{"id":1074092,"date":"2026-06-06T10:54:19","date_gmt":"2026-06-06T10:54:19","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1074092\/"},"modified":"2026-06-06T10:54:19","modified_gmt":"2026-06-06T10:54:19","slug":"lachgas-das-unsichtbare-rauschmittel-aus-der-kartusche","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1074092\/","title":{"rendered":"Lachgas: Das unsichtbare Rauschmittel aus der Kartusche"},"content":{"rendered":"<p>\t\t\t\t<a href=\"https:\/\/www.hallelife.de\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/Firefly_Gemini-Flash_Fotorealistisches-Pressefoto-mehrere-Jugendliche-sitzen-am-Abend-auf-den-Stufen-eine-703888.jpg\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><br \/>\n\t\t\t<img alt=\"Lachgas: Das unsichtbare Rauschmittel aus der Kartusche\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/Firefly_Gemini-Flash_Fotorealistisches-Pressefoto-mehrere-Jugendliche-sitzen-am-Abend-auf-den-Stufen.jpeg\" decoding=\"async\" class=\"lazyload\" data-eio-rwidth=\"1440\" data-eio-rheight=\"564\"\/>\t\t<\/a><\/p>\n<p>\n\t\t\tFoto: Symbolbild \/ KI-generiert mit Adobe Firefly\t\t<\/p>\n<p>\t\t\t\t&#13;<br \/>\n\t\t\t\t\t\t\t&#13;<br \/>\n\t\t\t\t\tvon <a href=\"https:\/\/www.hallelife.de\/author\/kn\/\" title=\"Beitr\u00e4ge von Keven Nau\" rel=\"author nofollow noopener\" target=\"_blank\">Keven Nau<\/a>\t\t\t\t&#13;<br \/>\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t<a href=\"https:\/\/www.hallelife.de\/2026\/06\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">6. Juni 2026<\/a>&#13;<\/p>\n<p class=\"caps\">Videos von Lachgaskonsum auf TikTok, bunte Kartuschen in sozialen Netzwerken, seit April strengere Regeln: Lachgas ist in Sachsen-Anhalt kaum zu \u00fcbersehen. Wie viele Menschen die Substanz tats\u00e4chlich konsumieren, bleibt aber unklar.<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p>Wer nach belastbaren Zahlen sucht, st\u00f6\u00dft schnell an Grenzen. \u201eRepr\u00e4sentative oder belastbare Zahlen zum Lachgaskonsum in der Allgemeinbev\u00f6lkerung oder bei bestimmten Zielgruppen in Deutschland liegen uns nicht vor\u201c, sagt Nadine Stephan, Leiterin der Landesstelle f\u00fcr Suchtfragen Sachsen-Anhalt.<\/p>\n<p>F\u00fcr Fachstellen entsteht damit ein praktisches Problem: Lachgas besch\u00e4ftigt Pr\u00e4vention, Kommunen und Politik. Die tats\u00e4chliche Verbreitung l\u00e4sst sich bislang aber nicht verl\u00e4sslich beziffern.<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p>Neue Regeln f\u00fcr eine leicht verf\u00fcgbare Substanz<\/p>\n<p>Mit einer \u00c4nderung des Neue-psychoaktive-Stoffe-Gesetzes hat der Bund den Umgang mit Lachgas eingeschr\u00e4nkt. Seit dem 12. April 2026 d\u00fcrfen Minderj\u00e4hrige die Substanz nicht mehr erwerben oder besitzen. Verboten sind au\u00dferdem der Verkauf \u00fcber Automaten und der Versandhandel an private Endverbraucher.<\/p>\n<p>F\u00fcr die Landesstelle ist das ein wichtiges Signal. Zugleich verweist sie auf die Arbeit vor Ort: Pr\u00e4vention, Aufkl\u00e4rung und Beratung. Denn Lachgas war lange leicht zu bekommen.<\/p>\n<p>Entsprechende Produkte lie\u00dfen sich unkompliziert im Internet bestellen oder an verschiedenen Verkaufsstellen kaufen. Teilweise wurden sie in unterschiedlichen Geschmacksrichtungen oder als fertige Konsumsets angeboten.<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p>Warum Lachgas untersch\u00e4tzt wird<\/p>\n<p>Viele kennen Lachgas aus der Medizin oder von Sahnespendern. Genau deshalb wirkt die Substanz harmloser, als sie ist. Der Rausch setzt schnell ein und h\u00e4lt meist nur wenige Minuten an.<\/p>\n<p>Schon einmaliger Konsum kann akut gef\u00e4hrlich werden. Dazu z\u00e4hlen Sauerstoffmangel, Bewusstlosigkeit, Unf\u00e4lle und Verletzungen durch die extreme K\u00e4lte des Gases. Besonders riskant ist der Konsum in geschlossenen R\u00e4umen oder in Kombination mit Alkohol und anderen Drogen.<\/p>\n<p>Bei h\u00e4ufigem oder starkem Konsum drohen schwerere Folgen. Die Landesstelle verweist unter anderem auf m\u00f6gliche Nervensch\u00e4den und auf das Risiko eines problematischen Konsummusters.<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p>Wenn Social Media Risiken zur Nebensache macht<\/p>\n<p>Soziale Netzwerke verst\u00e4rken diesen Eindruck. \u201eLachgas wird insbesondere \u00fcber Social Media stark beworben und auf Plattformen wie Instagram oder TikTok als witzige und coole Partydroge gefeiert\u201c, sagt Stephan.<\/p>\n<p>In vielen Videos stehen kurze Lachanf\u00e4lle oder vermeintlich lustige Reaktionen im Mittelpunkt. Gesundheitliche Folgen werden dort kaum thematisiert. Auch die Stadt Halle beobachtet diese Entwicklung. Pressesprecher Drago Bock verweist darauf, dass soziale Medien die Wahrnehmung von Suchtmitteln stark pr\u00e4gen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Influencer, Challenges und Partyvideos k\u00f6nnen Risiken verharmlosen und problematisches Verhalten normal erscheinen lassen, besonders bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen.<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p>Das gro\u00dfe Problem mit den Zahlen<\/p>\n<p>Trotz der Aufmerksamkeit wei\u00df niemand genau, wie verbreitet Lachgas in Sachsen-Anhalt ist. Das liegt nicht nur daran, dass bislang wenige Studien vorliegen.<\/p>\n<p>Die Landesstelle nennt mehrere Gr\u00fcnde, warum der Konsum schwer zu erfassen ist. Lange war der Erwerb weitgehend anonym m\u00f6glich. Zudem wird Lachgas h\u00e4ufig zusammen mit anderen Substanzen konsumiert.<\/p>\n<p>Kommt es zu einem medizinischen Notfall, stehen oft Alkohol oder andere Drogen im Vordergrund. Der zus\u00e4tzliche Lachgaskonsum taucht dann in der Dokumentation nicht auf. Hinzu kommt, dass die Substanz im Alltag der Akutversorgung schwer sicher zuzuordnen ist.<\/p>\n<p>\u201eDa Lachgas zudem schwer nachweisbar ist und bislang nur unzureichend systematisch erfasst wird, bleibt der zus\u00e4tzliche Konsum in der medizinischen Dokumentation h\u00e4ufig unber\u00fccksichtigt\u201c, erkl\u00e4rt Nadine Stephan.<\/p>\n<p>So bleibt ein Dunkelfeld, das Beh\u00f6rden und Suchtberatungsstellen bislang nicht beziffern k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p>Kaum Hinweise aus Kliniken<\/p>\n<p>Wie schwierig die Einordnung ist, zeigen R\u00fcckmeldungen aus Krankenh\u00e4usern. Die Zentrale Notaufnahme der Universit\u00e4tsmedizin Magdeburg teilte auf Anfrage mit, dass Patientinnen und Patienten nicht gezielt nach Lachgas-Konsum gefragt w\u00fcrden.<\/p>\n<p>Auch die Universit\u00e4tsmedizin Halle und das BG Klinikum Bergmannstrost Halle erkl\u00e4rten auf Anfrage, dass ihnen bislang keine dokumentierten F\u00e4lle bekannt seien. Das hei\u00dft nicht, dass es keinen Konsum gibt. Es zeigt nur, wie leicht Lachgas in der medizinischen Erfassung durchs Raster fallen kann.<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p>Pr\u00e4vention statt Panik<\/p>\n<p>Auch in Halle spielt Lachgas inzwischen eine Rolle in der Pr\u00e4ventionsarbeit. Nach Angaben der Stadt steht die Suchtkoordinatorin im Austausch mit Fachstellen f\u00fcr Suchtpr\u00e4vention, Beratungsstellen, dem Kinder- und Jugendschutz sowie verschiedenen Arbeitsgruppen.<\/p>\n<p>Im Mittelpunkt steht Aufkl\u00e4rung, nicht Alarmismus. Fachleute wollen Jugendliche fr\u00fch erreichen, bevor sich riskanter Konsum verfestigt oder durch Gruppendruck verharmlost wird.<\/p>\n<p>F\u00fcr Nadine Stephan ist deshalb klar, dass Verbote allein nicht reichen. Entscheidend bleibt, junge Menschen dort anzusprechen, wo sie mit Lachgas in Kontakt kommen: in Schulen, Jugendangeboten, Beratungsstellen und sozialen Netzwerken.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Foto: Symbolbild \/ KI-generiert mit Adobe Firefly &#13; &#13; von Keven Nau &#13; 6. 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