{"id":1074465,"date":"2026-06-06T14:23:20","date_gmt":"2026-06-06T14:23:20","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1074465\/"},"modified":"2026-06-06T14:23:20","modified_gmt":"2026-06-06T14:23:20","slug":"diese-beiden-bremerinnen-warten-auf-spenderorgane","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1074465\/","title":{"rendered":"Diese beiden Bremerinnen warten auf Spenderorgane"},"content":{"rendered":"<p class=\"article-toplinewrapper\">\n<p>Standdatum: 6. Juni 2026.<\/p>\n<p>Autorinnen und Autoren:<br \/>\nLeslie Melina Schmidt<\/p>\n<p>Video<\/p>\n<p>Wie belastend das Warten auf ein Spenderorgan ist, wissen Ute Breede (l.) und Tabea Hinners.<\/p>\n<p>Bild: Radio Bremen<\/p>\n<p>Video-Ende<\/p>\n<p class=\"article-intro\">Der heutige Tag der Organspende soll darauf aufmerksam machen, dass Betroffene oft Jahre auf ein Spenderorgan warten. Zwei davon sind Tabea Hinners und Ute Breede aus Bremen.<\/p>\n<p>Tabea Hinners ist heute 31 Jahre alt. Schon im vergangenen Jahr hat sie mit buten un binnen \u00fcber ihre Erkrankung gesprochen. Sie wurde mit einem Herzfehler geboren. Mit Anfang 20 wurde ihr ein Schrittmacher eingesetzt. Ende 2024 bekam sie Herzrhythmusst\u00f6rungen und nach mehreren Untersuchungen war klar: Sie braucht ein Spenderherz. Hinners hat einen vier Jahre alten Sohn.<\/p>\n<p>Seit M\u00e4rz 2025 steht sie auf der Spenderliste, ein neues Herz wurde f\u00fcr sie aber noch nicht gefunden. Betroffene warten durchschnittlich zwischen sechs Monaten und zwei Jahren auf ein Spenderherz. F\u00fcr Hinners bedeutet das vor allem eines: Geduld. Denn das Warten auf ein geeignetes Organ pr\u00e4gt inzwischen ihren Alltag.<\/p>\n<p>Ein Jahr auf der Spenderliste<\/p>\n<p>&#8222;Es ist ein Auf und Ab&#8220;, beschreibt Tabea Hinners ihren aktuellen Gesundheitszustand. Ihren 31. Geburtstag musste sie im April im Krankenhaus verbringen: Ihre Schilddr\u00fcse arbeitet nicht richtig, ihre Nieren standen kurz vor der Dialysepflicht und ihre Blutwerte waren so schlecht, dass sie Blutkonserven bekommen musste. Jetzt gehe es aber wieder bergauf.<\/p>\n<p>Dass nach einem Jahr noch kein Spenderherz f\u00fcr sie gefunden wurde, sorgt bei Hinners f\u00fcr gemischte Gef\u00fchle: &#8222;Auf der einen Seite w\u00fcrde ich es gerne hinter mich bringen. Und auf der anderen Seite hoffe ich, dass ich es noch lange rausz\u00f6gern kann.&#8220; Denn Hinners hat f\u00fcr das Jahr einiges geplant, zum Beispiel die Einschulung ihres Neffen, bei der sie gerne dabei sein w\u00fcrde. <\/p>\n<p>Die Aussicht auf ein Spenderherz bedeutet f\u00fcr Hinners deshalb nicht nur Hoffnung, sondern auch \u00c4ngste. <\/p>\n<blockquote class=\"citation -citation-type-simple\">\n<p class=\"citation-text\">Wenn ich jetzt jeden Tag dar\u00fcber nachdenke vorm Handy zu h\u00e4ngen und darauf zu warten, dass mein Telefon klingelt, dann werde ich wahnsinnig. Das mache ich nicht. Ich habe mein Handy auf laut. Es wird mich schon einer anrufen.<\/p>\n<p>Tabea Hinners wartet auf ein Spenderherz<\/p>\n<\/blockquote>\n<p>Sorge um ihre Familie<\/p>\n<p>Selbst die Nachricht, dass ein Spenderherz gefunden wurde, w\u00fcrde Hinners noch keine Sicherheit geben. &#8222;Selbst, wenn du da ankommst und es hei\u00dft &#8218;Wir haben ein Organ f\u00fcr Sie&#8216;, kann es sein, dass es am Ende hei\u00dft: &#8218;April, April. Es passt doch nicht.&#8216; Weil dann werden nochmal Untersuchungen gemacht. Das Herz muss begutachtet werden, wenn es dann ankommt. Und dann kann es sein, dass es unbrauchbar ist. Man f\u00e4hrt dahin, verabschiedet sich von seiner Familie und dann kann es sein, dass man zur\u00fcckkommt.&#8220;<\/p>\n<p>Ihre Transplantation will sie in der Universit\u00e4tsklinik in Kiel durchf\u00fchren lassen. Die Einverst\u00e4ndniserkl\u00e4rungen f\u00fcr die Operation und eine Patientenverf\u00fcgung liegen der Klinik bereits vor. Damit es schnell geht, sobald ein Herz gefunden wird. Eine Kliniktasche hat Hinners aber nicht gepackt.<\/p>\n<p>&#8222;Ich hoffe auch inst\u00e4ndig, dass der Anruf kommt, wenn mein Sohn im Kindergarten ist&#8220;, beschreibt Hinners, &#8222;weil ich dann nicht w\u00fcsste, ob ich ihn gehen lassen k\u00f6nnte&#8220;. Denn es ist auch die Sorge um ihren Sohn, die Hinners umtreibt. Dass sie die OP auch nicht \u00fcberstehen k\u00f6nnte, soll ihr Sohn erst in dem Moment erfahren, wenn das Telefon klingelt.<\/p>\n<blockquote class=\"citation -citation-type-simple\">\n<p class=\"citation-text\">Auch Kinder sollen sich darauf vorbereiten. Zu sagen: Hey, Mama ist jetzt in der Klinik. Und es kann sein, dass Mama nicht wiederkommt.<\/p>\n<p>Tabea Hinners<\/p>\n<\/blockquote>\n<p>Ute Breede wartet auf eine Spenderniere<\/p>\n<p>Die 64-j\u00e4hrige Ute Breede muss drei Mal in der Woche zur Blutw\u00e4sche. Denn ihre Nieren arbeiten nicht mehr. Seit f\u00fcnf Jahren wartet sie jetzt schon auf ein Spenderorgan \u2013 die durchschnittliche Wartezeit f\u00fcr eine Niere betr\u00e4gt in Deutschland etwa acht Jahre. <\/p>\n<blockquote class=\"citation -citation-type-simple\">\n<p class=\"citation-text\">Die Alternative zur Dialyse w\u00e4re Sterben.<\/p>\n<p>Ute Breede wartet auf eine Spenderniere<\/p>\n<\/blockquote>\n<p>Die Dialyse strengt Breede wahnsinnig an. &#8222;Ich bin mehr kaputt als andere. Ich kann nicht so viel leisten. Ich \u00fcberlege mir zwei Mal, ob ich an einem Dialyse-Tag abends noch irgendwo hingehe und was mache.&#8220;<\/p>\n<p>Es ist nicht ihre erste Nierentransplantation. Schon mit Ende 20 wurde entdeckt, dass ihre Nieren nicht mehr richtig arbeiten. Als junge Mutter bekam Ute Breede damals ein Spenderorgan.<\/p>\n<blockquote class=\"citation -citation-type-simple\">\n<p class=\"citation-text\">Das war einfach nur Freude. Das Gl\u00fcck eine Niere zu bekommen. Das war auch eine, die sehr gut gepasst hat zu meinen Blutwerten. Darum hat sie auch so lange gehalten \u2013 \u00fcber 26 Jahre.<\/p>\n<p>Ute Breede<\/p>\n<\/blockquote>\n<p>Neues Programm mit &#8222;alten&#8220; Spenderorganen sorgt f\u00fcr Hoffnung<\/p>\n<p>Breede sehnt ihren 65. Geburtstag herbei \u2013 denn ab dann darf sie an einem Programm teilnehmen, was ihre Chance auf ein neues Organ erh\u00f6ht. Schon mit einer neuen Niere kann sich ihre Lebensqualit\u00e4t verbessern. <\/p>\n<p>&#8222;Old for Old&#8220; hei\u00dft das Programm, auf das sie und ihr Arzt Hoffnungen setzen. Dabei spenden \u00e4ltere Menschen ihre Niere an \u00e4ltere Patienten. Die Wartezeit auf ein Organ liegt bei dem Programm bei ungef\u00e4hr zwei Jahren, so Breedes Arzt Thomas Otterbeck. Da sie schon l\u00e4nger auf der Warteliste f\u00fcr ein Organ steht, gehen sie aber davon aus, dass Breede gute Chancen hat, recht bald eine Niere zu bekommen.<\/p>\n<p>Warten auf den Anruf<\/p>\n<p>Im Transplantationszentrum im Klinikum Bremen Mitte stehen 150 Patienten auf der Liste f\u00fcr eine neue Niere. Das Programm &#8222;Old for Old&#8220; sehen auch hier die \u00c4rzte positiv, da sie die Wartezeit f\u00fcr einige Patienten verk\u00fcrzen kann, wie Chefarzt Sebastian Melchior vom Klinikum Bremen Mitte: &#8222;Wenn man dann noch ber\u00fccksichtigt, dass gerade auch bei den \u00e4lteren Patienten die Lebenserwartung nach Transplantation deutlich besser ist ohne die Dialyse. Das ist f\u00fcr die \u00e4lteren Patienten schon ein entscheidender Faktor.&#8220;<\/p>\n<p>W\u00e4hrend die Zahl der Menschen auf den Wartelisten hoch bleibt, hoffen Tabea Hinners und Ute Breede darauf, dass f\u00fcr sie bald das passende Spenderorgan gefunden wird. Und, dass der erl\u00f6sende Anruf nicht mehr so lange auf sich warten l\u00e4sst.<\/p>\n<p class=\"article-legal-broadcast-reference\"><strong>Dieses Thema im Programm:<\/strong><br \/>\nbuten un binnen, 6. Juni 2026, 19:30 Uhr<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Standdatum: 6. Juni 2026. 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