{"id":1061071,"date":"2026-06-01T05:17:17","date_gmt":"2026-06-01T05:17:17","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1061071\/"},"modified":"2026-06-01T05:17:17","modified_gmt":"2026-06-01T05:17:17","slug":"marylin-monroes-100-geburtstag-harter-weg-zur-kunstfigur","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1061071\/","title":{"rendered":"Marylin Monroes 100. Geburtstag: Harter Weg zur Kunstfigur"},"content":{"rendered":"<p>            <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"ts-image\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/monroe-130.jpg\" alt=\"Marilyn Monroe\" title=\"Marilyn Monroe | ---\/epa\/dpa\"\/><\/p>\n<p class=\"metatextline\">Stand: 01.06.2026 \u2022 06:41 Uhr<\/p>\n<p class=\"article-head__shorttext\">\n        <strong>Ihre Stimme, ihr Gang und ihr L\u00e4cheln machten die Hollywood-Schauspielerin zur globalen Ikone. Doch vieles daran war erlernt und inszeniert. Wie entstand dieser Mythos, und warum wirkt er bis heute?<\/strong>\n    <\/p>\n<p>Von Helen Roth, SWR Kultur\n                    <\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Sie war der Inbegriff von Sexyness, Weiblichkeit und Hollywood. Das L\u00e4cheln, die hauchende Stimme, der schwungvolle Gang, ein wei\u00dfes Kleid \u00fcber dem U-Bahn-Schacht &#8211; all das pr\u00e4gte das Bild Marilyn Monroe. Doch Norma Jeane Baker musste erst lernen, Marilyn Monroe zu werden. Ihr Image war das Ergebnis harter Arbeit und pr\u00e4ziser Selbstinszenierung &#8211; und gilt als eines der fr\u00fchesten Beispiele dessen, was heute &#8222;Personal Branding&#8220; genannt wird.<\/p>\n<p>    Vor 100 Jahren als Norma Jeane geboren<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Marilyn Monroe wurde am 1. Juni 1926 in Los Angeles geboren. Ihre Kindheit war von Instabilit\u00e4t gepr\u00e4gt: Sie lebte in Pflegefamilien und Waisenh\u00e4usern, ihre Mutter hatte psychische Erkrankungen. Mit 16 Jahren heiratete sie einen Nachbarssohn, um nicht erneut ins Heim zu m\u00fcssen. W\u00e4hrend des Zweiten Weltkriegs arbeitete sie in einer R\u00fcstungsfabrik. Dort wurde sie von einem Fotografen entdeckt.<\/p>\n<p>    Vorbild Jean Harlow f\u00fcr den blonden Look<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Es folgten erste Modeljobs und der Beginn ihrer Verwandlung zur Hollywood-Ikone. Norma Jeane hellte ihre urspr\u00fcnglich dunklen Haare stark auf. Als Vorbild diente ihr unter anderem Jean Harlow, das gro\u00dfe blonde Sexsymbol der 1930er-Jahre. Das Studiosystem der 1940er- und 1950er-Jahre funktionierte \u00fcber klare Typenbilder. Auch Schauspielerinnen wie Rita Hayworth oder Kim Novak wurden entsprechend geformt.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Ob Monroe sich Sch\u00f6nheitsoperationen unterzogen hat, wird in ihren Biografien diskutiert. H\u00e4ufig genannt werden eine m\u00f6gliche Korrektur der Nasenspitze sowie ein kleines Kinnimplantat. Sicher ist: Monroe verstand fr\u00fch, dass Hollywood weniger Nat\u00fcrlichkeit als perfekte Illusion verlangte.<\/p>\n<p class=\"absatzbild__info__text\">\n                        Norma Jean wurde w\u00e4hrend ihrer Arbeit im Zweiten Weltkrieg bei einer R\u00fcstungsfabrik von einem Fotografen entdeckt. Erst danach begann ihre Umwandlung zur Hollywood-Ikone.\n                    <\/p>\n<p>    Untersch\u00e4tzte Schauspielerin mit hauchender Stimme<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Ihre ber\u00fchmte hauchende Stimme entwickelte sie bewusst, um weicher und verletzlicher zu wirken. Es wird vermutet, dass sie damit auch ein leichtes Stottern kontrollierte. Ebenso ikonisch wie ihre Stimme wurde ihr Gang. Sie litt an einer \u00dcberbeweglichkeit der Knie, wodurch ihre Bewegungen unsicher wirkten.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Durch K\u00f6rper- und Pantomimetraining entwickelte sie daraus ein kontrolliertes Bewegungsmuster, den sogenannten &#8222;Seiltanz&#8220;. Der Effekt: ein charakteristisches, leicht wiegendes Schreiten. So entstand ein Markenzeichen, das ihre \u00f6ffentliche Figur entscheidend mitformte.<\/p>\n<p>    Ikonische Filme wie &#8222;Manche m\u00f6gen es hei\u00df&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Filme wie &#8222;Blondinen bevorzugt&#8220; (1953), &#8222;Das verflixte siebte Jahr&#8220; (1955) oder &#8222;Manche m\u00f6gen es hei\u00df&#8220; (1959) machten sie in der Rolle der naiven Blondine weltber\u00fchmt. Monroe bespielte diese Rolle in der \u00d6ffentlichkeit. Gleichzeitig distanzierte sie sich innerlich zunehmend davon. Zeitzeugen beschrieben Monroe als \u00e4u\u00dferst diszipliniert in der Arbeit an ihrer Wirkung: Sie nahm Schauspielunterricht, unter anderem bei der Max-Reinhardt-Sch\u00fclerin Natasha Lytess.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Mitte der 1950er-Jahre ging sie ans Actors Studio, die ber\u00fchmte Schule des Method Acting. Dort arbeitete sie mit Lee und Paula Strasberg, um ihre schauspielerischen F\u00e4higkeiten auszubauen. Sie arbeitete intensiv an Ausdruck, Stimme und emotionaler Pr\u00e4senz. Der Schritt war ungew\u00f6hnlich: Monroe war schlie\u00dflich l\u00e4ngst ein Star. Doch sie wollte nicht nur ein sexy Industrieprodukt sein, sondern schauspielerisch ernst genommen werden. Das Method Acting verlangte, pers\u00f6nliche Erfahrungen in Rollen einflie\u00dfen zu lassen. F\u00fcr Monroe bedeutete das auch die Konfrontation mit ihrer schwierigen Kindheit.<\/p>\n<p>    Die Frau hinter der &#8222;naiven&#8220; Blondine<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Tats\u00e4chlich versuchte Marilyn Monroe immer wieder, Kontrolle \u00fcber ihre Karriere zu gewinnen. 1955 gr\u00fcndete sie ihre eigene Produktionsfirma &#8222;Marilyn Monroe Productions&#8220;. Sie wollte ernstere Rollen und mehr Einfluss auf ihre Filme. Daf\u00fcr legte sie sich mit 20th Century Fox an. Monroe war damit nicht nur Star, sondern auch Unternehmerin.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Dass die Inszenierung ihrer Person ihr zusetzte, machte sie sp\u00e4ter \u00f6ffentlich. 1960 sagte sie in einem Interview: &#8222;Ich habe insgeheim das Gef\u00fchl gehabt, nicht vollkommen echt zu sein, so etwas wie eine gut gemachte F\u00e4lschung.&#8220; Vor allem ihr Intellekt wurde oft untersch\u00e4tzt. Monroe galt als Vielleserin, die B\u00fccher von James Joyce oder Fjodor Dostojewski mit ans Set brachte, Kunst sammelte und politisch engagiert war. Im \u00f6ffentlichen Bild blieb sie jedoch die &#8222;lustige Blondine&#8220;.<\/p>\n<p class=\"absatzbild__info__text\">\n                        Marilyn Monroe in Jeans und Bl\u00fcmchenbluse und Hut arbeitet am Set von &#8222;Flu\u00df ohne Wiederkehr&#8220; im Jahr 1954. Regie f\u00fchrte Otto Preminger.\n                    <\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Heute w\u00fcrde man ihre Inszenierung als fr\u00fches Beispiel von &#8222;Personal Branding&#8220; beschreiben: der bewussten Gestaltung einer \u00f6ffentlichen Identit\u00e4t, die wie selbstverst\u00e4ndlich von modernen Popstars, Schauspielern und Influencern ausge\u00fcbt wird. Dass Stars dabei einer gewissen Fallh\u00f6he ausgesetzt werden, zeigte sich dabei bereits an Monroe, die bis zu ihrem fr\u00fchen Tod psychisch stark litt.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Ihr Mythos wirkt bis heute, weil er ein modernes Paradox sichtbar macht: die gleichzeitige Erschaffung und Aufl\u00f6sung einer \u00f6ffentlichen Identit\u00e4t. Marilyn Monroe als bewusst gestalteter Star bleibt eine der ersten gro\u00dfen Ikonen moderner Selbstinszenierung.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Stand: 01.06.2026 \u2022 06:41 Uhr Ihre Stimme, ihr Gang und ihr L\u00e4cheln machten die Hollywood-Schauspielerin zur globalen Ikone.&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":1061072,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[1776],"tags":[29875,1801,29,214,30,683,14266,3009,29103,1802,215],"class_list":["post-1061071","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-prominente","tag-100-jahre","tag-celebrities","tag-deutschland","tag-entertainment","tag-germany","tag-hollywood","tag-image","tag-jubilaeum","tag-marilyn-monroe","tag-prominente","tag-unterhaltung"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/116673161873194250","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1061071","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1061071"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1061071\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1061072"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1061071"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1061071"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1061071"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}