{"id":1073137,"date":"2026-06-06T01:42:42","date_gmt":"2026-06-06T01:42:42","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1073137\/"},"modified":"2026-06-06T01:42:42","modified_gmt":"2026-06-06T01:42:42","slug":"80-jahre-nw-zu-beginn-ein-praegender-kopf","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1073137\/","title":{"rendered":"80 Jahre NW: Zu Beginn ein pr\u00e4gender Kopf"},"content":{"rendered":"<p>                    Unter den Chefredakteuren der Nieders\u00e4chsischen Wirtschaft hat Dr. Johannes Niggemann einen besonderen Platz. Nicht allein, weil er der erste in der Reihe war.<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p>Der bekennende, zutiefst religi\u00f6se Katholik Johannes Niggemann kam 1942 zur damaligen Gauwirtschaftskammer in Hannover, wurde Schriftleiter des Wirtschaftsblatts Niedersachsen, Vorg\u00e4ngertitel der NW. Hinter sich hatte er eine Odyssee: Nach zehn Jahren als Tageszeitungsjournalist, zuletzt im Ruhrgebiet, sah er sich ab 1933 im Konflikt mit den neuen Machthabern. Er sei \u201euntragbar\u201c als Journalist f\u00fcr das Regime, das wurde ihm nach eigener Aussage vermittelt. Auch bei der katholischen Presse, wo er als freier Mitarbeiter schrieb. Jobs in der Verwaltung, fast zwei Jahre Milit\u00e4r, bis er nach Hannover kann. Dort waren Pr\u00e4sident und Hauptgesch\u00e4ftsf\u00fchrer der Gauwirtschaftskammer \u00a0aktive Nationalsozialisten: \u201eWeshalb sie Anfang 1942 einen katholischen Wirtschaftsjournalisten aus Westfalen einstellten, der sich bisher mit Gelegenheitsarbeiten \u00fcber Wasser gehalten hatte, ist mehr als fraglich\u201c, schreibt Anett Schweitzer in einem Gutachten. Weshalb also? \u00a0Vielleicht, weil er 1923 \u00fcber \u201eDie Selbstverwaltung der deutschen Wirtschaft\u201c und damit eine IHK-Kernaufgabe promoviert hatte.\u00a0<br \/>\u00a0<\/p>\n<p><strong>Eine Stra\u00dfe tr\u00e4gt seinen Namen<\/strong><br \/>\u00a0<\/p>\n<p>Schweitzers Gutachten entstand, als alle Stra\u00dfennamen in Hannover durchleuchtet wurde, deren Benennung vor allem in die<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/assets.coco-online.de\/89141778853489-b3EOIQxe\/niggemann-portrat-web_large_w.jpg\" data-lightbox=\"1780710159\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"aspect-ratio:768\/888;\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/niggemann-portrat-web_medium_w.jpg\" alt=\"Portr\u00e4t von Niggemann in Schwarz-Wei\u00df\" title=\"Niggemann Portr\u00e4tfoto in Schwarz-Wei\u00df\" data-media-id=\"309334\" width=\"768\" height=\"888\"\/><\/a>Dr. Johannes Niggemann. Foto: IHK Hannover<\/p>\n<p>\u00a0Zeit des Nationalismus weist. Was f\u00fcr Niggemann gilt, weil er schon w\u00e4hrend des Krieges in Hannover arbeitete. Der Niggemannweg im Stadtteil Bothfeld hei\u00dft nach ihm, der an der die Kirche liegt, in deren Gemeinde der NW-Chefredakteur mitarbeitete.\u00a0<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/assets.coco-online.de\/89141780644152-egHJg9yT\/nw-80-jahre-logo_large_w.jpg\" data-lightbox=\"1780710159\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"aspect-ratio:295\/295;\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/nw-80-jahre-logo_medium_w.jpg\" alt=\"NW 80 Jahre Jubil\u00e4umslogo in Blau und Gr\u00fcn\" title=\"NW 80 Jahre Logo \u2013 Jubil\u00e4umsemblem zum 80-j\u00e4hrigen Bestehen\" data-media-id=\"316385\" width=\"295\" height=\"295\"\/><\/a><\/p>\n<p>Aber nicht nur das. Er war Vorsitzender der CDU-Fraktion im hannoverschen Stadtrat, kurzzeitig Vertretung des Oberb\u00fcrgermeisters. Innerhalb der katholischen Kirche Ritter des Ordens vom Heiligen Grab, zeitgleich mit dem damaligen VW-Chef Heinrich Nordhoff. Er bereitete den Katholikentag 1962 in Hannover mit vor, den er aber nicht mehr erlebte. Kurz vor seinem Tod wurde er zudem in den Aufsichtsrat der Preussag AG berufen. Der von der Katholischen Soziallehre beeinflusste NW-Chefredakteur engagierte sich unter anderem f\u00fcr den Wohnungsbau, in der Genossenschaft Heimatwerk.<\/p>\n<p><strong>Lizenz f\u00fcr die neue Zeitschrift<\/strong><br \/>\u00a0<\/p>\n<p>Niggemann selbst erhielt auch die Lizenz f\u00fcr die neue IHK-Zeitschrift ab Mai 1946. Die Industrie- und Handelskammern, die das neue Blatt trugen, suchten damals noch auf unsicherer Grundlage ihren Weg in die Zukunft. In Hannover bereits seit mehr als einem Jahr, als sich IHK-Leute noch vor Kriegsende trafen, um \u00fcber einen Neuaufbau zu beraten. Jedenfalls nach eigener Schilderung. Ob Niggemann zu diesem Kreis geh\u00f6rte, l\u00e4sst sich ohne weiteres nicht sagen. Vielleicht ging er auch seine eigenen Wege. Die werden ihn ohne Zweifel ins Anzeiger-Hochhaus gef\u00fchrt haben, wo die britischen Presseoffiziere arbeiteten. Und dort an einem neuen Nachrichtenmagazin mitwirkten: \u201eDiese Woche\u201c ab November 1946, sp\u00e4ter \u201eDer Spiegel\u201c. Es bleibt Spekulation, ob Niggemann das im Anzeiger-Hochhaus wahrgenommen hat. Aber wir spekulieren gerne: Er galt jedenfalls bei vielen seiner Kollegen als erster, der in der IHK-Zeitschrift ein Wirtschaftsmagazin sah.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Unter den Chefredakteuren der Nieders\u00e4chsischen Wirtschaft hat Dr. Johannes Niggemann einen besonderen Platz. 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