\u00fcssen, k\u00e4me zun\u00e4chst die Entnahme von Eiern infrage. Entsprechende Gespr\u00e4che liefen bereits.<\/p>\n<p>Dabei geht es nicht nur um sauberere oder weniger von G\u00e4nsen bev\u00f6lkerte Wiesen. Der regulierende Eingriff ist auch wichtig f\u00fcr andere Wasserv\u00f6gel. Weil die Graug\u00e4nse \u201esehr robust\u201c seien, w\u00fcrden andere Arten wie die fr\u00fcher h\u00e4ufigen Stockenten, aber auch Haubentaucher, Reiherenten oder Teichh\u00fchner, verdr\u00e4ngt, so die Sprecherin. Zwar habe der Lebensraum Alster f\u00fcr jeden ein Pl\u00e4tzchen. Wichtig sei aber, \u201edass das Gleichgewicht zwischen den Arten erhalten bleibt, damit alle Tiere gute Lebensbedingungen vorfinden.\u201c<\/p>\n<p>Warum es V\u00f6gel in die St\u00e4dte zieht<\/p>\n<p>Dass es Graug\u00e4nse in urbane Lebensr\u00e4ume zieht, ist laut Nabu-Vogelexperte Sommerfeld kein Einzelfall. \u201eViele Vogelarten haben die Stadt als Lebensraum f\u00fcr sich erschlossen.\u201c Die Stadt biete Sicherheit und genug Nahrung. \u201eUnd Hamburg hat halt viel Wasser. Das bietet Rast- und Brutm\u00f6glichkeiten.\u201c<\/p>\n<p>Nachdem die Graugans im 19. Jahrhundert in Europa fast ausgerottet war, haben sich die Best\u00e4nde wieder erholt. Nach der Mauserzeit verlassen Sommerfeld zufolge viele G\u00e4nse die Stadt wieder. \u201eAber die beschriebenen Sch\u00e4den bleiben nat\u00fcrlich auch danach bestehen\u201c, sagte die Bezirksamt-Sprecherin. Einen Teil des Problems k\u00f6nnen die Menschen in Parks und Wiesen \u00fcbrigens selbst l\u00f6sen: \u201eEs w\u00fcrde schon viel helfen, wenn die G\u00e4nse nicht mehr von Privatpersonen gef\u00fcttert werden\u201c, betonte die Sprecherin des Bezirksamts.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Ob an der Alster, am Kaiser-Friedrich-Ufer in Eimsb\u00fcttel oder im Stadtpark: Hamburgs Gr\u00fcnfl\u00e4chen und Parks gefallen nicht nur&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":1056709,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[1826],"tags":[29,30,225676,692,8923,45,28445,144731],"class_list":["post-1056708","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-hamburg","tag-deutschland","tag-germany","tag-graugaense","tag-hamburg","tag-lauterbach-joern","tag-texttospeech","tag-voegel","tag-vogelgrippe-bei-tieren-ks"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/116662492543668958","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1056708","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1056708"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1056708\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1056709"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1056708"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1056708"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1056708"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}