{"id":1073466,"date":"2026-06-06T04:52:14","date_gmt":"2026-06-06T04:52:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1073466\/"},"modified":"2026-06-06T04:52:14","modified_gmt":"2026-06-06T04:52:14","slug":"muenchner-satelliten-sollen-waldbranderkennung-revolutionieren","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1073466\/","title":{"rendered":"M\u00fcnchner Satelliten sollen Waldbranderkennung revolutionieren"},"content":{"rendered":"<p>Anfang Mai standen nahe Ruhpolding im Chiemgau 140 Hektar Wald in Flammen. Mehr als 350 Einsatzkr\u00e4fte und elf Hubschrauber waren n\u00f6tig, um den Waldbrand auf dem &#8222;Saur\u00fcsselkopf&#8220; in einem unwegsamen, steilen Gel\u00e4nde zu l\u00f6schen. Laut dem Bayerischen Innenministerium war es einer der gr\u00f6\u00dften der letzten Jahrzehnte. Laut der Bayerischen Landesanstalt f\u00fcr Wald- und Forstwirtschaft erwarten Experten aufgrund des menschgemachten Klimawandels und den damit verbundenen Hitze- und Trockenperioden <a href=\"https:\/\/www.lwf.bayern.de\/boden-klima\/umweltmonitoring\/297589\/index.php\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">in Zukunft eine Zunahme des Waldbrandrisikos<\/a> [externer Link]. <\/p>\n<p>Freiwillige Luftbeobachter sp\u00fcren Waldbr\u00e4nde auf <\/p>\n<p>Um ein Katastrophenszenario wie das am Saur\u00fcsselkopf zu m\u00f6glichst zu verhindern, sind die ehrenamtlichen Piloten der <a href=\"https:\/\/lrst.de\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Luftrettungsstaffel Bayern<\/a> [externer Link] mit ihren privaten Flugger\u00e4ten unterwegs. Sie sollen Waldbr\u00e4nde fr\u00fch in ihrer Entstehungsphase aufsp\u00fcren. Aktuell stehen daf\u00fcr etwa 120 Fl\u00e4chenflugzeuge, zwei Hubschrauber und rund 300 ausschlie\u00dflich ehrenamtliche Pilotinnen und Piloten bereit, die von staatlich ausgebildeten Luftbeobachtern begleitet werden. Der Pr\u00e4sident der Luftrettungsstaffel Karl Herrmann ist stolz auf die Flotte aus freiwilligen Helfern, die bereits Anfang Juni mit beachtliche Zahlen aufwarten kann: &#8222;Wir haben in diesem Jahr zw\u00f6lf Waldbr\u00e4nde, zw\u00f6lf Fl\u00e4chenbr\u00e4nde und zwei Geb\u00e4udebr\u00e4nde melden k\u00f6nnen.&#8220;<\/p>\n<p>Innerhalb von 20 Minuten ist jeder Ort in Bayern erreicht<\/p>\n<p>Verteilt sind die Flugzeuge und Hubschrauber auf mehr als drei\u00dfig Flugpl\u00e4tze in ganz Bayern. Sie k\u00f6nnen bei hoher Waldbrandgefahr auf Anforderung des Innenministerium jeden Ort in Bayern in maximal zwanzig Minuten erreichen. Die Arbeit der Luftrettungsstaffel sei unverzichtbar, erkl\u00e4rte das Bayerischen Innenministerium auf eine Anfrage des Bayerischen  Rundfunks. Der Einsatz etwa von Drohnen zur Fr\u00fcherkennung von Waldb\u00e4nden sei vor allem auch wegen luftfahrtrechtlicher Vorgaben schwierig. Auch lieferten bislang bestehende Satellitensysteme nicht die fl\u00e4chendeckenden und zeitnahen Informationen, die f\u00fcr die Waldbrandbek\u00e4mpfung in Bayern erforderlich sind.<\/p>\n<p>Satelliten aus Bayern suchen Waldbr\u00e4nde auf der ganzen Welt<\/p>\n<p>Tats\u00e4chlich waren normale Forschungssatelliten wegen gro\u00dfer \u00dcberwachungsl\u00fccken und einer zu langsamen Daten\u00fcbermittlung lange Zeit nur sehr eingeschr\u00e4nkt f\u00fcr die Waldbranddetektion zu gebrauchen, da sie nie f\u00fcr diesen Zweck entwickelt wurden. Das Startup Ororatech aus M\u00fcnchen will mit seinem neu entwickelten Satellitennetzwerk dieses Problem l\u00f6sen. Achtzehn eigene Satelliten hat das Unternehmen bereits im All, die speziell f\u00fcr die Waldbranderkennung entwickelt wurden. Ihre hochaufl\u00f6sende W\u00e4rmebildkameras k\u00f6nnen nach eigenen Angaben ein Feuer etwa ab der Gr\u00f6\u00dfe eines einzelnen brennenden Baumes erfassen. <\/p>\n<p>Ein schnell wachsendes weltweites \u00dcberwachungsnetzwerk<\/p>\n<p>Neuerdings r\u00fcstet Ororatech auch zus\u00e4tzlich normale Kommunikationssatelliten mit W\u00e4rmebildkameras aus, um eine fl\u00e4chendeckende Beobachtung zu gew\u00e4hrleisten. Mit Hilfe von KI werden die gesammelten Daten bereits im All ausgewertet. Damit ist eine schnellstm\u00f6gliche \u00dcbermittlung m\u00f6glich. Inzwischen ist das System weltweit im Einsatz, darunter in den USA, Kanada, Australien, und Griechenland. <\/p>\n<p>Schnelle Abtastung riesiger Fl\u00e4chen durch Satelliten<\/p>\n<p>Gegen\u00fcber einer Luftbeobachtung mit Hilfe von Flugzeugen h\u00e4tten die Satelliten in einem Bereich einen klaren Vorteil, so Ororatech-Manager Collin Ratzka: &#8222;Unsere \u00dcberfl\u00fcge von einem Satelliten nehmen eine Bildbreite von 400 Kilometern auf einmal auf. Das hei\u00dft, wir k\u00f6nnen sehr gro\u00dfe Fl\u00e4chen sehr schnell abdecken. Wir sehen auch in schwer zug\u00e4nglichen Gebieten besser, als es bestehende Systeme tun.&#8220; Aber die W\u00e4rmebildkameras der Satelliten haben auch Schw\u00e4chen: Bei dichter Bew\u00f6lkung sind sie praktisch blind. <\/p>\n<p>Piloten und Luftbeobachter k\u00f6nnen Einsatz aus der Luft koordinieren<\/p>\n<p>Auch deswegen werden die Satelliten die Arbeit der Pilotinnen und Piloten sowie der Luftbeobachter der Bayerischen Luftrettungsstaffel in Zukunft kaum \u00fcbernehmen k\u00f6nnen. Die menschlichen Brandbeobachter kennen die Gegend und k\u00f6nnen deshalb auch die Gesamtsituation vor Ort erfassen, etwa um Feuerwehren die besten Zufahrtswege zu beschreiben und zu erkennen, welche Einsatzfahrzeuge wo gebraucht werden. Pr\u00e4sident Karl Herrmann erwartet deshalb keine Konkurrenz f\u00fcr sein engagiertes Team.<\/p>\n<p>Sinnvolle Erg\u00e4nzung zu menschlichen Waldbrandsuche <\/p>\n<p>Konkurrieren m\u00f6chten die Satellitenbetreiber von Ororatech mit den Luft\u00fcberwachern ohnehin nicht. Aber sie k\u00f6nnten wertvolle zus\u00e4tzliche Informationen f\u00fcr die Waldbrandbeobachtung bereitstellen. Zwar ist die Gefahrenlage in Bayern bez\u00fcglich Waldbr\u00e4nden l\u00e4ngst nicht so dramatisch wie etwa in Kalifornien oder Griechenland. Doch Br\u00e4nde wie der am Saur\u00fcsselkopf zeigen, welche dramatische Folgen ein Brand in einer Hochgebirgsregion haben kann.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Anfang Mai standen nahe Ruhpolding im Chiemgau 140 Hektar Wald in Flammen. 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