{"id":106172,"date":"2025-05-13T01:55:09","date_gmt":"2025-05-13T01:55:09","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/106172\/"},"modified":"2025-05-13T01:55:09","modified_gmt":"2025-05-13T01:55:09","slug":"pharmabranche-trump-will-guenstigere-medikamente-fuer-usa-druck-auf-europa-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/106172\/","title":{"rendered":"Pharmabranche: Trump will g\u00fcnstigere Medikamente f\u00fcr USA \u2013 Druck auf Europa"},"content":{"rendered":"<p>Erneuter Anlauf gegen hohe Medikamentenkosten: Trump will die Preise in den USA dr\u00fccken \u2013 und zeigt dabei mit dem Finger auf Europa. Widerstand in Politik und Industrie ist vorprogrammiert.<\/p>\n<p>Washington &#8211; Mit Druck auf Pharmakonzerne und ausl\u00e4ndische <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-zeitung.de\/thema\/Regierung\" title=\"Regierung\" class=\"art_thema\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Regierung<\/a>en will US-Pr\u00e4sident Donald Trump die hohen Arzneimittelpreise in den Vereinigten Staaten senken. Besonders im Visier: <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-zeitung.de\/thema\/Europa\" title=\"Europa\" class=\"art_thema\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Europa<\/a>. &#8222;Wir subventionieren die <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-zeitung.de\/thema\/Gesundheit\" title=\"Gesundheit\" class=\"art_thema\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Gesundheit<\/a>sversorgung anderer&#8220;, sagte der Republikaner bei der Unterzeichnung eines entsprechenden Dekrets im Wei\u00dfen Haus. Die Menschen in den <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-zeitung.de\/thema\/USA\" title=\"USA\" class=\"art_thema\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">USA<\/a> h\u00e4tten jahrelang viel zu viel gezahlt.<\/p>\n<p>Ob Trumps Ma\u00dfnahmen tats\u00e4chlich Wirkung zeigen, ist offen \u2013 zumal mit politischem und juristischem Widerstand zu rechnen ist. Der Republikaner hatte bereits w\u00e4hrend seiner ersten Amtszeit versucht, die hohen Preise anzugehen, war damals jedoch gescheitert.<\/p>\n<p>Trump nennt Europa &#8222;unversch\u00e4mter als China&#8220; <\/p>\n<p>&#8222;Ich mache den Pharmakonzernen nicht die gr\u00f6\u00dften Vorw\u00fcrfe&#8220;, sagte Trump nun. Die Unternehmen seien oft gezwungen, sich unter Druck zu beugen. Besonders scharf griff er stattdessen europ\u00e4ische Staaten an. Amerikanische Patienten h\u00e4tten &#8222;sozialistische Gesundheitssysteme&#8220; wie das in <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-zeitung.de\/thema\/Deutschland\" title=\"Deutschland\" class=\"art_thema\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Deutschland<\/a> mitfinanziert. Der Europ\u00e4ische Union warf Trump vor, sich in Preisverhandlungen &#8222;unversch\u00e4mter als China&#8220; zu verhalten. Europa m\u00fcsse k\u00fcnftig tiefer in die Tasche greifen: &#8222;Der Rest der Welt wird mehr zahlen m\u00fcssen&#8220;, sagte er. &#8222;Und Amerika wird viel weniger zahlen.&#8220;<\/p>\n<p>Trump beruft sich in seinem Dekret auf das Prinzip der &#8222;Most Favored Nation&#8220;, das er schon w\u00e4hrend seiner ersten Amtszeit einf\u00fchren wollte: Die USA sollen f\u00fcr bestimmte Medikamente k\u00fcnftig nicht mehr zahlen als das Land, das den weltweit niedrigsten Preis verlangt \u2013 unabh\u00e4ngig von Marktgr\u00f6\u00dfe oder Wirtschaftskraft. &#8222;Dieses Spiel ist vorbei&#8220;, sagte Trump mit Blick auf L\u00e4nder, die seiner Ansicht nach bislang auf Kosten der USA von g\u00fcnstigen Konditionen profitiert h\u00e4tten.<\/p>\n<p>Pharmabranche unter Druck &#8211; Folgen f\u00fcr Patienten? <\/p>\n<p>Die Ank\u00fcndigung des US-Pr\u00e4sidenten setzt die Pharmabranche unter Druck. &#8222;Die USA sind der wichtigste Markt f\u00fcr innovative Arzneimittel&#8220;, sagt Han Steutel, Pr\u00e4sident des Verbands forscher Arzneimittelhersteller (VFA). &#8222;Ohne die Erl\u00f6se in den Vereinigten Staaten w\u00e4ren Forschung und Entwicklung, w\u00e4ren neue Therapien auch f\u00fcr europ\u00e4ische Patientinnen und Patienten vielfach nicht denkbar. Was jetzt in den USA entschieden wurde, hat Folgen f\u00fcr die ganze Welt.&#8220;<\/p>\n<p>Mit einer internationalen Referenzierung auf den jeweils niedrigsten Preis lie\u00dfen sich Forschungskosten nicht bezahlen und Markteinf\u00fchrungen k\u00f6nnten zunehmend infrage gestellt werden, so Steutel. N\u00f6tig sei nun einer starker, gemeinsamer EU-Markt mit einer abgestimmten Arzneimittelpolitik.<\/p>\n<p>Auch die Beratungsgesellschaft Simon-Kucher erwartet weitreichende Auswirkungen auf die globale Pharmaindustrie und deutsche Unternehmen. &#8222;Eine sinkende Ertragslage gef\u00e4hrdet die Mittel f\u00fcr Forschung, Produktion und Arbeitspl\u00e4tze auch an deutschen Standorten&#8220;, hei\u00dft es in einer Studie.\u00a0<\/p>\n<p>Mit einem Umsatzr\u00fcckgang in den USA steige zudem der Druck f\u00fcr Unternehmen, h\u00f6here Preise in anderen Industrienationen wie Deutschland zu erzielen. Ferner k\u00f6nnten Pharmafirmen den Markteintritt in Deutschland oder Europa verz\u00f6gern oder gar nicht erst vornehmen, um niedrige Preisreferenzen zu vermeiden und somit den Preis in den USA zu sch\u00fctzen, so Simon-Kucher.<\/p>\n<p> Trump aktiviert mehrere Beh\u00f6rden <\/p>\n<p>F\u00fcr die Umsetzung von Trumps Dekret sollen mehrere US-Beh\u00f6rden aktiv werden. So soll das Handelsministerium gegen Preispolitiken im Ausland vorgehen, die aus amerikanischer Sicht als unfair gelten \u2013 etwa staatlich festgelegte H\u00f6chstpreise, die US-Unternehmen benachteiligen. Das Gesundheitsministerium soll \u2013 wo m\u00f6glich \u2013 Direktverk\u00e4ufe von Medikamenten an US-Verbraucher zu niedrigeren Preisen erm\u00f6glichen. Die Arzneimittelbeh\u00f6rde FDA soll au\u00dferdem pr\u00fcfen, ob k\u00fcnftig Importe aus zus\u00e4tzlichen Industriel\u00e4ndern erlaubt werden k\u00f6nnen. Auch Exportbeschr\u00e4nkungen stehen laut Wei\u00dfem Haus zur Diskussion.<\/p>\n<p>Innerhalb von 30 Tagen soll das Gesundheitsministerium konkrete Ziele f\u00fcr Preissenkungen festlegen. Auf dieser Grundlage will die Regierung mit der Pharmaindustrie verhandeln. Sollte die Industrie nicht freiwillig auf die Regierung zugehen und die Preise senken, seien weitere Ma\u00dfnahmen geplant.<\/p>\n<p>Im Mittelpunkt sollen vor allem Arzneimittel stehen, bei denen die Preisunterschiede zwischen dem US-Markt und dem Ausland besonders gro\u00df sind. Konkrete Medikamente oder Produktgruppen wurden zun\u00e4chst nicht genannt. Eine Einschr\u00e4nkung auf bestimmte Medikamentengruppen ist laut Regierungsangaben aber nicht vorgesehen.<\/p>\n<p> Eine Lobby mit Einfluss \u2013 partei\u00fcbergreifend <\/p>\n<p>Trump warf der Pharmabranche zu gro\u00dfen politischen Einfluss vor. Die Lobby sei &#8222;wahrscheinlich die m\u00e4chtigste der Welt&#8220;, sagte er und behauptete, die gegnerischen Demokraten h\u00e4tten die Industrie \u00fcber Jahre gesch\u00fctzt.<\/p>\n<p>Tats\u00e4chlich z\u00e4hlt die Branche zu den einflussreichsten in Washington. Mit gezielten Spenden \u2013 an Demokraten und Republikaner \u2013 verschaffen sich Pharmaunternehmen Geh\u00f6r in der Gesetzgebung. Reformversuche zur Senkung von Medikamentenpreisen sto\u00dfen wohl auch deshalb partei\u00fcbergreifend immer wieder auf Widerstand \u2013 h\u00e4ufig unter Verweis auf m\u00f6gliche Folgen f\u00fcr Forschung und Innovation.<\/p>\n<p>Die Kosten f\u00fcr Medikamente sind in den USA ein Dauerthema. Anders als in vielen anderen Industriel\u00e4ndern gibt es dort keine zentrale staatliche Preisregulierung. Die Preisgestaltung liegt weitgehend in der Hand der Pharmaunternehmen. Das f\u00fchrt zu oft erheblich h\u00f6heren Kosten als etwa in Europa. In Deutschland greifen verschiedene Formen staatlicher Kontrolle.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Erneuter Anlauf gegen hohe Medikamentenkosten: Trump will die Preise in den USA dr\u00fccken \u2013 und zeigt dabei mit&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":106173,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3933],"tags":[331,332,548,663,158,3934,3935,141,13,14,15,139,12,64],"class_list":{"0":"post-106172","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-eu","8":"tag-aktuelle-nachrichten","9":"tag-aktuelle-news","10":"tag-eu","11":"tag-europa","12":"tag-europaeische-union","13":"tag-europe","14":"tag-european-union","15":"tag-gesundheit","16":"tag-headlines","17":"tag-nachrichten","18":"tag-news","19":"tag-regierung","20":"tag-schlagzeilen","21":"tag-usa"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114498039115837018","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/106172","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=106172"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/106172\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/106173"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=106172"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=106172"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=106172"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}