{"id":106083,"date":"2025-05-13T01:06:20","date_gmt":"2025-05-13T01:06:20","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/106083\/"},"modified":"2025-05-13T01:06:20","modified_gmt":"2025-05-13T01:06:20","slug":"alte-pinakothek-in-muenchen-kauf-millionenschweres-werk-aus-der-duerer-zeit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/106083\/","title":{"rendered":"Alte Pinakothek in M\u00fcnchen kauf millionenschweres Werk aus der D\u00fcrer-Zeit"},"content":{"rendered":"<p><strong>M\u00fcnchen<\/strong> &#8211; Seit Monaten war die Stimmung nicht mehr so entspannt, ja ausgelassen. Wenn solche Tafeln ins Haus schweben, kann man freilich nur jubeln \u2013 um angezogen von den Feinheiten dieser Himmelsk\u00f6nigin fast and\u00e4chtig zu werden.<\/p>\n<p>Vor zwei Jahren wurde Hans Baldung gen. Griens Andachtsbild f\u00fcr einen horrenden Millionenbetrag auf der Kunstmesse Tefaf in Maastricht angeboten. Jetzt ist es gelungen, das Gem\u00e4lde mit viel Verhandlungsgeschick und Mitteln aus gleich drei Kassen f\u00fcr die Alte Pinakothek an Land zu ziehen.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/muc_silhouette_short.svg.svg+xml\"\/><\/p>\n<p>F\u00fcnf Millionen Euro dank potenter neuer Partner<\/p>\n<p>F\u00fcnf Millionen Euro sind zwar keine Peanuts, aber f\u00fcr ein solches Meisterwerk absolut angemessen. Und ganz wichtig: &#8222;Alles auf Gr\u00fcn!&#8220;, also mit astreiner Provenienz. Kunstminister Markus Blume konnte sich diese Anmerkung w\u00e4hrend der Pr\u00e4sentation nicht verkneifen. Die Vers\u00e4umnisse bei der Restitution von NS-Raubkunst hatten nicht nur die Bayerischen Staatsgem\u00e4ldesammlungen m\u00e4chtig in die Kritik gebracht und f\u00fcr einen F\u00fchrungswechsel in den Museen gesorgt.<\/p>\n<p>Da ist also viel nachzuarbeiten, umso sch\u00f6ner, wenn die Sammlungen elegant und korrekt erweitert werden. Und bei einer solchen Gelegenheit auch die finanziellen Mittel locker gemacht werden: Die Pesl-Stiftung, potenter neuer Partner der Pinakotheken, von dem noch einiges zu erwarten ist, die Ernst von Siemens Kunststiftung \u2013 ohne sie geht bei Museumsank\u00e4ufen, Ausstellungen und Katalogen in Deutschland ziemlich wenig \u2013 sowie der 1953 zur Unterst\u00fctzung des Wiederaufbaus der Alten Pinakothek gegr\u00fcndet Pinakotheks-Verein haben sich zusammengetan, um die Maria aus den USA nach M\u00fcnchen zu holen.<\/p>\n<p>     <img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/1561382_neuerwerbung-alte-pinakothek_artikelbild-75proz_1E8tYj_W9NRGT.jpg\" alt=\"Das Werk &quot;Maria als Himmelsk\u00f6nigin&quot; bereichert fortan die Alte Pinakothek. Auch Kunstminister Markus Blume war bei der Vorstellung anwesend.\" title=\"Das Werk &quot;Maria als Himmelsk\u00f6nigin&quot; bereichert fortan die Alte Pinakothek. Auch Kunstminister Markus Blume war bei der Vorstellung anwesend.\" width=\"609\" height=\"441\"\/><\/p>\n<p>      Das Werk &#8222;Maria als Himmelsk\u00f6nigin&#8220; bereichert fortan die Alte Pinakothek. Auch Kunstminister Markus Blume war bei der Vorstellung anwesend.<br \/>\n      \u00a9 Peter Kneffel\/dpa<\/p>\n<p>    Das Werk &#8222;Maria als Himmelsk\u00f6nigin&#8220; bereichert fortan die Alte Pinakothek. Auch Kunstminister Markus Blume war bei der Vorstellung anwesend.<\/p>\n<p>von Peter Kneffel\/dpa <\/p>\n<p>&#8222;}&#8220;&gt; <\/p>\n<p>Dort war sie die letzten zehn Jahre, davor, von 1928 bis 1977 \u00fcbrigens im Eigentum des j\u00fcdischen Sammlers Robert von Hirsch, der 1933 nach Basel emigrieren konnte \u2013 mit seinen Sch\u00e4tzen, unter denen die Baldung-Madonna einen besonderen Platz eingenommen hat.<\/p>\n<p>Ungew\u00f6hnliche Komposition<\/p>\n<p>Das \u00fcberaus raffinierte, kleine Gem\u00e4lde zeigt interessante Widerspr\u00fcche. Die hat Baldung bei der Entstehung um 1516\/18 zwar nicht erfunden, aber in dieser Kombination sind sie doch einzigartig. Das beginnt bei der Himmelsk\u00f6nigin, die so gar nicht majest\u00e4tisch auftritt, sondern einfach ihr Kind stillt (das ist der Typus Maria lactans).<\/p>\n<p>Ihr Nimbus funktioniert zwar als solcher, ist aber eine Himmelserscheinung. Der umwerfend feine Schleier ums\u00e4umt die Marienkrone \u2013 und dient zugleich als Wickeltuch f\u00fcrs Kind.<\/p>\n<p>So k\u00f6nnte man das lange weitertreiben, dieser bedeutendste Mitarbeiter Albrecht D\u00fcrers ist bekannt f\u00fcr au\u00dfergew\u00f6hnliche bis bizarre Kompositionen. Himmlisches und Irdisches, auch Tugendhaftes und Teufelszeug hat er zusammengebracht. Seine nackten Hexen verrenken sich teilweise wie an den Pole-Dance-Stangen einer Rotlicht-Bar. Um die \u00fcblichen Sittlichkeitsvorstellungen hat sich der Sohn einer Gelehrtenfamilie aus Schw\u00e4bisch Gm\u00fcnd nicht gek\u00fcmmert.<\/p>\n<p>Was ihn keineswegs daran hinderte, m\u00e4dchenhaft keusche Madonnen zu malen. Die Skizzen zur Himmelsk\u00f6nigin demonstrieren, wie wichtig Baldung dieser Aspekt gewesen sein muss. All das wird man ab 5. Juni im Rahmen der Pr\u00e4sentation &#8222;Wie Bilder erz\u00e4hlen&#8220; im Saal XII studieren k\u00f6nnen.\u00a0\u00a0<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"M\u00fcnchen &#8211; Seit Monaten war die Stimmung nicht mehr so entspannt, ja ausgelassen. 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