{"id":1066531,"date":"2026-06-03T09:39:18","date_gmt":"2026-06-03T09:39:18","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1066531\/"},"modified":"2026-06-03T09:39:18","modified_gmt":"2026-06-03T09:39:18","slug":"neue-leiterin-fuer-die-alte-synagoge-in-wuppertal","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1066531\/","title":{"rendered":"Neue Leiterin f\u00fcr die Alte Synagoge in Wuppertal"},"content":{"rendered":"<p class=\"text_ohne_einzug richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Die Begegnungsst\u00e4tte Alte Synagoge steht vor einem bedeutenden Wechsel: Leiterin Ulrike Schrader geht in den Ruhestand, nachdem sie die kulturgeschichtliche Institution mehr als drei Jahrzehnte ma\u00dfgeblich mitgepr\u00e4gt, mitentwickelt und \u00fcber die Stadtgrenzen hinaus bekannt gemacht hat. Judith Brinkmann-Michalczyk tritt ab September ihre Nachfolge an. <\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">\u201eIch freue mich am meisten auf die Menschen und darauf, mit ihnen in den Austausch zu gehen\u201c, sagt die 35-j\u00e4hrige Historikerin und Kunsthistorikerin. Studiert hat sie an der Ruhr-Universit\u00e4t Bochum und forscht dort am Institut f\u00fcr Diaspora- und Genozidforschung zu Ikonografien genozidaler Gewalt. Nach einer T\u00e4tigkeit als Leiterin der Kunstvermittlung und der Museumsp\u00e4dagogik des Kunstmuseums M\u00fclheim an der Ruhr leitet sie seit 2020 die Kulturinstitution \u201euzwei\u201c im Dortmunder U.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">\u201eGedenken ist einem stetigen Wandel unterlegen\u201c, erkl\u00e4rt die geb\u00fcrtige Essenerin. \u201eDas macht die Begegnungsst\u00e4tte Alte Synagoge so besonders: Das Verst\u00e4ndnis daf\u00fcr, dass Gedenken und Museumsarbeit nichts Starres, sondern ein fortlaufender Prozess ist\u201c. Spannend findet sie hier auch den Fokus auf die regionale Geschichte und darauf, komplexe Themen greifbarer zu machen. Besonders lobt sie auch die \u201eherausragende Quellensammlung\u201c, die das Team um Ulrike Schrader \u00fcber Jahrzehnte zusammengetragen hat. \u201eIch freue mich sehr darauf, mich da einzuarbeiten\u201c. <\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Sie betont auch den Ansatz der Begegnungsst\u00e4tte Alte Synagoge, j\u00fcdische Geschichte nicht nur mit Blick auf den Holocaust zu vermitteln, sondern j\u00fcdische Menschen als eigenst\u00e4ndige Akteure mit Tr\u00e4umen und M\u00f6glichkeiten in den Mittelpunkt zu r\u00fccken. Denn: \u201eJ\u00fcdische Geschichte ist mehr als die Judenverfolgung\u201c, so Judith Brinkmann-Michalczyk. \u201eWas hier gut gelingt, ist, die Vielfalt und die Heterogenit\u00e4t des j\u00fcdischen Lebens zu vermitteln\u201c. Das sei auch ein essenzieller Punkt, weshalb Begegnungsst\u00e4tte wie dieser so wichtig seien. \u201eNur durch Bildung und Dialog kann man unsere Demokratie st\u00e4rken\u201c.<\/p>\n<p>Museumsarbeit unterliegt <br \/>einem steten Wandel      <\/p>\n<p class=\"text_ohne_einzug richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">F\u00fcr sie muss Museumsarbeit ein offener Prozess sein. Dazu geh\u00f6rten auch experimentelle und partizipative Ans\u00e4tze. Das seien aber nicht nur potenziell neue, digitale Formate. \u201eIch bin nicht der Meinung, dass alles, was blinkt, besser ist\u201c, sagt sie. Die Begegnungsst\u00e4tte bringe eine \u201eherausragende, wissenschaftlich fundierte Basis\u201c mit. Die Vermittlungsformate w\u00fcrden in die Stadtgesellschaft hineinwirken. Die Begegnungsst\u00e4tte sei ein Ort f\u00fcr alle \u2013 und dieser Gedanke solle weitergef\u00fchrt werden. Dazu geh\u00f6rt es, den Menschen auf Augenh\u00f6he zu begegnen. Gleichwohl hat sie Ideen f\u00fcr neue Formate. M\u00f6glich sei etwa ein sogenanntes \u201eSerious Game\u201c (eng. Ernstes Spiel). Dabei handelt es sich um ein Brett-, Karten- oder Computerspiel, das nicht prim\u00e4r oder ausschlie\u00dflich der Unterhaltung dient, sondern eher Bildung und Wissen vermitteln sollen. \u201eWie der Name sagt: Es soll ein Ort der Begegnung sein\u201c, so Brinkmann-Michalczyk. \u201eDazu geh\u00f6rt auch, dass man andere Positionen aush\u00e4lt. Wenn wir nicht mehr zuh\u00f6ren, kann kein Dialog passieren\u201c. <\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Geplant sei, die Pr\u00e4senz in den Sozialen Medien im Rahmen der M\u00f6glichkeiten auszuweiten. Nicht nur, weil sich ein gro\u00dfer Teil des Lebens junger Leute im digitalen Raum abspielt. \u201eAuch, um dem, was dort herumgeistert, auch etwas entgegenzusetzen\u201c, erkl\u00e4rt sie. <\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Nach insgesamt 32 Jahren als Leitung der Begegnungsst\u00e4tte Alte Synagoge geht Ulrike Schrader zum 30. November in den Ruhestand. Allerdings wird sie bereits Anfang Oktober ihre aktive T\u00e4tigkeit als Leitung beenden. Damit gibt es im September eine einmonatige \u00dcbergangsphase, in der die Begegnungsst\u00e4tte zwei Leiterinnen haben wird.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">\u201eEs ist eine Mischung der Gef\u00fchle\u201c, sagt Ulrike Schrader zu ihrem baldigen Abschied in den Ruhestand. \u201eNach 32 Jahren beende ich eine \u00c4ra, die mich stark gepr\u00e4gt hat und die ich als gro\u00dfes Privileg empfinde\u201c. <\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Als sie 1994 die Leitung der Beggungsst\u00e4tte \u00fcbernahm, sei die Gedenkarbeit noch lange nicht so etabliert gewesen, wie heute. Es sei \u201egro\u00dfes Gl\u00fcck\u201c gewesen, dass sich in NRW ein Netzwerk bildete. Sie selbst ist Gr\u00fcndungsmitglied dieses Arbeitskreises der NS-Gedenkst\u00e4tten und -Erinnerungsorte. So konnten sich die unterschiedlichen Gedenkst\u00e4tten und Erinnerungsorte gegenseitig unterst\u00fctzen. \u201eIch sehe genau den Wert, den die Arbeit hatte\u201c, sagt sie. Gleichwohl betont sie mit Blick auf ihren Abschied: \u201eEs ist die Befreiung von einer gro\u00dfen Verantwortung, die man als Leitung dieses Hauses tr\u00e4gt.\u201c<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Insgesamt 28 Kandidatinnen und Kandidaten hatten sich auf die Leitungsposition beworben. Nach mehreren Bewerbungsrunden hatte sich Judith Brinkmann-Michalczyk gegen die Konkurrenz durchgesetzt. Die Mitgliederversammlung des Tr\u00e4gervereins votierte am 28. April einstimmig f\u00fcr sie.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Die Begegnungsst\u00e4tte Alte Synagoge steht vor einem bedeutenden Wechsel: Leiterin Ulrike Schrader geht in den Ruhestand, nachdem sie&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":1066532,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[1840],"tags":[26625,36250,40833,123606,3364,29,30,82006,29850,227262,21442,227261,209174,1209,111473,15949,39571,4418],"class_list":["post-1066531","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-wuppertal","tag-alte","tag-begegnung","tag-begegnungsstaette","tag-brinkmann","tag-de","tag-deutschland","tag-germany","tag-judith","tag-leiterin","tag-leiterinnen","tag-leitung","tag-leitungsposition","tag-michalczyk","tag-nordrhein-westfalen","tag-schraeder","tag-synagoge","tag-ulrike","tag-wuppertal"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/116685515508823789","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1066531","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1066531"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1066531\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1066532"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1066531"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1066531"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1066531"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}