{"id":1067942,"date":"2026-06-03T23:08:17","date_gmt":"2026-06-03T23:08:17","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1067942\/"},"modified":"2026-06-03T23:08:17","modified_gmt":"2026-06-03T23:08:17","slug":"heidelberg-berlin-butter-oder-margarine-was-ist-fuer-die-oekobilanz-besser","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1067942\/","title":{"rendered":"Heidelberg\/ Berlin | Butter oder Margarine: Was ist f\u00fcr die \u00d6kobilanz besser?"},"content":{"rendered":"<p>Heidelberg\/ Berlin (dpa\/tmn) &#8211; In Deutschland wird viel Butter gegessen: Der j\u00e4hrliche Pro-Kopf-Verbrauch lag 2025 laut Bundesministerium f\u00fcr Ern\u00e4hrung bei 5,6 Kilogramm. Damit ist er im Vergleich zum Vorjahr leicht gestiegen.<\/p>\n<p>Butter besteht \u00fcberwiegend aus Milch &#8211; genauer aus geschlagenem Rahm, also fettreicher Sahne. F\u00fcr ein 250 Gramm-P\u00e4ckchen Butter braucht man laut Bundesinformationszentrum Landwirtschaft etwa f\u00fcnf Liter Milch.<\/p>\n<p>Der hohe Milchbedarf f\u00fchrt &#8211; neben vielen weiteren Kriterien &#8211; jedoch dazu, dass Butter Studien zufolge in der Klimabilanz nicht besonders gut abschneidet. \u00abDer CO2e-Fu\u00dfabdruck von Butter ist gr\u00f6\u00dfer als der von Schweine- oder H\u00fchnerfleisch &#8211; zumindest pro Kilogramm betrachtet\u00bb, sagt Nils Rettenmaier vom Institut f\u00fcr Energie- und Umweltforschung Heidelberg (ifeu).\u00a0<\/p>\n<p>Wer bei CO2e-Fu\u00dfabdruck stutzt: Das ist kein Tippfehler. CO2e bedeutet CO2-\u00c4quivalente. Diese standardisierte Ma\u00dfeinheit dient dazu, die Klimaauswirkungen unterschiedlicher Treibhausgase vergleichbar zu machen. Neben Kohlendioxid geht es da etwa auch um Methan oder Lachgas.<\/p>\n<p>\u00abAuch wenn in Deutschland nat\u00fcrlich insgesamt mehr Fleisch als Butter verzehrt wird, sind die Auswirkungen auf die ern\u00e4hrungsbedingten Treibhausgasemissionen sichtbar\u00bb, erkl\u00e4rt Rettenmaier.<\/p>\n<p>Ist Margarine eine klimafreundlichere Alternative?<\/p>\n<p>Pflanzliche Margarine schneidet da besser ab, so der Forscher. Das zeigt auch eine fr\u00fchere Untersuchung des ifeu. Dabei kam heraus, dass:<\/p>\n<ul class=\"list-normal\">\n<li>9,0 Kilogramm CO2e f\u00fcr ein Kilogramm Butter entstehen<\/li>\n<li>5,1 Kilogramm CO2e f\u00fcr ein Kilogramm Butter light &#8211; also mit 40 Prozent Fett &#8211; entstehen\u00a0<\/li>\n<li>1,7 Kilogramm CO2e f\u00fcr ein Kilogramm Halbfett-Margarine\u00a0entstehen<\/li>\n<li>2,8 Kilogramm CO2e f\u00fcr ein Kilogramm Vollfett-Margarine\u00a0entstehen<\/li>\n<\/ul>\n<p>F\u00fcr Mischstreichfette, die sich aus Butter und Pflanzenfetten zusammensetzen, variierten die Werte je nach Fettgehalt. Sie liegen pro Kilogramm zwischen 6,6 Kilogramm bis 7,2 Kilogramm CO2e. \u00abHier sind die Unterschiede zur Butter also nicht so gro\u00df\u00bb, sagt Rettenmaier.<\/p>\n<p>Gesamte \u00d6kobilanz im Blick<\/p>\n<p>Aber woran liegt es, dass Butter solche Auswirkungen auf die \u00d6kobilanz hat? Das Umweltbundesamt (UBA) z\u00e4hlt dazu einige Aspekte auf:<\/p>\n<ul class=\"list-normal\">\n<li>Futter f\u00fcr die K\u00fche &#8211; daf\u00fcr ist viel Agrarfl\u00e4che n\u00f6tig.<\/li>\n<li>Verdauung der Wiederk\u00e4uer &#8211; mit jedem Kuh-Pups entsteht Methan, verbunden mit hohen Treibhausgasemissionen.<\/li>\n<li>G\u00fclle &#8211; tr\u00e4gt zur Nitratbelastung des Grundwassers bei.<\/li>\n<li>Einsatz von Antibiotika &#8211; tr\u00e4gt zur Entstehung multiresistenter Bakterien bei.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Diese Punkte hat die ifeu-Untersuchung ber\u00fccksichtigt. Dabei wurden f\u00fcr knapp 200 Lebensmittel die Auswirkungen des gesamten Prozesses betrachtet &#8211; also von der landwirtschaftlichen Produktion bis zur Supermarktkasse. \u00abEs ging nicht nur um die Klimabilanz, sondern auch um den Fl\u00e4chen- und Wasser-Fu\u00dfabdruck sowie den Phosphat-Fu\u00dfabdruck\u00bb, erkl\u00e4rt Rettenmaier.\u00a0<\/p>\n<p>Das Ergebnis: Pflanzenmargarine weist durchweg g\u00fcnstigere Fu\u00dfabdr\u00fccke auf als Butter &#8211; unabh\u00e4ngig davon, ob die pflanzliche Alternative etwa auf Raps- oder Sonnenblumen\u00f6l basiert.<\/p>\n<p>Ist Margarine wirklich besser? Beim Kauf auf Details achten<\/p>\n<p>W\u00e4hrend bei Butter streng geregelt ist, was rein darf, ist das bei Margarine etwas komplizierter: \u00abBei Margarine handelt es sich nicht automatisch um ein rein pflanzliches Lebensmittel. Sie kann auch Magermilch, Joghurt oder Buttermilch enthalten\u00bb, erkl\u00e4rt Claudia M\u00fcller von der Deutschen Gesellschaft f\u00fcr Ern\u00e4hrung (DGE); blo\u00df \u00abProdukte mit dem Vegan-Siegel enthalten keine tierischen Zutaten\u00bb.<\/p>\n<p>Es lohnt sich also, im Supermarkt genauer hinzusehen. \u00abWer zu pflanzenbasierter Margarine greift, kann einen Beitrag zum Klimaschutz leisten\u00bb, so Rettenmaier. \u00abWobei Light-Produkte insgesamt sogar noch besser abschneiden als Vollfettprodukte.\u00bb\u00a0<\/p>\n<p>Doch Margarine kann aus verschiedenen Fetten und \u00d6len bestehen, darunter Palm\u00f6l, Palmfett und Kokosfett. Das Problem: \u00abDer Anbau von Pflanzen, aus denen Kokosfett sowie Palm\u00f6l und -fett gewonnen werden, erfolgt weitestgehend in Monokulturen mit signifikanten Auswirkungen auf die Artenvielfalt\u00bb, so M\u00fcller. Dies sei auch aus \u00f6kologischer Perspektive als negativ zu bewerten.\u00a0<\/p>\n<p>Im schlimmsten Fall werden f\u00fcr das Palm\u00f6l Regenw\u00e4lder gerodet. Daher r\u00e4t \u00ab\u00d6ko-Test\u00bb, beim Kauf palm\u00f6lhaltiger Margarine auf das Nachhaltigkeits-Label RSPO mit dem Zusatz SG oder IP zu achten. Dieser Hinweis d\u00fcrfe n\u00e4mlich nur auf Verpackungen von Produkten mit zertifiziertem Palm\u00f6l stehen.<\/p>\n<p>Tipp: Wer die Umweltauswirkungen insgesamt weiter reduzieren will, k\u00f6nne zus\u00e4tzlich zu Bio-Ware greifen. \u00abDas bringt viel &#8211; etwa durch das verst\u00e4rkte Tierwohl und den Verzicht auf Pestizide\u00bb, so Nils Rettenmaier.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Heidelberg\/ Berlin (dpa\/tmn) &#8211; In Deutschland wird viel Butter gegessen: Der j\u00e4hrliche Pro-Kopf-Verbrauch lag 2025 laut Bundesministerium f\u00fcr&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":1067943,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[1825],"tags":[296,2632,102619,29,5763,4974,30,227512,4507,227513,624,212969,383,625],"class_list":["post-1067942","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-berlin","tag-berlin","tag-brcmj","tag-butter","tag-deutschland","tag-ernaehrung","tag-essen-und-trinken","tag-germany","tag-margarine","tag-nachhaltigkeit","tag-pflanzliche-alternativen","tag-ratgeber","tag-tmn2121","tag-umwelt","tag-verbraucher"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/116688696333495847","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1067942","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1067942"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1067942\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1067943"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1067942"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1067942"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1067942"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}