{"id":1070015,"date":"2026-06-04T19:23:17","date_gmt":"2026-06-04T19:23:17","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1070015\/"},"modified":"2026-06-04T19:23:17","modified_gmt":"2026-06-04T19:23:17","slug":"forscher-finden-hinweis-auf-protoplaneten-in-extrem-seltenem-meteorit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1070015\/","title":{"rendered":"Forscher finden Hinweis auf Protoplaneten in extrem seltenem Meteorit"},"content":{"rendered":"<p>In der Fr\u00fchzeit des Sonnensystems umkreiste ein gr\u00f6\u00dferer Himmelsk\u00f6rper die Sonne \u2013 bis er eines Tages mit einem anderen kollidierte. Forscher der University of Colorado Boulder (CU Boulder) haben einen \u00dcberrest dieses Protoplaneten ausgemacht: in Form eines \u00e4u\u00dferst seltenen Meteoriten.<\/p>\n<p>        Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.lpi.usra.edu\/meteor\/metbull.php?code=70128\" rel=\"external noopener nofollow\" target=\"_blank\">Northwest Africa (NWA) 12774<\/a> hei\u00dft der Meteorit, der 2019 in der Sahara gefunden wurde. Das Team um den Geowissenschaftler Aaron Bell hat ihn untersucht und ist zu dem Schluss gekommen, dass es sich um das Tr\u00fcmmerteil eines Protoplaneten handelt, der wenige Millionen Jahre nach der Entstehung des Sonnensystems entstanden ist. Ein Protoplanet ist der Vorl\u00e4ufer eines Planeten; es ist das zweite Entwicklungsstadium nach den Planetesimalen.<\/p>\n<p>      <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/imgs\/18\/5\/0\/9\/5\/1\/7\/4\/hp-aaeadd23e8106ca5.jpg\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><\/p>\n<p>  <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" alt=\"Ein St\u00fcck von NWA 12774\" height=\"1125\" src=\"data:image\/svg+xml,%3Csvg xmlns='http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg' width='696px' height='391px' viewBox='0 0 696 391'%3E%3Crect x='0' y='0' width='696' height='391' fill='%23f2f2f2'%3E%3C\/rect%3E%3C\/svg%3E\" style=\"aspect-ratio: 1500 \/ 1125; object-fit: cover;\" width=\"1500\"\/><\/p>\n<p>      <\/a><\/p>\n<p>Eine 4 Zentimeter gro\u00dfe, 5,6 Gramm schwere Scheibe des Meteoriten NWA 12774<\/p>\n<p class=\"a-caption__source\">\n      (Bild:\u00a0John Kashuba)\n    <\/p>\n<p>\u201eEs ist unglaublich zu denken, dass es da einst einen Himmelsk\u00f6rper von dieser Gr\u00f6\u00dfe gab\u201c, <a href=\"https:\/\/www.colorado.edu\/today\/2026\/06\/01\/rare-meteorite-provides-evidence-giant-early-planet\" rel=\"external noopener nofollow\" target=\"_blank\">sagte Bell<\/a>. \u201eWir wissen von seiner Existenz nur, weil einige Fragmente davon zuf\u00e4llig auf der Erde gelandet sind. Diese Meteoriten sind der Beweis f\u00fcr einen komplett anderen Weg, wie sich fr\u00fche Planeten entwickelten.\u201c <\/p>\n<p>Gestein aus der Fr\u00fchzeit des Sonnensystems<\/p>\n<p>NWA 12774 ist ein Angrit, ein vulkanisches Gestein, das sich in der Fr\u00fchzeit des Sonnensystems gebildet hat, also vor rund 4,5 Milliarden Jahren. Es ist \u00e4u\u00dferst selten: Gerade mal 68 der rund 80.000 auf der Erde gefundenen Meteoriten sind Angrite.<\/p>\n<p>Das Besondere an Angriten ist die chemische Zusammensetzung: Sie enthalten kaum Siliziumdioxid, das der Hauptbestandteil der Gesteinsplaneten in unserem Sonnensystem ist. NWA 12774 enthielt zudem Klinopyroxen, einen Mineralkristall, der h\u00e4ufig in der Erdkruste und im Erdmantel vorkommt.<\/p>\n<p>Der Klinopyroxen von NWA 12774 weist jedoch einen au\u00dfergew\u00f6hnlich hohen Gehalt an Aluminium auf. Diese Kombination kann sich nur unter sehr hohem Druck tief unten gebildet haben: Die Forscher rekonstruierten die Bedingungen und fanden heraus, dass es mindestens 17.500 bar gewesen sein m\u00fcssen. Zum Vergleich: Auf dem Grund des Marianengrabens, der tiefsten Stelle der Erde, herrscht ein Druck von etwa 1000 bar.<\/p>\n<p>        Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p>Bisher gingen Forscher davon aus, dass Angrite von Asteroiden stammen. Diese Himmelsk\u00f6rper sind zu klein f\u00fcr die Bedingungen, unter denen dieser Meteorit entstand. Um einen solchen Druck im Innern zu erzeugen, musste der Himmelsk\u00f6rper einen Radius von mindestens 1000 Kilometern gehabt haben.<\/p>\n<p>Kristalle mit scharfen Kanten<\/p>\n<p>Bei ihren Untersuchungen stie\u00dfen die Forscher auf eine weitere Besonderheit: Die Kristalle im Inneren von NWA 12774 haben immer noch scharfe Kanten sowie feine chemische Strukturen auf, die darauf hindeuten, dass sie in relativ geringer Tiefe entstanden. W\u00e4ren sie in gr\u00f6\u00dferer Tiefe entstanden, w\u00e4ren diese Strukturen nicht mehr vorhanden.<\/p>\n<p>Das Team korrigierte die Gr\u00f6\u00dfe des Himmelsk\u00f6rpers deshalb noch einmal nach oben: Sein Radius k\u00f6nnte gr\u00f6\u00dfer als 1800 Kilometer gewesen sein \u2013 und damit in etwa so gro\u00df wie der Erdmond, vielleicht sogar so gro\u00df wie der Mars, dessen Radius 3300 Kilometer betr\u00e4gt.<\/p>\n<p>Bell h\u00e4lt es f\u00fcr m\u00f6glich, dass der von ihnen identifizierte Protoplanet nicht der einzige in unserem Sonnensystem war. \u201eIn den Archiven liegen noch viele Meteorite, die noch nicht gr\u00fcndlich untersucht wurden, es gab wahrscheinlich noch mehr solcher Protoplaneten, von denen wir nichts wissen.\u201c ,<\/p>\n<p>Das Team um Bell stellt seine Ergebnisse <a href=\"https:\/\/www.sciencedirect.com\/science\/article\/abs\/pii\/S0012821X26002128?via=ihub\" rel=\"external noopener nofollow\" target=\"_blank\">in der Fachzeitschrift Earth and Planetary Science Letters<\/a> vor.<\/p>\n<p>(<a class=\"redakteurskuerzel__link\" href=\"https:\/\/www.heise.de\/news\/mailto:wpl@heise.de\" title=\"Werner Pluta\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">wpl<\/a>)<\/p>\n<p>\n      Dieser Link ist leider nicht mehr g\u00fcltig.\n    <\/p>\n<p>Links zu verschenkten Artikeln werden ung\u00fcltig,<br \/>\n      wenn diese \u00e4lter als 7\u00a0Tage sind oder zu oft aufgerufen wurden.\n    <\/p>\n<p><strong>Sie ben\u00f6tigen ein heise+ Paket, um diesen Artikel zu lesen. 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