{"id":1062555,"date":"2026-06-01T19:45:33","date_gmt":"2026-06-01T19:45:33","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1062555\/"},"modified":"2026-06-01T19:45:33","modified_gmt":"2026-06-01T19:45:33","slug":"studie-mrna-impfung-senkt-das-risiko-fuer-hautkrebs-rueckfall","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1062555\/","title":{"rendered":"Studie: mRNA-Impfung senkt das Risiko f\u00fcr Hautkrebs-R\u00fcckfall"},"content":{"rendered":"<p>            <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"ts-image\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/untersuchung-114.jpg\" alt=\"Ein Hautarzt untersucht bei einer Krebsvorsorgeuntersuchung eine Patientin mit einem Auflichtmikroskop.\" title=\"Ein Hautarzt untersucht bei einer Krebsvorsorgeuntersuchung eine Patientin mit einem Auflichtmikroskop. | dpa\"\/><\/p>\n<p class=\"metatextline\">Stand: 01.06.2026 \u2022 18:56 Uhr<\/p>\n<p class=\"article-head__shorttext\">\n        <strong>Die Zahl der Hautkrebs-F\u00e4lle ist in den vergangenen Jahren stark gestiegen. Eine mRNA-Impfung in Kombination mit einer Immuntherapie k\u00f6nnte auch langfristig vor einem R\u00fcckfall sch\u00fctzen &#8211; das zeigen aktuelle Daten.<\/strong>\n    <\/p>\n<p>Von Martin Winkelheide, WDR\n                    <\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Nach dem Tennisspielen sp\u00fcrte er pl\u00f6tzlich Schmerzen im linken Arm. &#8222;Dann bin ich in die Klinik gefahren. Und dann ist dabei diese Diagnose gemacht worden: Melanom&#8220;, erz\u00e4hlt ein Patient aus Hamburg. Er wei\u00df: Auch wenn der Tumor entfernt ist, kann er wiederkommen oder Tochtergeschwulste bilden.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Dieses Risiko ist bei einem Melanom &#8211; auch schwarzer Hautkrebs genannt &#8211; sehr hoch. Der Patient entschloss sich, an einer Studie teilzunehmen. Sie untersucht, ob eine mRNA-Impfung gegen sein Melanom das R\u00fcckfallrisiko senken kann. Die Impfung soll dem Immunsystem beibringen, Tumorzellen zu erkennen und abzut\u00f6ten.<\/p>\n<p>    Effekt auch noch nach f\u00fcnf Jahren<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">&#8222;Wir wissen, dass bei faktisch jedem immungesunden Patienten mit einem Melanom bereits eine Immunattacke abl\u00e4uft, das Immunsystem bereits versucht, diese Zellen anzugreifen und zu zerst\u00f6ren&#8220;, erkl\u00e4rt Christopher Gebhardt von der Klinik f\u00fcr Dermatologie an der Universit\u00e4tsklinik Hamburg Eppendorf (UKE). &#8222;Diese Immunreaktionen gilt es zu verst\u00e4rken.&#8220; Gebhardt leitet den Hamburger Teil der aktuell laufenden sogenannten Phase-3-Studie.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Eine <a href=\"https:\/\/www.thelancet.com\/journals\/lancet\/article\/PIIS0140-6736(23)02268-7\/abstract\" title=\"Phase-2b-Studie\" class=\"textlink--extern js-link-dialog\" rel=\"noopener noreferrer nofollow\" target=\"_blank\" data-type=\"external\">erste kleinere Phase-2-Studie<\/a> mit 157 Teilnehmern konnte bereits nach zwei Jahren zeigen: Die Kombination von Immuntherapie und mRNA-Impfung senkt das Risiko, einen R\u00fcckfall zu erleiden, deutlicher als die Immuntherapie alleine.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Dabei wurde Menschen mit schwarzem Hautkrebs zun\u00e4chst ihr Melanom entfernt. Danach erhielten alle Patienten eine medikament\u00f6se Behandlung als Infusion, eine Immuntherapie. Zwei von drei Patienten bekamen zus\u00e4tzlich noch einen auf den jeweiligen Tumor angepassten mRNA-Impfstoff. Jetzt, nach f\u00fcnf Jahren, wurden <a href=\"https:\/\/ascopubs.org\/doi\/10.1200\/JCO-26-00835\" title=\"Phase-2b-KEYNOTE-942-Studie\" class=\"textlink--extern js-link-dialog\" rel=\"noopener noreferrer nofollow\" target=\"_blank\" data-type=\"external\">neue Ergebnisse ver\u00f6ffentlicht<\/a>, die zeigen: Das R\u00fcckfallrisiko bleibt auch langfristig reduziert.<\/p>\n<p>    Impfung gemeinsam mit Immuntherapie<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Die mRNA-Studien verbinden zwei Konzepte, die beide am Immunsystem ansetzen. Bei der medikament\u00f6sen Behandlung per Infusion werden sogenannte Checkpoint-Inhibitoren verabreicht, die das Immunsystem aktivieren. &#8222;Tats\u00e4chlich wissen wir auch, dass die Medikamente wirksam sind, aber auch dort wahrscheinlich nur bei einem Teil, vielleicht etwa der H\u00e4lfte der Patienten. Die andere H\u00e4lfte scheint immunresistent zu sein&#8220;, so Gebhardt.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Die mRNA-Impfung soll die Checkpoint-Inhibitoren erg\u00e4nzen, indem sie die Immunzellen gezielt auf die Krebszellen hinweist.<\/p>\n<p>    Individueller mRNA-Impfstoff f\u00fcr jeden Patienten<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Die Behandlung l\u00e4uft \u00fcber ein Jahr. &#8222;Ich habe jetzt meine f\u00fcnfte Infusion und meine dritte Impfung. Von den Impfungen habe ich \u00fcberhaupt nichts gesp\u00fcrt&#8220;, erz\u00e4hlt der Patient der noch laufenden Studie. &#8222;Leichter Schmerz an der Injektionsstelle, sonst keine anderen typischen Reaktionen.&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Der mRNA-Impfstoff wird f\u00fcr jeden Patienten passend zu seinem Tumor hergestellt. Dazu wird eine Gewebeprobe an den Impfstoffhersteller Moderna geschickt. Das Erbgut der Tumorzellen wird entschl\u00fcsselt und mit dem von gesunden K\u00f6rperzellen abgeglichen.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">&#8222;Das, kann man sagen, ist so ein bisschen das Geheimnis der Hersteller und Entwickler, die dann aus dieser Liste der Genver\u00e4nderungen die aussuchen, die die Informationen f\u00fcr besonders gut vom Immunsystem zu erkennende Eiwei\u00dfstruktur, n\u00e4mlich Neo-Antigene bereithalten&#8220;, sagt Dermatologe Gebhardt. Dort werde dann eine Zahl von verschiedenen Neo-Antigenen ausgew\u00e4hlt &#8211; etwa zwischen 20 und 34 in diesem Fall -, die man dann dem Patienten verabreiche.<\/p>\n<p>    Mehr Patienten blieben gesund<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Jetzt, nach f\u00fcnf Jahren, ist noch einmal geschaut worden, wie es den Teilnehmern der Phase-2-Studie geht, wer einen R\u00fcckfall erlitten hat und wer nicht. Die Auswertung der Studiendaten ergab: Wenn das Immunsystem erfolgreich lernt, den Tumor zu bek\u00e4mpfen, dann h\u00e4lt der Effekt lange an.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">&#8222;Da sehen wir: Es ist kein tempor\u00e4rer Effekt&#8220;, sagt Ralf Gutzmer, Direktor der Universit\u00e4tshautklinik Minden und Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Dermatologische Onkologie. Es habe weniger Krebsr\u00fcckf\u00e4lle und Fernmetastasen gegeben. &#8222;Das hei\u00dft, mehr Patienten bleiben gesund, obwohl sie sonst ein hohes Risiko h\u00e4tten, wenn wir die Therapie nicht machen w\u00fcrden.&#8220; Das seien die ersten Daten, die zeigten, dass dieser Effekt auch nach f\u00fcnf Jahren noch anhalte.<\/p>\n<p>    &#8222;K\u00f6nnte die Melanom-Therapie revolutionieren&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Diese neue Erkenntnis best\u00e4rkt die Erwartungen, die Mediziner in die mRNA-Impfung setzen. Auch Gebhardt von der Hautklinik am UKE in Hamburg ist optimistisch. &#8222;Die mRNA-Vakzin-Technologie k\u00f6nnte die Melanom-Therapie revolutionieren und k\u00f6nnte dazu f\u00fchren, dass wir mehr Patienten als bis dato von dieser Erkrankung heilen k\u00f6nnen.&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Noch allerdings ist die mRNA-Impfung gegen das Melanom nicht als Behandlung zugelassen. Als Voraussetzung daf\u00fcr gilt, dass die gro\u00dfe Phase-3-Studie mit mehr als 1.000 Patienten zu \u00e4hnlich positiven Befunden kommt. Deren Ergebnisse werden fr\u00fchestens im Herbst vorliegen.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Und selbst wenn die mRNA-Impfung gegen das Melanom zugelassen wird, bleibt ein Problem: der voraussichtliche Preis. &#8222;Es wird sicherlich keine g\u00fcnstige Therapie sein&#8220;, sagt Gebhardt. Teuer sei dabei vor allem die einj\u00e4hrige Checkpoint-Inhibitor-Therapie sowie die individualisierten Herstellung, Bereitstellung und Durchf\u00fchrung der mRNA-Vakzinierung. Der Preis k\u00f6nnte bei mehr als 100.000 Euro pro Patient und Jahr liegen, sch\u00e4tzt der Hauttumorexperte. Bislang gibt es nur wenige medizinische Leistungen, die so teuer sind.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Stand: 01.06.2026 \u2022 18:56 Uhr Die Zahl der Hautkrebs-F\u00e4lle ist in den vergangenen Jahren stark gestiegen. Eine mRNA-Impfung&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":1062556,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[2],"tags":[29,597,30,30110,13,1080,20816,14,15,12,10,8,9,11],"class_list":["post-1062555","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-deutschland","tag-deutschland","tag-forschung","tag-germany","tag-hautkrebs","tag-headlines","tag-krebs","tag-mrna-impfstoff","tag-nachrichten","tag-news","tag-schlagzeilen","tag-top-news","tag-top-meldungen","tag-topmeldungen","tag-topnews"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/116676573799192016","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1062555","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1062555"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1062555\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1062556"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1062555"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1062555"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1062555"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}