{"id":1068161,"date":"2026-06-04T01:23:16","date_gmt":"2026-06-04T01:23:16","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1068161\/"},"modified":"2026-06-04T01:23:16","modified_gmt":"2026-06-04T01:23:16","slug":"starnberg-bonn-raus-mit-dem-schmalz-wie-viel-ohrenpflege-muss-sein-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1068161\/","title":{"rendered":"Starnberg\/Bonn | Raus mit dem Schmalz! Wie viel Ohrenpflege muss sein?"},"content":{"rendered":"<p>Starnberg\/Bonn (dpa\/tmn) &#8211; Igitt! Viele sch\u00fctteln sich bereits beim blo\u00dfen Gedanken an Ohrenschmalz. Dabei ist die gelblich-br\u00e4unliche Masse viel besser als ihr Ruf. Zwei HNO-Fach\u00e4rzte geben Antworten auf die wichtigsten Fragen zur Ohrenpflege.\u00a0<\/p>\n<p>Was ist Ohrenschmalz \u00fcberhaupt &#8211; und wof\u00fcr ist es da?\u00a0<\/p>\n<p>Cerumen: So nennen Medizinerinnen und Mediziner Ohrenschmalz. \u00abWas wir sehen, ist meistens eine Mischung aus dem Sekret, das Ceruminaldr\u00fcsen produzieren, und aus Hautschuppen\u00bb, sagt HNO-Arzt Bernhard Junge-H\u00fclsing. \u00abUnd wie auf einem Flie\u00dfband wird es von innen nach au\u00dfen transportiert, wenn die Haut w\u00e4chst.\u00bb<\/p>\n<p>Im Grunde ist Ohrenschmalz \u00abwie eine pflegende Salbe, die der K\u00f6rper selbst produziert\u00bb, zieht der HNO-Arzt Prof. Thomas Deitmer einen Vergleich. Zudem hat das Schmalz auch eine antibakterielle Wirkung. \u00abEr ist also nicht irgendetwas Schmutziges\u00bb, sagt der Generalsekret\u00e4r der Deutschen Gesellschaft f\u00fcr HNO-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie.\u00a0<\/p>\n<p>Wenn sich dieses Schmalz anh\u00e4uft, kann es allerdings zu einer vermehrten Ansiedlung von Bakterien kommen, vor allem bei einem feuchtwarmen Klima im Ohr. Dann kann eine schmerzhafte Geh\u00f6rgangsentz\u00fcndung die Folge sein.\u00a0<\/p>\n<p>Sind Wattest\u00e4bchen im Ohr wirklich tabu?\u00a0<\/p>\n<p>Viele Menschen haben das Bed\u00fcrfnis, Ohrenschmalz zu beseitigen. Wer allerdings zum Wattest\u00e4bchen greift, erreicht m\u00f6glicherweise das Gegenteil &#8211; und schiebt das Schmalz tiefer ins Ohr. Schlimmstenfalls bildet sich mit der Zeit ein Pfropfen, der irgendwann den Geh\u00f6rgang verschlie\u00dft.\u00a0<\/p>\n<p>Viele HNO-\u00c4rzte raten daher pauschal von Wattest\u00e4bchen im Ohr ab. Bernhard Junge-H\u00fclsing sieht das differenzierter: \u00abWenn man das nach dem Duschen zwei- oder dreimal in der Woche macht und vorsichtig rangeht, ist es in Ordnung.\u00bb\u00a0<\/p>\n<p>Auch Thomas Deitmer findet, dass man Wattest\u00e4bchen im Eingang des Geh\u00f6rganges verwenden kann &#8211; wenn man es richtig tut. Das hei\u00dft: Nicht tief ins Ohr dr\u00fccken, sondern vorsichtig vorgehen und das Wattest\u00e4bchen bei der Benutzung etwas drehen und zwirbeln. \u00abDann rotiert es ein bisschen und man schiebt das Ohrenschmalz nicht nach hinten, sondern wischt es aus dem Eingang heraus.\u00bb<\/p>\n<p>Wann k\u00f6nnen Wattest\u00e4bchen denn zum Problem werden?\u00a0<\/p>\n<p>In zwei F\u00e4llen raten die HNO-\u00c4rzte aber klar von Wattest\u00e4bchen ab:\u00a0<\/p>\n<ul class=\"list-normal\">\n<li>Bei einem verschlossenem Ohr nach dem Baden\u00a0<\/li>\n<\/ul>\n<p>Ist das Ohr nach dem Besuch von Freibad oder See l\u00e4nger verschlossen und kommt einem sehr voll vor, verkneift man sich den Griff zum Wattest\u00e4bchen besser. \u00abWenn man dann auch noch alles wie mit einem Pfeifenstopfer nach hinten schiebt, dann hat man verloren. Dann bleibt nur noch der Gang zum Facharzt\u00bb, sagt Bernhard Junge-H\u00fclsing, der Landesvorsitzender des Berufsverbandes der Hals-Nasen-Ohren\u00e4rzte in Bayern ist.\u00a0<\/p>\n<p>Um Wasser im Ohr loszuwerden, r\u00e4t Thomas Deitmer: \u00abAuf einem Bein h\u00fcpfen oder den Kopf sch\u00fctteln.\u00bb<\/p>\n<ul class=\"list-normal\">\n<li>Zur Reinigung von Kinderohren<\/li>\n<\/ul>\n<p>Kinder- und Babywattest\u00e4bchen haben eine Verdickung. Die kann Bernhard Junge-H\u00fclsing zufolge daf\u00fcr sorgen, dass das Ohr Schicht f\u00fcr Schicht immer weiter vollstopft.\u00a0<\/p>\n<p>Gerade bei Kindern funktioniert der Selbstreinigungseffekt au\u00dferdem so gut, dass Ohrenputzen gar nicht notwendig ist. Ausnahme: Manche Kinder neigen zu verstopften Ohren, wenn sie operiert wurden oder von Geburt an sehr enge Geh\u00f6rg\u00e4nge haben. Letzteres kann bei Kindern mit einem Down-Syndrom der Fall sein.\u00a0<\/p>\n<p>Wie kann man denn die Ohren reinigen, wenn man das Bed\u00fcrfnis danach hat?\u00a0<\/p>\n<p>\u00abEigentlich muss man gar nichts machen\u00bb, sagt Thomas Deitmer. Was man jedoch tun kann &#8211; vorausgesetzt, das Trommelfell ist intakt: den Duschkopf wie einen Telefonh\u00f6rer halten und warmes Wasser ins Ohr laufen lassen. Wichtig: \u00abNat\u00fcrlich nicht volle Pulle wie bei einem Hochdruckreiniger.\u00bb<\/p>\n<p>Wichtig ist, dass man das Wasser danach auch wieder aus dem Ohr herausbekommt. Auch hier gilt also: h\u00fcpfen oder Kopf sch\u00fctteln.\u00a0<\/p>\n<p>Ohrenhilfsmittel wie Sprays oder Kerzen &#8211; sind sie sinnvoll?\u00a0<\/p>\n<p>Sprays sollen dabei helfen, das Ohrenschmalz besser zu l\u00f6sen. Thomas Deitmer h\u00e4lt sie f\u00fcr \u00fcberfl\u00fcssig. \u00abDie k\u00f6nnen auch nichts anderes, als dass sie Fl\u00fcssigkeit in den Geh\u00f6rgang pusten und das Ohrenschmalz aufweichen, damit man ihn manchmal besser aussp\u00fclen kann.\u00bb<\/p>\n<p>Nur, wenn das Schmalz so fest sitzt, dass es selbst von einem HNO-Arzt nur schwer zu entfernen ist, w\u00fcrden manchmal erweichende Tropfen benutzt, um die Reinigung zu erleichtern.\u00a0<\/p>\n<p>Einig sind sich beide Experten auch bei sogenannten Ohrenkerzen, die zu Reinigungszwecken in die Ohren gesteckt und angez\u00fcndet werden. \u00abDavor raten wir als Verband definitiv ab\u00bb, sagt Bernhard Junge-H\u00fclsing. Zum einen sei die Wirkung dieser Kerzen zweifelhaft. Zum anderen sei die Gefahr gro\u00df, dass hei\u00dfes Wachs in die Ohren gelange.\u00a0<\/p>\n<p>Wann sollte ich mit Ohrenproblemen zu HNO-Arzt oder -\u00c4rztin gehen?\u00a0<\/p>\n<p>Schmerzen, Juckreiz, Austritt von Fl\u00fcssigkeit, H\u00f6rst\u00f6rungen, Schwindel: Diese Ohr-Beschwerden sollten einen in die HNO-Praxis f\u00fchren. Oder wie Bernhard Junge-H\u00fclsing es auf den Punkt bringt: \u00abWenn\u2019s juckt, wenn\u2019s l\u00e4uft oder wenn\u2019s stinkt.\u00bb\u00a0<\/p>\n<p>Auch wenn das Ohr verstopft ist und das Wasser nicht mehr abl\u00e4uft, sollte sich der Profi das Ohr einmal anschauen.\u00a0<\/p>\n<p>Sollte ich meine Ohren beim Schwimmen sch\u00fctzen?<\/p>\n<p>\u00abKann man machen, muss man aber nicht\u00bb, sagt Thomas Deitmer. Schwimm-Ohrst\u00f6psel seien allerdings dann sinnvoll, wenn einem das Wasser im Ohr unangenehm ist, man ein empfindliches Trommelfell hat oder zu Geh\u00f6rgangsentz\u00fcndungen neigt. \u00abDie entstehen oft dann, wenn es im Ohr zu feucht ist.\u00bb<\/p>\n<p>Gut zu wissen, wenn man eine solche Entz\u00fcndung als Souvenir aus dem Badeurlaub mitbringt: \u00abNicht das vermeintlich dreckige Wasser hat dann daran Schuld, sondern dass man sich einfach viele Stunden darin aufgehalten hat und das Ohr zu lange zu feucht bleibt\u00bb, so der HNO-Arzt.<\/p>\n<p>Hier gilt zur Vorbeugung: Mit dem gerollten Ende eines Papiertaschentuches das Ohr nach dem Baden etwas trocken tupfen oder etwas h\u00fcpfen.<\/p>\n<p>Hilfe, es sprie\u00dfen Ohrhaare. Kann ich die einfach entfernen?\u00a0<\/p>\n<p>Mit zunehmendem Alter scheinen die Haare vermehrt an den Stellen zu wachsen, an denen man sie nicht haben m\u00f6chte &#8211; oft auch in den Ohren. \u00abMan kann sie herauszupfen. Die Haare haben keine besondere Schutzfunktion\u00bb, sagt Bernhard Junge-H\u00fclsing. Wer nicht zart besaitet ist, kann auch zum Barbershop gehen, wo sie mit hei\u00dfem Wachs betr\u00e4ufelt und dann in einem Rutsch herausgezogen werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Starnberg\/Bonn (dpa\/tmn) &#8211; Igitt! Viele sch\u00fctteln sich bereits beim blo\u00dfen Gedanken an Ohrenschmalz. Dabei ist die gelblich-br\u00e4unliche Masse&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":1068162,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[1842],"tags":[1741,2632,3364,29,4862,30,141,227523,161254,1209,29358,227524,624,33103,227522],"class_list":["post-1068161","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-bonn","tag-bonn","tag-brcmj","tag-de","tag-deutschland","tag-gehoer","tag-germany","tag-gesundheit","tag-hno-arzt","tag-koerperpflege","tag-nordrhein-westfalen","tag-ohren","tag-ohrenpflege","tag-ratgeber","tag-tmn8230","tag-wattestaebchen"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/116689227470280597","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1068161","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1068161"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1068161\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1068162"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1068161"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1068161"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1068161"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}