{"id":1057557,"date":"2026-05-30T16:28:54","date_gmt":"2026-05-30T16:28:54","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1057557\/"},"modified":"2026-05-30T16:28:54","modified_gmt":"2026-05-30T16:28:54","slug":"sachsenenergie-schliesst-mehr-haushalte-im-dresden-ans-glasfasernetz-an-doch-nicht-jeder-freut-sich","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1057557\/","title":{"rendered":"Sachsenenergie schlie\u00dft mehr Haushalte im Dresden ans Glasfasernetz an \u2013 doch nicht jeder freut sich"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/GlasfaserWGA2.webp\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-197683\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/GlasfaserWGA2.webp\" alt=\"Vorstand Andy Klyscz \u0301links\u0323\u0323\u0323) von der Wohnungsgenossenschaft Aufbau und Sachsenenergie-Vorstand Axel Cunow legen nach dem Glasfaserausbau einen symbolischen Hebel f\u00fcrs schnelle Internet um. Foto: Sachsenenergie\" width=\"1200\" height=\"675\"  \/><\/a>Vorstand Andy Klyscz \u0301links\u0323\u0323\u0323) von der Wohnungsgenossenschaft Aufbau und Sachsenenergie-Vorstand Axel Cunow legen nach dem Glasfaserausbau einen symbolischen Hebel f\u00fcrs schnelle Internet um. Foto: Sachsenenergie<\/p>\n<p>Handwerker kritisieren zunehmende privatwirtschaftliche Aktivit\u00e4ten von kommunalen Unternehmen<\/p>\n<p><strong>Dresden<\/strong>, 29.05.26. Techniker haben in den vergangenen Monaten insgesamt 12.600 Haushalte in Dresden per Glasfaser verkabelt, um dort sehr schnelle Internetverbindungen zu erm\u00f6glichen. Das haben <a href=\"https:\/\/www.sachsenenergie.de\/wps\/portal\/energie\/cms\/menu_main\/sachsenenergie\/newsroom\/presse\/mitteilungen\/mitteilung\/detail\/1d356f78-674f-4e88-9eee-abffeda5046e?PM_from=1778756517857&amp;PM_to=1779966117857&amp;PM_searchText=glasfaser\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Sachsenenergie<\/a> und <a href=\"https:\/\/newsroom.vodafone.de\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Vodafone<\/a> mitgeteilt, die jeweils eigene Ausbauprojekte in den Stadtteilen Laubegast, Seidnitz, B\u00fchlau, Gro\u00dfzschachwitz, Leuben, Gruna und im Sch\u00f6nfelder Hochland vorangetrieben haben. Zugleich regt sich aber auch Widerstand aus der Handwerkerschaft \u2013 nicht an der Glasfaservernetzung an sich, aber am Ausbau kommerzieller Aktivit\u00e4ten kommunaler Unternehmen wie eben Sachsenenergie.<\/p>\n<blockquote>\n<p><strong>\u201eMit gro\u00dfen Sorgen sehen viele Handwerker, dass kommunale Unternehmen ihre Aktivit\u00e4ten immer weiter ausweiten\u201c<br \/><\/strong>Handwerkskammer Dresden<\/p>\n<\/blockquote>\n<p>Dabei ist der Glasfaserausbau durch Sachsenenergie aus Handwerkersicht nur ein Beispiel daf\u00fcr, wie sehr Betriebe in kommunaler Hand in letzter Zeit ihre privatwirtschaftlichen Gesch\u00e4ftsfelder ausbauen. \u201eMit gro\u00dfen Sorgen sehen aktuell viele Handwerker, dass kommunale Unternehmen \u2013 insbesondere aus dem Energiebereich \u2013 ihre Aktivit\u00e4ten immer weiter ausweiten\u201c, <a href=\"https:\/\/www.hwk-dresden.de\/kommunikation-medien\/medieninformationen\/detail\/keine-wettbewerbsverzerrung-handwerker-fordern-mehr-zurueckhaltung-von-firmen-in-kommunaler-han.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">kritisiert die Handwerkskammer Dresden<\/a>. \u201eSie greifen damit aus Sicht des Handwerks in unzul\u00e4ssiger Weise in den freien Markt ein.\u201c Letztlich w\u00fcrden Unternehmen, die Kommunen oder anderen \u00f6ffentlichen Eigent\u00fcmern geh\u00f6ren, damit privaten Betrieben die Auftr\u00e4ge ab, \u00e4rgern sich die Handwerker. \u201eDie Auswirkungen auf das Handwerk sind zu pr\u00fcfen und in die Entscheidung einzubeziehen\u201c, fordert die Kammer. \u201eZudem sind Stellungnahmen der wirtschafts- und berufsst\u00e4ndischen Kammern inhaltlich zu ber\u00fccksichtigen.\u201c<\/p>\n<p>Regionalversorger geh\u00f6rt gr\u00f6\u00dftenteils der Stadt Dresden<\/p>\n<p>Sachsenenergie beispielsweise geh\u00f6rt zu 82,39 Prozent direkt und indirekt der Landeshauptstadt Dresden, die restlichen Anteile halten 148 St\u00e4dte und Gemeinden aus Ostsachsen. L\u00e4ngst erzeugt und verteilt das kommunale Unternehmen aber nicht mehr nur Strom und W\u00e4rme. \u00dcber die Tochter Sachsengigabit etwa baut sie digitale Infrastrukturen und vor allem Glasfasernetze, betreibt sie und vermarktet sie dann. Die Tochter Sachsenenergiebau baut und wartet Energieanlagen. Hier sind viele \u00dcberlappungen zu den Aktivit\u00e4ten privatwirtschaftlicher Unternehmen m\u00f6glich. Und Handwerker m\u00fcssen unter Umst\u00e4nden f\u00fcrchten, bei solchen Auftr\u00e4gen gegen\u00fcber einem \u00f6ffentlichen Konzern, der stabile und erhebliche Einnahmen durch den Strom-, Gas- und W\u00e4rmeverkauf hat, den K\u00fcrzeren zu ziehen.<\/p>\n<p>Andererseits verweist Sachsenenergie darauf, gerade beim Glasfaserausbau in erster Linie Versorgungsl\u00fccken zu schlie\u00dfen, die eben private Akteure aus Kostengr\u00fcnden au\u00dfer Acht lassen. Letztlich l\u00e4uft diese Argumentation darauf hinaus, dass ein kommunales Unternehmen ein Marktversagen kittet.<\/p>\n<p>Gewinne flie\u00dfen letztlich in kommunale Haushalte<\/p>\n<p>Im konkreten Fall hatte Sachsenenergie 800 Geb\u00e4ude der \u201eWohnungsgenossenschaft Aufbau\u201c in Dresden verglasfasert. \u201eGlasfaser darf kein Privileg f\u00fcr Hausbesitzer sein\u201c, betont Sachsenenergie-Vorstand Axel Cunow. \u201eMit diesem Ausbau zeigen wir, dass auch Mieterinnen und Mieter Zugang zur leistungsf\u00e4higsten digitalen Infrastruktur haben k\u00f6nnen \u2013 und zwar im gro\u00dfen Ma\u00dfstab.\u201c Hinzu komme: \u201eAls Kommunalversorger flie\u00dfen die Gewinne der Sachsenenergie in die Kommunen und die Wirtschaftskraft vor Ort.\u201c<\/p>\n<p>Sachsenenergie baut dabei die eigenen Glasfasernetze aus, die urspr\u00fcnglich f\u00fcr betriebsinterne Zwecke entstanden waren \u2013 beispielsweise f\u00fcr die Kommunikation zwischen Kraftwerken, Leitstellen sowie im Bus- und Stra\u00dfenbahnnetz. In Dresden hatte das Unternehmen mit diesen Gigabit-f\u00e4higen Lichtleiternetzen zun\u00e4chst Rathausstandorte, Schulen und andere \u00f6ffentliche Geb\u00e4ude verbunden, dann unterversorgte Gewerbegebiete \u2013 und inzwischen eben auch Privathaushalte in Dresden sowie in den Landkreisen Mei\u00dfen, G\u00f6rlitz, S\u00e4chsische Schweiz-Osterzgebirge und Bautzen ans schnelle Internet mit Glasfaser an. \u201eZiel ist es, bis 2028 in Sachsen 200.000 Haushalte mit einem Glasfaseranschluss zu versorgen\u201c, hei\u00dft es von Sachsenenergie.<\/p>\n<p>Kammer: Auch Bauh\u00f6fe schnappen privaten Handwerker Auftr\u00e4ge weg<\/p>\n<p>Die Kritik der Handwerkskammer ist freilich ohnehin nur peripher auf den Ausbau der Telekommunikationsnetze gem\u00fcnzt: Viel st\u00e4rker noch sorgen sich die lokalen Handwerker gerade auch jenseits der Gro\u00dfst\u00e4dte in Sachsen um die Auftr\u00e4ge bei Schulsanierungen, Solartechnikausbau, Hausausbau oder Stra\u00dfenbau: Auch in diesen Sektoren \u201ewildern\u201c aus Kammersicht neben Sachsenenergie auch viele kleine kommunale Unternehmen wie etwa die Bauh\u00f6fe der Gemeinden, bieten beispielsweise Photovoltaik- oder andere Elektroinstallations-Leistungen \u201enebenher\u201c mit an.<\/p>\n<p>Zwar ist es kein ganz neues Ph\u00e4nomen, dass beispielsweise kommunale Bauh\u00f6fe ohne gro\u00dfe Ausschreibung schnell mal die Schlagl\u00f6cher auf der Stra\u00dfe flicken oder die Solaranlage auf dem Schuldach gleich mit installieren. Allerdings sieht die Handwerkskammer einen Trend, dass diese \u00f6ffentlichen Unternehmen private Handwerksbetriebe schlucken, um ihr Portefeuille auszuweiten und sich rare Fachkr\u00e4fte zu sichern. Zudem ist angesichts der jahrelangen Multikrise in Deutschland auch die Schmerzgrenze f\u00fcr viele Meister gesunken: Wer um jeden kleinen Auftrag ringen muss, \u00e4rgert sich eben doppelt, wenn der von einem \u00f6ffentlichen Betrieb weggeschnappt wird.<\/p>\n<p>Autor: <a href=\"https:\/\/oiger.de\/heiko-weckbrodt\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Heiko Weckbrodt<\/a><\/p>\n<p>Quellen: Sachsenenergie, Handwerkskammer, Vodafone<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"285\" height=\"284\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/Oiger-001.jpg\" alt=\"Repro: Oiger, Original: Madeleine Arndt\" class=\"wp-image-80160\" style=\"width:130px;height:auto\"  \/><\/p>\n<p class=\"has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-e7a7d44989b57757e168b6fff7193e32 wp-block-paragraph\" style=\"color:#185c84\"><strong>Ihre Unterst\u00fctzung f\u00fcr Oiger.de!<\/strong><\/p>\n<p class=\"has-text-color has-link-color wp-elements-918b69199ff2c1183b359612d6a15f37 wp-block-paragraph\" style=\"color:#154966\"><strong>Ohne hinreichende Finanzierung ist unabh\u00e4ngiger Journalismus nach professionellen Ma\u00dfst\u00e4ben nicht dauerhaft m\u00f6glich. 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