{"id":1057827,"date":"2026-05-30T19:13:14","date_gmt":"2026-05-30T19:13:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1057827\/"},"modified":"2026-05-30T19:13:14","modified_gmt":"2026-05-30T19:13:14","slug":"neuer-fdp-chef-kubicki-gewinnt-gegen-strack-zimmermann-afd-streit-praegt-parteitag","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1057827\/","title":{"rendered":"Neuer FDP-Chef: Kubicki gewinnt gegen Strack-Zimmermann \u2013 AfD-Streit pr\u00e4gt Parteitag"},"content":{"rendered":"<p class=\"is-first-paragraph\" data-external=\"Article.FirstParagraph\">Wolfgang Kubicki ist neuer Bundesvorsitzender der FDP. Der 74-J\u00e4hrige setzte sich beim Parteitag in Berlin in einer Kampfabstimmung am Samstag gegen die Europapolitikerin Marie-Agnes Strack-Zimmermann durch. Diese hatte \u00fcberraschend gegen ihn kandidiert.<\/p>\n<p>Kubicki erhielt 390 Stimmen (59,27 Prozent), auf Strack-Zimmermann entfielen 259 Stimmen (39,36 Prozent). Vier Delegierte enthielten sich, f\u00fcnf stimmten f\u00fcr beide mit Nein. Kubicki nahm die Wahl an \u2013\u00a0und erbat sich mehr Zeit f\u00fcr seine Rede als neuer Parteivorsitzender. Diese will er am Abend halten.<\/p>\n<p>Als erster Stellvertreter wurde Henning H\u00f6ne (71 Prozent) gew\u00e4hlt. Weitere Stellvertreter wurden die Europapolitikerin Svenja Hahn (71 Prozent) und die fr\u00fchere FDP-Generalsekret\u00e4rin Linda Teuteberg (66,4 Prozent).<\/p>\n<p>Der bayerische Landespolitiker Martin Hagen wurde zum neuen Generalsekret\u00e4r gew\u00e4hlt. Der 44-J\u00e4hrige erhielt 58,8 Prozent der Stimmen. Knapp 37 Prozent stimmten gegen ihn, der Rest enthielt sich.<\/p>\n<p>Er habe zwar nicht vor, mit dem neuen Parteivorsitzenden Kubicki \u201ein einen Wettbewerb um Lautst\u00e4rke einzusteigen oder in einen Wettbewerb um den kreativsten Kraftausdruck\u201c, sagte Hagen. Er sei aber \u00fcberzeugt, dass es nicht schade, \u201ewenn in einer Partei mehr als nur eine Person an der Spitze ist, die zuspitzen kann\u201c. In einer Partei, die nicht im Bundestag vertreten ist, d\u00fcrfte ein Generalsekret\u00e4r \u201ekein Leisetreter\u201c sein.<\/p>\n<p>Kubicki: FDP muss Stimme derjenigen sein, die jeden Tag anpacken<\/p>\n<p>Die Europapolitikerin Strack-Zimmermann hatte sich auf dem Parteitag \u00fcberraschend bereit erkl\u00e4rt, gegen Kubicki anzutreten, der bislang der einzige Kandidat war. Die Verteidigungspolitikerin begr\u00fcndete ihre Kandidatur damit, dass die FDP einen neuen Aufbruch ben\u00f6tige, den sie besser verk\u00f6rpern k\u00f6nne als Kubicki. <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/politik\/deutschland\/article6a1ade1fbf5b78f90d009387\/fdp-parteitag-strack-zimmermann-kandidiert-gegen-kubicki-plan-wurde-bis-zuletzt-geheimgehalten.html\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/politik\/deutschland\/article6a1ade1fbf5b78f90d009387\/fdp-parteitag-strack-zimmermann-kandidiert-gegen-kubicki-plan-wurde-bis-zuletzt-geheimgehalten.html&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Scharfe Kritik \u00fcbte Strack-Zimmermann an \u00dcberlegungen von Kubicki, die strikte Ausgrenzung der AfD aufzugeben<\/a>.<\/p>\n<p>Kubicki und Strack-Zimmermann gelten parteiintern seit Langem als Kontrahenten. Der neue FDP-Chef hatte in einer ersten Reaktion die Gegenkandidatur begr\u00fc\u00dft. \u201eMeine Danksagung geht an Marie-Agnes Strack-Zimmermann, weil ich froh dar\u00fcber bin, dass die beiden alten Schlachtr\u00f6sser jetzt ins Geschirr gehen\u201c, sagte er in seiner Bewerbungsrede f\u00fcr den Parteivorsitz.<\/p>\n<p>Kubicki warb daf\u00fcr, die FDP als Partei der Marktwirtschaft und der Freiheitsrechte zu profilieren. \u201eDie FDP wird gebraucht als Kraft der sozialen Marktwirtschaft, nicht der sozialen Umverteilung\u201c, sagte Kubicki. Die FDP leide darunter, dass sich in der \u00d6ffentlichkeit ein \u201ev\u00f6lliges Zerrbild\u201c festgesetzt habe. Es sei die FDP selbst, \u201edie es nicht geschafft hat, ein anderes Bild von uns zu vermitteln\u201c, kritisierte Kubicki. Die FDP m\u00fcsse wieder \u201edie Stimme derjenigen sein, die jeden Tag anpacken \u2013 von den Handwerksmeistern bis zum Krankenpfleger, vom Imbissbesitzer in der Gro\u00dfstadt bis zum Landwirt, vom Angestellten bis zum Manager\u201c.<\/p>\n<p>AfD-Streit in der FDP<\/p>\n<p><a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/politik\/deutschland\/article6a193cc6672896fe8f16544c\/brandmauer-streit-in-fdp-kubickis-designierter-vize-stellt-sich-gegen-ihn-will-keinerlei-zusammenarbeit-mit-afd.html\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/politik\/deutschland\/article6a193cc6672896fe8f16544c\/brandmauer-streit-in-fdp-kubickis-designierter-vize-stellt-sich-gegen-ihn-will-keinerlei-zusammenarbeit-mit-afd.html&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">In der FDP war kurz vor dem Parteitag ein Streit \u00fcber den Umgang mit der AfD entbrannt<\/a>. Kubicki und sein Generalsekret\u00e4r Martin Hagen hatten klargestellt, dass sie eine Abkehr von der \u201eBrandmauer\u201c-Strategie bef\u00fcrworten \u2013 Hagen bezeichnete diese Strategie als \u201ePopanz\u201c. Die beiden Liberalen betrachten die AfD zwar als Gegner der FDP und wollen nicht mit ihr zusammenarbeiten. Sie lehnen es aber nicht grunds\u00e4tzlich ab, dass in Parlamenten gemeinsame Mehrheiten mit der AfD zustande kommen, wenn inhaltlich die Positionen der FDP ber\u00fccksichtigt werden.<\/p>\n<p>Kubicki und Hagen betonten in ihren Reden auf dem Parteitag ihre Distanz zur AfD. \u201eEs wird mit Liberalen nie eine Zusammenarbeit mit der AfD geben, niemals\u201c, sagte Kubicki. <\/p>\n<p>Auch Hagen grenzte sich scharf von der AfD ab: \u201eEine Partei, in der f\u00fchrende Protagonisten v\u00f6lkisches Gedankengut pflegen und das deutsche Staatsvolk als ethnisch homogene Abstammungsgemeinschaft definieren, kann niemals Koalitionspartner f\u00fcr unsere FDP sein\u201c, sagte er. \u201eWer Menschen aufgrund ihrer Abstammung abspricht, Deutsche zu sein, dessen Geisteshaltung ist von der unseren so kilometerweit entfernt, dass es keine Brandmauer braucht, um sich abzugrenzen.\u201c<\/p>\n<p>Strack-Zimmermann \u00fcber scharfe Kritik daran, dass Kubicki die \u201eBrandmauer\u201c in Frage gestellt hatte. Die FDP k\u00f6nne dadurch zwar \u201eApplaus und das Schulterklopfen von reaktion\u00e4ren Stammtischen\u201c bekommen, gew\u00e4hlt werde sie aber deswegen nicht, sagte sie. Strack-Zimmermann nannte Kubicki in ihrer Rede nicht beim Namen, spielte aber kritisch auf dessen Stil an: \u201eM\u00fcssen wir noch lauter werden, noch sch\u00e4rfere Pointen formulieren, noch mehr mit Emp\u00f6rung und Provokation arbeiten?\u201c<\/p>\n<p>Die Verteidigungspolitikerin verteidigte im Fernsehsender Phoenix ihre spontane Kandidatur. Mit ihrem Ergebnis von 40 Prozent sei sie zufrieden. \u201eEs ist wichtig, auch das Signal an Wolfgang Kubicki, mit dem ich ja seit 2013 zusammenarbeite, zu signalisieren, dass es einen Kurs in der Partei gibt und M\u00e4nner und Frauen in der Partei, die wollen keine Verschiebung unserer Koordinaten. Insofern, das war mein Wunsch. Ich bin von vielen angeschrieben, angerufen worden, sie wollen die Partei verlassen, und das tun sie jetzt nicht mehr.\u201c<\/p>\n<p>Erste Bew\u00e4hrungsproben schon bei Wahlen im Herbst<\/p>\n<p>Der fr\u00fchere Fraktionschef Christian D\u00fcrr war nach dem Scheitern der Liberalen an der F\u00fcnf-Prozent-H\u00fcrde bei der Bundestagswahl im Februar 2025 an die Spitze der Partei getreten. Ihm gelang es aber nicht, das Ruder herumzurei\u00dfen. In diesem Jahr kassierte die FDP bei den Landtagswahlen in Baden-W\u00fcrttemberg (4,4 Prozent) und Rheinland-Pfalz (2,1 Prozent) bittere Niederlagen. In beiden L\u00e4ndern kam sie nicht mehr in den Landtag. Daraufhin traten Pr\u00e4sidium und Bundesvorstand zur\u00fcck.<\/p>\n<p>Die neue F\u00fchrungsmannschaft wird nur f\u00fcr ein Jahr gew\u00e4hlt. Die erste Bew\u00e4hrungsprobe hat die neue Spitzenperson bereits im September vor sich. Dann werden in Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern und Berlin neue Landesparlamente gew\u00e4hlt.<\/p>\n<p>In Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt sitzen die Freien Demokraten noch in den Landtagen, in Magdeburg geh\u00f6ren sie sogar der Landesregierung an. In allen drei L\u00e4ndern liegt die FDP aktuell in den Meinungsumfragen aber bei unter 5 Prozent.<\/p>\n<p>Noch wichtiger werden die Landtagswahlen im April kommenden Jahres in Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen sein. Schleswig-Holstein ist die Heimat von Kubicki, NRW die von H\u00f6ne, der nun zum Stellvertreter Kubickis gew\u00e4hlt werden will. Misserfolge in beiden L\u00e4ndern w\u00fcrden die neue FDP-Spitze stark besch\u00e4digen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Wolfgang Kubicki ist neuer Bundesvorsitzender der FDP. 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