{"id":1073421,"date":"2026-06-06T04:26:20","date_gmt":"2026-06-06T04:26:20","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1073421\/"},"modified":"2026-06-06T04:26:20","modified_gmt":"2026-06-06T04:26:20","slug":"wie-geht-es-weiter-mit-dem-kiesabbau-am-niederrhein","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1073421\/","title":{"rendered":"Wie geht es weiter mit dem Kiesabbau am Niederrhein?"},"content":{"rendered":"<p>Ohne Sand und Kies l\u00e4sst sich kein Haus und keine Stra\u00dfe bauen. Doch der Abbau der Rohstoffe ver\u00e4ndert die Landschaft am Niederrhein massiv. Vielerorts entstehen riesige L\u00f6cher. Kommunen und Anwohner wollen das nicht l\u00e4nger hinnehmen und klagen am Oberverwaltungsgericht in M\u00fcnster gegen die geplante Ausweisung von 17 neuen Baggerl\u00f6chern. <\/p>\n<p>Doch auch die Industrie hat Klage eingereicht &#8211; sie fordert eine noch st\u00e4rkere Ausweitung des Kiesabbaus. Am Freitag (12.6.) treffen sich alle Seiten vor Gericht. <\/p>\n<p>          &#13;<br \/>\n              Weshalb wird der Streit so erbittert gef\u00fchrt? <\/p>\n<p>Kies und Sand sind wichtige Rohstoffe f\u00fcr die Bauindustrie &#8211; und am Niederrhein lagern gro\u00dfe Mengen davon. Vor allem die Region zwischen Wesel, Kamp-Lintfort und Rheinberg geh\u00f6rt zu den kiesreichsten Gebieten Deutschlands. <\/p>\n<p>Allein in NRW werden laut dem Verband der Sand- und Kiesindustrie j\u00e4hrlich rund 55 Millionen Tonnen verbraucht. Hinzu kommt, dass viele Betriebe am Niederrhein sehr stark vom Export in die Niederlande leben. Der Kiesabbau ist ein wichtiger Wirtschaftsfaktor in der Region. Laut Statistischem Landesamt erwirtschafteten Unternehmen in Nordrhein-Westfalen mit dem Abbau von Kies und Sand im vergangenen Jahr rund 740 Millionen Euro. <\/p>\n<p>          &#13;<br \/>\n              Welche negativen Auswirkungen hat der Kiesabbau? <\/p>\n<p>Wo Sand und Kies abgebaut werden, bleiben am Ende riesige L\u00f6cher zur\u00fcck. So sind am Niederrhein unz\u00e4hlige Baggerseen entstanden. Einige haben durchaus einen hohen Freizeitwert: Es gibt Strandb\u00e4der, Reviere f\u00fcr Segler und Surfer oder Radwege um den See herum. <\/p>\n<p>              &#13;<br \/>\n                <img decoding=\"async\"   src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/Durch-den-Kiesabbau-sind-am-Niederrhein-unzaehlige-1105238.jpg\" title=\"Wie geht es weiter mit dem Kiesabbau am Niederrhein? \" alt=\"Durch den Kiesabbau sind am Niederrhein unz\u00e4hlige Baggerseen entstanden.Christoph Reichwein\/dpa\" class=\"img-responsive\"\/>&#13;<br \/>\n                &#13;<\/p>\n<p class=\"image-caption\">Durch den Kiesabbau sind am Niederrhein unz\u00e4hlige Baggerseen entstanden.Christoph Reichwein\/dpa <\/p>\n<p>&#13;<\/p>\n<p class=\"image-credit\">&#13;<br \/>\n\t\t\t\t\t\t\t\u00a9 Christoph Reichwein\/dpa<\/p>\n<p>&#13;<br \/>\n                &#13;<\/p>\n<p>Doch f\u00fcr viele Menschen in der Region nimmt der Kiesabbau inzwischen \u00fcberhand. Es seien \u201eviel zu viele Fl\u00e4chen f\u00fcr den Kiesabbau\u201c vorgesehen, schreibt der Kreis Wesel in einer Stellungnahme. Die Folge sei \u201edie unumkehrbare Vernichtung unserer hochwertigen niederrheinischen Kulturlandschaft und Heimat\u201c. <\/p>\n<p>          &#13;<br \/>\n              Welche Rolle spielt dabei der Regionalplan Ruhr? <\/p>\n<p>Ein Regionalplan legt fest, wo in einer Region was entstehen soll: Wohngebiete, Gewerbe, Naturschutz &#8211; und eben auch Rohstoffabbau. F\u00fcr das Ruhrgebiet und den Niederrhein ist der Regionalverband Ruhr (RVR) zust\u00e4ndig. Was im Regionalplan steht, gilt als verbindliche Grundlage f\u00fcr alle weiteren Planungen. <\/p>\n<p>F\u00fcr den Kiesabbau am Niederrhein sieht der aktuelle Regionalplan Ruhr vor, dass allein im Kreis Wesel 17 neue Baggerl\u00f6cher entstehen d\u00fcrfen. Urspr\u00fcnglich war sogar noch mehr Kies-Abbaufl\u00e4che vorgesehen, doch dagegen haben die betroffenen Kommunen bereits erfolgreich geklagt. Nun wollen sie vor dem Oberverwaltungsgericht erreichen, dass der Kiesabbau noch weiter zur\u00fcckgedr\u00e4ngt wird. <\/p>\n<p>          &#13;<br \/>\n              Welche Folgen h\u00e4tte das etwa f\u00fcr den Wohnungsbau? <\/p>\n<p>Die Industrie warnt vor einer unn\u00f6tigen Verknappung der wichtigsten Rohstoffe f\u00fcr Bauprojekte. \u201eOhne Sand und Kies gibt es weder bezahlbaren Wohnungsbau noch eine funktionierende Infrastruktur noch die Umsetzung vieler Projekte der Energiewende und des Klimaschutzes\u201c, sagt Sascha Kruchen, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der Branchen-Initiative \u201eZukunft Niederrhein\u201c. <\/p>\n<p>              &#13;<br \/>\n                <img decoding=\"async\"   src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/Der-Kies-und-Sandabbau-am-Niederrhein-ist-ein-wichtiger-1105239.jpg\" title=\"Wie geht es weiter mit dem Kiesabbau am Niederrhein? \" alt=\"Der Kies- und Sandabbau am Niederrhein ist ein wichtiger Wirtschaftsfaktor f\u00fcr die Region.Christoph Reichwein\/dpa\" class=\"img-responsive\"\/>&#13;<br \/>\n                &#13;<\/p>\n<p class=\"image-caption\">Der Kies- und Sandabbau am Niederrhein ist ein wichtiger Wirtschaftsfaktor f\u00fcr die Region.Christoph Reichwein\/dpa <\/p>\n<p>&#13;<\/p>\n<p class=\"image-credit\">&#13;<br \/>\n\t\t\t\t\t\t\t\u00a9 Christoph Reichwein\/dpa<\/p>\n<p>&#13;<br \/>\n                &#13;<\/p>\n<p>Die Preise f\u00fcr Sand und Kies seien in den vergangenen zehn Jahren bereits um 90 Prozent in die H\u00f6he gegangen, weil das verf\u00fcgbare Angebot immer knapper werde. \u201eEine Industrieregion kann es sich nicht leisten, bei einem unverzichtbaren Grundrohstoff auf die Lagerst\u00e4tten vor der eigenen Haust\u00fcr zu verzichten\u201c, argumentiert der Lobbyist. <\/p>\n<p>          &#13;<br \/>\n              Wer klagt vor dem OVG gegen den Regionalplan? <\/p>\n<p>Es gibt mehrere Klagen mit v\u00f6llig entgegengesetzter Sto\u00dfrichtung: <\/p>\n<p>Der Kreis Wesel und die sechs Gemeinden Kamp-Lintfort, Rheinberg, Neukirchen-Vluyn, Alpen, H\u00fcnxe und Hamminkeln klagen, um weniger Kiesabbau zu erreichen. Sie argumentieren unter anderem, dass der k\u00fcnftige Bedarf an Sand und Kies falsch prognostiziert worden sei. Deshalb seien insgesamt zu viele Bereiche f\u00fcr den Kiesabbau festgelegt worden. <\/p>\n<p>Auch das Rohstoffunternehmen Holemans aus Rees hat Klage eingereicht &#8211; allerdings mit dem Argument, es seien zu wenig Abgrabungsbereiche ausgewiesen worden. Vor allem der rechte Niederrhein sei benachteiligt worden. Dabei sei diese Region wegen der N\u00e4he zum n\u00f6rdlichen Ruhrgebiet und der dort ans\u00e4ssigen betonverarbeitenden Industrie besonders wichtig, erl\u00e4uterte ein Unternehmenssprecher. <\/p>\n<p>Auch Grundst\u00fcckseigent\u00fcmer aus H\u00fcnxe klagen, weil sie sich durch den geplanten Kiesabbau in ihrem Eigentumsrecht verletzt f\u00fchlen. <\/p>\n<p>              &#13;<br \/>\n                <img decoding=\"async\"   src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/Viele-Kommunen-am-Niederrhein-kritisieren-durch-den-1105241.jpg\" title=\"Wie geht es weiter mit dem Kiesabbau am Niederrhein? \" alt=\"Viele Kommunen am Niederrhein kritisieren, durch den Kiesabbau werde ihre Heimat \u201eweggebaggert\u201c.Christoph Reichwein\/dpa\" class=\"img-responsive\"\/>&#13;<br \/>\n                &#13;<\/p>\n<p class=\"image-caption\">Viele Kommunen am Niederrhein kritisieren, durch den Kiesabbau werde ihre Heimat \u201eweggebaggert\u201c.Christoph Reichwein\/dpa <\/p>\n<p>&#13;<\/p>\n<p class=\"image-credit\">&#13;<br \/>\n\t\t\t\t\t\t\t\u00a9 Christoph Reichwein\/dpa<\/p>\n<p>&#13;<br \/>\n                &#13;<\/p>\n<p>          &#13;<br \/>\n              Was passiert, wenn die Klagen Erfolg haben? <\/p>\n<p>Das Gericht hat angek\u00fcndigt, dass nach der m\u00fcndlichen Verhandlung am Freitag auch gleich ein Urteil verk\u00fcndet werden soll. Aber welche Auswirkungen das h\u00e4tte, ist gar nicht so leicht zu sagen. Das Oberverwaltungsgericht k\u00f6nnte den Regionalplan Ruhr ganz oder teilweise f\u00fcr ung\u00fcltig erkl\u00e4ren &#8211; so wie es 2022 schon einmal geschehen ist. Damit w\u00e4ren die 17 geplanten neuen Abgrabungsbereiche erstmal vom Tisch und der Regionalverband Ruhr m\u00fcsste erneut nachbessern. <\/p>\n<p>Was das konkret f\u00fcr den Kiesabbau bedeutet, m\u00fcsste sich in diesem Fall erst noch zeigen. Denn solange es keine genau definierten Abgrabungsbereiche mehr gibt, k\u00f6nnten die Kies-Unternehmen theoretisch \u00fcberall neue Kiesgruben beantragen &#8211; w\u00fcrden damit aber absehbar auf Widerstand bei den Genehmigungsbeh\u00f6rden sto\u00dfen. Das juristische Tauziehen ginge also weiter. <\/p>\n<p>          &#13;<br \/>\n            <img decoding=\"async\"   src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/Kies-ist-ein-wichtiger-Rohstoff-fuer-die-1105240.jpg\" title=\"Wie geht es weiter mit dem Kiesabbau am Niederrhein? \" alt=\"Kies ist ein wichtiger Rohstoff f\u00fcr die Bauindustrie.Christoph Reichwein\/dpa\" class=\"img-responsive\"\/>&#13;<br \/>\n            &#13;<\/p>\n<p class=\"image-caption\">Kies ist ein wichtiger Rohstoff f\u00fcr die Bauindustrie.Christoph Reichwein\/dpa <\/p>\n<p>&#13;<\/p>\n<p class=\"image-credit\">&#13;<br \/>\n\t\t\t\t\t\t\t\u00a9 Christoph Reichwein\/dpa<\/p>\n<p>&#13;<br \/>\n            &#13;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Ohne Sand und Kies l\u00e4sst sich kein Haus und keine Stra\u00dfe bauen. Doch der Abbau der Rohstoffe ver\u00e4ndert&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":1073422,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[1838],"tags":[3364,29,3715,30,1209,2283,109,383,9183],"class_list":["post-1073421","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-duisburg","tag-de","tag-deutschland","tag-duisburg","tag-germany","tag-nordrhein-westfalen","tag-prozess-gericht","tag-rohstoff","tag-umwelt","tag-umweltpolitik"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/116701272750461316","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1073421","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1073421"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1073421\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1073422"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1073421"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1073421"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1073421"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}