{"id":1060496,"date":"2026-05-31T23:23:14","date_gmt":"2026-05-31T23:23:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1060496\/"},"modified":"2026-05-31T23:23:14","modified_gmt":"2026-05-31T23:23:14","slug":"berlin-urlaub-und-co-was-wenn-ich-schoenes-nicht-geniessen-kann","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1060496\/","title":{"rendered":"Berlin | Urlaub und Co.: Was, wenn ich Sch\u00f6nes nicht genie\u00dfen kann?"},"content":{"rendered":"<p>Berlin (dpa\/tmn) &#8211; Das Konzert, das das Highlight des Monats werden sollte. Der Urlaub, auf den man wochenlang hingefiebert hat. Oder sogar die eigene Hochzeit &#8211; der angeblich sch\u00f6nste Tag im Leben.\u00a0<\/p>\n<p>Doch ist das Ereignis dann da, kann man es einfach nicht genie\u00dfen. Wie kann das sein? Laut Michaela Wegener von der Deutschen Gesellschaft f\u00fcr Positive Psychologie (DGPP) ist das gar nicht so ungew\u00f6hnlich.\u00a0<\/p>\n<p>Sie ermutigt dazu, ungute Gef\u00fchle in so einer Situation als Informationsquelle zu betrachten. Irgendetwas will es einem sagen: \u00abUnd wenn ich verstanden habe, was, wird das Gef\u00fchl sich ver\u00e4ndern. Wahrscheinlich geht es sogar weg.\u00bb<\/p>\n<p>Neben dem Sch\u00f6nen ist da oft noch etwas anderes<\/p>\n<p>Was kann dahinterstecken? Vielleicht ist da Stress, weil man sich unbewusst unter Druck setzt, den Tag zu genie\u00dfen oder f\u00fcr andere genie\u00dfbar zu gestalten. Klassiker: die eigene Hochzeit. \u00abIch \u00fcbernehme so sehr Verantwortung daf\u00fcr, dass es sch\u00f6n wird, dass ich es genau deswegen selbst nicht mehr genie\u00dfen kann\u00bb, beschreibt Michaela Wegener.\u00a0<\/p>\n<p>Zum anderen k\u00f6nnen \u00e4u\u00dfere Faktoren, die uns herausfordern, das Sch\u00f6ne \u00fcberlagern. Treffe ich bei einer Familienfeier etwa auf Verwandte, mit denen es Konflikte gibt? Oder kann der Urlaub gar nicht so erholsam sein, weil ich kleine Kinder dabeihabe? \u00abDann sind da zwei Gef\u00fchle gleichzeitig\u00bb, so die Psychologin.<\/p>\n<p>Wichtig: In manchen F\u00e4llen steckt hinter dem Ph\u00e4nomen, Sch\u00f6nes nicht genie\u00dfen zu k\u00f6nnen, auch eine sogenannte Anhedonie. Sie ist ein Symptom von Depressionen und Psychosen. Wer sich zus\u00e4tzlich im Alltag antriebslos f\u00fchlt oder famili\u00e4r mit Psychosen vorbelastet ist, sollte das \u00e4rztlich abkl\u00e4ren lassen.<\/p>\n<p>Und nun: Ist das Ereignis noch zu retten?<\/p>\n<p>Was hilft akut, wenn ich merke, dass ich etwas eigentlich Sch\u00f6nes nicht genie\u00dfen kann? \u00abManchmal hilft es tats\u00e4chlich, eine Runde weinen zu gehen\u00bb, sagt Michaela Wegener. Denn: In dem Moment, wo wir wahrnehmen und anerkennen, wie wir uns wirklich f\u00fchlen, passiert schon ganz viel. Innerlich kehrt dann ein St\u00fcck Ruhe ein.\u00a0<\/p>\n<p>Selbstreflexion ist daf\u00fcr das A und O: Wenn ich verstehe, woher das ungute Gef\u00fchl kommt, das sich \u00fcber die Freude gelegt hat, kann ich Strategien entwickeln, damit umzugehen. Also etwa schauen: Wie l\u00e4sst sich der innere Stress reduzieren? Oder: Wie gehe ich mit einem Konflikt um, sodass ich eine Feier trotzdem noch genie\u00dfen kann?\u00a0<\/p>\n<p>Dabei geht es auch darum, realistische Erwartungen zu entwickeln. \u00abWenn ich zum Beispiel mit kleinen Kindern in den Urlaub fahre und erwarte, mich zu entspannen, dann muss ich das verdammt gut planen und bestimmt auch Abstriche machen\u00bb, sagt Michaela Wegener.<\/p>\n<p>Fazit: Ertappen wir uns dabei, etwas Sch\u00f6nes nicht zu genie\u00dfen, ist es in vielen F\u00e4llen noch zu retten. Wer unguten Gef\u00fchlen zun\u00e4chst Raum l\u00e4sst, macht Platz daf\u00fcr, dass sich im Anschluss auch wieder Freude breit machen kann.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Berlin (dpa\/tmn) &#8211; Das Konzert, das das Highlight des Monats werden sollte. 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