{"id":1071561,"date":"2026-06-05T10:33:28","date_gmt":"2026-06-05T10:33:28","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1071561\/"},"modified":"2026-06-05T10:33:28","modified_gmt":"2026-06-05T10:33:28","slug":"machn2026-in-leipzig-robert-habeck-on-stage-videos-%c2%b7-leipziger-zeitung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1071561\/","title":{"rendered":"MACHN2026 in Leipzig: Robert Habeck on Stage + Videos \u00b7 Leipziger Zeitung"},"content":{"rendered":"<p>Das f\u00fcnfte MACHN-Festival fand am 3. und 4. Juni in der Baumwollspinnerei Leipzig-Plagwitz statt. Bereits das dritte Jahr in Folge waren auch wir dabei und haben mit verschiedensten Menschen gesprochen. In den n\u00e4chsten Tagen werden wir \u00fcber Innovationen, Startups, Produkte und Ideen berichten, auch andere Akteure werden zu Wort kommen.<\/p>\n<p>In diesem Jahr begann <a href=\"https:\/\/machn-festival.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">MACHN<\/a> anders als im Vorjahr, die Er\u00f6ffnung \u201eWelcome to Machn26\u201c wurde auf den Marktplatz im Freigel\u00e4nde verlegt. Der Grund war wahrscheinlich, dass um 10.00 Uhr Robert Habeck auf der MACHN Stage zum Thema \u201eWie gelingt Lust auf Ver\u00e4nderung \u2013 und wie nimmt man Menschen dabei mit?\u201c sprechen sollte. Wie abzusehen f\u00fcllte sich die Halle, sobald sie ge\u00f6ffnet wurde. Das Interesse an Habeck war gr\u00f6\u00dfer als das an der Er\u00f6ffnung.<\/p>\n<p> <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/f4a3ccf10e4b4904a8663096ea87c4e7.gif\" width=\"https:\/\/www.l-iz.de\/wirtschaft\/wirtschaft-leipzig\/2026\/06\/1\" height=\"https:\/\/www.l-iz.de\/wirtschaft\/wirtschaft-leipzig\/2026\/06\/1\" alt=\"\"\/><br \/>\n<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-659616\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/warm-up-mit-Beatrice-vor-der-Keynote.-Foto-Thomas-Koehler.jpg\" alt=\"\" width=\"1620\" height=\"1080\"  \/>\u201cwarm up\u201d mit Beatrice vor der Keynote. Foto: Thomas K\u00f6hler<\/p>\n<p>Obwohl der Redner p\u00fcnktlich da war verz\u00f6gerte sich der Beginn, weil noch zu viele Menschen am Einlass zum Festivalgel\u00e4nde anstanden. Dann ging es etwa 15 Minuten versp\u00e4tet los, Moderatorin Beatrice von Braunschweig begr\u00fc\u00dfte das Publikum, heizte die Stimmung nochmal an und k\u00fcndigte dann Robert Habeck an.<\/p>\n<p>Die Keynote<\/p>\n<p>Habeck legte auch gleich los, mir stellte sich die Frage: Holt der Mann zwischendurch auch mal Luft? In der Transkription ist zu sehen, er redet weitgehend ohne Punkt und Komma, sagt aber kluge Dinge. So wenn er darauf hinweist, dass rechtspopulistische Tendenzen nicht ein Problem einzelner L\u00e4nder und\/oder Regierungen sind. So wie hier:<\/p>\n<p>\u201eDamals habe ich gesagt, Freiheit steht unter Druck von au\u00dfen, ich habe damals an Putin und Russland gedacht. (\u2026) Jedes Land glaubt und das sieht man besser, wenn man von au\u00dfen kommt, es liegt an seinen eigenen Problemen. Aber ich will gleich ganz kurz sagen, warum das irgendwie nicht sein kann. Als die Ampel in der Regierung war, dachte man es liegt an der Ampel oder es liegt an zu viel Klimaschutz oder an der falschen Migrationspolitik oder an W\u00e4rmepumpen. Nun aber ist die Ampel nicht in der Regierung und der Rechtspopulismus in Deutschland sozusagen \u201aall time high\u2018, w\u00fcrde ich sagen, obwohl die Ampel abgew\u00e4hlt ist.\u201c<\/p>\n<p>\u201e\u2026 aber ich sagte schon, guckt nicht immer nur nach Deutschland, das gleiche gilt f\u00fcr Frankreich, das gleiche gilt f\u00fcr Gro\u00dfbritannien muss man auch ern\u00fcchternd sagen, dass von dem Zorn gegen\u00fcber der Ampelregierung oder bestimmten Dingen, ich habe sie eben gerade aufgez\u00e4hlt, inzwischen ein Zorn droht zu werden gegen \u201adie da oben\u2018. Die Frustration scheint mir in dem Land so gro\u00df zu sein, dass es inzwischen irgendwie, egal es sind alle gleich, die kriegen sowieso nichts hin, alle weg!\u201c<\/p>\n<p>Aber er macht auch Hoffnung, es ist nie die \u201eletzte Patrone\u201c der Demokratie, oder der \u201eentscheidende Moment\u201c eines Politikers oder einer Regierung. Es geht immer weiter und Ver\u00e4nderungen, auch zum Positiven, sind m\u00f6glich.<\/p>\n<p>Woran liegt es also? Es liegt wohl an den negativen Folgen der Globalisierung, wenn man Habeck folgt. Ja, es gibt positive Entwicklungen, auf die er hinweist: \u201eDie Globalisierung hat der Welt geholfen, im Prinzip sind mehr Menschen reicher geworden, haben mehr Menschen Zugang zu Gesundheitssystemen, zu Bildungssystemen, zu sauberem Wasser und viele Krankheiten sind zur\u00fcckgegangen.\u201c<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-659617\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/Robert-Habeck-on-Stage.-Foto-Thomas-Koehler.jpg\" alt=\"\" width=\"1080\" height=\"720\"  \/>Robert Habeck on Stage. Foto: Thomas K\u00f6hler<\/p>\n<p>Aber: \u201eIn vielen reichen Gesellschaften ist der Preis daf\u00fcr, dass die G\u00fcter, die global gehandelt werden k\u00f6nnen, und das sind vor allem G\u00fcter die im l\u00e4ndlichen Raum produziert werden, landwirtschaftliche Produkte oder Energieprodukte oder Miningprodukte, also Erze, Mineralien die abgebaut werden k\u00f6nnen, die sind in den entwickelten Gesellschaften in die R\u00fcckenlage gekommen und die Menschen die in diesen Berufen arbeiten. Deswegen gibt es eben diesen Kultur-Clash-Down mit den Leuten im l\u00e4ndlichen Raum, die f\u00fchlen sich erstmal \u00f6konomisch bedroht und das sind sie auch in der Tat.\u201c<\/p>\n<p>Das merken wir uns mal f\u00fcr sp\u00e4ter, wenn es nochmal um den l\u00e4ndlichen Raum geht.<\/p>\n<p>Damit kommt \u00f6konomischer Druck und Sorge vor dem Verlust des Ansehens und Respekts f\u00fcr viele Menschen dazu, nicht nur im l\u00e4ndlichen Raum. Auch Standorte f\u00fcr die \u201eCommodity Goods\u201c, die Wirtschaftsg\u00fcter, die in der Industrie erzeugt werden sind, zum Erschrecken der etablierten Produzenten, austauschbar geworden.<\/p>\n<p>\u201eAuf einmal, zum Erschrecken der deutschen Automobilindustrie und der deutschen Politik, k\u00f6nnen gute Autos auch woanders gebaut werden und Solarpaneele und Batterien und Halbleiter und so weiter und so fort. Das hei\u00dft, der Druck auf die \u00d6konomie in den etablierten Berufen und Branchen macht nicht da halt, wo er vor 10 oder vor 15 Jahren war. (\u2026) Auf einmal sind die entwickelten G\u00fcter des deutschen Maschinenbaus Teil einer austauschbaren \u00d6konomie.\u201c<\/p>\n<p>Was hat das alles mit den anwesenden Gr\u00fcnderinnen und Gr\u00fcndern, Innovatorinnen und Innovatoren zu tun? Ich \u00fcberspringe einen gro\u00dfen Teil seiner Ausf\u00fchrungen, am Schluss sagt er:<\/p>\n<p>\u201eDie Frage ist: Hat Deutschland und Europa da noch industriell und \u00f6konomisch einen Anteil oder geht alles weg aus Europa? Und damit liegt der Ball voll in Eurem Feld. Nat\u00fcrlich sind die Solarpaneele aus China im Moment einmalig g\u00fcnstig, aber vielleicht schafft irgendjemand von Euch oder irgendjemand, der zuh\u00f6rt, die n\u00e4chste Generation der Solarpaneele, die viel kleiner, viel leichter an, die leistungsf\u00e4higer sind. Eine Batterie, die nicht nur allein auf Lithium beruht. AI-Systeme die das Stromnetz und das Einspeisen und Ausspeisen noch schneller, noch besserer, noch sicherer machen. Denkt daran, dass wir Sicherheitssysteme in dem ganzen Bereich brauchen, weil nat\u00fcrlich Energie jetzt selbst zu einem Kampfthema geworden ist. Ein Riesenbereich tut sich auf, aber es ist nicht der Bereich von Verbrennungsmotoren oder Gasturbinen. Diesen Wettlauf wird Europa und Deutschland nicht gewinnen. Deswegen, weil das so klar an die Wand geschrieben ist, wohin die Reise geht, haben wir in Deutschland und Europa einen Riesenbedarf an Innovationen, an Startups, an Kongressen wie diesen, wo man sich Mut macht und an dem Mut, nach vorne zu gehen. Danke, dass es Euch gibt.\u201c<\/p>\n<\/p>\n<p>Das war eine Ansage an die Anwesenden, die das augenscheinlich auch als solche verstanden und mit Applaus quittierten. Es lohnt sich auf jeden Fall die Rede anzuh\u00f6ren, nicht nur wenn man ein Startup gr\u00fcnden will.<\/p>\n<p>Der Sch\u00f6nheitsfehler<\/p>\n<p>Es gab einen Sch\u00f6nheitsfehler bei dem Panel, dieser begann gleich zu Anfang des zweiten Teiles. Hannah Suppa, die Chefradakteurin der LVZ, sollte nach der Ank\u00fcndigung durch Beatrice von Braunschweig \u201eEure Fragen entgegennehmen und in ein moderiertes Gespr\u00e4ch geben\u201c. Das fand leider nicht so statt, die Fragen die Frau Suppa stellte waren ihre eigenen und, vorsichtig gesagt, waren sie etwas tendenzi\u00f6s.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-659618\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/Hannah-Suppa-und-Robert-Habeck-im-Gespraech.-Foto-Thomas-Koehler.jpg\" alt=\"\" width=\"1080\" height=\"720\"  \/>Hannah Suppa und Robert Habeck im Gespr\u00e4ch. Foto: Thomas K\u00f6hler<\/p>\n<p>Bereits eingangs sprach sie von einem \u201eWohlf\u00fchltermin\u201c und fragte sich laut, wie denn das Publikum in Wurzen, Torgau oder Oschatz reagiert h\u00e4tte. Vielleicht h\u00e4tten einige von denen die obigen Ausf\u00fchrungen zum l\u00e4ndlichen Raum tats\u00e4chlich verstanden. Sp\u00e4ter ging es immer wieder um den l\u00e4ndlichen Raum und um die Ampel-Zeit. Waren das Fragen der typischen MACHN-Teilnehmerinnen und Teilnehmer, oder einer spekulativen LVZ-Leserschaft?<\/p>\n<p>Mittendrin sagte Habeck, scheinbar bei aller Eloquenz leicht genervt: \u201eIch wei\u00df nicht, ob der Sinn dieser Veranstaltung ist, nochmal \u00fcber die Ampel zu reden.\u201c Aber er sprach zu den aufgeworfenen Fragen und begr\u00fcndete auch damalige Entscheidungen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Es fiel dann einer dieser S\u00e4tze, die man vielleicht im Ged\u00e4chtnis behalten sollte. Als Hannah Suppa etwas Positives h\u00f6ren wollte, kam:<\/p>\n<p>\u201eWir werden das Klima retten. Die Frage ist: Ist Deutschland dabei das Klima zu retten? Aber die Welt wird das Klima retten.\u201c<\/p>\n<p>Es gab noch Fragen aus dem Publikum, die kann man im Video nachh\u00f6ren.<\/p>\n<p>Machen wir Schluss, allerdings nicht ohne die letzte Frage, die Habeck gestellt wurde. Erwartbar war, dass er sich zu einer eventuellen R\u00fcckkehr auf die politische B\u00fchne \u00e4u\u00dfern musste. Er nahm es mit Humor:<\/p>\n<p>\u201eDie Realit\u00e4t ist ja nicht eine Regierung oder eine Form, wie ich sie mir w\u00fcnschen w\u00fcrde und wo ich auch wahrscheinlich Lust h\u00e4tte mitzumachen. Sondern die Regierung, die ist wie sie ist. Und wenn sie mich jetzt fragen: Hast Du Lust mit Friedrich Merz, Jens Spahn und Markus S\u00f6der zusammen zu regieren? Sage ich: Mein Leben ist gerade gut, warum soll ich das tun?\u201c<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-659620\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/Beatrice-von-Braunschweig-und-Robert-Habeck-nach-der-Keynote.-Foto-Thomas-Koehler.jpg\" alt=\"\" width=\"1620\" height=\"1080\"  \/>Beatrice von Braunschweig und Robert Habeck nach der Keynote. Foto: Thomas K\u00f6hler<\/p>\n<p>Schade, Robert Habeck gab nach der Keynote keine Interviews, das ist aber irgendwie verst\u00e4ndlich und er sah auch etwas ersch\u00f6pft aus. Vielleicht beim n\u00e4chsten Mal.<\/p>\n<p><b>Fazit<\/b>: Alles in allem eine Keynote, die es in sich hatte. Viele Gedanken und Ideen, die man weiter verfolgen kann, mitunter auch mit einem kritischen Blick. In den n\u00e4chsten Artikeln geht es dann um einzelne Akteure, Startups und Ideen bei MACHN26.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Das f\u00fcnfte MACHN-Festival fand am 3. und 4. Juni in der Baumwollspinnerei Leipzig-Plagwitz statt. 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