{"id":1069896,"date":"2026-06-04T18:08:51","date_gmt":"2026-06-04T18:08:51","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1069896\/"},"modified":"2026-06-04T18:08:51","modified_gmt":"2026-06-04T18:08:51","slug":"72-km-holz-keine-stuetze-die-geniale-dachkonstruktion-der-multihalle-mannheim","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1069896\/","title":{"rendered":"72 km Holz, keine St\u00fctze: Die geniale Dachkonstruktion der Multihalle Mannheim"},"content":{"rendered":"<p>Die Multihalle Mannheim \u00fcberspannt 7400 m\u00b2 ohne St\u00fctzen. Wie Frei Otto mit 72 km Holz eine Ikone des Ingenieurbaus schuf.<\/p>\n<p>        <img width=\"1200\" height=\"600\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/8675711-e1780483325570-1200x600.jpg\" class=\"single__post-image wp-post-image\" alt=\"Multihalle Mannheim von au\u00dfen\" decoding=\"async\" fetchpriority=\"high\"  \/><\/p>\n<p>Die Multihalle Mannheim gilt als gr\u00f6\u00dfte freitragende Holzgitterschalenkonstruktion der Welt. F\u00fcr die Bundesgartenschau 1975 errichtet, \u00fcberspannt ihr Tragwerk aus rund 72 Kilometern Holzlatten gro\u00dfe Fl\u00e4chen ohne innere St\u00fctzen und z\u00e4hlt heute zu den bedeutendsten Ingenieurbauwerken der Nachkriegszeit. <\/p>\n<p class=\"wp-caption-source\">Foto: picture-alliance\/ dpa | Ronald Wittek<\/p>\n<p>                <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/1f9b7f69f85d4396aae290fbd8234f78.gif\" width=\"1\" height=\"1\" border=\"\" class=\"vg-wort-pixel\" style=\"position: absolute;\" loading=\"eager\" data-no-lazy=\"1\" data-skip-lazy=\"1\"\/><\/p>\n<p>Wer heute vor der Multihalle im Mannheimer Herzogenriedpark steht, sieht ein Bauwerk, das auch 50 Jahre nach seiner Fertigstellung ungew\u00f6hnlich wirkt. Die geschwungene Dachlandschaft erinnert eher an eine nat\u00fcrliche Formation als an klassische Architektur. Nichts wirkt streng oder rechtwinklig. Stattdessen scheint sich die Konstruktion wie ein H\u00fcgel aus Holz und Licht aus dem Park herauszuheben.<\/p>\n<p>Hinter dieser organischen Form steckt jedoch keine gestalterische Spielerei. Die Multihalle z\u00e4hlt zu den wichtigsten Ingenieurbauwerken der Nachkriegszeit. Sie entstand f\u00fcr die Bundesgartenschau 1975 und gilt bis heute als gr\u00f6\u00dfte freitragende Holzgitterschalenkonstruktion der Welt. Rund 72 km Holzlatten bilden ein Tragwerk, das eine Fl\u00e4che von etwa 7400 m\u00b2 ohne innere St\u00fctzen \u00fcberspannt.<\/p>\n<p>Eigentlich war die Halle nie f\u00fcr die Ewigkeit gedacht. Die Planer rechneten mit einer Nutzungsdauer von etwa 20 Jahren. Dass das Bauwerk heute noch existiert und derzeit aufwendig saniert wird, verdankt es seiner besonderen Stellung in der Architektur- und Ingenieurgeschichte.<\/p>\n<p>Eine Vision f\u00fcr die Bundesgartenschau<\/p>\n<p>Die Multihalle entstand in enger Zusammenarbeit zwischen dem Mannheimer Architekturb\u00fcro um Carlfried Mutschler und dem Leichtbaupionier Frei Otto. Gemeinsam entwickelten sie eine Halle, die sich bewusst von der monumentalen Architektur fr\u00fcherer Jahrzehnte absetzen sollte.<\/p>\n<p>Statt eines massiven Geb\u00e4udes entstand ein offener Raum mit flie\u00dfenden \u00dcberg\u00e4ngen zwischen Innen- und Au\u00dfenbereich. Die Architektur sollte Begegnung erm\u00f6glichen und sich harmonisch in die modellierte Parklandschaft einf\u00fcgen.<\/p>\n<p>1975 wurde die Halle nach einer Bauzeit von nur 17 Monaten er\u00f6ffnet. Schnell sorgte sie weit \u00fcber Deutschland hinaus f\u00fcr Aufmerksamkeit. Fachleute sahen in ihr den Beweis, dass sich gro\u00dfe Spannweiten auch mit vergleichsweise wenig Material realisieren lassen.<\/p>\n<p>Technische Daten der Multihalle Mannheim<\/p>\n<ul>\n<li><strong>Bauort:<\/strong> Herzogenriedpark Mannheim<\/li>\n<li><strong>Anlass:<\/strong> Bundesgartenschau 1975<\/li>\n<li><strong>Architektur:<\/strong> Carlfried Mutschler + Partner, Frei Otto<\/li>\n<li><strong>Konstruktion:<\/strong> freitragende, doppelt gekr\u00fcmmte Holzgitterschale<\/li>\n<li><strong>L\u00e4nge:<\/strong> rund 160 m<\/li>\n<li><strong>Breite:<\/strong> rund 115 m<\/li>\n<li><strong>Maximale H\u00f6he:<\/strong> etwa 20 m<\/li>\n<li><strong>\u00dcberdeckte Grundfl\u00e4che:<\/strong> ca. 7400 m\u00b2<\/li>\n<li><strong>Dachfl\u00e4che:<\/strong> ca. 9500 m\u00b2<\/li>\n<li><strong>Gr\u00f6\u00dfte Spannweite:<\/strong> bis zu 85 m<\/li>\n<li><strong>Holzgitter:<\/strong> rund 72 km Holzlatten<\/li>\n<li><strong>Lattenquerschnitt:<\/strong> ca. 5 cm \u00d7 5 cm<\/li>\n<li><strong>Rasterma\u00df:<\/strong> 50 cm \u00d7 50 cm<\/li>\n<li><strong>Holzart:<\/strong> \u00fcberwiegend westamerikanische Hemlocktanne<\/li>\n<li><strong>Aussteifung:<\/strong> diagonale Stahlseile und verschraubte Knotenpunkte<\/li>\n<li><strong>Randtr\u00e4ger:<\/strong> Brettschichtholz auf Stahlbetonfundamenten<\/li>\n<li><strong>Denkmalschutz:<\/strong> Kulturdenkmal von besonderer Bedeutung<\/li>\n<\/ul>\n<p>Das Geheimnis liegt in der Form<\/p>\n<p>Wer die Multihalle betrachtet, k\u00f6nnte zun\u00e4chst annehmen, dass die enorme Spannweite nur durch besonders starke Bauteile m\u00f6glich wird. Tats\u00e4chlich ist das Gegenteil der Fall.<\/p>\n<p>Die einzelnen Holzlatten besitzen lediglich einen Querschnitt von 5 x 5 cm. Verwendet wurde \u00fcberwiegend westamerikanische Hemlocktanne. Die Latten kreuzen sich in einem Raster von 50 mal 50 cm und bilden ein engmaschiges Netz. Insgesamt kamen rund 72 km dieser Holzelemente zum Einsatz. Die Tragf\u00e4higkeit entsteht nicht durch die St\u00e4rke der einzelnen Bauteile, sondern durch ihre r\u00e4umliche Anordnung.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" width=\"2560\" height=\"1707\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/81760571-scaled.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-61222\"\/>Ein dichtes Netz aus Holzlatten bildet die charakteristische Dachkonstruktion der Multihalle. Die doppelt gekr\u00fcmmte Gitterschale verteilt die Lasten \u00fcber ihre Form und erm\u00f6glicht Spannweiten von bis zu 85 Metern \u2013 ganz ohne innere St\u00fctzen. Foto: picture alliance \/ dpa | Uwe Anspach<\/p>\n<p>Ingenieurinnen und Ingenieure sprechen von einer doppelt gekr\u00fcmmten Schale. Eine solche Form kann Lasten besonders effizient aufnehmen. Statt gro\u00dfe Biegemomente zu erzeugen, werden die Kr\u00e4fte \u00fcberwiegend als Druck- und Zugkr\u00e4fte innerhalb der Schale weitergeleitet. Die Lasten flie\u00dfen entlang der gekr\u00fcmmten Oberfl\u00e4che bis in die Randtr\u00e4ger und schlie\u00dflich in die Fundamente.<\/p>\n<p>Genau dieses Prinzip macht die gro\u00dfen Spannweiten m\u00f6glich. Die gr\u00f6\u00dfte freie Spannweite der Multihalle betr\u00e4gt rund 85 m. Die Konstruktion erreicht dabei eine H\u00f6he von knapp 20 m.<\/p>\n<p>Wie aus einem beweglichen Netz ein Tragwerk wurde<\/p>\n<p>Besonders bemerkenswert ist die Bauweise. Zun\u00e4chst entstand am Boden ein flaches Gitter aus Holzlatten. Die Verbindungspunkte wurden mit Bolzen verbunden, blieben aber zun\u00e4chst beweglich. Dadurch konnte sich das Netz verformen. Die quadratischen Maschen lie\u00dfen sich verschieben und ver\u00e4nderten ihre Form \u00e4hnlich wie ein Gelenksystem. Anschlie\u00dfend begann der eigentliche Aufbau.<\/p>\n<p>Mithilfe provisorischer T\u00fcrme dr\u00fcckten die Monteure das flache Gitter schrittweise nach oben. Die elastischen Holzlatten verbogen sich und nahmen die gew\u00fcnschte r\u00e4umliche Geometrie an. Erst nachdem die endg\u00fcltige Form erreicht war, wurden die Verbindungen fest angezogen und die R\u00e4nder dauerhaft verankert. Zus\u00e4tzlich stabilisierten Stahlseile die Konstruktion gegen Scherverformungen. Aus einem beweglichen Netz wurde so ein steifes r\u00e4umliches Tragwerk. \u00c4hnlich entstand \u00fcbrigens auch das <a href=\"https:\/\/www.ingenieur.de\/technik\/fachbereiche\/bau\/olympiastadion-muenchen-so-entstand-das-legendaere-zeltdach\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Zeltdach des Olympiastadions in M\u00fcnchen<\/a>.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" width=\"2560\" height=\"1707\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/81760569-scaled.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-61223\"\/>Die Randtr\u00e4ger aus Brettschichtholz \u00fcbernehmen eine Schl\u00fcsselrolle im Tragwerk der Multihalle. Sie nehmen die Kr\u00e4fte der weitgespannten Holzgitterschale auf und leiten sie in die Fundamente weiter. Foto: picture alliance \/ dpa | Uwe Anspach<br \/>\nFrei Otto l\u00f6ste das Problem ohne moderne Computer<\/p>\n<p>Heute w\u00fcrden solche Freiformstrukturen mithilfe leistungsf\u00e4higer Simulationssoftware entwickelt. Anfang der 1970er-Jahre existierten solche Werkzeuge praktisch nicht. <a href=\"https:\/\/www.ingenieur.de\/fachmedien\/bauingenieur\/branche\/frei-otto-100-the-spirit-of-lightweight-construction\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Frei Otto<\/a> setzte deshalb auf physikalische Modelle.<\/p>\n<p>Er nutzte sogenannte H\u00e4ngemodelle. Dabei werden Netze oder Ketten frei aufgeh\u00e4ngt. Unter ihrem Eigengewicht entstehen Formen, in denen ausschlie\u00dflich Zugkr\u00e4fte wirken. Dreht man diese Geometrie gedanklich um, erh\u00e4lt man eine Struktur, die Druckkr\u00e4fte besonders effizient aufnehmen kann.<\/p>\n<p>Genau dieses Prinzip nutzte Otto bei der Entwicklung der Multihalle. Die sp\u00e4tere Dachform entstand somit nicht am Rei\u00dfbrett, sondern gewisserma\u00dfen aus den Naturgesetzen selbst.<\/p>\n<p>Anschlie\u00dfend mussten die komplexen Formen exakt vermessen werden. Forschende der Universit\u00e4t Stuttgart entwickelten daf\u00fcr ein photogrammetrisches Verfahren. Mehrere Fotografien aus unterschiedlichen Blickwinkeln lieferten die Grundlage f\u00fcr die Berechnung der r\u00e4umlichen Koordinaten. F\u00fcr die damalige Zeit war das eine au\u00dfergew\u00f6hnlich moderne Methode.<\/p>\n<p>205 M\u00fclltonnen als Belastungstest<\/p>\n<p>Auch die statische Berechnung stellte die Beteiligten vor Herausforderungen. Die Computer der fr\u00fchen 1970er-Jahre konnten das komplexe Tragwerk nur vereinfacht abbilden. Viele Zusammenh\u00e4nge mussten \u00fcber N\u00e4herungen beschrieben werden. Deshalb verlangte der Pr\u00fcfingenieur Fritz Wenzel einen zus\u00e4tzlichen Nachweis am realen Bauwerk.<\/p>\n<p>Daf\u00fcr wurden insgesamt 205 mit Wasser gef\u00fcllte M\u00fclltonnen an der Konstruktion aufgeh\u00e4ngt. Die Lasten simulierten unterschiedliche Schnee- und Windsituationen. Anschlie\u00dfend verglichen die Ingenieure die gemessenen Verformungen mit ihren Berechnungen.<\/p>\n<p>Das Ergebnis best\u00e4tigte die theoretischen Modelle. Die Abweichungen fielen gering aus. Erst danach erhielt die Halle die endg\u00fcltige Freigabe.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" width=\"2560\" height=\"1707\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/81760566-scaled.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-61224\"\/>Bereits 2016 waren deutlich die Gebrauchsspuren zu erkennen. Die Sanierung ist aufwendig und teuer. Die chronisch klamme Haushaltskasse der Stadt Mannheim kann die Arbeiten nicht alleine finanzieren, es braucht immer wieder neue F\u00f6rdergelder. Foto: picture alliance \/ dpa | Uwe Anspach<br \/>\nWarum die Konstruktion in Gefahr geriet<\/p>\n<p>Das gr\u00f6\u00dfte Problem der Multihalle war ihre urspr\u00fcnglich begrenzte Lebensdauer. Die Dachhaut alterte deutlich schneller als das Tragwerk. \u00dcber Jahrzehnte drang Feuchtigkeit in die Konstruktion ein. Das Holz verlor an Qualit\u00e4t, Verbindungen lockerten sich und die Schale begann sich langsam zu verformen.<\/p>\n<p>2008 musste ein umfangreiches St\u00fctzger\u00fcst eingebaut werden. Rund 100 Schwerlastst\u00fctzen stabilisierten die Konstruktion. 2011 wurde die gro\u00dfe Halle schlie\u00dflich f\u00fcr Besucherinnen und Besucher gesperrt.<\/p>\n<p>2016 stand sogar ein Abriss zur Diskussion. Erst der massive Protest aus Fachwelt, Denkmalpflege und B\u00fcrgerschaft f\u00fchrte zu einem Umdenken. Die Rettung der Multihalle begann.<\/p>\n<p>Die Sanierung wird selbst zum Forschungsprojekt<\/p>\n<p>Seit einigen Jahren l\u00e4uft eine der anspruchsvollsten Denkmalrestaurierungen Deutschlands. Die Ingenieurinnen und Ingenieure von Fast + Epp stehen dabei vor einer besonderen Aufgabe. Sie m\u00fcssen nicht nur besch\u00e4digte Bauteile ersetzen. Sie m\u00fcssen die urspr\u00fcngliche Geometrie eines einzigartigen Tragwerks wiederherstellen.<\/p>\n<p>Daf\u00fcr wurde unter der Halle ein riesiges Hilfsger\u00fcst errichtet. Rund 100 hydraulische Schwerlastst\u00fctzen dr\u00fccken die abgesackte Schale kontrolliert in ihre urspr\u00fcngliche Form zur\u00fcck. Sensoren und Lasersysteme \u00fcberwachen jede Bewegung. Schon kleinste Abweichungen werden sofort erkannt.<\/p>\n<p>Gleichzeitig werden die historischen Knotenpunkte verst\u00e4rkt. Neue Tellerfedern, zus\u00e4tzliche Schubverbinder und \u00fcberarbeitete Anschl\u00fcsse sorgen daf\u00fcr, dass die Konstruktion auch k\u00fcnftig die erforderliche Steifigkeit erreicht.<\/p>\n<p>Sanierung der Multihalle: Die wichtigsten Meilensteine<\/p>\n<p><strong>2008<\/strong><br \/>Einbau eines umfangreichen St\u00fctzger\u00fcsts mit rund 100 Schwerlastst\u00fctzen, um weitere Verformungen der Holzgitterschale zu verhindern.<\/p>\n<p><strong>2011<\/strong><br \/>Die gro\u00dfe Halle wird aus Sicherheitsgr\u00fcnden f\u00fcr die \u00d6ffentlichkeit gesperrt.<\/p>\n<p><strong>2014<\/strong><br \/>Das Ingenieurb\u00fcro Fast + Epp erh\u00e4lt den Auftrag, ein Sanierungskonzept f\u00fcr das denkmalgesch\u00fctzte Bauwerk zu entwickeln.<\/p>\n<p><strong>2016<\/strong><br \/>Der Mannheimer Gemeinderat beschlie\u00dft den Abriss der Multihalle f\u00fcr den Fall, dass keine Finanzierung und kein Nutzungskonzept gefunden werden. Der Beschluss l\u00f6st internationale Proteste aus.<\/p>\n<p><strong>2017\u20132020<\/strong><br \/>F\u00f6rdermittel werden eingeworben, Nutzungskonzepte entwickelt und die Rettung des Bauwerks politisch abgesichert.<\/p>\n<p><strong>2021<\/strong><br \/>Erste vorbereitende Dachreparaturen beginnen. Parallel laufen Untersuchungen zur Tragf\u00e4higkeit und Schadenskartierung.<\/p>\n<p><strong>2022<\/strong><br \/>Start der eigentlichen Generalsanierung. Fast + Epp \u00fcbernimmt die weiteren Planungs- und \u00dcberwachungsleistungen.<\/p>\n<p><strong>2022\u20132024<\/strong><br \/>An mehreren Testfl\u00e4chen werden Reparatur- und Verst\u00e4rkungsmethoden erprobt. Die Ergebnisse flie\u00dfen direkt in das endg\u00fcltige Sanierungskonzept ein.<\/p>\n<p><strong>Seit 2024<\/strong><br \/>Das abgesackte Dach wird mit hydraulischen Pressen schrittweise in seine urspr\u00fcngliche Form zur\u00fcckgef\u00fchrt. Laser und Sensoren \u00fcberwachen die Verformungen permanent.<\/p>\n<p><strong>2025<\/strong><br \/>Die Multihalle feiert ihr 50-j\u00e4hriges Bestehen. Im Rahmen von Baustellenf\u00fchrungen k\u00f6nnen Interessierte die laufende Sanierung besichtigen.<\/p>\n<p><strong>Voraussichtlich 2027<\/strong><br \/>Die gro\u00dfe Halle soll wieder nutzbar sein. Geplant sind eine neue transluzente Dachhaut, sanierte Tragwerksknoten und modernisierte Veranstaltungsfl\u00e4chen.<\/p>\n<p>Vom H\u00e4ngemodell zum digitalen Zwilling<\/p>\n<p>Besonders deutlich wird der technische Fortschritt beim Blick auf die Planungsmethoden. W\u00e4hrend Frei Otto mit Kettenmodellen arbeitete und die Ingenieure der 1970er-Jahre nur einen Teil der Konstruktion rechnerisch erfassen konnten, steht heute ein vollst\u00e4ndiger digitaler Zwilling der Multihalle zur Verf\u00fcgung.<\/p>\n<p>Moderne Programme bilden jede einzelne Latte und jeden Knotenpunkt ab. Dadurch lassen sich Lastpfade, Verformungen und Schwachstellen wesentlich pr\u00e4ziser analysieren als zur Entstehungszeit des Bauwerks.<\/p>\n<p>Die Multihalle verbindet damit zwei Epochen des Ingenieurwesens. Sie entstand aus physikalischen Modellen und handwerklicher Pr\u00e4zision. Heute wird sie mithilfe digitaler Simulationen erhalten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Die Multihalle Mannheim \u00fcberspannt 7400 m\u00b2 ohne St\u00fctzen. 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