{"id":106883,"date":"2025-05-13T08:35:39","date_gmt":"2025-05-13T08:35:39","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/106883\/"},"modified":"2025-05-13T08:35:39","modified_gmt":"2025-05-13T08:35:39","slug":"welchen-preis-die-briten-fuer-den-brexit-zahlen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/106883\/","title":{"rendered":"Welchen Preis die Briten f\u00fcr den Brexit zahlen"},"content":{"rendered":"<p>                    <strong>analyse<\/strong><\/p>\n<p class=\"metatextline\">Stand: 31.01.2025 14:26 Uhr<\/p>\n<p class=\"textabsatz columns twelve  m-ten  m-offset-one l-eight l-offset-two\">\n        <strong>F\u00fcnf Jahre ist es her, dass das Vereinigte K\u00f6nigreich die EU verlassen hat. Die \u00f6konomische Bilanz f\u00e4llt ern\u00fcchternd aus. Doch der Weg zur\u00fcck ist kein Thema &#8211; noch nicht.<\/strong>\n    <\/p>\n<p>                                        <a class=\"authorline__link\" href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/korrespondenten\/christoph-proessl-105.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><br \/>\n                                            <img decoding=\"async\" class=\"authorline__img\" alt=\"Christoph Pr\u00f6ssl\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/christoph-proessl-101.jpg\"\/><br \/>\n                                        <\/a><\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nCombie Crayan hat die Brauerei Round Corner Brewery kurz vor dem Brexit gegr\u00fcndet. 2018 war das. Und damals war es noch einfach und vor allem g\u00fcnstig, Bier nach Irland, Frankreich, Italien und Spanien zu exportieren.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\n&#8222;Wir hatten einen guten Absatzmarkt in Irland&#8220;, sagt der Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der Brauerei in Melton Mobray. Es habe gerade mal 20 Pfund gekostet, ein paar Kisten zu verschicken, auch nach Italien, Spanien und Frankreich. &#8222;Jetzt geht das nicht mehr&#8220;, sagt Combie Crayan.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDie Kosten sind das eine &#8211; dazu kommt, dass sie viele Papiere f\u00fcr den Export ausf\u00fcllen m\u00fcssten. Es lohnt sich nicht mehr. Jetzt verkaufen sie deutlich weniger Bier nach Europa als vor dem Brexit.<\/p>\n<p>    Viel weniger Handel mit der EU<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nSehr vielen kleineren britischen Unternehmen ist es genau so ergangen. Die London School of Economics kam in einer Untersuchung j\u00fcngst zu dem Ergebnis, dass 16.400 Unternehmen den Handel mit Partnern in der Europ\u00e4ischen Union eingestellt h\u00e4tten. Sie mussten den Umsatz durch andere Gesch\u00e4fte kompensieren, sich verkleinern; einige gingen Pleite.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDer Warenhandel mit der Europ\u00e4ischen Union ist aber sehr wichtig. 50,4 Prozent der G\u00fcter aus Gro\u00dfbritannien gehen nach Europa. Bei den Dienstleistungen sieht es anders aus: Dieser immer bedeutender werdende Zweig der Wirtschaft zeigte sich einigerma\u00dfen widerstandsf\u00e4hig.<\/p>\n<p>    Keine besseren Handelsabkommen<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDie Brexit-Bef\u00fcrworter hatten stets versprochen, dass der Austritt auch erm\u00f6glichen werde, neue Handelsabkommen mit anderen L\u00e4ndern abzuschlie\u00dfen und so Wachstum zu generieren. Da bleiben die Ergebnisse allerdings hinter den Ank\u00fcndigungen zur\u00fcck.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDie britische Regierung konnte nach dem Austritt gerade einmal Abkommen mit Australien und Neuseeland abschlie\u00dfen und mit den L\u00e4ndern der Trans-Pazifischen Partnerschaft (CPTPP).<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nEin sehnlich erhofftes Abkommen mit den USA steht aus. Schlimmer noch: US-Pr\u00e4sident Trump droht mit Z\u00f6llen und Einfuhrhindernissen. Die Aussichten f\u00fcr den Handel mit dem zweitwichtigsten Partner f\u00fcr Gro\u00dfbritannien sind also derzeit auch nicht gut.<\/p>\n<p>    &#8222;Eine deutliche Auswirkung&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDiese Einbu\u00dfen beim Handel haben Auswirkungen auf das Wirtschaftswachstum, also die gesamtwirtschaftliche Entwicklung. Wirtschaftswissenschaftler merken an, dass der Brexit-Effekt nicht so einfach von anderen Entwicklungen zu trennen ist: Corona-Krise mit Lockdown, Krieg in der Ukraine.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDoch die Wirtschaftsbeh\u00f6rde OBR (Office for Budget-Responsibility), die Prognosen f\u00fcr die Regierung erstellt und auch eine Aufsichtsfunktion hat, kommt zu dem Schluss, dass mittelfristig der Brexit vier Prozent Wirtschaftswachstum kostet. Anand Menon, Professor am King&#8217;s College London und Direktor des Instituts &#8222;UK in a Changing Europe&#8220; nennt das &#8222;eine deutliche Auswirkung&#8220;.<\/p>\n<p>    Investitionen stark zur\u00fcckgegangen<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nEr weist auch darauf hin, dass die Investitionen stark zur\u00fcckgegangen sind seit dem Brexit. Im j\u00fcngsten Bericht des Think Tank wird die Rolle der Europ\u00e4ischen Investitionsbank beschrieben. Diese Institution gibt Geld f\u00fcr Investitionsprojekte in L\u00e4ndern der Europ\u00e4ischen Union. 2016 erhielt Gro\u00dfbritannien beispielsweise acht Milliarden Pfund &#8211; in Preisen von heute.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nNach dem Austritt aus der EU war der Weg zu Investitionshilfen und Darlehen der EIB verstellt. Die Regierung setzte andere britische Institute ein, die die L\u00fccke f\u00fcllen sollten &#8211; was aber nicht gelang: Diese Banken leisten gerade einmal ein Drittel des Volumens der EIB.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nAuch f\u00fcr Landwirte ist die Bilanz eher schlecht. Der Fachinformationsdienst &#8222;Farmers Weekly&#8220; hat Landwirte gefragt, wie sie die Auswirkungen des Brexit einsch\u00e4tzen. Von 900 Personen haben 70 Prozent angegeben, dass die Folgen negativ seien. Die Bauern erhalten weniger Subventionen, wichtige Absatzm\u00e4rkte sind weggefallen.<\/p>\n<p>    Der Brexit wird nicht hinterfragt<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nJonathan Portes, Wirtschaftsprofessor am King&#8217;s College London, sagt, die Auswirkungen des Brexits seien negativ gewesen &#8211; aber keine Katastrophe. Jetzt l\u00e4sst sich dar\u00fcber streiten, was eine Katastrophe ist und welchen Preis viele Britinnen und Briten zahlen, wenn das Wachstum geringer ausf\u00e4llt. Und was sie daf\u00fcr bekommen haben &#8211; oder eben nicht.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDie Regierung w\u00e4re auf jeden Fall froh, dieses verloren gegangene Wachstum wieder verzeichnen zu k\u00f6nnen. Denn die Steuereinnahmen reichen nicht aus, um alle n\u00f6tigen Reformen und Investitionen anzuschieben.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDoch der Brexit wird nicht in Frage gestellt. Die Labour-Regierung meidet diese Debatte und bef\u00fcrchtet, eine entsprechende Diskussion w\u00fcrde alte Wunden aufrei\u00dfen und W\u00e4hlerstimmen kosten. Eine Ann\u00e4herung an die EU soll es richten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"analyse Stand: 31.01.2025 14:26 Uhr F\u00fcnf Jahre ist es her, dass das Vereinigte K\u00f6nigreich die EU verlassen hat.&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":106884,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3976],"tags":[331,332,3957,13935,551,13,10268,14,15,12,3992,3993,3994,3995,3996,3997,20161],"class_list":{"0":"post-106883","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-vereinigtes-koenigreich","8":"tag-aktuelle-nachrichten","9":"tag-aktuelle-news","10":"tag-aussenhandel","11":"tag-brexit","12":"tag-grossbritannien","13":"tag-headlines","14":"tag-konjunktur","15":"tag-nachrichten","16":"tag-news","17":"tag-schlagzeilen","18":"tag-uk","19":"tag-united-kingdom","20":"tag-united-kingdom-of-great-britain-and-northern-ireland","21":"tag-vereinigtes-koenigreich","22":"tag-vereinigtes-koenigreich-grossbritannien-und-nordirland","23":"tag-vereinigtes-koenigreich-von-grossbritannien-und-nordirland","24":"tag-wachstum"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114499612377480254","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/106883","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=106883"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/106883\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/106884"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=106883"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=106883"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=106883"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}