{"id":1064721,"date":"2026-06-02T16:24:16","date_gmt":"2026-06-02T16:24:16","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1064721\/"},"modified":"2026-06-02T16:24:16","modified_gmt":"2026-06-02T16:24:16","slug":"gute-gegen-schlechte-muecken-wie-google-toedliche-krankheiten-eindaemmen-will","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1064721\/","title":{"rendered":"Gute gegen schlechte M\u00fccken: wie Google t\u00f6dliche Krankheiten eind\u00e4mmen will"},"content":{"rendered":"<p>Stechm\u00fccken sind weltweit jedes Jahr f\u00fcr rund 700.000 bis eine Million Todesf\u00e4lle bei Menschen verantwortlich. Damit geh\u00f6ren die fliegenden Plagegeister zu den t\u00f6dlichsten Insekten des Planeten.<\/p>\n<p>          <img decoding=\"async\" class=\"c-ad__placeholder__logo\" src=\"https:\/\/static.euronews.com\/website\/images\/logos\/logo-euronews-stacked-outlined-72x72-grey-9.svg\" width=\"72\" height=\"72\" alt=\"\" loading=\"lazy\"\/><br \/>\n          WERBUNG<\/p>\n<p>          <img decoding=\"async\" class=\"c-ad__placeholder__logo\" src=\"https:\/\/static.euronews.com\/website\/images\/logos\/logo-euronews-stacked-outlined-72x72-grey-9.svg\" width=\"72\" height=\"72\" alt=\"\" loading=\"lazy\"\/><br \/>\n          WERBUNG<\/p>\n<p>Ihre Zahl d\u00fcrfte weiter steigen, weil der Klimawandel und zunehmende Migration ihre Verbreitung f\u00f6rdern und die Lebensr\u00e4ume der M\u00fccken ausdehnen.<\/p>\n<p>Wie l\u00e4sst sich ihr Vormarsch stoppen?<\/p>\n<p>Um dieses Problem anzugehen, arbeitet Google am Projekt Debug. Ziel ist es, mehr \u201egute\u201c als \u201eschlechte\u201c M\u00fccken in die Umwelt zu entlassen.<\/p>\n<p>Der US-Technologiekonzern hat nun bei den Beh\u00f6rden beantragt, innerhalb von zwei Jahren bis zu 64 Millionen M\u00fccken in Kalifornien und Florida freizusetzen.<\/p>\n<p>\u201eWir versuchen, die gef\u00e4hrlichen M\u00fccken zu stoppen, indem wir n\u00fctzliche M\u00fccken z\u00fcchten und aussetzen\u201c, hei\u00dft es auf der Debug-Webseite von Google.<\/p>\n<p>\u201eUnsere n\u00fctzlichen Insekten sind m\u00e4nnliche Stechm\u00fccken, die das nat\u00fcrlich vorkommende Bakterium Wolbachia tragen. Es sorgt daf\u00fcr, dass sie mit wilden weiblichen M\u00fccken keine Nachkommen bekommen.\u201c<\/p>\n<p>Paaren sich wilde Weibchen mit einem sterilen M\u00e4nnchen, schl\u00fcpfen aus ihren Eiern keine Larven. So schrumpft die Population mit jeder Generation, und die \u00dcbertragung von Krankheiten kommt zum Erliegen. Weibliche Stechm\u00fccken \u00fcbertragen Krankheiten wie Dengue, Malaria und Gelbfieber. Sie saugen Blut von Menschen oder Tieren, um Eiwei\u00df f\u00fcr ihre Eier zu gewinnen, und geben dabei Krankheitserreger weiter.<\/p>\n<p>M\u00e4nnliche M\u00fccken sollen es richten<\/p>\n<p>Ein Team aus Forschenden sowie Ingenieurinnen und Ingenieuren bei Google entwickelt mehrere Methoden, um m\u00e4nnliche M\u00fccken unfruchtbar zu machen.<\/p>\n<p>Eine der Methoden, die auch f\u00fcr den m\u00f6glichen Einsatz in Kalifornien und Florida vorgesehen ist, infiziert die M\u00fccken mit Wolbachia.<\/p>\n<p>Im Unterschied zu chemischen Pestiziden und Insektiziden, die \u00d6kosysteme sch\u00e4digen k\u00f6nnen, kommt die Wolbachia-Methode ohne Gifte aus und ver\u00e4ndert das Erbgut nicht. Sie gilt daher als sicher f\u00fcr Menschen und Umwelt.<\/p>\n<p>Stechm\u00fccken tragen Viren nicht von Natur aus in sich; sie nehmen sie von infizierten Menschen auf. Stechen k\u00f6nnen jedoch nur die Weibchen, und nur sie \u00fcbertragen Krankheiten. Am Programm beteiligt sind daher ausschlie\u00dflich m\u00e4nnliche Tiere.<\/p>\n<p>Das Projekt will Millionen steriler M\u00fccken z\u00fcchten, die M\u00e4nnchen von den Weibchen trennen und die M\u00e4nnchen anschlie\u00dfend in der Natur aussetzen.<\/p>\n<p>\u201eDie richtige Zahl n\u00fctzlicher M\u00fccken am richtigen Ort ist entscheidend. Deshalb entwickeln wir Software und \u00dcberwachungswerkzeuge, die jede Freisetzung steuern\u201c, hei\u00dft es auf der Projektseite.<\/p>\n<p>Auf welche M\u00fccken zielt das Programm?<\/p>\n<p>Weltweit gibt es mehr als 3.000 Stechm\u00fcckenarten, die Hunderte von Krankheiten und Viren \u00fcbertragen. Nicht alle sind jedoch gleich gef\u00e4hrlich.<\/p>\n<p>Rund 40 Prozent der Weltbev\u00f6lkerung ist dem Risiko ausgesetzt, sich durch eine bestimmte M\u00fcckenart anzustecken: Aedes aegypti.<\/p>\n<p>Diese Art verursacht den Gro\u00dfteil der Dengue-, Zika-, Gelbfieber- und Chikungunya-F\u00e4lle. Zusammengenommen f\u00fchren diese Krankheiten weltweit jedes Jahr zu Zehntausenden Todesf\u00e4llen.<\/p>\n<p>Pilotprojekt in Zypern<\/p>\n<p>Auch andere L\u00e4nder setzen bereits \u00e4hnliche Methoden ein, etwa die Sterile Insekten-Technik (SIT). Zypern lie\u00df im Jahr 2023 \u00fcber einen Zeitraum von mehr als 20 Wochen hinweg jede Woche 100.000 sterile M\u00e4nnchen frei.<\/p>\n<p>Das Land best\u00e4tigte 2022 erstmals das Vorkommen der M\u00fccke Aedes aegypti auf der Insel. Das gilt als Hinweis darauf, dass sich diese Art in Europa ausbreitet.<\/p>\n<p>\u201eDas Auftreten der zwei Arten invasiver M\u00fccken bringt erhebliche Herausforderungen f\u00fcr Zypern mit sich. Wird Aedes aegypti nicht ausgerottet, k\u00f6nnte dies schwerwiegende Folgen f\u00fcr ganz Europa haben\u201c, sagte Rafael Mariano Grossi, Generaldirektor der Internationalen Atomenergie-Organisation, zu Beginn des Projekts.<\/p>\n<p>In diesem Programm machte man die M\u00fccken mit Bestrahlung unfruchtbar, einer Methode, die auch zur Bek\u00e4mpfung landwirtschaftlicher Sch\u00e4dlinge wie der Mittelmeerfruchtfliege, des Falschen Apfelwicklers, des Schraubenwurms der Neuen Welt und von Tsetsefliegen eingesetzt wird.<\/p>\n<p>Weitere Pilotversuche mit SIT fanden 2020 in Kuba und 2017 in China statt.<\/p>\n<p>2025: Rekordjahr f\u00fcr M\u00fccken in Europa<\/p>\n<p>Europa erlebt l\u00e4ngere und intensivere \u00dcbertragungszeiten f\u00fcr m\u00fccken\u00fcbertragene Krankheiten.<\/p>\n<p>Das Europ\u00e4ische Zentrum f\u00fcr die Pr\u00e4vention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) f\u00fchrt diese Entwicklung auf klimatische und \u00f6kologische Faktoren zur\u00fcck: steigende Temperaturen, l\u00e4ngere Sommer, mildere Winter und ver\u00e4nderte Niederschlagsmuster.<\/p>\n<p>Nach Angaben der Beh\u00f6rde geh\u00f6ren zu den wichtigsten betroffenen Arten Aedes albopictus, der Dengue-, Chikungunya- und Zika-Viren \u00fcbertragen kann, Aedes aegypti, der zus\u00e4tzlich das Gelbfiebervirus verbreitet, sowie Culex pipiens, der Haupt\u00fcbertr\u00e4ger des West-Nil-Virus.<\/p>\n<p>Die M\u00fccke Aedes albopictus, die das Chikungunya-Virus \u00fcbertragen kann, ist nach ECDC-Angaben inzwischen in 16 europ\u00e4ischen L\u00e4ndern und 369 Regionen heimisch. Vor zehn Jahren waren es erst 114 Regionen.<\/p>\n<p>Auch F\u00e4lle des West-Nil-Virus treten zunehmend in neuen Regionen Europas auf, etwa in den italienischen Provinzen Latina und Frosinone sowie im rum\u00e4nischen Kreis S\u0103laj.<\/p>\n<p>\u201eMit dem Wandel bei m\u00fccken\u00fcbertragenen Krankheiten wird in Zukunft mehr Menschen in Europa Gefahr drohen. Umso wichtiger ist die Vorbeugung \u2013 durch koordinierte Ma\u00dfnahmen des \u00f6ffentlichen Gesundheitswesens und durch pers\u00f6nlichen Schutz\u201c, sagte C\u00e9line Gossner, leitende Expertin f\u00fcr neu auftretende und vektor\u00fcbertragene Krankheiten beim ECDC, am Weltm\u00fcckentag 2025.<\/p>\n<p>Weitere Vorsorgema\u00dfnahmen bestehen darin, stehendes Wasser aus Beh\u00e4ltern wie Blument\u00f6pfen, Eimern und verstopften Regenrinnen zu entfernen, damit M\u00fccken dort keine Brutst\u00e4tten finden.<\/p>\n<p>In gr\u00f6\u00dferen Wasserfl\u00e4chen lassen sich nach Empfehlung des ECDC Larvizide einsetzen. W\u00e4hrend aktiver Ausbr\u00fcche k\u00f6nnen zudem Insektizide gegen erwachsene M\u00fccken verwendet werden \u2013 stets unter Ber\u00fccksichtigung der \u00f6kologischen Folgen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Stechm\u00fccken sind weltweit jedes Jahr f\u00fcr rund 700.000 bis eine Million Todesf\u00e4lle bei Menschen verantwortlich. 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