{"id":1057068,"date":"2026-05-30T11:28:27","date_gmt":"2026-05-30T11:28:27","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1057068\/"},"modified":"2026-05-30T11:28:27","modified_gmt":"2026-05-30T11:28:27","slug":"faszination-und-irritation-das-freiburger-muenster-wird-zum-kunstraum-freiburg-region","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1057068\/","title":{"rendered":"Faszination und Irritation: Das Freiburger M\u00fcnster wird zum Kunstraum &#8211; Freiburg &#038; Region"},"content":{"rendered":"<p>Sechs Wochen lang hat die bayerische K\u00fcnstlerin Elke Maier im Freiburger <a href=\"https:\/\/www.schwarzwaelder-bote.de\/thema\/M%C3%BCnster\" title=\"M\u00fcnster\" class=\"art_thema\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">M\u00fcnster<\/a> gearbeitet. Dutzende Kilometer Baumwollgarn wurden dabei zu <a href=\"https:\/\/www.schwarzwaelder-bote.de\/thema\/Kunst\" title=\"Kunst\" class=\"art_thema\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Kunst<\/a>. Kamerateams waren da, Fotografen und nat\u00fcrlich Gl\u00e4ubige und Touristen, die das Gotteshaus besuchten. Nun ist Maiers Installation \u201eSichtbar \u2013 Unsichtbar\u201c fertiggestellt. Sie ist eine Premiere f\u00fcr das M\u00fcnster und wurde am Pfingstmontag bei einer Vernissage im gut gef\u00fcllten Kirchenschiff der \u00d6ffentlichkeit vorgestellt.<\/p>\n<p>Elke Maier, die in K\u00e4rnten lebt, hat eigentlich Malerei studiert. Seit \u00fcber 20 Jahren jedoch spannt sie kilometerlange Kunstinstallationen aus wei\u00dfem Baumwollgarn in Kirchen auf, unter anderem in Graz, Wien und Salzburg. In Bamberg wurden f\u00fcr ihre bisher gr\u00f6\u00dfte Arbeit rund 50 Kilometer Faden verarbeitet. In <a href=\"https:\/\/www.schwarzwaelder-bote.de\/thema\/Freiburg\" title=\"Freiburg\" class=\"art_thema\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Freiburg<\/a> d\u00fcrften es noch mehr sein, denn hier ist die bislang gr\u00f6\u00dfte Arbeit der K\u00fcnstlerin zu sehen. Bis Ende September werden die F\u00e4den entfernt. Ginge es nach ihr, so Maier, k\u00f6nnte ihr Werk auch l\u00e4nger Bestand haben. Es w\u00e4re spannend f\u00fcr sie zu sehen, wie das Garn sich mit der Zeit ver\u00e4ndert und verf\u00e4rbt.<\/p>\n<p>Dem Mammutkunstwerk gingen von der Idee bis zur Umsetzung rund sieben Jahre voraus. Damals wurde Katharina Seifert, Kunstreferentin und Kuratorin am Erzbisch\u00f6flichen Ordinariat in Freiburg, auf Maiers Arbeitsweise aufmerksam. F\u00fcnf Jahre sp\u00e4ter begannen die konkreten Vorbereitungen, und auf der Zielgeraden der Arbeit wurde Maier von ihrem Sohn Aaron eine Woche lang beim F\u00e4den-Aufspannen unterst\u00fctzt. \u201eElke Maier l\u00e4sst uns das M\u00fcnster neu sehen\u201c, so Seiferts Fazit. \u201eSie macht die R\u00e4ume zwischen der Architektur des M\u00fcnsters sichtbar.\u201c <\/p>\n<p>Der Denkmalschutz setzt der K\u00fcnstlerin Grenzen <\/p>\n<p>Jede Kirche, in der Maier arbeitet, ver\u00e4ndert durch deren Installationen ihr Gesicht auf eine andere, einmalige Weise. Um ihre F\u00e4den zu befestigen, greift sie ausschlie\u00dflich auf vorhandene Bauelemente zur\u00fcck. Der Denkmalschutz w\u00fcrde etwas anderes auch nicht zulassen, so Seifert. Maiers F\u00e4den im und \u00fcber dem Altarraum und dem Mittelschiff des M\u00fcnsters ver\u00e4ndern ihr Erscheinungsbild mit dem Lichteinfall und den Tageszeiten. Dieser \u201eDialog mit dem Licht\u201c entfalte eine nahezu meditative Wirkung, so Kunsthistorikerin Antje Lechleiter bei der Vernissage im Gespr\u00e4ch mit Elke Maier, die wiederum betonte, dass es ihr vor allem um einen Eindruck der Schwerelosigkeit und eine Art \u201einnere Aufrichtung\u201c bei ihrer Kunst gegangen sei. Das habe den Effekt gehabt, dass sie sich immer leichter gef\u00fchlt habe, je l\u00e4nger und anstrengender ihr sechsw\u00f6chiger Schaffensprozess gedauert habe. <\/p>\n<p>Und anstrengend muss diese Arbeit tats\u00e4chlich gewesen sein: Vom Altarraum aus erstrecken sich Maiers Garne \u00fcber 120 Meter weit hinein ins Mittelschiff des M\u00fcnsters. Wie \u201eSichtbar \u2013 Unsichtbar\u201c genau aussehen w\u00fcrde, sei vorher nicht absehbar gewesen, so die K\u00fcnstlerin. Alles sei vom Eindruck bestimmt worden, den der Kirchenraum auf sie gehabt habe. \u201eJe l\u00e4nger ich gearbeitet habe, desto mehr hat der Raum mich ber\u00fchrt\u201c, meint Maier.<\/p>\n<p>Nicht jedem gef\u00e4llt die Kunstinstallation <\/p>\n<p>Die 43.000 Euro Projektkosten konnten mithilfe der Erzbischof-Hermann-Stiftung des Bistums Freiburg gestemmt werden. F\u00fcr die Stiftung betonte Dompfarrer Alexander Halter, dass die Installation \u201eeine neue Bedeutungsschicht\u201c \u00fcber den Kirchenraum gelegt habe und viele Fragen an die Besucher und Betrachter stelle. Kunst d\u00fcrfe in solch einer Weise \u201eirritieren und herausfordern\u201c, so Halter. Dass eine Leserbriefschreiberin sich in der Bistumszeitung \u201eKonradsblatt\u201c \u00fcber Maiers Werk als \u201esymbolischen Firlefanz, den keiner brauche\u201c moniert habe, greife daher viel zu kurz.<\/p>\n<p> \u201eSichtbar \u2013 Unsichtbar\u201c im Freiburger M\u00fcnster ist bis zum 28. September zu sehen. Begleitet wird die Installation von einer Fotoausstellung im M\u00fcnsterforum in der Herrenstra\u00dfe 33.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Sechs Wochen lang hat die bayerische K\u00fcnstlerin Elke Maier im Freiburger M\u00fcnster gearbeitet. 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