{"id":106085,"date":"2025-05-13T01:07:09","date_gmt":"2025-05-13T01:07:09","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/106085\/"},"modified":"2025-05-13T01:07:09","modified_gmt":"2025-05-13T01:07:09","slug":"hamburg-raus-aufs-land-so-ueberzeugen-sie-ihren-arbeitgeber","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/106085\/","title":{"rendered":"Hamburg | Raus auf`s Land? So \u00fcberzeugen Sie ihren Arbeitgeber"},"content":{"rendered":"<p class=\"bodytext\">Hamburg (dpa\/tmn) &#8211; Wer tr\u00e4umt nicht von einem ruhigen Leben auf dem Land, das sich noch dazu perfekt mit dem Beruf vereinbaren l\u00e4sst? Der Wunsch nach mehr Lebensqualit\u00e4t und g\u00fcnstigerem Wohnraum ist verst\u00e4ndlich. Doch Arbeitgeber achten vor allem darauf, ob die Arbeit weiterhin effizient und qualitativ erledigt wird. Und genau davon gilt es, Chef oder Chefin zu \u00fcberzeugen.<\/p>\n<p>Rechtlich ist der Wohnort Privatsache, ob in der N\u00e4he des Arbeitsplatzes oder auf dem Land. \u00abDer Arbeitgeber hat hier kein Mitspracherecht\u00bb, sagt Doris-Maria Schuster, Rechtsanw\u00e4ltin und Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Arbeitsrecht im Deutschen Anwaltverein. Nur in Ausnahmef\u00e4llen verpflichtet eine Vertragsklausel zu einem Wohnsitz nahe der Arbeitsst\u00e4tte.<\/p>\n<p>Kein Rechtsanspruch auf mobiles Arbeiten<\/p>\n<p>Wer remote arbeiten m\u00f6chte, sollte eine T\u00e4tigkeit aus\u00fcben, die nicht an einen festen Standort gebunden ist. Eine Stelle, bei der man nie vor Ort ist, also \u00abfully remote\u00bb arbeitet, sei je nach Branche, Unternehmen und T\u00e4tigkeit durchaus vorstellbar, sagt Stefanie Bickert, Jobexpertin bei Indeed.\u00a0<\/p>\n<p>Ohne Betriebsvereinbarung oder Tarifvertrag, der Homeoffice oder mobiles Arbeiten regelt, gilt laut Schuster: Die Arbeit ist im Betrieb des Arbeitgebers zu erledigen. Wie ein Arbeitnehmer dorthin gelangt, ist seine Sache. Ein Rechtsanspruch auf mobiles Arbeiten oder Homeoffice besteht nicht, das muss vertraglich festgelegt werden. Dabei sollte entweder mobiles Arbeiten oder Homeoffice, das hei\u00dft, die Wohnanschrift als Arbeitsort, definiert sein.<\/p>\n<p>Das bedenken viele Arbeitnehmer nicht<\/p>\n<p>Wer seinem Arbeitgeber treu bleiben m\u00f6chte, sollte also \u00fcberzeugende Argumente parat haben. Stefanie Bickerts Tipp: Antizipieren Sie die Erwartungen der F\u00fchrungskraft und schn\u00fcren Sie ein entsprechendes Paket. Zeigen Sie, dass sie wichtige Kundentermine, Meetingtage und Kommunikationswege kennen, bieten Sie feste Erreichbarkeiten an und ein zus\u00e4tzliches Reporting.<\/p>\n<p>Es gilt, die eigenen Interessen mit denen des Gegen\u00fcbers zu verbinden, aber keine verbrannte Erde zu hinterlassen. Drohungen, man werde das Unternehmen verlassen, sollte dem Wunsch nach Homeoffice nicht nachgegeben werden, bringen da gar nichts. Vielmehr sollten Sie \u00c4ngste nehmen und den Mehrwert dieser Arbeitsweise aufzeigen.\u00a0<\/p>\n<p>\u00abMein Traum vom Haus am See ist f\u00fcr meinen Arbeitgeber irrelevant\u00bb, sagt Stefanie Bickert. Konzentrieren Sie sich auf die wesentlichen Fakten f\u00fcr Chef oder Chefin. Was ist gew\u00fcnscht: hybrides Arbeiten? Homeoffice oder mobiles Arbeiten?\u00a0<\/p>\n<p>Widerrufsrecht im Vertrag<\/p>\n<p>Im besten Fall habe man bereits Homeoffice-Erfahrungen und kann diese einbringen, sagt Bickert. Vor einem kl\u00e4renden Gespr\u00e4ch mit Vorgesetzten sollte man sich dar\u00fcber im Klaren sein, was man will und warum. Kann ich das? Bin ich die richtige Pers\u00f6nlichkeit daf\u00fcr? Mobiles Arbeiten, so sagt Stefanie Bickert, braucht ein hohes Ma\u00df an Selbstorganisation.<\/p>\n<p>Welche Belege k\u00f6nnen Sie anf\u00fchren, um zu zeigen, dass Ihre Arbeitsleistungen auch aus der Ferne stimmen? F\u00fchrungskr\u00e4fte f\u00fcrchten oft Kontrollverlust, mangelnde Produktivit\u00e4t oder das Schwinden des Teamgef\u00fchls. Doch wer eingearbeitet und gewissenhaft ist, muss nicht kontrolliert werden. Und: Wer im B\u00fcro zuverl\u00e4ssig arbeitet, wird im Homeoffice nicht zum Low Performer.<\/p>\n<p>Solchen Bedenken l\u00e4sst sich vorbeugen, indem der Vertrag ein Widerrufsrecht f\u00fcr bestimmte, definierte Konstellationen vorsieht. \u00abDer Arbeitgeber k\u00f6nnte die Erlaubnis widerrufen, wenn es nicht reibungslos l\u00e4uft oder die Arbeit nicht erledigt wird\u00bb, sagt `Doris-Maria Schuster. Eine weitere M\u00f6glichkeit w\u00e4re eine Pilotphase, etwa mit einem neuen Projekt, in der Sie noch vor dem Umzug zeigen, wie gut Sie auch von zu Hause aus arbeiten k\u00f6nnen.\u00a0<\/p>\n<p>Argument f\u00fcr die Mitarbeiterbindung<\/p>\n<p>Man signalisiert durch das Gespr\u00e4ch, dass man dem Unternehmen treu bleiben und sich weiterentwickeln will. \u00abInsofern k\u00f6nnte eine neue Arbeitssituation auf dem Land durchaus auch eine Aufstiegschance sein\u00bb, sagt Stefanie Bickert. Vielleicht lerne der Arbeitnehmer remote zu f\u00fchren, oder nehme eine Vorreiterrolle im Unternehmen ein.\u00a0<\/p>\n<p>Mittlerweile ist es in vielen Branchen Usus, an mindestens zwei Tagen die Woche von zu Hause aus zu arbeiten. \u00abDiese gesellschaftliche \u00dcblichkeit ist ein Argument f\u00fcr die Mitarbeiterbindung\u00bb, sagt Doris-Maria Schuster. Wer hier keine Kompromisse eingehe, finde keine neuen Mitarbeitenden.\u00a0<\/p>\n<p>Alle Bed\u00fcrfnisse befriedigen<\/p>\n<p>Die Arbeitsprozesse sollten im neuen Zuhause reibungslos laufen, auch abseits urbaner Zentren. Funktioniert also das WLAN einwandfrei? Ist \u00fcberall Empfang? Um auf dem Land tats\u00e4chlich eine h\u00f6here Lebenszufriedenheit zu erreichen, die bessere Produktivit\u00e4t und Arbeitszufriedenheit f\u00f6rdern k\u00f6nnte, sollten auch andere grundlegende Bed\u00fcrfnisse gekl\u00e4rt sein.\u00a0<\/p>\n<p>Kann ein Kind in einer Kita untergebracht werden? Wie sieht es mit Einkaufsm\u00f6glichkeiten und \u00e4rztlicher Versorgung aus? Nur so l\u00e4sst sich laut Stefanie Bickert die Doppelbelastung aus neuer Arbeits- und Lebensweise auffangen.\u00a0<\/p>\n<p>Ein weiteres Argument f\u00fcr den Umzug aufs Land: Aktuelle Forschung zeige Bickert zufolge, dass Arbeitszufriedenheit auch davon abh\u00e4ngt, wie gut fokussiertes Arbeiten m\u00f6glich ist, ob man zwischendurch den Kopf frei bekommt, sozialer Austausch m\u00f6glich ist und die Arbeit Selbstbestimmung und Selbstwirksamkeit zul\u00e4sst.\u00a0<\/p>\n<p>\u00abGibt es auf dem Land mehr M\u00f6glichkeiten f\u00fcr Konzentrationsphasen, ist das f\u00fcr den Arbeitgeber wichtiger als geringere Lebenshaltungskosten oder Pendelzeiten.<\/p>\n<p>Weitere Optionen einsch\u00e4tzen<\/p>\n<p>Stellt sich die F\u00fchrungskraft bei den Verhandlungen quer, muss man wissen, wo die eigenen Grenzen sind. Kann man der Doppelbelastung aus Arbeit und langen Anfahrtswegen standhalten, wenn die reine Arbeit im Homeoffice unm\u00f6glich ist? Wenn nicht, gilt es, die eigenen Chancen am Arbeitsmarkt einzusch\u00e4tzen und zu schauen, ob man sich woanders verwirklichen kann.\u00a0<\/p>\n<p>Stefanie Bickert r\u00e4t ohnehin, bei der Planung des Umzugs unabh\u00e4ngig vom aktuellen Arbeitgeber auch mitzudenken, welche anderen beruflichen M\u00f6glichkeiten es an dem neuen Ort gibt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Hamburg (dpa\/tmn) &#8211; Wer tr\u00e4umt nicht von einem ruhigen Leben auf dem Land, das sich noch dazu perfekt&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":106086,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1826],"tags":[5934,1140,630,4941,29,30,692,19234,1710,5013,624,1009,41875,1463],"class_list":{"0":"post-106085","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-hamburg","8":"tag-umzug","9":"tag-arbeit","10":"tag-beruf","11":"tag-cjab","12":"tag-deutschland","13":"tag-germany","14":"tag-hamburg","15":"tag-homeoffice","16":"tag-karriere","17":"tag-lifestyle","18":"tag-ratgeber","19":"tag-recht","20":"tag-tmn0380","21":"tag-wohnen"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114497850242638765","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/106085","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=106085"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/106085\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/106086"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=106085"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=106085"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=106085"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}