{"id":1058994,"date":"2026-05-31T07:45:20","date_gmt":"2026-05-31T07:45:20","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1058994\/"},"modified":"2026-05-31T07:45:20","modified_gmt":"2026-05-31T07:45:20","slug":"leipzig-wie-musiker-abdou-sam-jarju-mit-trommeln-und-herz-menschen-zusammenbringt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1058994\/","title":{"rendered":"Leipzig: Wie Musiker Abdou Sam Jarju mit Trommeln und Herz Menschen zusammenbringt"},"content":{"rendered":"<p class=\"text\">\nSeine drei Br\u00fcder f\u00fchren ihn ans Musizieren heran. &#8222;Wir haben als Kinder selbst Trommeln gebaut&#8220;, sagt Jarju. Von anderen Musikern lernt er Gitarre, Keyboard und Bass zu spielen. Dann nimmt ihn Tatadinding Jobateh unter seine Fitische &#8211; nach Worten von Jarju einer der besten Kora-Spieler Gambias. &#8222;Die Kora ist eine traditionelle, afrikanische Harfe.&#8220;\n<\/p>\n<p>Tourneen durch Afrika und Europa<\/p>\n<p class=\"text\">\nAuf der Bank sitzend nimmt der 44-J\u00e4hrige das Instrument in die H\u00e4nde. Seine Finger gleiten \u00fcber die insgesamt 21 Saiten. Vertr\u00e4umte, weiche T\u00f6ne erklingen, dann der harmonische Gesang Jarjus. &#8222;Fast jedes Jahr versuche ich Familie und Freunde in Gambia zu besuchen&#8220;, erz\u00e4hlt Jarju. Mit Tatadinding Jobateh tourt er viele Jahre erst durch den afrikanischen Kontinent, dann durch Europa. Bei seiner ersten Tour ist er 26.\n<\/p>\n<p class=\"text\">\nIn Gambia lernt er eine Deutsche kennen. Sie verlieben sich und Jarju zieht mit ihr im Jahr 2000 nach Dresden. Nach 26 Jahren sei er seiner Ex-Frau immer noch sehr dankbar, erz\u00e4hlt er, weil diese ihn mit vielen Menschen vernetzt habe. Hilfreich f\u00fcr seine Musiker-Laufbahn in Deutschland.\n<\/p>\n<p>Anderen einen Ankerpunkt geben<\/p>\n<p class=\"text\">\nDer Musiker brennt damals vor allem f\u00fcr eine Stadt: &#8222;Ich habe mich in Leipzig verliebt.&#8220; Als er in der Messestadt angekommen ist, gr\u00fcndet er den Verein Y.I.L.P. International.\n<\/p>\n<blockquote>\n<p class=\"text\">Ich habe mich in Leipzig verliebt. <\/p>\n<p>Abdou Sam Jarju<br \/>\nlebt seit 26 Jahren in Deutschland <\/p>\n<\/blockquote>\n<p class=\"text\">\nDer Verein soll f\u00fcr die migrantische Menschen ein Anker sein, die sich noch nicht zu Hause in Deutschland f\u00fchlen und die Orientierung suchen. &#8222;Wir zeigen ihnen die Stellen, damit sie sich wohl f\u00fchlen in der Stadt&#8220;, sagt der Leipziger. So unterst\u00fctzen er und seine Mitstreiter die Menschen etwa bei Beh\u00f6rdeng\u00e4ngen. Dabei sei die Anlaufstelle offen f\u00fcr alle.\n<\/p>\n<p>\nWas macht der Verein Y.I.L.P. International<br \/>\nDer Verein Y.I.L.P. International wurde 2016 gegr\u00fcndet und hat 34 Mitglieder. Die Abk\u00fcrzung steht f\u00fcr Youth Integration Livelihood Improvement Project (Projekt zur Integration und Verbesserung der Lebensgrundlagen von Jugendlichen). Zielgruppe sind allgemein aus (West-)Afrika stammende Menschen, die heute in Leipzig und anderen St\u00e4dten leben. Dem Verein geh\u00f6ren aber auch Mitglieder anderer Nationen an. Hauptanliegen sind: Verst\u00e4ndnis und Zusammenarbeit zwischen den Kulturen zu f\u00f6rdern, praktische Hilfe und Unterst\u00fctzung sowohl Menschen in Afrika als auch hier lebenden Emigrantinnen und Emigranten zukommen zu lassen und zu leisten.<\/p>\n<p>Stadt Leipzig <\/p>\n<p>Treffpunkt offen f\u00fcr alle Menschen<\/p>\n<p class=\"text\">\nJarju \u00f6ffnet die T\u00fcr zu dem DDR-Messebau. Sein knallig gelbes Hemd und die Hose, auf denen Fr\u00fcchte und Bl\u00e4tter zu sehen sind, heben ihn vom Grau des Zweckbaus ab. Seine Kleidung strahlt Lebensfreude und W\u00e4rme aus.\n<\/p>\n<p class=\"text\">\nIm Erdgeschoss zeigt Jarju die Vereinsr\u00e4ume, in denen sich die Mitglieder jedes Wochenende treffen und zu Weihnachten, Silvester oder anderen Feiertagen feiern. Die R\u00e4ume wirken klein mit den flimmernden Leuchtstoffr\u00f6hren an der Decke. Er sei dankbar f\u00fcr diesen Ort, erkl\u00e4rt Jarju, obwohl er nicht vollends mit den r\u00e4umlichen Bedingungen zufrieden sei.\n<\/p>\n<p class=\"text\">\nAus seiner Sicht fehlt \u00fcberhaupt ein Ort, an dem sich migrantische Menschen in Leipzig treffen k\u00f6nnen und an dem sie sich austauschen und spielen k\u00f6nnen.\n<\/p>\n<p>Musik, die verbinden soll<\/p>\n<p class=\"text\">\nIn einem anderen kleinen Raum stehen h\u00fcftgro\u00dfe, mittlere und auch ganz kleine Trommeln nebeneinander. Jarju beginnt begeistert darauf zu spielen. Er freut sich bereits auf das Afrika-Festival &#8222;1000 Drums&#8220; in Leipzig, das er zusammen mit seinem Verein vor einigen Jahren initiiert hatte und jedes Jahr organisiert. Am 29. und 30. August soll es wieder viele Menschen anlocken, sagt Jarju. &#8222;Musik, Kultur und Festivals bringen die Menschen zusammen.&#8220;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Seine drei Br\u00fcder f\u00fchren ihn ans Musizieren heran. &#8222;Wir haben als Kinder selbst Trommeln gebaut&#8220;, sagt Jarju. 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