{"id":1072559,"date":"2026-06-05T20:02:30","date_gmt":"2026-06-05T20:02:30","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1072559\/"},"modified":"2026-06-05T20:02:30","modified_gmt":"2026-06-05T20:02:30","slug":"kerstin-garbe-im-vorstand-so-wuchs-sie-in-fuehrung-hinein","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1072559\/","title":{"rendered":"Kerstin Garbe im Vorstand: So wuchs sie in F\u00fchrung hinein"},"content":{"rendered":"<p class=\"\">\n                    Als sie vor 15 Jahren gefragt wurde, ob sie sich eine F\u00fchrungsposition vorstellen k\u00f6nne, lautete ihre spontane Antwort damals: \u201eNein.\u201c Heute muss sie dar\u00fcber selbst ein wenig schmunzeln. Denn inzwischen ist sie in Doppelfunktion auf der Vorstandsebene t\u00e4tig. Seit 2023 ist sie Vorstandsmitglied der Oldenburgischen Landesbrandkasse und der \u00d6ffentlichen Lebensversicherungsanstalt Oldenburg und verantwortet dort die Bereiche Lebens- und Unfallversicherung sowie Kapitalanlage. Bereits seit 2017 geh\u00f6rt sie zudem dem Vorstand der Provinzial Pensionskasse Hannover an. Ihr Weg zeigt, dass Frauen oft mehr Mut brauchen, als ihnen selbst bewusst ist.\u00a0\n            <\/p>\n<p class=\"\">\n                    Dabei begann ihr Weg nach dem Abitur ohne ein konkretes Ziel. Mathematik war schon in der Schulzeit ihre St\u00e4rke. \u201eMir ist das immer leicht gefallen. Da gab es \u2019richtig\u2019 oder \u2019falsch\u2019 und eine klare Antwort\u201c, erinnert sich Kerstin Garbe, die heute in Mellendorf bei Hannover lebt. W\u00e4hrend sie sich m\u00fcndlich eher zur\u00fcckhaltend einsch\u00e4tzte, begeisterten sie die Logik und das analytische Denken. Nach einer Mathematik-Vorlesung, die sie auf Empfehlung einer Freundin besuchte, stand ihre Entscheidung fest: Sie studierte Mathematik mit dem Nebenfach Wirtschaftswissenschaften. Dass Frauen in mathematischen Berufen oder sp\u00e4ter in F\u00fchrungspositionen oft noch immer als Ausnahme wahrgenommen werden, entsprach damals nicht ihrer Erfahrung. \u201eIn meinem Studium waren Frauen und M\u00e4nner nahezu gleich stark vertreten.\u201c Dennoch stellte sie sp\u00e4ter im Berufsleben fest, dass Frauen h\u00e4ufig anders auf ihre F\u00e4higkeiten blicken als M\u00e4nner. \u201eFrauen haben oft den Anspruch, jede Aufgabe zu hundert Prozent erf\u00fcllen zu m\u00fcssen. Dabei sind 80 Prozent immer noch sehr gut.\u201c Ein Gedanke, der sie w\u00e4hrend ihrer gesamten Karriere begleitet hat.\n            <\/p>\n<p>            Vieles ist m\u00f6glich und machbar<\/p>\n<p class=\"\">\n                    Entgegen ihrem eigentlichen Wunsch, in der Heimat zu bleiben,\u00a0 zog es\u00a0 die geb\u00fcrtige Hannoveranerin\u00a0 nach dem Studium\u00a0 zun\u00e4chst nach M\u00fcnchen. Eigentlich eher zuf\u00e4llig. Weil Repr\u00e4sentieren nicht zu ihren Lieblingssituationen geh\u00f6rte, wollte sie zun\u00e4chst Vorstellungsgespr\u00e4che \u00fcben und bewarb sich bewusst au\u00dferhalb ihrer Heimatregion Hannover. Dass daraus ihr erster gro\u00dfer Karriereschritt werden w\u00fcrde, ahnte sie damals nicht. Der Umzug nach M\u00fcnchen und der Berufsstart bei der Winterthur wurden f\u00fcr Kerstin Garbe zu einer wichtigen Erfahrung. Allein in einer fremden Stadt Fu\u00df zu fassen, st\u00e4rkte ihr Selbstvertrauen nachhaltig. \u201eIch habe dort gelernt, dass vieles m\u00f6glich und machbar ist.\u201c Eine Erkenntnis, die sie bis heute weitergibt. Viele Frauen w\u00fcrden sich zun\u00e4chst fragen, ob sie einer neuen Aufgabe \u00fcberhaupt gewachsen seien. \u201eIch hatte vor jedem Karriereschritt Respekt. Die Frage \u2019Kann ich das \u00fcberhaupt?\u2019 begleitet einen immer ein St\u00fcck weit.\u201c Entscheidend sei jedoch, sich davon nicht aufhalten zu lassen.\n            <\/p>\n<p class=\"\">\n                    Nach vier Jahren in S\u00fcddeutschland kehrte sie mit Blick auf ihre private Zukunft nach Hannover zur\u00fcck. Hier begann schlie\u00dflich ihr beruflicher Weg bei der VGH. Dort entwickelte sie sich \u00fcber verschiedene Positionen kontinuierlich weiter. Einen wichtigen Anteil daran hatte ihre damalige Chefin, die ihr Potenzial erkannte. \u201eSie hat mich sehr gef\u00f6rdert und mir immer Mut und R\u00fcckhalt gegeben.\u201c\u00a0Dass Frauen Frauen f\u00f6rdern, h\u00e4lt Garbe f\u00fcr einen wichtigen Erfolgsfaktor. Mentorinnen verst\u00fcnden h\u00e4ufig die Zweifel, die viele Frauen kennen. Sie w\u00fcssten, wie sehr Perfektionsanspr\u00fcche oder Unsicherheiten Karriereschritte erschweren k\u00f6nnen. \u201eDeshalb k\u00f6nnen weibliche Vorbilder und Mentorinnen eine gro\u00dfe Hilfe sein.\u201c Inzwischen engagiert sie sich selbst als Mentorin und versucht, andere Frauen zu ermutigen, Chancen zu ergreifen.\n            <\/p>\n<p>\n                \u201eIch habe gelernt, nicht immer perfekt sein zu m\u00fcssen.\u201c\n            <\/p>\n<p>Kerstin Garbe<\/p>\n<p>Vorstandsmitglied der \u00d6ffentlichen Versicherungen GmbH<\/p>\n<p class=\"\">\n                    Privat stellte sie sich irgendwann die Frage, wie sich Familie und Karriere vereinbaren lassen. Der Wunsch nach einer eigenen Familie war\u00a0 immer gro\u00df und erf\u00fcllte sich 2005 mit der Geburt ihrer Tochter und ein Jahr sp\u00e4ter mit der ihres Sohnes. Gleichzeitig wollte sie ihren Beruf nicht aufgeben.\u00a0Dass sie nach der Elternzeit zun\u00e4chst in Teilzeit und sp\u00e4ter wieder umfangreicher arbeiten konnte, verdankte sie einer Kombination aus famili\u00e4rer Unterst\u00fctzung, guter Organisation und verst\u00e4ndnisvollen F\u00fchrungskr\u00e4ften. Schon damals nutzte sie M\u00f6glichkeiten zum mobilen Arbeiten \u2013 lange bevor Homeoffice vielerorts zum Standard wurde. R\u00fcckblickend sieht sie diese Phase als wichtigen Lernprozess. \u201eIch habe gelernt, nicht immer perfekt sein zu m\u00fcssen.\u201c Gerade Frauen w\u00fcrden oft glauben, allen Rollen gleichzeitig zu hundert Prozent gerecht werden zu m\u00fcssen. Diesen Anspruch loszulassen, sei eine wichtige Erkenntnis gewesen. Ausgleich und Kraft findet Kerstin Garbe in ihren Kindern, der Familie und ihrem Freundeskreis. \u201eIch bin gerne unter Menschen, der Austausch und das Miteinander geben mir sehr viel Energie.\u201c\u00a0Der n\u00e4chste gro\u00dfe Karriereschritt folgte, als ihre Vorgesetzte\u00a0 sie auf eine F\u00fchrungsposition ansprach. \u201eMeine Chefin hat es mir zugetraut. Ich h\u00e4tte das f\u00fcr mich nicht erachtet und brauchte den Anstupser von au\u00dfen.\u201c Eine Erfahrung, die sie heute bei vielen Frauen wiedererkennt. Oft fehle nicht die Kompetenz, sondern das Zutrauen in die eigenen F\u00e4higkeiten.\n            <\/p>\n<p>\n                \u201eJede Herausforderung bringt Dinge mit sich, an denen man w\u00e4chst.\u201c\n            <\/p>\n<p class=\"\">\n                    Seit 2011 ist Kerstin Garbe nun in F\u00fchrungsverantwortung. Von der Leitung der Unfallbetriebsabteilung \u00fcber weitere F\u00fchrungsaufgaben bis zur Abteilungsdirektorin \u00fcbernahm sie immer gr\u00f6\u00dfere Verantwortungsbereiche. Dabei entwickelte sie einen F\u00fchrungsstil, der auf Zusammenarbeit und Vertrauen basiert. \u201eIch lebe F\u00fchrung als Teamleistung.\u201c Hierarchien seien f\u00fcr sie weniger entscheidend als ein offener Austausch.\u00a0Als sie schlie\u00dflich die M\u00f6glichkeit erhielt, in den Vorstand zu wechseln, war auch dieser Schritt mit einer Portion Respekt verbunden. \u201eDa musste ich schon einmal tiefer Luft holen.\u201c Insbesondere die Entscheidung, 2023 die Vorstandsposition in Oldenburg anzunehmen, war f\u00fcr sie eine Herausforderung. Sie kannte das Unternehmen kaum und musste sich in einem neuen Umfeld einfinden. \u201eIn einem bestehenden Netzwerk, in dem man sich austauschen kann, ist das einfacher\u201c, erl\u00e4utert sie. Umso wichtiger seien Netzwerke, vertrauensvolle Kolleginnen und Kollegen sowie Menschen, mit denen man offen \u00fcber Herausforderungen sprechen k\u00f6nne. \u201eGute Sparringspartner helfen enorm.\u201c\u00a0\n            <\/p>\n<p>\n                \u201eAm Ende kochen alle nur mit Wasser.\u201c\n            <\/p>\n<p>Kerstin Garbe<\/p>\n<p>Vorstandsmitglied der \u00d6ffentlichen Versicherungen GmbH<\/p>\n<p class=\"\">\n                    F\u00fcr die Vorst\u00e4ndin geh\u00f6rt pers\u00f6nliche Weiterentwicklung zu einer F\u00fchrungsrolle dazu. Deshalb nimmt sie regelm\u00e4\u00dfig Coachings in Anspruch. \u201eMan kann immer an sich arbeiten und dazulernen. Jede Herausforderung bringt Dinge mit sich, an denen man w\u00e4chst.\u201c Ihr heutiges Vorstandsteam in Oldenburg besteht aus M\u00e4nnern und Frauen. Die unterschiedlichen Perspektiven empfindet sie als gro\u00dfe St\u00e4rke. \u201eWir erg\u00e4nzen uns gut durch unsere unterschiedlichen Blickwinkel und Charaktereigenschaften.\u201c F\u00fcr junge Frauen, die eine F\u00fchrungsposition anstreben, hat sie\u00a0 eine klare Botschaft: Man m\u00fcsse nicht perfekt sein, um Verantwortung zu \u00fcbernehmen. Wichtig sei vielmehr, Chancen zu ergreifen, sich Unterst\u00fctzung zu suchen und den Mut aufzubringen, den ersten Schritt zu gehen. \u201eSchlussendlich kochen alle nur mit Wasser. Es ist so vieles machbar, wenn man sich nur traut.\u201c\n            <\/p>\n<p>            Hintergrund:<\/p>\n<ul class=\"list\">\n<li class=\"\">Die OM-Medien haben mit Anja Thiel zum f\u00fcnften Mal eine Entscheiderin aus dem OM mit dem Award \u201eOM-Zukunftsmacherin\u201c gek\u00fcrt, die in besonderer Weise die gesellschaftliche Entwicklung vorantreibt.<\/li>\n<li class=\"\">Unterst\u00fctzt wurde das Projekt OM-Zukunftsmacherin dabei von den Firmen S\u00fcdbeck, Grimme, Bergmann, Wernsing, Zerhusen, der LzO, Airpool sowie der \u00d6ffentlichen Oldenburg<\/li>\n<li class=\"\">Gek\u00fcrt wird die Preistr\u00e4gerin von einer Jury. Ihr geh\u00f6ren Silvia Breher (CDU-Bundestagsabgeordnete, Lindern), Christine Grimme (Grimme Gruppe, Damme), Dr. Jutta Middendorf-Bergmann (Ludwig Bergmann GmbH, Goldenstedt), Gudrun Arkenberg (airpool L\u00fcftungs- und W\u00e4rmesysteme GmbH), Annette Vetter (LzO), Linda  St\u00e4rk (Zerhusen Kartonagen) sowie  Anke Hibbeler (OM-Medien) an.<\/li>\n<\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Als sie vor 15 Jahren gefragt wurde, ob sie sich eine F\u00fchrungsposition vorstellen k\u00f6nne, lautete ihre spontane Antwort&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":1072560,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[1836],"tags":[1706,3364,29,30,2651,46,10940,1268,1411,3560,46831,224890],"class_list":["post-1072559","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-hannover","tag-bewerbung","tag-de","tag-deutschland","tag-germany","tag-gleichberechtigung","tag-hannover","tag-karriereplanung","tag-muenchen","tag-niedersachsen","tag-oldenburg","tag-provinzial","tag-winterthur"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/116699289804063689","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1072559","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1072559"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1072559\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1072560"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1072559"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1072559"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1072559"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}