{"id":1061886,"date":"2026-06-01T13:16:13","date_gmt":"2026-06-01T13:16:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1061886\/"},"modified":"2026-06-01T13:16:13","modified_gmt":"2026-06-01T13:16:13","slug":"evan-rogister-wird-2027-neuer-generalmusikdirektor-der-rheinoper","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1061886\/","title":{"rendered":"Evan Rogister wird 2027 neuer Generalmusikdirektor der Rheinoper"},"content":{"rendered":"<p class=\"text_ohne_einzug richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Vor einigen Jahren rief ein Bekannter an, er spielte fr\u00fcher Kontrabass bei den G\u00f6teborger Symphonikern und geht als Ruhest\u00e4ndler privat in die Premieren. Neulich habe er eine Sensation erlebt, n\u00e4mlich eine \u201eG\u00f6tterd\u00e4mmerung\u201c, in der er sich keine Sekunde gelangweilt habe. Diese Formulierung bleibt nat\u00fcrlich h\u00e4ngen, denn die letzte Oper aus Wagners \u201eRing\u201c-Vierteiler hat L\u00e4ngen; mit Pausen dauert eine Auff\u00fchrung bisweilen mehr als sechs Stunden. Es kommt vor allem auf den Dirigenten an, damit das Monsterst\u00fcck nicht wie ein Wackerstein auf dem Publikumsgem\u00fct lastet.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Der Mann am Pult war damals, im Dezember 2021, der deutsch-amerikanische Dirigent Evan Rogister. Im Internet gibt es Szenenausschnitte von damals, die den 46-j\u00e4hrigen K\u00fcnstler als einen vitalen, dynamischen Wagner-Dirigenten ausweisen. Die Opernfreunde im Rheinland d\u00fcrften diese biografischen Details interessieren, denn Rogister wird zur Spielzeit 2027\/2028 neuer Generalmusikdirektor (GMD) der Deutschen Oper am Rhein D\u00fcsseldorf\/Duisburg. Die k\u00fcnftige Generalintendantin Ina Karr hat ihn in Abstimmung mit den beiden Orchestervorst\u00e4nden ausgesucht, jetzt wurde er dem Aufsichtsrat vorgestellt.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Die Vorschusslorbeeren sprie\u00dfen gewaltig: Karr lobt Rogisters \u201eau\u00dfergew\u00f6hnlich breites Repertoire \u2013 von Mozart bis hin zur zeitgen\u00f6ssischen Musik\u201c sowie die \u201egro\u00dfe Wagner- und Strauss-Expertise\u201c. D\u00fcsseldorfs Oberb\u00fcrgermeister Stephen Keller preist, dass der neue Mann \u201einternational erfahren\u201c sei, der Duisburger Amtskollege S\u00f6ren Link die \u201egro\u00dfe Vertrautheit mit dem Opernbetrieb\u201c.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Die entscheidenden Fragen lauten stets: Was hat jemand wo mit welchem Erfolg gemacht? Nun, Rogister dirigierte an gro\u00dfen H\u00e4usern und bei wichtigen Festivals mit sch\u00f6ner Konstanz; h\u00e4ufig gab es Wiedereinladungen: an der Metropolitan Opera in New York, dem Opernhaus Z\u00fcrich, der Semperoper Dresden, an der Sydney Opera, der Deutschen Oper Berlin, beim Glyndebourne Festival im S\u00fcden Englands oder beim Festival d\u2018Aix-en-Provence. Das alles sind erste Adressen. Von 2018 bis 2025 war er Chefdirigent der Washington National Opera und verlie\u00df das Haus, bevor US-Pr\u00e4sident Donald Trump sich vehement einzumischen begann.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Nun wird Rogister also GMD eines deutschen Hauses. Dass er gleich die Br\u00fccke eines Riesentankers betritt, ist ihm bewusst: \u201eDie Deutsche Oper am Rhein ist ein Leuchtturm mit au\u00dfergew\u00f6hnlicher Strahlkraft, enormer k\u00fcnstlerischer Vielfalt und starker regionaler Verankerung.\u201c Aus internationaler Perspektive sei insbesondere die langj\u00e4hrige Theaterpartnerschaft beider St\u00e4dte \u201eein Modellbeispiel f\u00fcr gelingende Zusammenarbeit\u201c, so Rogister: \u201eMit den D\u00fcsseldorfer Symphonikern und den Duisburger Philharmonikern, dem Chor, einem gro\u00dfen Ensemble, Ina Karr und einem engagierten Team langfristig etwas aufzubauen \u2013 darauf freue ich mich sehr.\u201c<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Rogisters Werdegang k\u00fcndet von einem spannenden Spagat, er nennt ihn sein \u201eLebensgl\u00fcck\u201c. Er erz\u00e4hlt: \u201eIch bin in zwei musikalischen Welten zuhause \u2013 wegweisend waren meine deutsche Gro\u00dfmutter, eine S\u00e4ngerin, sp\u00e4ter dann die Ausbildung an der Juilliard School sowie die Zeit als Kapellmeister an der Deutschen Oper Berlin.\u201c Das deutsch-amerikanische Spannungsfeld \u201ezwischen Tradition und Moderne, zwischen deutschen Klangwelten und amerikanischer Innovationskraft\u201c habe sein Berufsleben gepr\u00e4gt: \u201eIch bin eine Melange: Deutscher und Amerikaner, Dirigent und Fu\u00dfballfan, Wagner und Weill, Washington und Berlin \u2013 und k\u00fcnftig D\u00fcsseldorf und Duisburg.\u201c Nun, der Fu\u00dfballfan Rogister wird bei seinen beiden k\u00fcnftigen Heimmannschaften, der Fortuna und dem MSV, seine Leidensf\u00e4higkeit und seinen Optimismus trainieren k\u00f6nnen.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Bevor er an den Rhein kommt, hat Rogister in der kommenden Saison transatlantisch einiges zu tun: Zun\u00e4chst kehrt er zum Glyndebourne Festival zur\u00fcck, wo er das Orchestra of the Age of Enlightenment in Mozarts \u201eEntf\u00fchrung aus dem Serail\u201c leitet. Das ist ein aufschlussreiches Detail, denn dieses Orchester spielt auf historischen Instrumenten und wurde von Dirigenten wie Roger Norrington, Frans Br\u00fcggen, Ton Koopman, Philippe Herreweghe oder Charles Mackerras gepr\u00e4gt. \u00dcber seinen \u201eDon Giovanni\u201c von 2023 schrieb der \u201eGuardian\u201c: \u201eRogister bevorzugt oft halsbrecherisches Tempo statt dramatischer Schwere; das Orchester spielt mit drahtiger Schlankheit und bewundernswerter Klarheit.\u201c<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Weitere H\u00f6hepunkte der n\u00e4chsten Spielzeit: Konzerte mit dem Opernorchester in Kopenhagen (dort hat er j\u00fcngst George Benjamins \u201eWritten of Skin\u201c verantwortet), Verdis \u201eRigoletto\u201c am Teatr Wielki (Polnische Nationaloper), Debussys \u201ePell\u00e9as et M\u00e9lisande\u201c in Philadelphia sowie Bizets \u201eCarmen\u201c in Bordeaux. Und dann dirigiert Rogister erneut an der New Yorker Met.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Rheinopern-Fans treibt nat\u00fcrlich die Neugier um, wie gut Rogister seinen Wagner denn wirklich beherrscht. Von 2018 bis 2022 leitete er jenen vollst\u00e4ndigen \u201eRing\u201c-Zyklus in G\u00f6teborg; die Kritikerkollegen von \u201eSvenska Dagbladet\u201c, der wichtigsten schwedischen Tageszeitung, attestierten ihm ein \u201eGold von h\u00f6chster Karat-Stufe\u201c. Dar\u00fcber hinaus dirigierte Rogister \u201eTannh\u00e4user\u201c und \u201eRienzi\u201c in Berlin sowie \u201eLohengrin\u201c am Bolschoi-Theater Moskau und in Stockholm.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Nicht minder freut man sich, dass Rogister die R\u00e4nder des Repertoires nicht verschm\u00e4ht: Dazu z\u00e4hlen Sch\u00f6nbergs \u201eErwartung\u201c (in G\u00f6teborg und Seattle), Szymanowskis \u201eK\u00f6nig Roger\u201c (in Santa Fe) oder Andr\u00e9 Previns \u201eA Streetcar Named Desire\u201c (Chicago). Und immer wieder modernes Repertoire mit jungen Musikerinnen und Musikern sowie Meisterklassen und Coachings im Rahmen der Education-Abteilung der New Yorker Met.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Der Nachwuchs und ein cooles Programm f\u00fcr das jugendlich-kindliche Publikum liegen ihm ohnehin am Herzen. Das umfasst ja weit mehr als \u201eH\u00e4nsel und Gretel\u201c zur Weihnachtszeit. Apropos: Dieses Meisterm\u00e4rchen von Humperdinck hat er 2008 bei seinem Deb\u00fct in Houston dirigiert.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Vor einigen Jahren rief ein Bekannter an, er spielte fr\u00fcher Kontrabass bei den G\u00f6teborger Symphonikern und geht als&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":1061887,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[1838],"tags":[25098,226502,109135,3364,19732,3280,23532,29,62920,226497,226498,3715,226499,30,5213,109780,1209,97,83624,186884,148699,226500,5210,226501,5207,47991,226496,31043,2648],"class_list":["post-1061886","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-duisburg","tag-amerikanische","tag-amerikanischer","tag-chefdirigent","tag-de","tag-deutsch","tag-deutsche","tag-deutscher","tag-deutschland","tag-dirigent","tag-dirigenten","tag-dirigiert","tag-duisburg","tag-evan","tag-germany","tag-haus","tag-nationaloper","tag-nordrhein-westfalen","tag-oper","tag-opera","tag-opernbetrieb","tag-opernfach","tag-opernfreunde","tag-opernhaus","tag-opernorchester","tag-rheinoper","tag-rheinopern","tag-rogister","tag-semperoper","tag-wagner"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/116675044325896298","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1061886","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1061886"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1061886\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1061887"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1061886"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1061886"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1061886"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}