{"id":1075349,"date":"2026-06-06T23:26:15","date_gmt":"2026-06-06T23:26:15","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1075349\/"},"modified":"2026-06-06T23:26:15","modified_gmt":"2026-06-06T23:26:15","slug":"protest-auf-dem-marktplatz-hunderte-menschen-bilden-menschliches-stuttgart-sign","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1075349\/","title":{"rendered":"Protest auf dem Marktplatz: Hunderte Menschen bilden menschliches Stuttgart-Sign"},"content":{"rendered":"<p>Ursula Lechleitners Ehemann hat Demenz. F\u00fcr die 79-J\u00e4hrige und ihren Partner gibt es nur noch wenige Orte in <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-zeitung.de\/thema\/Stuttgart\" title=\"Stuttgart\" class=\"art_thema\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Stuttgart<\/a>, an die sie gehen k\u00f6nnen, um andere Menschen zu treffen. Einer davon ist die Begegnungsst\u00e4tte des Evangelischen Vereins mit dem Namen \u201eCannstatter Br\u00fccke\u201c. Sie kann mit ihrem Mann zum Ged\u00e4chtnistraining gehen und es gibt einen g\u00fcnstigen Mittagstisch. Deswegen sind sie bisher drei bis viermal die Woche dort gewesen.<\/p>\n<p>Doch damit k\u00f6nnte es bald ein Ende haben. Einrichtungen wie die Cannstatter Begegnungsst\u00e4tte m\u00fcssen erheblich Geld sparen, um mit den Folgen der im Dezember beschlossenen Haushaltsk\u00fcrzungen klarzukommen und daher ihr Angebot reduzieren. Um darauf Aufmerksam zu machen, hat sich auch Ursula Lechleitner am Samstag auf ihre Gehhilfe gest\u00fctzt gemeinsam mit ihren Freundinnen auf dem Stuttgarter <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-zeitung.de\/thema\/Marktplatz\" title=\"Marktplatz\" class=\"art_thema\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Marktplatz<\/a> eingefunden. Mit Hunderten anderen Menschen aus den Bereichen Bildung, Kultur und Sozialem protestieren sie an dem Tag gegen die K\u00fcrzungen der Stadt, die alle ihre Bereiche betreffen.<\/p>\n<p>K\u00fcrzungen f\u00fcr Kinder und Familien <\/p>\n<p>Das Hauptanliegen der Demonstranten war es, ihren <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-zeitung.de\/inhalt.geplantes-stuttgart-sign-der-aerger-ist-verstaendlich.ecdc4222-9cfe-4f14-9f9f-01fc4de0702e.html\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">Unmut \u00fcber das geplante Stuttgart-Sign<\/a> zum Ausdruck zu bringen. Dieses soll in naher Zukunft dort auf dem Marktplatz entstehen. Die Kritik kam daher auf, weil die Haushaltskoalition im Gemeinderat trotz aller K\u00fcrzungen 470.000 Euro f\u00fcr das symboltr\u00e4chtige Zeichen genehmigt hatte.<\/p>\n<p>  <img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/media.media.541c0d35-99e1-4b0e-84a1-f6b19fd8b745.original1024.media.jpeg\"\/>     Ursula Lechleitner setzt sich bei der Demo f\u00fcr den Erhalt der \u201eCannstatter Br\u00fccke\u201c ein. Foto: Lichtgut\/Christoph Schmidt    Foto: Christoph Schmidt    <\/p>\n<p>Karin Ehlert sagt zum Beispiel: \u201eDie Stadt investiert lieber in ein gro\u00dfes Symbol und spart bei <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-zeitung.de\/inhalt.sparhaushalt-in-stuttgart-zahlen-familien-einen-zu-hohen-preis-so-positionieren-sich-die-fraktionen.8d7bfc8c-f923-4e08-9514-bcbd046f6c1f.html\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">der Versorgung von Kindern<\/a> und damit an der Gerechtigkeit in der Stadt.\u201c Sie ist eine der Rednerinnen an dem Tag. Sie setzt sich f\u00fcr fr\u00fchkindliche Bildung ein. Besonders schwerwiegend seien K\u00fcrzungen beim sogenannten Kita-Abo-Projekt, das eine M\u00f6glichkeit gewesen sei die Sprachf\u00f6rderung bei Kindern voranzutreiben. Doch viele Kinder und damit Familien seien auf unterschiedliche Weise schwer betroffen gewesen.<\/p>\n<p>Ein Stuttgart-Sign mit menschlichen K\u00f6rpern <\/p>\n<p>Eine Protestaktion an dem Tag war, dass sich irgendwann viele Demonstranten diszipliniert in Reih und Glied aufgestellt und mit ihren K\u00f6rpern ein menschliches Stuttgart-Sign gebildet haben. \u201eWir wollen damit zeigen, dass wir, die Menschen, das wahre Stuttgart sind und nicht irgendein Schriftzug\u201c, sagt etwa Johannes Lachermeier. Er ist Sprecher des Aktionsb\u00fcndnisses Stuttgarter Kultur.<\/p>\n<p>Das B\u00fcndnis hatte sich in den Wochen vor dem <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-zeitung.de\/inhalt.spardruck-im-sozialen-soziale-angebote-auf-dem-pruefstand-ist-ueberlebensnotwendig.6ae321c1-0664-4834-a229-bb6c0045888f.html\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">folgenreichen Haushaltsbeschluss<\/a> im Dezember gebildet und mehrfach aufsehenerregende Proteste gestaltet. Beispielsweise wurden Konzerte im Rathaus gespielt und die B\u00fcrgermeister mit einem Pfeifkonzert empfangen. \u201eWir haben seit den Beschl\u00fcssen eine starke Gemeinschaft gebildet und unseren Zusammenhalt wollen wir heute ebenfalls zum Ausdruck bringen\u201c, sagt Lachermeier.<\/p>\n<p> \u201eChaotische K\u00fcrzungen\u201c <\/p>\n<p>Unter den Demonstranten sind auch Vertreter der B\u00fchnengenossenschaft GDBA. \u201eBei uns werden bereits keine Stellen mehr nachbesetzt\u201c, sagt eine B\u00fchnenbildnerin. Es w\u00fcrde keinen Sinn machen, ein so gro\u00dfes Geb\u00e4ude wie die Staatsoper Stuttgart in der Stadt stehen zu haben, aber einfach nicht das Personal, um die Oper zu betreiben.<\/p>\n<p>Ein weiterer Teilnehmer sagt: \u201eDie K\u00fcrzungen sind sehr schwerwiegend f\u00fcr die Menschen hier und daher ist es ein wenig entt\u00e4uschend wie wenige Menschen heute doch zusammengekommen sind.\u201c Auch verschiedene politische Gruppen sind vertreten, Vertreterinnen von \u201eMission Trans\u201c,<a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-zeitung.de\/inhalt.selbstbestimmungsgesetz-in-stuttgart-wir-sind-jetzt-in-der-normalitaet-angekommen.269af3c6-a9fa-474a-960e-44308d112e60.html\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\"> die sich f\u00fcr Belange von Transmenschen einsetzt<\/a> oder Stadtr\u00e4te, die im Gemeinderat \u00fcber das Stuttgart-Sign mitdiskutiert haben. Vertreter des Theater Rampe halten Schilder mit der Aufschrift \u201eStop being poor\u201c hoch. Andere nutzen die Gelegenheit, um ihren Protest gegen Krieg zum Ausdruck zu bringen.<\/p>\n<p>Wichtig sei jetzt f\u00fcr alle Betroffenen Sicherheit f\u00fcr die Zukunft zu haben. Tanja Gemeinhardt von der Mission Trans sagt etwa, dass die K\u00fcrzungen \u00fcberhaupt nicht weitsichtig gewesen sind. \u201eIch frage mich, warum es keiner hat kommen sehen?\u201c, sagt sie. Die Folgen seien gewesen, dass sich im vergangenen Jahr chaotische und hektische K\u00fcrzungen auf den R\u00fccken vieler Menschen abgespielt h\u00e4tten. So etwas m\u00fcsse man in Zukunft vermeiden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Ursula Lechleitners Ehemann hat Demenz. 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