{"id":1068494,"date":"2026-06-04T04:38:16","date_gmt":"2026-06-04T04:38:16","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1068494\/"},"modified":"2026-06-04T04:38:16","modified_gmt":"2026-06-04T04:38:16","slug":"gefahr-fuer-stuttgarter-autobauer-us-gesetz-bedroht-mercedes-droht-das-aus-fuer-den-konzern-in-amerika","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1068494\/","title":{"rendered":"Gefahr f\u00fcr Stuttgarter Autobauer: US-Gesetz bedroht Mercedes: Droht das Aus f\u00fcr den Konzern in Amerika?"},"content":{"rendered":"<p>Ein US-Gesetzentwurf k\u00f6nnte Mercedes wegen seiner chinesischen Gro\u00dfaktion\u00e4re vom US-Markt ausschlie\u00dfen. F\u00fcr den Konzern steht enorm viel auf dem Spiel.<\/p>\n<p> Ein neues Gesetzgebungsverfahren in den <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-nachrichten.de\/thema\/USA\" title=\"USA\" class=\"art_thema\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">USA<\/a> k\u00f6nnte den Stuttgarter Autobauer <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-nachrichten.de\/thema\/Mercedes-Benz\" title=\"Mercedes-Benz\" class=\"art_thema\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Mercedes-Benz<\/a> zwischen die Fronten des amerikanisch-chinesischen Konkurrenzkampfs um globale Vorherrschaft ziehen. Im Extremfall \u2013 der nach aktuellem Stand nicht ausgeschlossen werden kann \u2013 droht dem Unternehmen ein Verbot, Fahrzeuge in den USA zu verkaufen und zu produzieren.<\/p>\n<p>Die USA sind nicht erst seit der Pr\u00e4sidentschaft von <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-nachrichten.de\/thema\/Donald_Trump\" title=\"Donald Trump\" class=\"art_thema\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Donald Trump<\/a> bestrebt, ihre Wirtschaft st\u00e4rker von der des Rivalen <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-nachrichten.de\/thema\/China\" title=\"China\" class=\"art_thema\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">China<\/a> abzukoppeln. Ziel ist es, <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-nachrichten.de\/inhalt.trump-in-peking-china-sagt-klar-was-es-erwartet.786d0b52-fa29-4d6d-b693-7a92af810bb3.html\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">Chinas wirtschaftlichen und technologischen Aufstieg aufzuhalten<\/a>. Zudem werden g\u00fcnstige und technologisch konkurrenzf\u00e4hige Importe als Bedrohung f\u00fcr die heimische Industrie betrachtet. Hinzu kommen Sicherheitsbedenken: In <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-nachrichten.de\/thema\/Washington\" title=\"Washington\" class=\"art_thema\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Washington<\/a> w\u00e4chst die Sorge, dass China Daten aus Fahrzeugen f\u00fcr Spionagezwecke nutzen k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>  <img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/media.media.280887d2-d977-41d6-be6f-ca220464cb97.original1024.media.jpeg\"\/>     In Tuscaloosa im US-Bundesstaat   <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-nachrichten.de\/thema\/Alabama\" title=\"Alabama\" class=\"art_thema\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Alabama<\/a> hat Mercedes-Benz ein gro\u00dfes Werk mit eigener Autobahnausfahrt. Dort produziert das Unternehmen gro\u00dfe Gel\u00e4ndewagen.    Foto: picture-alliance \/ dpa    <\/p>\n<p>Der Import von Autos aus China ist in den USA faktisch bereits weitgehend blockiert. Doch die amerikanische Politik geht inzwischen deutlich weiter. Auch Produkte mit chinesischen Komponenten geraten immer st\u00e4rker ins Visier. Zudem sollen Unternehmen vom US-Markt ausgeschlossen werden, wenn sie nach Auffassung der Regierung unter erheblichem Einfluss der chinesischen Regierung stehen.<\/p>\n<p>Genau in diese Kategorie k\u00f6nnte nun Mercedes-Benz fallen. Ein neues Gesetzespaket f\u00fcr die Autoindustrie, das vor wenigen Tagen bereits einen Ausschuss des US-Repr\u00e4sentantenhauses passiert hat, sieht scharfe Sanktionen gegen Autohersteller vor, die zu mindestens 15 Prozent von \u201eausl\u00e4ndischen Gegnerstaaten\u201c kontrolliert oder gehalten werden. Zu diesen Staaten z\u00e4hlt auch China.<\/p>\n<p>Gr\u00f6\u00dfter Mercedes-Aktion\u00e4r ist ein Staatskonzern <\/p>\n<p>Die beiden gr\u00f6\u00dften Einzelaktion\u00e4re von Mercedes-Benz sind seit Jahren der chinesische Staatskonzern BAIC mit 9,98 Prozent sowie der chinesische Unternehmer Li Shufu mit 9,69 Prozent. Nach bisherigem Stand des Gesetzentwurfs bezieht sich die Grenze von 15 Prozent auf eine \u201ePerson oder Kombination ausl\u00e4ndischer Personen\u201c. Damit stellt sich die Frage, ob beide Beteiligungen gemeinsam betrachtet werden. In diesem Fall l\u00e4ge ihr Anteil deutlich \u00fcber der vorgesehenen Schwelle.<\/p>\n<p>Die Folgen einer solchen Einstufung w\u00e4ren gravierend. Im \u00e4u\u00dfersten Fall k\u00f6nnten die USA Mercedes-Benz vom amerikanischen Markt ausschlie\u00dfen und sowohl den Verkauf als auch die Produktion von Fahrzeugen untersagen. Dabei sind die USA und China die beiden wichtigsten Absatzm\u00e4rkte des Konzerns.<\/p>\n<p>Mercedes setzt auf Dialog mit Entscheidungstr\u00e4gern <\/p>\n<p>Mercedes-Benz verfolgt die Entwicklung mit gro\u00dfer Aufmerksamkeit. \u201eWir beobachten aktuell die Situation\u201c, teilte das Unternehmen unserer Zeitung mit. Da es sich bislang lediglich um einen Gesetzentwurf handle, sei es zu fr\u00fch, sich zu Einzelheiten zu \u00e4u\u00dfern.<\/p>\n<p>\u201eWir stehen aber im engen Dialog mit politischen Entscheidungstr\u00e4gern, um die Einzelheiten der Gesetzgebung zu verstehen, und setzen alles daran, dass die Gesetzgebung die Interessen und Gesch\u00e4fte von Mercedes-Benz in den USA sch\u00fctzt.\u201c Dies gelte \u201eeinschlie\u00dflich unserer Produktion, unserer Mitarbeiter, unserer Zulieferer, unserer H\u00e4ndler und vor allem unserer Kunden\u201c.<\/p>\n<p>Klar ist: Sollte ein solcher Schritt tats\u00e4chlich umgesetzt werden, h\u00e4tte das gravierende Folgen nicht nur f\u00fcr Mercedes-Benz, sondern auch f\u00fcr die USA selbst. Nach Angaben des Unternehmens sichert Mercedes dort nahezu 160.000 Arbeitspl\u00e4tze. Sie verteilen sich auf mehr als 10.000 direkte Besch\u00e4ftigte, rund 107.000 Stellen bei Zulieferern und weitere zehntausende Jobs bei den 386 autorisierten Mercedes-Benz-H\u00e4ndlern.<\/p>\n<p> Mercedes verweist auf seine vielen US-Jobs <\/p>\n<p>Mercedes verweist au\u00dferdem darauf, dass das Werk im Bundesstaat Alabama die Produktion <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-nachrichten.de\/inhalt.mercedes-gls-luxus-im-grossformat-das-ist-die-neue-s-klasse-im-suv-segment.b33805f9-1337-41f6-b9b4-90750898dcc6.html\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">der Modelle GLE und GLS<\/a> ausbaut und k\u00fcnftig auch den Gel\u00e4ndewagen GLC fertigen soll. Mit dem EQE SUV, dem EQS SUV und dem Maybach EQS SUV laufen dort zudem wichtige Modelle der elektrischen Oberklasse-Gel\u00e4ndewagen vom Band.<\/p>\n<p>Zur langen Geschichte des Unternehmens in den USA erkl\u00e4rt Mercedes-Benz, das <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-nachrichten.de\/thema\/Automobile\" title=\"Automobil\" class=\"art_thema\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Automobil<\/a> sei vor rund 140 Jahren erfunden worden, und bereits zwei Jahre sp\u00e4ter sei das Unternehmen auf dem amerikanischen Markt vertreten gewesen. Bis heute <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-nachrichten.de\/inhalt.stuttgarter-autohersteller-milliardeninvestitionen-bis-2030-mercedes-will-us-markt-ausbauen.a3663d4a-0310-4461-8d1f-0632e9a0af8a.html\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">verfolge Mercedes dort eine Wachstumsstrategie<\/a>. In den vergangenen zehn Jahren hat der Konzern nach eigenen Angaben j\u00e4hrlich mehr als eine Milliarde Dollar (850 Millionen Euro) in Produktion, Infrastruktur, Entwicklung, Design und H\u00e4ndlernetz investiert.<\/p>\n<p>Dem Vorwurf, das Werk in Tuscaloosa sei lediglich ein Montagebetrieb, begegnet das Unternehmen in \u00f6ffentlichen Veranstaltungen mit dem Hinweis, dass dort nicht nur produziert, sondern auch entwickelt werde. Zudem seien die USA das globale Kompetenzzentrum des Konzerns f\u00fcr gro\u00dfe Gel\u00e4ndewagen.<\/p>\n<p>Das Engagement von Mercedes in den Vereinigten Staaten entspricht grunds\u00e4tzlich auch den Zielen von Donald Trump, der eine Reindustrialisierung des Landes und die R\u00fcckverlagerung von Arbeitspl\u00e4tzen fordert. Genau dies ist auch ein zentrales Ziel seiner Zollpolitik, die insbesondere deutsche Autohersteller unter Druck setzt.<\/p>\n<p> Gesetzentwurf l\u00e4sst Interpretationsspielr\u00e4ume <\/p>\n<p>Der US-Nachrichtensender CNBC berichtet unter Berufung auf mehrere mit dem Verfahren vertraute Personen, dass der Gesetzentwurf Interpretationsspielr\u00e4ume und Grauzonen enthalte. Ein Ausschluss von Mercedes sei demnach m\u00f6glich. Ein anderer Experte wird mit der Einsch\u00e4tzung zitiert, der Wortlaut sei eindeutig und erm\u00f6gliche eine Verbannung des Unternehmens vom US-Markt.<\/p>\n<p>Wieder andere Fachleute halten ein solches Ergebnis f\u00fcr nicht beabsichtigt. Ein Ausschluss von Mercedes-Benz entspreche nicht dem eigentlichen Ziel der Gesetzgebung, sondern w\u00e4re vielmehr eine \u201eunbeabsichtigte Folge\u201c, die Arbeitspl\u00e4tze und Gewinne gef\u00e4hrden k\u00f6nnte. <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-nachrichten.de\/inhalt.usa-wollen-deutsche-arbeitsplaetze-mercedes-sitz-in-die-usa-wie-trump-kaellenius-locken-wollte.75c25d75-e87c-4acc-b541-4b6d55a09ea5.html\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">Noch vor einigen Monaten warben die USA offensiv um Mercedes und wollten das Unternehmen sogar verlocken, die Zentrale dorthin ver verlagern<\/a>.<\/p>\n<p>   Schaden USA sich selbst, um China zu schaden? <\/p>\n<p>Theoretisch k\u00f6nnten sich auch die chinesischen Gro\u00dfaktion\u00e4re zur\u00fcckziehen. Ob sich in dieser aufgeheizten Situation ein chinesisches Staatsunternehmen wie BAIC auf Druck der USA aus Mercedes hinausdr\u00e4ngen l\u00e4sst, ist aber durchaus zweifelhaft.<\/p>\n<p>Am Umgang mit Mercedes-Benz k\u00f6nnte sich deshalb zeigen, wie weit die USA in ihrem wirtschaftlichen und geopolitischen Konflikt mit China zu gehen bereit sind, wie stark sie daf\u00fcr eigene Wirtschaftsinteressen zur\u00fcckstellen \u2013 und welchen Preis sie f\u00fcr ihre Strategie in Kauf nehmen w\u00fcrden. Denn Mercedes schafft in den Vereinigten Staaten nicht nur zehntausende Arbeitspl\u00e4tze, sondern z\u00e4hlt dort auch zu den bedeutendsten Autoexporteuren.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Ein US-Gesetzentwurf k\u00f6nnte Mercedes wegen seiner chinesischen Gro\u00dfaktion\u00e4re vom US-Markt ausschlie\u00dfen. 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