{"id":1068397,"date":"2026-06-04T03:38:20","date_gmt":"2026-06-04T03:38:20","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1068397\/"},"modified":"2026-06-04T03:38:20","modified_gmt":"2026-06-04T03:38:20","slug":"deutschlandtrend-keine-zusammenarbeit-mit-der-afd-so-veraendert-sich-die-haltung-der-deutschen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1068397\/","title":{"rendered":"Deutschlandtrend: Keine Zusammenarbeit mit der AfD? So ver\u00e4ndert sich die Haltung der Deutschen"},"content":{"rendered":"<p>Ist es richtig, dass die CDU jede Zusammenarbeit mit AfD und Linkspartei ausschlie\u00dft? Der neue Deutschlandtrend zeigt, dass sich die Haltung der B\u00fcrger deutlich verschiebt.<\/p>\n<p class=\"is-first-paragraph\" data-external=\"Article.FirstParagraph\">Die Debatte um die \u201eBrandmauer\u201c zur AfD geht offenbar zunehmend an den W\u00fcnschen der B\u00fcrger vorbei. Der Unvereinbarkeitsbeschluss, mit dem die CDU eine Zusammenarbeit mit der Rechtsau\u00dfenpartei ausschlie\u00dft, st\u00f6\u00dft auf wachsende Kritik. 47 Prozent der Befragten bezeichnen den \u201eAusschluss einer Zusammenarbeit mit der AfD\u201c im Deutschlandtrend von Infratest Dimap im Auftrag von ARD-\u201eTagesthemen\u201c und WELT als \u201enicht richtig\u201c. Das sind zw\u00f6lf Prozentpunkte mehr als im September 2024. Die Zustimmung zum Ausschluss br\u00f6ckelte im gleichen Zeitraum um 13 Prozentpunkte und betr\u00e4gt ebenfalls 47 Prozent. Die Lager der Bef\u00fcrworter und Gegner halten sich also inzwischen die Waage. Unter den Anh\u00e4ngern der CDU ist eine Mehrheit von 62 Prozent gegen eine Zusammenarbeit mit der AfD. <\/p>\n<p>Auf noch mehr Kritik st\u00f6\u00dft der Beschluss der Union, auch mit der Linkspartei nicht zusammenzuarbeiten. Nur 33 Prozent der Bev\u00f6lkerung erkl\u00e4ren diese Positionierung f\u00fcr richtig \u2013\u00a056 Prozent finden sie falsch. Selbst unter den Unionsanh\u00e4ngern h\u00e4lt nur noch eine knappe Mehrheit von 51\u00a0Prozent den Beschluss f\u00fcr richtig. In einer Zeit, in der die Mitte immer weiter schrumpft, haben viele offenbar Sehnsucht nach einer Erweiterung der B\u00fcndnis-Optionen.<\/p>\n<p>Vor allem die Ostdeutschen zeigen sich hier beweglich: W\u00e4hrend es in Westdeutschland noch eine knappe Mehrheit von 50 zu 45 Prozent f\u00fcr den Ausschluss einer Zusammenarbeit mit der AfD gibt, spricht sich im Osten die Mehrheit von 58 zu 34 Prozent dagegen aus. Gegen den Unvereinbarkeitsbeschluss mit der Linken gibt es eine Mehrheit sowohl in West- (56 Prozent) als auch in Ostdeutschland (58). <\/p>\n<p>In der Sonntagsfrage zeigt sich, wie schwierig eine Regierungsbildung derzeit w\u00e4re. W\u00fcrde am Sonntag gew\u00e4hlt, w\u00e4re die AfD mit 27 Prozent im Vergleich zum Vormonat unver\u00e4ndert st\u00e4rkste Kraft. Die CDU\/CSU k\u00e4me auf 23 Prozent (minus ein Punkt), die SPD auf 13 (plus eins), die Gr\u00fcnen auf 14 (minus eins) und die Linkspartei unver\u00e4ndert auf zehn Prozent. Das BSW w\u00e4re mit drei Prozent nicht im Parlament, und auch die FDP bliebe mit vier Prozent unter der F\u00fcnf-Prozent-H\u00fcrde. Kurz nach ihrem Parteitag l\u00e4sst sich somit kein Aufw\u00e4rtstrend f\u00fcr die Liberalen ablesen.<\/p>\n<p>\u201eEntt\u00e4uschung\u201c als treibender Faktor f\u00fcr AfD-Anh\u00e4nger<\/p>\n<p>Infratest Dimap fragte diesmal auch ab, woraus sich die Pr\u00e4ferenz f\u00fcr eine bestimmte Partei speist. \u00dcberraschend dabei: Vielfach gr\u00fcndet die Entscheidung zugunsten einer Partei nicht in der Begeisterung f\u00fcr das dortige Angebot, sondern im Fehlen attraktiver Alternativen. Jeder Zweite (50 Prozent) bevorzugt seine Partei aus \u201e\u00dcberzeugung\u201c, mit 46 Prozent tun das aber fast ebenso viele aus \u201eEntt\u00e4uschung\u201c \u00fcber die anderen Parteien. Im M\u00e4rz 2018, als diese Frage zuletzt gestellt wurde, hatten noch 61 Prozent geantwortet, ihre Partei aus \u00dcberzeugung zu w\u00e4hlen.<\/p>\n<p>Besonders dominant ist \u201eEntt\u00e4uschung\u201c als Motiv f\u00fcr die Parteipr\u00e4ferenz bei den Anh\u00e4ngern der AfD. 57 Prozent von ihnen bevorzugen die Partei vor allem wegen des entt\u00e4uschenden Angebots der Konkurrenz. Zugleich sind die AfD-Anh\u00e4nger am \u00fcberzeugtesten vom Spitzenpersonal ihrer Partei: F\u00fcr 17 Prozent ist die F\u00fchrung um die Parteichefs Alice Weidel und Tino Chrupalla ausschlaggebend f\u00fcr ihre Wahlentscheidung \u2013\u00a0f\u00fcr die Anh\u00e4nger der anderen Bundestagsparteien ist das Personal an der Spitze weniger wichtig. Insgesamt \u00fcberwiegen aber bei den W\u00e4hlern aller Parteien inhaltliche Gr\u00fcnde bei ihrer Wahlentscheidung, bei Union und SPD auch langj\u00e4hrige Parteibindung. Anh\u00e4nger von Linkspartei und Gr\u00fcnen orientieren sich vor allem am politischen Programm ihrer Partei. <\/p>\n<p>Besondere Probleme mit ihrem politischen Spitzenpersonal hat derzeit vor allem die Union. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) landet auf der Beliebtheitsskala weit unten, nur 16 Prozent sind mit seiner Arbeit zufrieden oder sehr zufrieden, 82 Prozent sind \u201eweniger\u201c oder \u201egar nicht\u201c zufrieden. In der Union hatte es in den vergangenen zwei Wochen Ger\u00fcchte um einen <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/politik\/deutschland\/plus6a171ebd074b8cc92f728933\/merz-gegen-wuest-warum-das-kanzlertausch-szenario-jetzt-hochkocht.html\" target=\"_blank\" title=\"Link wird in einem neuen Tab ge\u00f6ffnet\" rel=\"noopener nofollow\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/politik\/deutschland\/plus6a171ebd074b8cc92f728933\/merz-gegen-wuest-warum-das-kanzlertausch-szenario-jetzt-hochkocht.html&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\">angeblich geplanten \u201eKanzlertausch\u201c<\/a> gegeben. Solcherlei \u00dcberlegungen wurden inzwischen hart dementiert. Fest steht: Der angebliche Einwechsel-Kandidat, Nordrhein-Westfalens Ministerpr\u00e4sident Hendrik W\u00fcst (CDU), rangiert im Ranking der beliebtesten Politiker weit vor Merz.  Mit 31 Prozent Zustimmung landet er auf dem zweiten Rang hinter Verteidigungsminister <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/debatte\/plus69eb4ca58cfdf39fd4bbc1b8\/verteidigungsminister-boris-pistorius-verspielt-sein-politisches-kapital.html\" target=\"_blank\" title=\"Link wird in einem neuen Tab ge\u00f6ffnet\" rel=\"noopener nofollow\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/debatte\/plus69eb4ca58cfdf39fd4bbc1b8\/verteidigungsminister-boris-pistorius-verspielt-sein-politisches-kapital.html&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\">Boris Pistorius<\/a> (SPD), mit dessen Arbeit 54 Prozent zufrieden sind. <\/p>\n<p>Der <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/politik\/deutschland\/article6a1d1391bf5b78f90d00a84b\/kubicki-vs-strack-zimmermann-nicht-dass-du-dir-versehentlich-weh-tust-fdp-politikerin-postet-hammer-foto.html\" target=\"_blank\" title=\"Link wird in einem neuen Tab ge\u00f6ffnet\" rel=\"noopener nofollow\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/politik\/deutschland\/article6a1d1391bf5b78f90d00a84b\/kubicki-vs-strack-zimmermann-nicht-dass-du-dir-versehentlich-weh-tust-fdp-politikerin-postet-hammer-foto.html&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\">neue FDP-Chef Wolfgang Kubicki<\/a> kommt auf 21 Prozent Zustimmung und liegt damit gleichauf mit Vizekanzler Lars Klingbeil (SPD) sowie Innenminister Alexander Dobrindt (CSU). Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) kann zwar leicht zulegen, erzielt aber dennoch nur 15 Prozent Zustimmung. <\/p>\n<p>Die Unzufriedenheit mit der Bundesregierung nimmt gegen\u00fcber den ohnehin schon schlechten Werten des Vormonats um einen Prozentpunkt zu: 46 Prozent der Bundesb\u00fcrger sind \u201egar nicht\u201c zufrieden, weitere 41 Prozent \u201eweniger zufrieden\u201c. Zufrieden \u00e4u\u00dfern sich lediglich elf Prozent, \u201esehr zufrieden\u201c nur ein Prozent.<\/p>\n<p>Insgesamt sch\u00e4tzen die Bundesb\u00fcrger die wirtschaftliche Lage des Landes als desastr\u00f6s schlecht ein. F\u00fcr 27 Prozent ist die wirtschaftliche Lage das wichtigste Thema derzeit, deutlich vor dem Thema Flucht und Migration (21). Nur 13 Prozent bewerten die wirtschaftliche Lage derzeit als \u201egut\u201c, 45 Prozent hingegen als \u201eweniger gut\u201c. Und 40 Prozent bewerten sie als \u201eschlecht\u201c, das sind elf Prozentpunkte mehr als im Januar. Am optimistischsten zeigen sich hier noch die Anh\u00e4nger der Gr\u00fcnen, am pessimistischsten die der AfD. <\/p>\n<p>Eine Verbesserung erwarten im kommenden Jahr die wenigsten. Nur sechs Prozent glauben, dass es ihnen selbst in einem Jahr besser gehen werde als heute. 53 Prozent rechnen mit einer unver\u00e4nderten Situation. 38 Prozent stellen sich auf eine weitere Verschlechterung ein \u2013\u00a0das ist der h\u00f6chste Wert seit der Euro-Krise 2009 und zeugt von einer tiefgreifenden Depression. <\/p>\n<p><b>Zur Methodik: F\u00fcr den Deutschlandtrend hat Infratest Dimap vom 1. bis 2. Juni 1326 wahlberechtigte B\u00fcrger in 791 Telefon- und 535 Online-Interviews befragt. Die Fehlertoleranz liegt zwischen zwei und drei Prozentpunkten.<\/b><\/p>\n<p><a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/autor\/sabine-menkens\/\" target=\"_blank\" title=\"Link wird in einem neuen Tab ge\u00f6ffnet\" rel=\"noopener nofollow\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/autor\/sabine-menkens\/&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\"><b>Sabine Menkens<\/b><\/a><b> berichtet \u00fcber gesellschafts-, bildungs- und familienpolitische Themen.<\/b><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Ist es richtig, dass die CDU jede Zusammenarbeit mit AfD und Linkspartei ausschlie\u00dft? 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