{"id":1061936,"date":"2026-06-01T13:43:16","date_gmt":"2026-06-01T13:43:16","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1061936\/"},"modified":"2026-06-01T13:43:16","modified_gmt":"2026-06-01T13:43:16","slug":"olympiareferendum-dabei-sein-ist-nicht-alles-hamburgs-nein-zu-olympia","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1061936\/","title":{"rendered":"Olympiareferendum: Dabei sein ist nicht alles: Hamburgs Nein zu Olympia"},"content":{"rendered":"<p class=\"paragraph article__item\">Am Tag nach dem gescheiterten Referendum f\u00fcr eine Olympias-Bewerbung <a class=\"rtr-entity\" href=\"https:\/\/www.zeit.de\/thema\/hamburg\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Hamburgs<\/a> ist im Rathaus Wundenlecken angesagt. Oder Erleichterung. Je nachdem, wen man fragt. W\u00e4hrend der Senat von B\u00fcrgermeister Peter Tschentscher (SPD) bedauert, dass f\u00fcr viele Hamburger ein Traum zerplatzt sei, sehen sich die Olympiagegner und die sie unterst\u00fctzenden Linken als Sieger &#8211; wie einst David gegen Goliath.\u00a0\n<\/p>\n<p>Aktuelles<\/p>\n<p>                <a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/sport\/2026-05\/olympia-bewerbung-hamburg-referendum\" data-ct-label=\"Olympische und Paralympische Spiele: Hamburger stimmen gegen Olympiabewerbung\" data-uuid=\"e02d9fe9-fa0f-4a6b-a06c-b7774ae79ba9\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><\/p>\n<p>                        Olympische und Paralympische Spiele:<br \/>\n                        Hamburger stimmen gegen Olympiabewerbung<\/p>\n<p>                <\/a><\/p>\n<p>                <a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/hamburg\/2026-05\/olympia-referendum-hamburg-abstimmung-politik\" data-ct-label=\"Olympiareferendum in Hamburg: Wenigstens haben sie es versucht\" data-uuid=\"d0b8f3f5-f196-4ea0-93d2-0757a161aaf7\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><\/p>\n<p>        Z+ (abopflichtiger Inhalt);<\/p>\n<p>    Olympiareferendum in Hamburg:<br \/>\n                        Wenigstens haben sie es versucht<\/p>\n<p>                <\/a><\/p>\n<p>                <a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/sport\/2026-05\/hamburg-austragung-olympische-spiele-abstimmung-gxe\" data-ct-label=\"Olympische Spiele in Deutschland: Hamburg stimmt \u00fcber Olympia-Bewerbung ab\" data-uuid=\"469e18cf-e4e4-4367-89f9-449654ac5b8b\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><\/p>\n<p>                        Olympische Spiele in Deutschland:<br \/>\n                        Hamburg stimmt \u00fcber Olympia-Bewerbung ab<\/p>\n<p>                <\/a><\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Mit dem Nein zu <a class=\"rtr-entity\" href=\"https:\/\/www.zeit.de\/thema\/olympische-spiele\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Olympia<\/a> herrscht Klarheit &#8211; aber viele Fragen bleiben offen.\n<\/p>\n<p>                        Muss jemand politische Verantwortung \u00fcbernehmen?            <\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\"><a class=\"rtr-entity\" href=\"https:\/\/www.zeit.de\/thema\/peter-tschentscher\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Tschentscher<\/a> bedauert zwar, dass die Hamburgerinnen und Hamburger den rot-gr\u00fcnen Senatspl\u00e4nen, die mit den Stimmen der CDU auch in der B\u00fcrgerschaft eine Zweidrittelmehrheit fanden, nicht gefolgt sind. \u00abGleichwohl war es wichtig, diese grundlegende Entscheidung f\u00fcr die Zukunft unserer Stadt in die H\u00e4nde der B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger zu legen.\u00bb\u00a0\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Der Olympia-Skepsis in der Stadt sei man sich sp\u00e4testens seit des ebenfalls gescheiterten Referendums von 2015 bewusst gewesen, sagt die Zweite B\u00fcrgermeisterin Katharina Fegebank (Gr\u00fcne). Und dennoch: \u00abRisikominimierung als politische Leitlinie, das kann nicht unser Anspruch sein.\u00bb Dass jetzt gesagt werde, man sei sehenden Auges in die Niederlage hineingelaufen, nannte sie \u00abein bisschen billig\u00bb. \u00abDenn wir tun das, was unserer festen \u00dcberzeugung nach der Stadt und vor allem den Hamburgerinnen und Hamburgern am meisten dient.\u00bb\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Das Ergebnis sei keine Niederlage, \u00absondern das Verfahren war richtig\u00bb, betont auch Tschentscher. Auf die Frage, ob er als B\u00fcrgermeister besch\u00e4digt sei, gab es ein klares \u00abNein\u00bb.\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Anders sieht man das bei den Linken. \u00abDie klare Ablehnung zeigt, dass der Senat offenbar nicht wei\u00df, was die Hamburgerinnen wirklich f\u00fcr Probleme mit sich herumtragen\u00bb, sagt die Co-Fraktionsvorsitzende Heike Sudmann. Alle Senatsmitglieder m\u00fcssten sich nun fragen: \u00abSind sie eigentlich noch am Puls der Stadt?\u00bb Ihre Empfehlung an den Senat \u00abZeig, dass du verstanden hast, was die Botschaft war.\u00bb\n<\/p>\n<p>                            \u00a9\u00a0Pia Bublies f\u00fcr die ZEIT\/\u200bDIE ZEIT<\/p>\n<p>\n                                        Newsletter<br \/>\n                                        Elbvertiefung \u2013 Der t\u00e4gliche Newsletter f\u00fcr Hamburg<\/p>\n<p class=\"newsletter-signup__text\">Erfahren Sie aus der Redaktion der ZEIT, was in Hamburg wichtig ist \u2013 pr\u00e4gnant, pers\u00f6nlich und pointiert, jeden Werktag um 6 Uhr.<\/p>\n<p class=\"newsletter-signup__datapolicy\" hidden=\"\">\n            Mit Ihrer Registrierung nehmen Sie die <a href=\"https:\/\/datenschutz.zeit.de\/zon#Newsletter\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">Datenschutzerkl\u00e4rung<\/a><br \/>\n     zur Kenntnis.\n        <\/p>\n<p>    Vielen Dank! Wir haben Ihnen eine E-Mail geschickt.<\/p>\n<p>Pr\u00fcfen Sie Ihr Postfach und best\u00e4tigen Sie das Newsletter-Abonnement.<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Oppositionsf\u00fchrer Dennis Thering, dessen <a class=\"rtr-entity\" href=\"https:\/\/www.zeit.de\/thema\/cdu\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">CDU<\/a> die Olympiabewerbung mit unterst\u00fctzt hatte, fordert von Tschentscher eine Regierungserkl\u00e4rung. Mit Olympia sei eine Zukunftsidee des B\u00fcrgermeisters geplatzt. \u00abGenau deshalb muss Peter Tschentscher jetzt beantworten, ob er noch derjenige ist, der die Ideen, die Kraft und die Glaubw\u00fcrdigkeit hat, Hamburg in die Zukunft zu f\u00fchren.\u00bb\u00a0\n<\/p>\n<p>            Warum ist Hamburg gegen Olympia?            <\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">\u00abDas Nein zu Olympia ist ein Votum f\u00fcr mehr Ausgaben in Turnhallen, Sportpl\u00e4tze und Schwimmhallen, von denen alle einen Nutzen haben, und gegen eine Vorstadtarena, die nahezu ausschlie\u00dflich kommerziellen Interessen einzelner dient\u00bb, sagt der Sprecher der NOlympia-Initiative, Eckart Maudrich. \u00abDas Nein bedeutet auch, dass wir in Hamburg keinen nachvollziehbaren Rechtfertigungsgrund f\u00fcr eine steuerbefreiende Ewigkeitsgarantie von profitorientierten Vereinen wie dem IOC erkennen k\u00f6nnen.\u00bb\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Fegebank sieht in der Ablehnung hingegen eine emotionale Entscheidung der B\u00fcrger.\u00abEmotionen, die sehr stark von Sorgen gepr\u00e4gt waren zu Mieten, zu Finanzen, zu Sicherheit &#8211; um nur drei zu nennen. Die m\u00f6gen nicht immer sachlich begr\u00fcndbar sein, aber offensichtlich konnten wir sie bei vielen Menschen nicht ausr\u00e4umen\u00bb.\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Bei der Abstimmung entschieden sich statistisch vor allem eher verm\u00f6gende Leute f\u00fcr Olympische Spiele. Zumindest haben die Experten des Statistikamts Nord festgestellt, dass in den 20 Stadtteilen mit den verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig h\u00f6chsten Durchschnittseinkommen 55,6 Prozent f\u00fcr Olympische Spiele gestimmt haben, w\u00e4hrend in den 20 Stadtteilen mit den verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig geringsten Einkommen 59,5 Prozent dagegen waren.\u00a0\n<\/p>\n<p>            Was unterscheidet Hamburg und M\u00fcnchen            <\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">F\u00fcr Fegebank ist es bemerkenswert, dass die M\u00fcnchner Bev\u00f6lkerung mit einer Zweidrittelmehrheit f\u00fcr eine Bewerbung der bayerischen Landeshauptstadt um Olympische Spiele gestimmt hat, obwohl es dort eigentlich die gleichen Probleme gibt wie in Hamburg. Sie verwies etwa auf die zweite Stammstrecke f\u00fcr die S-Bahn, die bundesweit h\u00f6chsten Mieten und die Stauprobleme. Dennoch sei M\u00fcnchen anders als Hamburg f\u00fcr Olympische Spiele. F\u00fcr Fegebank liegt das daran, dass die M\u00fcnchnerinnen und M\u00fcnchner die Bewerbung als Argument f\u00fcr eine Beschleunigung der Ma\u00dfnahmen begreifen. Au\u00dferdem h\u00e4tten sie ja schon Erfahrung mit den Sommerspielen von 1972.\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">B\u00fcrgermeister Tschentscher erl\u00e4uterte anhand von M\u00fcnchen, dass Referenden nur Sachthemen behandelten und nichts mit der Regierungsarbeit selbst zu tun h\u00e4tten. So seien die M\u00fcnchner mit gro\u00dfer Mehrheit den Olympia-Vorstellungen des damaligen Oberb\u00fcrgermeisters Dieter Reiter (<a class=\"rtr-entity\" href=\"https:\/\/www.zeit.de\/thema\/spd\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">SPD<\/a>) gefolgt &#8211; um ihn dann bei der Kommunalwahl abzuw\u00e4hlen.\n<\/p>\n<p>            Was hat der Spa\u00df gekostet?            <\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Der Senat \u00abhat jetzt 18 Millionen Euro verschleudert, also elf Millionen Euro f\u00fcr die gesamte Planung und Bewerbung, sieben Millionen f\u00fcr das Referendum\u00bb, sagte die Linken-Co-Fraktionsvorsitzende Heike Sudmann. F\u00fcr seine Werbekampagne habe der Senat zwei Millionen Euro zur Verf\u00fcgung gehabt, die Handelskammer 1,3 Millionen Euro. \u00abDazu kamen weitere private Gelder\u00bb, sagte Sudmann. Insgesamt seien seit dem vergangenen Jahr 20 Stellen f\u00fcr die nun gescheiterte Olympiabewerbung geschaffen worden, \u00ababer nicht eine Stelle f\u00fcr den Kampf gegen den Mietwucher\u00bb.\u00a0\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Im Vergleich zu den eigentlichen Kosten Olympischer Spiele sind die bisherigen Ausgaben noch gering. Dem Finanzkonzept des Senats zufolge h\u00e4tten die Spiele selbst 4,8 Milliarden Euro gekostet, wobei der Senat mit einem \u00dcberschuss von 100 Millionen Euro gerechnet hat. Nicht eingerechnet waren dabei jedoch Investitionskosten in H\u00f6he von 1,3 Milliarden Euro und Sicherheitskosten in unbekannter H\u00f6he. Gleiches gilt f\u00fcr das geplante Multifunktionsstadion, das als Olympiastadion dienen sollte, und weiter trotzdem gebaut werden soll, wie Innensenator Andy Grote (SPD) sagte.\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">\u00a9 dpa-infocom, dpa:260601-930-158547\/1<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Am Tag nach dem gescheiterten Referendum f\u00fcr eine Olympias-Bewerbung Hamburgs ist im Rathaus Wundenlecken angesagt. Oder Erleichterung. 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