{"id":106694,"date":"2025-05-13T06:47:17","date_gmt":"2025-05-13T06:47:17","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/106694\/"},"modified":"2025-05-13T06:47:17","modified_gmt":"2025-05-13T06:47:17","slug":"tricks-gegen-trumps-zoelle-firmen-werden-kreativ","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/106694\/","title":{"rendered":"Tricks gegen Trumps Z\u00f6lle \u2013 Firmen werden kreativ"},"content":{"rendered":"<p>Die Ansage von Ed Bastian war klar: Der Chef der US-Fluggesellschaft Delta Air Lines hatte erkl\u00e4rt, man werde keine Flugzeuge des europ\u00e4ischen Herstellers Airbus abnehmen, wenn daf\u00fcr hohe Zollzahlungen f\u00e4llig w\u00fcrden. Das mache die Flieger so teuer, dass sie kaum wirtschaftlich zu betreiben seien. Umgekehrt w\u00e4re es f\u00fcr europ\u00e4ische Airline-Gruppen wie die Lufthansa eine enorme Belastung, hohe Z\u00f6lle auf Maschinen des US-Konzerns Boeing zu bezahlen.<\/p>\n<p>Deswegen sucht man auf beiden Seiten des Atlantiks in den verschiedensten Branchen nach Tricks, um das Zoll-Dilemma zu umgehen. Besonders kreativ ist man in der Luftfahrt. Schlie\u00dflich sind die Margen der Fluggesellschaften niedrig und gleichzeitig die Flugzeuge so teuer, dass jeder Zoll-Prozentpunkt eine Millionenzahlung bedeutet.<\/p>\n<p>Aus neu mach alt \u2013 Der Trick mit &#8222;gebrauchten&#8220; Flugzeugen<\/p>\n<p>Delta Air Lines setzt bei der Suche nach einem Zoll-Schlupfloch auf eine Taktik, die sich bereits in den Jahren der ersten Trump-Regierung bew\u00e4hrt hatte: Aus neu mach alt. Die Fluggesellschaft verwandelt nagelneue Jets durch eine Formalie in Gebrauchtflieger. So holte das Unternehmen Anfang Mai eine brandneue Langstreckenmaschine vom Typ A350-900 bei Airbus in Toulouse zwar ab. Dann aber begann eine ungew\u00f6hnliche Reise, so das renommierte Luftfahrtportal <a href=\"https:\/\/www.aero.de\/news-49798\/Wie-Delta-eine-neue-A350-900-zollfrei-in-die-USA-geholt-hat.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Aero.de<\/a> (externer Link). <\/p>\n<p>So entfiel der \u00fcbliche direkte \u00dcberf\u00fchrungsflug aus Frankreich in die USA. Stattdessen ging es zun\u00e4chst nach Tokio, was Delta als kommerziellen Flug deklarierte. Damit war der Airbus beim anschlie\u00dfenden Weiterflug in die USA formal nicht mehr neu, es fielen keine entsprechenden Z\u00f6lle an. Damit dieser Trick funktioniert, muss Delta allerdings einige Auflagen beachten. So erkl\u00e4rte das Unternehmen in der Vergangenheit, man setze entsprechende Maschinen nur im internationalen Verkehr ein und nicht auf Strecken innerhalb der USA. Offen ist, ob und wie lange die US-Beh\u00f6rden dieses Schlupfloch akzeptieren. <\/p>\n<p>Lufthansa-Jets werden zu Schweizern<\/p>\n<p>Vor der umgekehrten Herausforderung steht man bei der Lufthansa-Gruppe. In den kommenden Monaten und Jahren soll der Konzern dutzende von Langstreckenjets aus dem Hause Boeing erhalten. Die Maschinen sind zum Teil schon fertig montiert, stehen aber noch beim Hersteller in den Vereinigten Staaten, da Zulassungen f\u00fcr die Sitze fehlen.<\/p>\n<p>Da die EU als <a href=\"https:\/\/www.br.de\/nachrichten\/wirtschaft\/eu-droht-trump-mit-zoellen-auf-us-autos-flugzeuge-und-mehr,UkbkXcB\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Gegenma\u00dfnahme<\/a> auf Trumps Z\u00f6lle eigene Strafabgaben auch auf US-Flugzeuge vorbereitet, drohen der Lufthansa binnen weniger Monate Zusatzzahlungen in dreistelliger Millionenh\u00f6he. Deswegen denkt man bei den Frankfurtern dar\u00fcber nach, die neuen Boeing-Maschinen aus den USA zun\u00e4chst nicht nach Deutschland zu bringen, sondern in der Schweiz zu registrieren, etwa bei der Tochter Swiss. Damit w\u00fcrden die von der EU angedrohten Z\u00f6lle auf US-Flugzeuge vermieden, denen sich die Schweiz nicht anschlie\u00dfen will. <\/p>\n<p>Apple und der Elefant<\/p>\n<p>Besonders stark vom Zollkonflikt betroffen ist derzeit der Handel zwischen China und den USA. Das belastet auch gro\u00dfe US-Konzerne wie Apple. Das Unternehmen l\u00e4sst bisher den Gro\u00dfteil seiner Produkte in China herstellen. Nun stellt Apple seine Produktion breiter auf. Anders als von Pr\u00e4sident Donald Trump angestrebt, l\u00e4sst der Konzern aber Ger\u00e4te wie das iPhone auch k\u00fcnftig nicht in den Vereinigten Staaten herstellen. Apple setzt stattdessen auf ein riesiges, neues Werk in Indien.<\/p>\n<p>Unter dem Projektnamen &#8222;Elephant&#8220; entsteht derzeit unter Hochdruck eine 1,2 Millionen Quadratmeter gro\u00dfe Fabrikanlage in der IT-Metropole Bangalore. Indien ist f\u00fcr den Konzern deswegen als Standort attraktiv, weil die US-Regierung das Land als Partner f\u00fcr sich gewinnen will und deshalb mit Zolldrohungen weitgehend verschont. Deswegen erwarten Experten, dass auch chinesische Hersteller verst\u00e4rkt auf Produktionsstandorte in Indien setzen k\u00f6nnten, um Strafz\u00f6llen zu entgehen. Dadurch verlagert sich dann Produktion, aber eben nicht in die USA.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Die Ansage von Ed Bastian war klar: Der Chef der US-Fluggesellschaft Delta Air Lines hatte erkl\u00e4rt, man werde&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":106695,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[134],"tags":[840,231,3088,175,170,169,42052,29,30,2108,171,174,173,172,3107],"class_list":{"0":"post-106694","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-unternehmen-maerkte","8":"tag-airbus","9":"tag-apple","10":"tag-boeing","11":"tag-business","12":"tag-companies","13":"tag-companies-markets","14":"tag-delta-air-lines","15":"tag-deutschland","16":"tag-germany","17":"tag-lufthansa","18":"tag-markets","19":"tag-maerkte","20":"tag-unternehmen","21":"tag-unternehmen-maerkte","22":"tag-zollstreit"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114499187101536586","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/106694","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=106694"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/106694\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/106695"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=106694"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=106694"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=106694"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}