{"id":1071359,"date":"2026-06-05T08:40:21","date_gmt":"2026-06-05T08:40:21","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1071359\/"},"modified":"2026-06-05T08:40:21","modified_gmt":"2026-06-05T08:40:21","slug":"die-street-art-in-wuppertal-ist-auch-eine-hommage-an-pina-bausch","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1071359\/","title":{"rendered":"Die Street Art in Wuppertal ist auch eine Hommage an Pina Bausch"},"content":{"rendered":"<p class=\"text_ohne_einzug richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Aus dem Kulturerbe Wuppertals ist <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/thema\/pina-bausch\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Pina Bausch<\/a> nicht wegzudenken. Mit ihrem \u201eTanztheater\u201c schuf die charismatische Choreografin (1940\u20132009) einen bewegten und bewegenden Ort existenzieller Erfahrungen. An die Erneuerin des modernen Tanzes soll das Pina Bausch Zentrum erinnern, das derzeit in Wuppertal-Elberfeld entsteht. Doch l\u00e4sst die Fertigstellung auf sich warten \u2013 vor 2032 d\u00fcrfte das Zentrum kaum er\u00f6ffnet werden. Schon jetzt aber ist Pina Bausch im Stadtpanorama pr\u00e4sent. 16 Bilder, gemalt an den W\u00e4nden von H\u00e4usern in verschiedenen Stadtteilen, f\u00fcgen sich zur Fassaden-Choreografie \u201eWuppertal tanzt\u201c.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Lokalkolorit und globale Ausstrahlung gehen hier eine sinnf\u00e4llige Allianz ein. Um den spezifischen \u201eCity-Spirit\u201c in Tanz zu verwandeln, waren Pina Bausch und ihr Ensemble seit den 1970er-Jahren weltweit auf Tour \u2013 von Paris \u00fcber Mexiko-Stadt bis Tokio. Die Murals kn\u00fcpfen an diese Gastspiele an: Street-Art-Artisten aus jenen St\u00e4dten, in denen Bauschs Tanztheater Station gemacht hatte, reisten nach <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/thema\/wuppertal\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Wuppertal<\/a>, um die Choreografien des Vorbilds in Stra\u00dfenkunst zu \u00fcbersetzen. Motivisch reicht \u201eWuppertal tanzt\u201c von der ansteckenden Dynamik eines Pas de deux, den der Sizilianer Andrea Buglisi auf eine H\u00e4userb\u00fchne an der Elberfelder Stra\u00dfe brachte (\u201ePalermo Palermo\u201c), bis hin zu den grazilen, himmelw\u00e4rts weisenden H\u00e4nden des Chilenen Inti (\u201eWie das Moos auf dem Stein\u201c, Kapelle des Evangelischen Friedhofs Krummacherstra\u00dfe). Ein Musterbeispiel f\u00fcr \u201eDancing in the Street\u201c, bezogen in diesem Fall auf die Stra\u00dfenkunst an der <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/thema\/wupper\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Wupper<\/a>.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Street Art, auch bekannt als Urban Art, hat das Zentrum des Bergischen Landes in den letzten Jahren zum Hotspot derer gemacht, die nach den j\u00fcngsten Trends in Kunst und Lifestyle Ausschau halten. Die Murals in Wuppertal rangieren auf deren Favoritenliste ganz oben. Zu verdanken ist diese Open-Air-Galerie der Malerei einer bemerkenswerten Privatinitiative. Der Verein WupperOne929 UrbanArt, gegr\u00fcndet von Valentina Manojlov, hat in nur drei Jahren (2023\u20132025) sage und schreibe 50 Murals erm\u00f6glicht. Angesagte K\u00fcnstler und Kollektive aus verschiedenen L\u00e4ndern schufen sie entlang der Talachse der Wupper.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Begonnen hat die Offensive der Bilder mit dem \u201eUrbanen Kunstraum Wuppertal\u201c (UKW). Dabei handelt es sich um 34 meist figurative Murals, die den \u00f6ffentlichen Raum zwischen Vohwinkel und Langerfeld beleben. Hierf\u00fcr hat Valentina Manojlov \u00f6ffentliche Mittel akquiriert, private F\u00f6rderer gewonnen und Street-Art-Koryph\u00e4en (haupts\u00e4chlich aus Europa) nach Wuppertal gelotst. Ihr vordringliches Ziel sieht sie darin, \u201eallen Menschen gleicherma\u00dfen den Zugang zur Kunst zu erm\u00f6glichen\u201c. Wichtig ist der dynamischen Kunstmanagerin und Kuratorin zudem, \u201edass die Kunstwerke die Besonderheiten der jeweiligen Quartiere widerspiegeln und die Identifikation der Bewohner mit ihrem Wohnort, ihrem Wohnumfeld oder ihrer Location st\u00e4rken\u201c.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Bei Guido Palmadessas Mural \u201eBetween Chaos &amp; Care\u201c ist das zweifellos der Fall. In Oberbarmen-Schwarzbach, einem dicht besiedelten Wohnquartier, nahm der in Berlin lebende argentinische Street-Artist Tuchf\u00fchlung mit der Wuppertaler Tafel auf. Vom Engagement der Initiative, die verarmte Menschen mit warmen Mahlzeiten versorgt, war Palmadessa so beeindruckt, dass er ihr ein anr\u00fchrendes Mural widmete: Es verbildlicht die sch\u00fctzende Umarmung und Geborgenheit, die jene, die in Not geraten sind, bei der Tafel erfahren.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Keine \u00dcberraschung, dass auch die <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/nrw\/panorama\/wuppertal-kaiserwagen-der-schwebebahn-ist-zurueck_aid-148163993\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Schwebebahn, Wuppertals Wahrzeichen<\/a>, im UKW-Ensemble eine Rolle spielt. So nutzte der Australier Guido van Helten eine H\u00e4userwand an der Wesendonkstra\u00dfe 15 als Bildtr\u00e4ger f\u00fcr eine dynamische Architekturszene, die von der nahe gelegenen Schwebebahnstation Kluse inspiriert ist.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">In die Stadtfolklore eingemeindet wurde auch das Wandbild \u201eSwitch\u201c. An der Gr\u00f6nhoffstra\u00dfe verewigte das Schweizer Duo Nevercrew einen Elefanten, der in einem Glasbeh\u00e4lter \u00fcber einer Miniatur der Schwebebahn strampelt. Wer ein wenig mit der Stadtgeschichte vertraut ist, h\u00e4lt den drolligen Dickh\u00e4uter unweigerlich f\u00fcr eine Hommage an \u201eTuffi\u201c, jenen ber\u00fchmten Zirkus-Elefanten, der 1950 in Panik aus der Bahn in die Wupper sprang.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Eine plausible Interpretation, gleichwohl falsch: Christian Rebecchi und Pablo Togni, die beiden Nevercrew-K\u00fcnstler, kannten den Wuppertaler Mythos beim Entwurf ihres Murals noch gar nicht. Erst vor Ort machten die beiden Tierfreunde Bekanntschaft mit der \u201eTuffi\u201c-Legende. Da aber war die zuk\u00fcnftige Deutung schon besiegelt \u2013 basisdemokratisch sozusagen. \u201eMan sieht nur, was man wei\u00df\u201c \u2013 Goethes Zitat m\u00fcsste man f\u00fcr \u201eSwitch\u201c umformulieren: \u201eWas man wei\u00df, kann beim Sehen geh\u00f6rig in die Irre f\u00fchren.\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Aus dem Kulturerbe Wuppertals ist Pina Bausch nicht wegzudenken. 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