{"id":1071615,"date":"2026-06-05T11:02:27","date_gmt":"2026-06-05T11:02:27","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1071615\/"},"modified":"2026-06-05T11:02:27","modified_gmt":"2026-06-05T11:02:27","slug":"widerstand-gegen-nhs-kooperation-mit-palantir-in-grossbritannien-waechst","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1071615\/","title":{"rendered":"Widerstand gegen NHS-Kooperation mit Palantir in Gro\u00dfbritannien w\u00e4chst"},"content":{"rendered":"<p>            <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"ts-image\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/nhs-118.jpg\" alt=\"Personal einer NHS-Krankenhausstation.\" title=\"Personal einer NHS-Krankenhausstation. | picture alliance \/ empics\"\/><\/p>\n<p class=\"metatextline\">Stand: 05.06.2026 \u2022 10:07 Uhr<\/p>\n<p class=\"article-head__shorttext\">\n        <strong>Sieben Jahre sollte der Vertrag zwischen dem britischen Gesundheitssystem NHS und dem US-Unternehmen Palantir laufen. Doch jetzt steht die Zusammenarbeit mit dem umstrittenen Konzern auf dem Pr\u00fcfstand. <\/strong>\n    <\/p>\n<p>                                    <a class=\"authorline__link\" href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/frevel-104.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><br \/>\n                                        <img decoding=\"async\" class=\"authorline__img\" alt=\"Daniel Frevel\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/frevel-106.jpg\"\/><br \/>\n                                    <\/a><\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Im November 2023 schlie\u00dft der National Health Service (NHS), Gro\u00dfbritanniens Gesundheitssystem, einen Vertrag mit dem US-Unternehmen Palantir. Die Firma soll eine Plattform aufbauen, \u00fcber die Daten innerhalb des NHS ausgetauscht werden k\u00f6nnen. So wolle man die Patientenversorgung verbessern und effizienter arbeiten, hei\u00dft es auf der Website des Gesundheitsdienstes.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Der Vertrag soll \u00fcber sieben Jahre laufen &#8211; eigentlich. Doch es gibt vertraglich die M\u00f6glichkeit, ihn bereits im kommenden Jahr zu beenden. In den vergangenen Tagen sind Stimmen lauter geworden, die genau dies fordern.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Im britischen Unterhaus \u00e4u\u00dferte sich etwa der Labour-Abgeordnete Ian Byrne mit Blick auf die Firma so: &#8222;Trotz gro\u00dfer Bedenken der Abgeordneten, des medizinischen Fachpersonals und der \u00d6ffentlichkeit haben die Pr\u00e4senz von Palantir innerhalb unseres NHS und der Zugriff auf Patientendaten aus irgendeinem Grund weiter zugenommen.&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Auch Jeremy Corbyn, ehemaliger Labour-Chef und jetzt unabh\u00e4ngiger Abgeordneter, meldete sich zu Wort: &#8222;M\u00fcssen wir uns wirklich an einen amerikanischen multinationalen Konzern binden, der die Kontrolle \u00fcber riesige Datenmengen haben wird?&#8220; Corbyn forderte dazu auf, eigene Systeme innerhalb des NHS zu entwickeln. &#8222;Lassen Sie uns den NHS nicht zerst\u00f6ren&#8220;, so Corbyn.<\/p>\n<p>    Umstrittener Gr\u00fcnder<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Palantir wurde 2003 vom in Deutschland geborenen US-Investor Peter Thiel gegr\u00fcndet. Thiel gilt als wichtiger Geldgeber und Vordenker der neuen Rechten und war ein fr\u00fcher Unterst\u00fctzer von Donald Trump. Der Milliard\u00e4r f\u00e4llt immer wieder mit autorit\u00e4r-anmutenden Aussagen auf. So schrieb er etwa, er &#8222;glaube nicht mehr, dass Demokratie und Freiheit kompatibel seien&#8220;.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\u00dcber den NHS sagte Thiel einst, die britische Zuneigung f\u00fcr ihr Gesundheitssystem zeuge von einem Stockholm-Syndrom: Das System mache die Menschen krank und dennoch w\u00fcrden sie es m\u00f6gen, so Thiel. Der NHS brauche einen Ansatz, bei dem man &#8222;das Ganze einfach von Grund auf neu aufbaue&#8220;, so der Investor damals.<\/p>\n<p>    Parlamentarischer Ausschuss fordert Abkehr von Palantir<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">In einem 70-seitigen Bericht fordert ein parlamentarischer Ausschuss nun die Abkehr von Palantir. Darin hei\u00dft es, die zunehmende Einbindung des Konzerns im \u00f6ffentlichen Sektor sei eine inakzeptable Schwachstelle. Man m\u00fcsse sich vor Abh\u00e4ngigkeiten sch\u00fctzen &#8211; gerade in so wichtigen Bereichen wie der \u00f6ffentlichen Gesundheitsversorgung.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Die Vorsitzende des Ausschusses, Dame Chi Onwurah, sagte in der BBC, Palantir sei symptomatisch f\u00fcr eine Abh\u00e4ngigkeit von einer kleinen Zahl US-amerikanischer Unternehmen. Man laufe Gefahr, auf diese Unternehmen angewiesen zu sein, so Onwurah.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Der britische Palantir-Chef, Louis Mosley, bestritt in der BBC, dass Gro\u00dfbritannien bereits so abh\u00e4ngig von Thiels Firma sei, dass man nicht mehr aus der Kooperation komme. Er wolle die Abh\u00e4ngigkeit nicht leugnen, so Mosley: &#8222;Bei allem, was funktioniert, wird man abh\u00e4ngig. Man ist auf sein Auto angewiesen, um zur Arbeit zu kommen. Aber das hindert einen nicht daran, dieses Auto durch ein anderes zu ersetzen.&#8220;<\/p>\n<p>    Gesundheitsminister: &#8222;Vertrag auf dem Pr\u00fcfstand&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Gro\u00dfbritanniens neuer Gesundheitsminister James Murray sagte im Unterhaus, dass der Vertrag mit Palantir vor der m\u00f6glichen K\u00fcndigungsklausel nun auf dem Pr\u00fcfstand stehe. Doch parallel dazu wird aktuell noch \u00fcber ein weiteres Digitalvorhaben diskutiert: den Single Patient Record, etwa vergleichbar mit der elektronischen Patientenakte in Deutschland.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Hier hat das Vergabeverfahren zwar noch nicht begonnen. Trotzdem f\u00fcrchten einige, dass auch hier Palantir einbezogen wird. Dazu der Gesundheitsminister: &#8222;Die Patienten erwarten zurecht, dass ihre h\u00f6chstpers\u00f6nlichen und sensiblen medizinischen Daten gesch\u00fctzt werden, und das werden sie auch.&#8220; Geplant seien strenge Sicherheitsvorkehrungen, robuste Cybersicherheit und klare Regelungen dar\u00fcber, wer diese Informationen einsehen darf.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Es ist nicht der einzige Bereich, in dem Palantir-Vertr\u00e4ge in Gro\u00dfbritannien in der Kritik stehen. Auch die britische Finanzaufsicht arbeitet mit dem Konzern zusammen und erntet Missmut daf\u00fcr. Und Londons B\u00fcrgermeister Sadi Khan hat vergangenen Monat einen Millionendeal mit der Londoner Polizei und dem Konzern blockiert. Die Debatte \u00fcber die digitale Abh\u00e4ngigkeit von gro\u00dfen US-Unternehmen ist in Gro\u00dfbritannien in vollem Gange.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Stand: 05.06.2026 \u2022 10:07 Uhr Sieben Jahre sollte der Vertrag zwischen dem britischen Gesundheitssystem NHS und dem US-Unternehmen&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":1071616,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[134],"tags":[175,170,169,29,30,1189,551,171,174,10628,173,172],"class_list":["post-1071615","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-unternehmen-maerkte","tag-business","tag-companies","tag-companies-markets","tag-deutschland","tag-germany","tag-gesundheitssystem","tag-grossbritannien","tag-markets","tag-maerkte","tag-palantir","tag-unternehmen","tag-unternehmen-maerkte"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/116697167461943125","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1071615","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1071615"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1071615\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1071616"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1071615"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1071615"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1071615"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}