{"id":1069278,"date":"2026-06-04T12:05:18","date_gmt":"2026-06-04T12:05:18","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1069278\/"},"modified":"2026-06-04T12:05:18","modified_gmt":"2026-06-04T12:05:18","slug":"masters-of-the-universe-zum-fremdschaemen-platt-und-schlecht-gespielt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1069278\/","title":{"rendered":"\u201eMasters of the Universe\u201c: Zum Fremdsch\u00e4men platt und schlecht gespielt"},"content":{"rendered":"<ol class=\"a-toc__list\">\n<li class=\"a-toc__item&#10;          &#10;            a-toc__item--counter&#10;          &#10;            a-toc__item--current\">\n<p>              \u201eMasters of the Universe\u201c: Zum Fremdsch\u00e4men platt und schlecht gespielt<\/p>\n<\/li>\n<\/ol>\n<p>    close notice<\/p>\n<p class=\"notice-banner__text a-u-mb-0\">\n      This article is also available in<br \/>\n        <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/en\/background\/Masters-of-the-Universe-Review-Heroes-from-the-HR-Department-11318479.html\" class=\"notice-banner__link a-u-inline-link\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">English<\/a>.<\/p>\n<p>      It was translated with technical assistance and editorially reviewed before publication.\n    <\/p>\n<p class=\"notice-banner__link a-u-mb-0\">\n    Don\u2019t show this again.\n<\/p>\n<p>Der neue He-Man-Film hei\u00dft \u201eMasters of the Universe\u201c, er l\u00e4uft jetzt im Kino, und er ist 142 Minuten lang. Das ist viel Zeit. Genug, um sich sechs Folgen der Fernsehserie von 1983 anzuschauen. Wer sich aber f\u00fcr den Film entscheidet, der bekommt etwas ganz anderes geliefert. Im bunten Kessel schwimmen eine Parodie auf die simple Vorlage mit ihren legend\u00e4r schlichten Heldennamen, eine ernst gemeinte Geschichte \u00fcber die Bedeutung von Macht und M\u00e4nnlichkeit, ein hei\u00dfer Haufen Fantasy-Action, teure Spezialeffekte und ziemlich alberne Kost\u00fcme. Stars wie Idris Elba und theoretisch auch Jared Leto spielen tragende Rollen.<\/p>\n<p>        Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p>Die Macht der Wahllosigkeit<\/p>\n<p>Doch die Schauspieler k\u00f6nnen diesen Film nicht tragen, sie wirken selbst ratlos. In aller Regel m\u00fcssen sie ernst schauen, aber vorsorglich eine ironische Augenbraue heben. Denn in jeder Szene passiert prinzipiell alles.<\/p>\n<p>Beispielsweise bricht pl\u00f6tzlich ein schrecklicher Krieg in die Fantasy-Idylle, dann treten unerschrockene Helden wie Ram-Man und Fisto auf, und dann f\u00fchlt sich auch der Film verpflichtet, diese unfreiwillig komischen Bezeichnungen f\u00fcr Action-Figuren der fr\u00fchen 1980er nachtr\u00e4glich zu kommentieren, oder wenigstens zu versuchen, dem Publikum zuzuzwinkern. Also wird es wieder albern.<\/p>\n<p>Aber jederzeit k\u00f6nnte Idris Elba ins Bild kommen und ernstgemeinte M\u00e4nnergef\u00fchle ausdr\u00fccken. Oder Jared Letos Skeletor k\u00f6nnte als sadistischer Superb\u00f6sewicht schlimme Dinge tun und einen gemeinen Witz machen. Vielleicht macht sich aber auch der Film \u00fcber Skeletor lustig. Ohne erkennbare Logik schlingert der Ton. Statt Spannung gibt\u2019s Gehacktes.<\/p>\n<p>    Bild 1 von 11<\/p>\n<p>    <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/bilderstrecke\/5094746.html?back=11318238\" title=\"Bilderstrecke: &quot;Masters of the Universe&quot; im Kino (11 Bilder)\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/Masters_of_the_Universe_01_Amazon_MGM_Sony_Pictures-f788c45f6be51b32.jpg\"\/><\/a><\/p>\n<p>    Immer wieder gehen die Helden in Gruppenaufstellung. Das hier sind Roboto, Men-at-Arms, Adam, Teela und Cringer. (Bild: <\/p>\n<p>Amazon MGM\/Sony Pictures<\/p>\n<p>)<\/p>\n<p>Alteisen in der Geschichtenschmiede<\/p>\n<p>Nicht nur He-Man arbeitet anfangs im Gro\u00dfraumb\u00fcro eines irdischen Unternehmens, auch der Film wirkt wie das Ergebnis einer h\u00f6llischen Brainstorming-Session, bei der wirklich alle Ideen durchgewunken werden. Keine der Ideen ist neu. Eine funktionierende Dramaturgie entsteht eher nicht. Das Abenteuer beginnt mit einer langatmig erz\u00e4hlten Rahmenhandlung, in der man zuerst den schw\u00e4chlichen H\u00e4nfling Adam in Eternia kennenlernen muss, bevor man den verweichlichten Erwachsenen Adam in der Personalabteilung ertr\u00e4gt. Dass er heimlich Schwerter googelt, wird als Witz ausgespielt. So richtig scheint der Film nicht zu wissen, ob er sich \u00fcber Softies lustig macht oder \u00fcber die Fantasy-Nerds im Publikum.<\/p>\n<p>        Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p>Vielleicht wei\u00df es auch He-Man-Darsteller Nicholas Galitzine nicht. Schon vor seiner Verwandlung sieht er muskul\u00f6s aus, aber er tr\u00e4gt halt ein Hemd. Mal spielt er eher das traumatisierte, aus Eternia geflohene Kind, mal eher einen Halbgott an der Schwelle zur Selbstparodie. Von woanders abgeschaut sieht beides aus. Zum Fremdsch\u00e4men platt geschrieben und schlecht gespielt ist die ganze Office-Kom\u00f6die in der wertsch\u00e4tzenden Personalabteilung. Als endlich wieder Action eintrifft, ist man vor allem dankbar f\u00fcr die Abwechslung, aber sonderlich originell sind die Pr\u00fcgeleien mit fliegenden Autos nicht.<\/p>\n<p>Immerhin wird es in Eternia besser. He-Mans Heimat hat am ehesten so etwas wie einen nostalgischen Reiz, es ist ein prototypisches Fantasyreich mit starken Designbez\u00fcgen zu Spielzeug und Zeichentrickserie. Hier knallen die Spezial-Effekte, und alles ist erlaubt, was je auf einem Metal-Plattencover der 1980er zu sehen war. Monsterhorden, Raumschiffe und Explosionen in Burgen, Urw\u00e4ldern und Lava-H\u00f6hlen rauschen vorbei. Nicholas Galitzine darf endlich den Lendenschurz anziehen. Dazu gibt es Camila Mendes als kompetente Jugendfreundin Teela, Idris Elba als Man-At-Arms und ein ganzes Ensemble charakterloser Helden und Monster von fr\u00fcher zu sehen. Auch daran ist nichts spannend, aber es gibt wenigstens ein buntes Spektakel.<\/p>\n<p>Halbe Heldengeschichten<\/p>\n<p>Die Heldennamen von damals werden im Film als Fantasien eines Zehnj\u00e4hrigen erkl\u00e4rt. Nat\u00fcrlich hei\u00dfen Ram-Man und Fisto nicht wirklich so. Sie reagieren beleidigt bis belustigt, als die Namen h\u00f6ren. Dar\u00fcber hinaus haben sie aber keine Eigenschaften. Sie tauchen mehrfach auf, und sie identifizieren sich zunehmend mit den schl\u00fcpfrigen Witzen, sie bleiben Ram-Man und Fisto. Charaktere wie Mekaneck (der mit dem ausfahrbaren Hals) ersch\u00f6pfen sich komplett in witzig gemeinten Actionszenen, in denen sie ihre Spezialkraft einsetzen.<\/p>\n<p>Skeletors Horden dagegen scheitern auf lustige Weise an ihren Spezialkr\u00e4ften. Ihre Kost\u00fcme erinnern an die finnischen Latex-Fantasy-Rocker Lordi. Anfangs sind sie wom\u00f6glich einsch\u00fcchternd gemeint. Sp\u00e4ter zappelt der Stachelmann hilflos aufgespie\u00dft in der Decke.<\/p>\n<p>Doch alles hier sieht aus wie aus besseren Fantasyfilmen und Kom\u00f6dien abgeschaut. Nichts hat ein Gewicht oder eine Bedeutung. Mal gibt\u2019s Conan, mal eher Bud Spencer. Viele Charaktere sterben, nie ist es schlimm. Im Lauf der Handlung wird fr\u00fch deutlich, dass bis auf den Protagonisten alles egal ist. Wenn sich Adam mal zusammenrei\u00dft, ist He-Man ungef\u00e4hr so <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/news\/Filmkritik-Justice-League-krankt-am-Universum-Syndrom-3890305.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">\u00fcberm\u00e4chtig wie Superman<\/a>. Als es endlich um alles geht, wird der Film besonders langweilig.<\/p>\n<p>Pl\u00f6tzlich eine Pointe<\/p>\n<p>Immer wieder deutet sich an, dass \u201eMasters of the Universe\u201c etwas Profundes \u00fcber M\u00e4nnlichkeit sagen m\u00f6chte. Idris Elba hadert als Man-At-Arms damit, dass er Eternia nicht sch\u00fctzen konnte, Adams Vater scheitert an der Erziehung seines schw\u00e4chlichen Sohnes, und der einf\u00fchlsame Adam selbst ist \u00fcber den halben Film ein laufender Witz. Als sich die Charaktere endlich ein Herz fassen und sagen, was sie f\u00fchlen, kommen aber nur Binsenweisheiten heraus. Was bleibt, sind M\u00e4nnerprobleme und Witze \u00fcber Softies.<\/p>\n<p>Doch zumindest im Kinosessel kann man etwas erleben, solange man nur versucht, nicht dabei zu denken. Der Film mag brutale L\u00e4ngen haben, aber es gibt auch sehr viel Action. Das macht vor allem Spa\u00df, wenn der unbesiegbare Superheld alles kaputt machen darf. Als sich Adam das erste Mal in He-Man verwandelt, sieht man zu schmetternden Gitarrenriffs, wie ihm die blitzumzuckten Muskeln anschwellen \u2013 aber mit einem Augenzwinkern.<\/p>\n<p>Gut genug f\u00fcr 90 Minuten<\/p>\n<p>Wer noch Power-Metal mag und sich fr\u00fcher in einschl\u00e4gigen Plattencovern verloren hat, der k\u00f6nnte von dieser \u00c4sthetik abgeholt werden. \u201eMasters of the Universe\u201c ruft klassische, einfachere Fantasy f\u00fcr leuchtende Kinderaugen wach. Das kann unterhaltsam aussehen. Wenn niemand spricht und die Gitarren singen, dann klingt es auch gut.<\/p>\n<p>Doch leider wird viel gesprochen, und der Film verirrt sich auf seiner Spiell\u00e4nge immer wieder. Irgendwo in diesem Szenenhaufen steckt vielleicht ein kurzweiliger Actionfilm mit ein bisschen Selbstironie. Herausgekommen ist ein Fragezeichen mit \u00dcberl\u00e4nge.<\/p>\n<p>(<a class=\"redakteurskuerzel__link\" href=\"https:\/\/www.heise.de\/hintergrund\/mailto:dahe@heise.de\" title=\"Daniel Herbig\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">dahe<\/a>)<\/p>\n<p>\n      Dieser Link ist leider nicht mehr g\u00fcltig.\n    <\/p>\n<p>Links zu verschenkten Artikeln werden ung\u00fcltig,<br \/>\n      wenn diese \u00e4lter als 7\u00a0Tage sind oder zu oft aufgerufen wurden.\n    <\/p>\n<p><strong>Sie ben\u00f6tigen ein heise+ Paket, um diesen Artikel zu lesen. 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